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Neuer Job Riesenfehler, ich will weg

LOandxo1 hat die Diskussion gestartet


Hallo miteinander,

ich habe seit 01.12.10 einen neuen Job angenommen, vorher war ich über 3 Jahre in einer Controllingtätigkeit, die eher die breite abdeckt, also die komplette kaufmännische Bandbreite.

Nun hatte ich mich entschlossen, auch aufgrund fehlender Aufstiegschancen im alten Job, eine neue Herausforderung anzunehmen. Und zwar im typischen Controlling, um auch mein Controllingwissen zu erweitern.

Dass es auch deutlich mehr Gehalt gibt ist ein weiterer positiver Nebeneffekt, denn in meiner alten Firma wurde der Lohn für die Tätigkeiten, Verantwortung und Führungsposition doch recht niedrig gehalten, fast schon "sklavisch".

Ich bin also mit einem weinenden und einem lachenden Auge in die neue Aufgabe.

Mittlerweile weine ich irgendwie nur noch. Die Arbeit ist einfach nur fürchterlich. Mein Tätigkeitbereich beschränkt sich von 8 Arbeitsstunden ca. 7:45 Std auf Tabellenkalkulationen und stures analysieren und Daten sammeln und aufbereiten. Einfach nur scheisse langweilig.

Wenn ich an meinen alten Job denke, dann wird mir ganz anders. Da hatte ich Abwechslung durch Verhandlungen, Analysen, Präsentationen vorbereiten, auch Controlling (aber lebhafter), Einkauf, Kundenkontakt und und und.

Ich fühle mich wie in einem "goldenen Käfig". Ich arbeite im Großraumbüro, Privatsphäre gibt es hier nicht, alle Duzen sich (ist in diesen neumodischen Unternehmen wohl üblich. ich finde aber hierarchisch ist das nicht unebdingt so gut). Irgendwie habe ich bereits nach 3 Tagen gemerkt, dass ich hier eher ein Fremdkörper bin und hier nicht hingehöre.

Das Schlimme ist, in den Vorstellungsgesprächen war davon und so wie es ist nie die Rede. Aber nun ist es zu spät.

Ich bin mittlerweile schon nach neuen Jobs am suchen, aber so schnell und einfach ist das nicht.

Auf der anderen Seite habe ich natürlich Schiss, dass die selbst auf "die Idee" kommen könnten, dass ich nicht ins Unternehmen passe und mich während der Probezeit kündigen. Das wäre der Supergau, ich bin verheiratet und habe 2 Kinder und bin z. Zt. Alleinernährer, da ich recht gut verdiene.

Ich bin "erst" 35 Jahre alt, aber in der ersten richtigen Berufskrise meines Lebens. Ich weiß nicht ob mich jemand versteht, aber ich bin ratlos und deprimiert.

Antworten
Tiante QTruSde


Vom Regen (fast schon "sklavisch".) in die Traufe (Einfach nur scheisse langweilig.).

Dumm gelaufen.

Vielleicht kannst du dich mit dieser alten Weisheit trösten:

Ich arbeite, um zu leben...ich lebe nicht, um zu arbeiten.

Deine Angst wegen der Probezeit ist nicht unbegründet, denn gerade bei Neuen wird natürlich ein besonders Auge auf die Arbeit geworfen und da merkt man schnell, wie lustlos die Arbeit gemacht wird.

Ansonsten bleibt dir bei fortbestehender Unzufriedenheit nichts anderes übrig , als dich weiter zu bewerben....in der Hoffnung, irgendwann beim "TraumJjob " zu landen.

Die Wirtschafft boomt, da gibt es doch Jobs ohne Ende ;-D ;-D

LIancdo1


Danke für die Antwort Tante Trude,

in der Tat, vom Regen in die Traufe, Pest oder Cholera, usw.

Ich gebe Dir Recht, ich arbeite um zu leben. Das will ich auch gar nicht anders handhaben. Dafür bin ich zu sehr Familienmensch.

Also "lustlos" mache ichdie Arbeit eher nicht, hier hat jeder seinen "eigenen" Bereich. Keiner arbeitet irgendwie täglich direkt mit anderen zusammen. Ich soll im Moment nur zuhören und bei jedem mal reinschauen, was der so macht.Auch wenn das mit meiner zukünftigen Arbeit dann nicht viel gemeinsam hat. Aha, also Zeit totschlagen.

Die Unzufriedenheit wird fortbestehen und ich schaue ja schon intensiv nach Neuem.

Ich frage mich manchmal nur, ob ich irgendwie einen Schatten habe, weil ich mit 35 Jahren so einen "Anfängerfehler" mache und den völlig falschen Job wähle. Ich habe im Moment das Gefühl ich weiß noch gar nicht "WER" ich bin bzw. wo mein Berufsweg hingeht. Ist das noch normal ??? ?

TUante1 Trcuxde


Wäre es möglich, daß dein Problem unter "Anfangsschwierigkeiten" zu verbuchen ist.

Eine Bekannte hatte auch Anfangs-Probleme und wollte alles schon hinwerfen->kündigen.

Als sie sich dann richtig eingearbeitet hatte und den Durch-/Überblick bekam, hat sie alles mit anderen Augen gesehen und inzwischen mag sie ihren Job richtig.

nnyrxa


Gib dir mehr Zeit ... meiner Erfahrung nach dauert es locker 4 Monate bis man einen neuen Job/Umfeld wirklich bewerten kann. Nach langer Zeit in einem gewohntem Umfeld ist fast jeder Wechsel ein negativ Erlebnis zu beginn. Wichtig is nichts zu bereuen und dein bestes zu geben und dich selbst zu motivieren gute Arbeit zu leisten ! Mit guter Arbeit ist Anerkennung wahrscheinlich und mit Anerkennung wird dir auch die Arbeit mehr Freude machen und dein Taetigkeitsbereich sich automatisch erweitern und vielfaeltiger werden. Ah und ein "du" Arbeitsumfeld ist etwas sehr angenehmes wenn man sich einmal daran gewoehnt hat... danach wird das aufgesetzte "Sie" laecherlich und laestig irgendwie ... zumindest ging es mir so nachdem ich das einmal erfahren hatte. Hierarchie und Respekt macht man nicht an der Anrede fest sondern an Verhalten und Leistung ...

L}andGo1


Also komischerweise hat mich mein Bauchgefühl noch nie getäuscht, und leider sagt mir mein Bauch, dass DAS hier eben NICHT das richtige ist. Im Nachhinein betrachtet hatte ich dieses Gefühl auch beim Vorstellungsgespräch, aber da hat mich die Vorstellung nach mehr Gehalt und einem Wechsel wohl irre geführt und mein Bauchgefühl ausgetrickst.

Also ich muss mich schon seeeeehr täuschen, wenn ich diesen Job noch lieben sollte.

Ich bin ein kommunikativer, offener und extrovertierter Mensch, der auch die Abwechslung im Job mag, das Unvorhergesehene lösen zu müssen. Und dann soll der richtige Job für mich 8 Std. hinter meinen zahlen am PC sein, ganz für mich ?! Immer im gleichen Bereich und mit der gleichen Arbeit ?

Jaaa, ich weiß, so was SOLLTE man vorher wissen, VORHER klang das aber anders und nun ist es auch müßig darüber zu diskutieren. Ich habe JETZT das Problem, das ich mir teilweise selbst vorwerfen muss.

Das mit dem "Duzen" ist da irgendwie nur der Tropfen, der alles nicht passen lässt. Ich gehe morgens mit Beklemmungen und traurig zur Arbeit. Da KANN doch was nicht stimmen.

sychnMieki


ist es denn sicher, dass du diese arbeit am pc später dann auch so exzessiv machen musst, oder ist das jetzt einfach nur zur einarbeitung/probezeit so viel?

was hat man dir denn im vorstellungsgespräch dazu gesagt? wird der job noch abwechslungsreicher?

wenn es dir wirklich nicht gefällt, musst du dich halt auch woanders bewerben und hoffen, was besseres zu finden.

nzyra


Ich habe exact die gleiche Erfahrung im Mai diesen Jahres gehabt ... gewechselt fuer ein hoeheres Gehalt und am zweiten Tag haben sich mir bereits die Haare gestellt dass ich DA nicht hin will und wie ich SO bloed sein konnte das anzunehmen ...

die ersten drei Monate waren schlicht Schei... aber dann fuegte sich alles irgendwie sehr seltsam und ich wurde sehr spontan zweimal in bessere Positionen befoerdert und habe nund die hoechste Stelle die ich persoenlich in einem Unternehmen erreichen kann und meine Taetigkeit sowie direktes Umfeld hat sich extremst gewandelt von Grossraumbuero hin zu eigenem Buero etc ... absehbar war es nicht. Erstaunlich war es definitiv in der kurzen Zeitspanne zweifache Veraenderung innerhalb eines Unternehmens zu erfahren ... Mittlerweile muss ich sagen gefaellt mir der Job auch wenn die ersten Monate so abartig Uebel waren, dass ich wirklich alles wieder hinschmeissen wollte ...

Im vorherigen Unternehmen ging es mir im uebrigen aehnlich ... nach 5 Jahren aus einer Stellung gewechselt in ein anderes Unternehmen und 4 Monate nur geheult und ploetzlich im fuenften wurde alles ertraeglich und nach 2 Jahren tat es mir richtig leid dort wieder zu gehen ...

Meine Therorie ist daher, dass ich unflexibler auf Aenderungen reagiere als noch mit Mitte 20 (bin nun 36) und dass ich mir fuer Aenderungen faire 4 Monate mindestens geben muss um ein wirkliches urteil bilden zu koennen weil sich Dinge aendern wenn man sich mal eingelebt hat und von anfaenglicher Langeweile, Zeit schinden etc dann ploetzlich gefordert wird und wieder Spass an der Arbeit hat. Mal ehrlich ... man kann einen "neuen" nicht einfach so ins volle Vielseitigkeitsfeld schicken da er weder die Firma, die internen Prozesse, die Unternehmensphylosophie etc kennt ... demnach faengt man eben etwas langsm und gelangweilt an und alles ist sooooooo doof.

LRandxo1


@ nyra:

Das hört sich alles total plausibel an bei dir und es freut mich wahnisnnig, dass du dieses glück hattest.

hier ist es so, dass in den vorstellungsgesprächen erzählt wurde, dass es dann "irgendwann" auch mal zu einkaufsverhandlungen kommen kann. in der tat, aber die führt der einkauf !!! damlas kam das eben nicht so rüber. will heißen: im typsichen controlling bist NUR und AUSSCHLIEßlich mit zahlen und tabellen zugange, nix kundenkontakt, netzwerke brauchst du eigentlich nicht, du kannst auf dem mond arbeiten, solange du deinen SAP-Zugang und deine Programme hast und per mail alles verteilst und bekommst. Deine PERSÖNLICHKEIT ist absolut zweitrangig. daher denke ich auch nicht, dass sich da in 3 monaten irgendwo ein türchen auftut und plötzlich alles klasse ist und ich hier nie mehr weg will. und einzelbüros gibt es in diesem unternehmen einfach NICHT.

ich muss zumindest schauen, dass ich die arbeit so gut erledige, dass mir niemand etwas vorwirft bzw. ich nachher sogar noch während der probezeit rausgeworfen werde. das bin ich meiner kleinen familie schuldig.

aber das ich hier alleine schon von meiner art und persönlichkeit nicht herpasse merke ich sofort, das macht mich stutzig.

ich will hier niemanden denunzieren, aber von 10 leuten in meiner abteilung im großraum haben irgendwie ALLE einen an der murmel. oder vielleicht bin auch auch der einzige, der eine an der murmel hat ? ":/

ich bin ein absoluter Quatschkopp, liebe es Witze zu machen und spontane Problemstellungen zu lösen. Aber irgendwie ist hier jeder anders strukturiert.

Das ist der hammer, dass ich mich soooo vertun konnte !!!! Leute, ich bin echt der letzte Depp der nation !!!! %:| :[]

n!y~ra


Hmmm ... schau es dir an, schaue dich nebenbei weiter um aber bringe einwandfreie Leistung solange du dort bist. Klingt schon so als ob du dich da wirklich gar nicht siehst insofern wird das wohl dein Weg sein.

Aber davon abgesehen, auch in dieser Erfahrung steckt eine Lehre selbst wenn es nur die ist sich zukuenftig besser zu informieren, andere Fragen zu stellen, den Arbeitsplatz mal anschauen etc bevor du dich wieder fuer etwas entscheidest.

Viel Glueck :)*

LEandxo1


Damit hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen.

1. denke ich, dass ich mich hier auf kurz oder lang wirklich einfach nicht sehe. da helfen auch keine durchhalteparolen, wenn der bauch da einfach andere signale sendet. bisher lag ich mit meinem bauchgefühl eigentlich immer ganz gut.

2. ist es glaube ich für niemanden leicht, sich fehler einzugestehen und vor allem, dass ich "falsch abgebogen" bin. verwerflicher fände ich es aber, diesen weg eben weiter und weiter zu gehen, nur um sich nicht einzugestehen, dass man falsch gewählt hat. es wird dann nicht leichter irgendwann "umzudrehen" und lieber ein ende mit schrecken als schrecken ohne ende.

und solange ich es nicht beenden kann aufgrund mangelnder alternativen, so lange muss ich eben eine leistung bringen, die vielleicht nicht "klassenbester" ist, aber auch nicht "scheiss-egal, mir doch wurst" vermittelt. es ist aber schwierig interessiert an etwas zu tun und zu wirken, wenn man es GAR NICHT IST. so eine schauspielerei hält keiner lange durch. umso wichtiger dass ich zügig eine lösung finde.

ach leute, es ist alles mist ! :°(

T0anthe T$ruxde


Wie sieht es mit der Möglichkeit aus, die Flucht nach vorne anzutreten? Versetzung zu einer anderen Tätigkeit, in einen anderen Bereich? Ein offenes Gespräch mit einem Vorgesetzten?Oder würde das für dich das Aus bedeuten?

Ansonsten bleibt dir nur Augen zu und durch, bis der nächste Job auftaucht :-/

T!ante jTruxde


und solange ich es nicht beenden kann aufgrund mangelnder alternativen, so lange muss ich eben eine leistung bringen

So sieht es aus! Und denk dran: Es sind nur 12 Monate bis Hartz IV. Allein das sollte schon genug Ansporn sein.

g=ato


So ganz kann ich deinen Frust nicht wirklich verstehen.

Nun hatte ich mich entschlossen, auch aufgrund fehlender Aufstiegschancen im alten Job, eine neue Herausforderung anzunehmen. Und zwar im typischen Controlling, um auch mein Controllingwissen zu erweitern.

im typsichen controlling bist NUR und AUSSCHLIEßlich mit zahlen und tabellen zugange, nix kundenkontakt, netzwerke brauchst du eigentlich nicht, du kannst auf dem mond arbeiten, solange du deinen SAP-Zugang und deine Programme hast und per mail alles verteilst und bekommst.

Du wolltest typisches Controlling und hast es bekommen. Wenn du aus dem Bereich kommst, hätte dir das vorher klar sein müssen, was typisches Controlling bedeutet und evtl. mit entsprechenden Fragen im VG nachhaken bzw. vorbeugen können. Gut, das Arbeitsklima könnte besser sein, das ist leider immer ein Risiko.

Auch wenn das jetzt etwas hart formuliert ist, sollte dir das bewusst werden. Du wolltest diesen Job, weil du etwas dazu lernen wolltest? Erinnere dich an deine Motivation für den Jobwechsel und inwieweit du diese angeführten Gründe jetzt auch umsetzen kannst (z.B. Wissen erweitern). Dann versuche eine positivere Einstellung zu deinem Job zu gewinnen, such die guten Aspekte und sieh es als (die vorher gewünschte) Herausforderung. Weiterbewerben kannst du dich immer noch, aber dir sollte klar werden, warum du den Job wolltest und versuchen, das zu erreichen. Oder hast du etwa im VG nur das gehört, was du hören wolltest? Sei ehrlich. ;-)

Lgandxo1


Also,

meine vorherige Stellung hieß ebenfalls controller, aber wie so oft definiert jedes unternehmen offenbar controlling anders.

ich war im alten job - sagen wir mal- ein generalist, ein allgemeiner controller, der typische allround-kaufmann.

ich dachte, dass es so - zumindest in ansätzen - auch im neuen job sein wird, wenn auch mit ein paar neuerungen, die mich eben fortbilden und meinen horizont erweitern.

JETZT ist es aber so, dass ich - wenn ich diese aufgaben weitermache - irgendwann zum excel-Fachdeppen werde. gut, excel beherrsche ich schon, ich würde mich da durchaus als firm bezeichnen und ich habe eigentlich keine absicht, der michael-schumacher (oder vettel) im excel zu werden, dafür liebe ich das breite aufgabengebiet zu sehr.

im VG wurde die Excellastigkeit eben bei weitem nicht deutlich, insofern nehme ich das mit was nyra schon sagte: beim nächsten job lasse ich mir den arbeitsplatz und die täglichen aufgaben zeigen.

dazulernen will ich JEDEN tag, aber nicht zu lasten meiner guten eigenschaften und um ein fachdepp zu werden.

arbeitslosigkeit ist für mich absolut keine alternative, vorher quäle ich mich so lange es sein muss.

wenn ich die flucht nach vorne antrete, dann denke ich dass das direkt das AUS bedeutet. denn mein chef sagte beim VG, dass er keinen sucht, der dann unternehmensintern wechselt, weil er sich in einer anderen rolle lieber sieht (und genau dieser satz hätte alarm bedeuten müssen--> das scheint ihm also nicht neu, verdammt, ich bin ein Idiot !!)

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