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Falsche Ausbildung eingeschlagen!

vDick=ilottxa hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

sicher taucht dieses Thema hier öfter auf. Und nun kann ich mich zu den Unglücklichen zählen, die dazu gehören.

Ich befinde mich im zweiten Jahr einer Ausbildung (samt Studium) im öffentlichen Dienst und merke mit jedem Tag mehr, dass ich diesen Beruf später nicht ausüben möchte. Ich bin mit der Situation wie sie jetzt ist todunglücklich.

Meine Eltern hatten mich nach meinem Abitur dazu bewegt, eine duale Ausbildung anzufangen (das dürft ihr nicht falsch verstehen – sie hätten mich niemals gezwungen) und so hatte ich mich dort beworben. Da kommt natürlich die Frage nach dem Warum auf. Schließlich sollte man seine Berufswahl selbst treffen, klar. Aber damals wusste ich es einfach nicht besser und so habe ich mir eingeredet, dass das was für mich sein könnte, bis sich der Gedanke fest in mir eingegraben hat.

Nach drei Monaten ungefähr fing mir dann langsam an, klar zu werden, dass ich damit nicht leben kann. Ich habe kein Interesse an dem, was ich tue, nicht im Geringsten. Für mich ist das eine einzige Pflicht und Qual dazu, gerade in der Phase, in der ich im Studium bin. Das liegt nicht an dem Studium selbst. Vom Stoff her bin ich nicht überfordert, im Gegenteil, normalerweise lerne ich sehr sehr gerne. Der Inhalt macht das Ganze für mich allerdings unerträglich und so fällt mir das Lernen ziemlich schwer.

Jedes Mal, wenn diese Phasen kamen, habe ich den Gedanken verdrängt und mich sozusagen selbst dazu verpflichtet, wenigstens die drei Jahre zu Ende zu bringen. "Danach könne man ja immer noch sehen, wie das Ganze weitergeht, ob ich nicht was anderes machen möchte". Hatte ich mir jedenfalls gedacht, um die Situation schön zu reden.

Aber zur Zeit bin ich mir nicht mehr sicher wie ich das noch schaffen soll. Die ganze Situation zerrt an meinen Kräften, ich fühle mich aufgebraucht und das merke ich in letzter Zeit immer wieder auch körperlich. Ich habe seit Monaten unruhige Beine, Muskelzuckungen und Magenprobleme. Ständig überwältigen mich Heulkrämpfe, weil ich einfach nicht weiter weiß, weil ich das Gefühl habe, schon so früh eine völlig falsche Entscheidung für mein Leben getroffen zu haben.

Dazu kommt, dass ich bis jetzt mit niemandem darüber gesprochen habe. Das ganze hinzuschmeißen und einen ganz anderen Weg einzuschlagen, fühlt sich für mich an, als hätte ich versagt (dass das vollkommen überzogen ist, weiß ich selbst) und diese Niederlage traue ich mich nicht, anderen gegenüber zuzugeben. Schon alleine deswegen, weil ich mich mit diesem Eingeständnis selber unheimlich enttäusche (und ich weiß nicht, wieso).

Die Situation wird wohl auch nicht besser dadurch, dass ich nicht mal eine Alternative weiß. Ich kenne zwar meine Interessen, aber das wars auch schon. Ich bin mir nicht über die Möglichkeiten im Klaren, die mir in diesen Bereichen offen stehen.

Eines weiß ich wohl: Ich tue mir selber keinen Gefallen damit. Ich mache mich psychisch und langsam auch körperlich kaputt.

Gibt es hier vielleicht jemanden, der Rat weiß? Oder vielleicht einen Leidensgenossen?

Ich danke euch im Voraus!

Viele Grüße :-(

Antworten
N1iob&e30


Ich habe kein Interesse an dem, was ich tue, nicht im Geringsten. Für mich ist das eine einzige Pflicht und Qual dazu, gerade in der Phase, in der ich im Studium bin.

Das erinnert mich an mein Studium. :-p Ich habe es gehasst. Dieses Studium war die Voraussetzung für meinen jetzigen Beruf und mit diesem Beruf bin ich nun sehr zufrieden. Ich kenne übrigens niemanden, der während des Studiums nicht mal zeitweise sehr gelitten hat.

Denkst du, dass dir die Arbeit nach dem Studium gefallen wird? Darauf kommt es an. Das Studium ist in ein paar Jahren vorbei. Den Job hast du länger.

M@ara3x33


Ich kenne übrigens niemanden, der während des Studiums nicht mal zeitweise sehr gelitten hat.

;-D ;-D zeitweise? Die ganze Zeit :-)

f0ettnaepBfcdhenhu*epfBer


Ich lerne auch im öffentlichen Dienst, im Prinzip auch duales Studium, nur an keiner FH.

Darf ich dich fragen, was genau du studierst?

s5erenGdipixty84


hallo vickilotta,

ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich in dieser Situation fühlst. Meine Erfahrungen die Berufswahl betreffend waren sehr ähnlich. Ich habe eine Ausbildung beendet, bei der ich mich währenddessen immer gefragt habe ob es eigentlich das ist, was ich will. Später in meinem Studium war es genauso. Auch ich habe mich unbewusst von meinem Eltern und Freunden bei der Entscheidung beinflussen lassen.

Ich denke, dass es erstmal ganz wichtig ist, dass du mit jemandem über deine Zweifel sprichst. Vielleicht sprichst du erstmal mit einer Freundin oder verschiedenen Freunden drüber.Mit deinen Eltern kannst du immer noch reden, deswegen mach dir keinen Stress. Du merkst ja jetzt schon, wie dich das Ganze belastet und so kann das ja nicht weitergehen. Wenn du erst mal deine Zweifel und Gedanken ausgesprochen hast, ist das ein erster Schritt um etwas zu ändern. Und ganz wichtig: Du musst und sollst keine Eintscheidung übers Knie brechen! Vielleicht machst du dein Studium parallel weiter oder du nimmst dir erst mal eine Auszeit, um dir in Ruhe darüber klar zu werden, was du willst. Du musst neue Perspektiven entwickeln und das braucht Zeit, das geht nicht von heute auf morgen. Aber früher oder später wirst du Alternativen finden, die dich glücklicher machen werden!

Ich habe die letzten 2,3 jahre sehr mit meinem Studium gehadert, da ich nicht wusste ob das, worauf der Abschluss hinausläuft, wirklich das ist was ich will. Und ich kenne sehr gut das von dir beschriebene gefühl, dass man diese Zweifel und ein evt. schmeißen des Studiums als Niederlage empfindet. Aber dem ist nicht so!!! Das Leben läuft nun mal nicht immer geradeaus und manchmal macht man Umwege. Aber man kann auf diesen Umwegen eine Menge schöne Dinge erleben und neue Dinge über sich lernen, die dich weiter bringen, als wenn du immer nur den geraden Weg gegangen wärst. Ich habe lange, lange für diese einstellung arbeiten müssen. Und das wird dir auch gelingen.

Aber wenn du weißt, dass das Studium überhaupt nichts für dich ist, dann schmeiß es hin. Quäl dich nicht weiter und verschwende deine kostbare Zeit nicht an etwas, was dir nicht gefällt sondern dich ganz im gegenteil nur belastet. Und das nur aus Pflichtgefühl oder um nicht als Looser dazustehen? Das ist es doch nicht wert! DU musst doch glücklich werden in deinem Leben. Also scheiß auf das, was andere vielleicht darüber denken oder sagen werden. Das ist sicher nicht immer leicht, aber leichter als etwas zu machen, was man gar nicht will!

Geh deinen eigenen Weg, dann verläufst du dich nicht!

lg, Serendipity

NEioMbe30


;-D ;-D zeitweise? Die ganze Zeit :-)

In den monatelangen Semesterferien habe ich nicht gelitten. :=o

SWi6neaEd


Das kenn ich, ich studiere ebenfalls das Falsche ":/ Ich studiere Architektur und würde viel lieber Lehrerin sein, am liebsten für Kunst oder Geschicht oder auch Englisch x:) Aber naja muss das Beste draus machen :=o

Und nein, ich kann den Studiengang nicht wechseln, da ich mich mit 12 entschieden habe auf ein technisches Gymnasium zu gehen und dort kann man nur Abschlüsse machen die zu technischen Berufen oder eben einem Fh-Studiengang (Informatik, Architektur,usw.) führen. %-|

SHineQad


Deswegen würde ich unbedingt sagen, schmeiss es hin und mach etwas was du wirklich willst :)z Ich würde es sofort tun wenn ich könnte!

Sjlar|ti


Natürlich ist es schwer sich einzugestehen das man einen Fehler gemacht hat, vor allem in einer so wichtigen Sache. Ich kann dir aber versprechen das das Ganze um so schlimmer wird, je länger man sich vor diesem Eingeständnis drückt. Wenn du dir ganz sicher bist das du die Ausbildung nicht zu Ende machen willst dann vergeudest du im Augenblick nur Zeit. Du musst deshalb schnell entscheiden ob du die Ausbildung vernünftig zu Ende bringen kannst, (das heisst noch lange nicht das du in dem Beruf auch arbeiten musst), denn da du ja schon zwei Jahre drangehängt hast muss man das echt überlegen. Und wenn du aktuell sowieso nicht weisst was du sonst machen sollst wäre das vielleicht die bessere Lösung. Aber wenn du absolut keinen Sinn drin siehst dann geh zur Berfusberatung, schildere denen den Fall und versuche was für dich interesssantes zu finden wo du das bisher gelernte wenigstens teilweise gebrauchen kannst.

Und mal unter uns, der Mensch macht Fehler solange er lebt ;-)

n7aja:naxgut


Dass einen das Studium mal langweilt, ist völlig normal, das sehe ich genauso wie du vickilotta. Aber eine jahrelange Quälerei, die dir an die Substanz geht, ist keine Ausbildung der Welt wert.

Such dir doch jemanden, mit dem du mal über deine Zweifel reden kannst. Gibts einen Vertrauenslehrer, einen Betreuer oder einen Mentor? Halt jemanden, der dich von deiner beruflichen Seite her kennt und sich mal ne Stunde Zeit nimmt für ein Gespräch. Dort könntest du dir ein Feedback abholen, wie du nach außen wirkst. Das löst den Konflikt zwar nicht, aber du hättest mal eine Rückmeldung von außen.

Hast du denn schon eine Vorstellung, was du stattdessen machen willst? Bevor du konkrete Pläne hast, würde ich auf keinen Fall abbrechen... ist ein Zwiespalt.

vaickiUlot\txa


Vielen vielen Dank für die schnellen Antworten!

Niobe30

Denkst du, dass dir die Arbeit nach dem Studium gefallen wird? Darauf kommt es an. Das Studium ist in ein paar Jahren vorbei. Den Job hast du länger.

Dadurch, dass sich für mich Studien- und Praxisabschnitte abwechseln, bekomme ich ja mit wie mein Job später aussehen wird. Das Arbeiten an sich ist immerhin erträglicher als das Studium, aber trotzdem sehe ich da keine Zukunft für mich. Es macht mir keinen Spaß, überhaupt nicht. Dazu muss ich sagen, dass ich mit meinen Bereichen bisher auch echt Pech hatte. Ich bin in die Bereiche gekommen, die mich am wenigsten interessieren. Hinterm Schreibtisch, nur technische Sachen, überhaupt kein Kontakt zum Publikum. Das ist nicht meine Welt.

In den monatelangen Semesterferien habe ich nicht gelitten. :=o

Wenn ich die wenigstens hätte... :-D

fettnaepfchenhuepfer

Darf ich dich fragen, was genau du studierst?

Ich studiere Jura und BWL (natürlich jeweils kein Vollstudium) an einer FH.

serendipity84

Und ganz wichtig: Du musst und sollst keine Eintscheidung übers Knie brechen! Vielleicht machst du dein Studium parallel weiter oder du nimmst dir erst mal eine Auszeit, um dir in Ruhe darüber klar zu werden, was du willst. Du musst neue Perspektiven entwickeln und das braucht Zeit, das geht nicht von heute auf morgen.

Damit hast du sicher Recht! Auszeit gibt’s leider für mich nicht. Ausbildung und Studium gehören leider zusammen, wenn ich jetzt rausgehe, muss ich das komplett machen. Und raus aus dem öffentlichen Dienst, das sollte ich mir gut überlegen. Das Problem ist, dass ich nicht weiß, wie ich mir darüber klar werden soll, was ich möchte. Ich habe Angst, nochmal die falsche Entscheidung zu treffen.

Und deswegen ist für mich im Moment das hier

Aber wenn du weißt, dass das Studium überhaupt nichts für dich ist, dann schmeiß es hin.

so schwierig. Ich weiß sicher, dass es nichts für mich ist, aber im Gegenzug wüsste ich im Moment genauso wenig, was ich machen sollte, wenn ich das jetzt beende.

Sinead

Oh nein, dann hat es dich ja noch schlimmer getroffen, das tut mir Leid!

Und du kannst deine Allgemeine Hochschulreife nicht irgendwie nachholen?

Wie kann man ein 12-jähriges Kind eine Entscheidung treffen lassen, die ihm sein ganzes Leben vorgibt?!

vWiTckiloxtta


Slarti

Und wenn du aktuell sowieso nicht weisst was du sonst machen sollst wäre das vielleicht die bessere Lösung.

Das denke ich mir auch jedesmal, aber ich habe Angst, dass mir die Zeit davon läuft.

Zum anderen möchte ich mir im Moment nicht erahnen, wie ich in anderthalb Jahren aussehe, wenn ich nicht langsam den Hebel finde und es schaffe, mir weniger Druck zu machen. Irgendwo hat jede Belastung wohl ihre Grenze.

najanagut

Such dir doch jemanden, mit dem du mal über deine Zweifel reden kannst. Gibts einen Vertrauenslehrer, einen Betreuer oder einen Mentor? Halt jemanden, der dich von deiner beruflichen Seite her kennt und sich mal ne Stunde Zeit nimmt für ein Gespräch.

Da fiele mir leider niemand ein.

Hast du denn schon eine Vorstellung, was du stattdessen machen willst? Bevor du konkrete Pläne hast, würde ich auf keinen Fall abbrechen... ist ein Zwiespalt.

Keine konkrete, nein. Das ist ja das Problem :-(

sKer*endipixty84


ich kann verstehen, dass es schwierig ist, sich mit der Idee des Abbruchs anzufreuden, gerade wenn man so gar keine perspektiven und Ideen hat.

Aber was ist denn deine Alternative dazu? Das Studium/die Ausbildung irgendwie mit Ach und krach durchziehen und dich dabei körperlich und psychisch kaputt machen? Ist es dir das wert? Nur um dann nach dem Studium erneut vor einem Problem zu stehen, nämlich dass du jetzt in einem Job arbeiten sollst, der dir nicht gefällt.

Du hast keine Semesterferien, da ist es natürlich schwierig, sich mal ne Auszeit zu nehmen und abzuschalten. Du kriegst den Kopf ja nie richtig frei. Mal angenommen, du ziehst das mit dem Studium jetzt durch, schaffst du es denn dann nebenher Perspektiven zu entwickeln? Wohl eher nicht. Ich will dich ja gar nicht überreden, dass Studium zu schmeißen. Ich will dir nur klar machen, dass es aber auch kein Weltuntergang wäre, sondern vielleicht eine gute Möglichkeit.

Hast du vielleicht ein bischen was angespart? So viele Leute gehen doch heute nach dem Abi erst mal für nen Jahr ins Ausland, nehmen sich Zeit um ihre Zukunftsideen auszutüfteln. Oder such dir nen Nebenjob und konzentrier dich einfach mal ein halbes Jahr darauf herauszufinden was dir eigentlich liegt, vielleicht machst du mal ein paar Praktika oder ein soziales Jahr?? Je mehr Druck du dir machst, desto eher wirst du eine Entscheidung fällen, die du später bereust.

Du sagst, du hast Angst, wieder eine falsche Entscheidung zu treffen. Aber dich nun in deine falsche Entscheidung einfach einzufügen und mit ihr zu leben, anstatt versuchen, etwas zu ändern, machts dir doch nicht leichter. Entweder lebst du jetzt für den Rest deines Lebens damit oder du änderst etwas. Ob jetzt (Abbrechen und neuorientierung) oder später (zuende bringen und dann vor der Entscheidung stehen). Wozu unnötig deine Zeit vertun?

Und Menschen machen nun mal Fehler. Und das nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder. Das gehört zum leben dabzu. Aber es ist an dir, mit ihnen vernünftig umzugehen.

ICh bin mir ganz sicher, dass du früher oder später herausfinden wirst, was dir Spaß machen könnte.

s9erendBipiJty84


Aber du musst das Problem angehen. je länger du es aufschiebst, desto schwieriger wird es! :)z

Du schaffst das, wenn du nur willst :-)

GRriecDhe00?2


Das ist natürlich nicht schön zu hören!

Aber ich würde folgendes machen: auf alle fälle das studium zu ende. ist doch sowieso nur noch ein jahr oder?

Dann manl generell abschalten!!!!! arbeit und studium ist nicht alles!!! und versagensängste scheinst du ja nicht zu haben – von daher kannst du erst einmal gelassener sein!

Jura und BWL...das ist doch ne schöne mischung, die vielseitig einsetzbar ist. erwäge mal einen wechsel deines bundeslandes oder behörde. da gibt es doch unendliche möglichkeiten!!!

wenn das alles nix wird. nach deinem studium entweder einen anderen BA oder einen master in irgendwas machen!!! *:) *:)

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