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Todesfall bei Kollegen, was machen?

Smweet+ Fapnny Aidams hat die Diskussion gestartet


Unserem Abteilungsleiter ist über die Feiertage der Vater verstorben, was ich heute erfahren habe. Wahrscheinlich er hat das erstmal nur mir erzählt, da die anderen Kollegen die er gut kennt gerade nicht greifbar sind. Ihm wäre wohl am liebsten, wenn das Thema damit beendet wäre, da ihm der öffentliche Umgang mit solchen emotionalen Sachen absolut gar nicht liegt.

Aber ich denke, es gehört sich dennoch, eine Karte mit ein paar Worten von den Kollegen für ihn und seine Familie zu überreichen, zumindest von unserer Abteilung, in der vor allem Leute sind, die ihn schon viele Jahre kennen.

Kann ich das einfach im Namen der Kollegen machen, auch wenn die wegen Abwesenheit gerade nicht unterschreiben können ??? Oder wartet man, bis alle wieder da sind? ":/

Antworten
S~teph-&Bo/untxy


Puh...heikles Thema!

Kommt auf so viele Faktoren an: wie viele Mitarbeiter sind denn im Betrieb? Kennen sich alle (sehr) gut? Wie nah seid ihr Euch? Was sieht die Firmenphilosophie in einem solchen Fall vor?

Ich habe z.B. in einem Koreanischen Unternehmen gearbeitet und hier wurde so etwas sehr groß aufgefahren. Als z.B. von der Rezeptionistin der Vater verstarb (er lebte in Polen) wurde im gesamten Unternehmen gesammelt, damit sie hinfliegen konnte. Die Direktoren der Abteilungen gaben jeder min. 100 Euro, wir kleinen Hühnchen zwischen 5 und 10 Euro. Sie bekam einen Kranz von der Firma bezahlt und hatte knapp 1.500 Euro bekommen.

In anderen Betrieben gibt es nichts.

Deshalb... je nachdem, wie nah ihr Euch seid...... ":/

S$weeWt Fabnny EAdam`s


%:|

Was sieht die Firmenphilosophie in einem solchen Fall vor?

sowas haben wir glaub ich nicht ":/

Das Problem ist – er hat mir das vorhin kurz gesagt und ist quasi direkt zu Tagesordnung übergegangen. Ich hab dann kurz drauf nochmal vorsichtig das Thema angestubst aber er kam schon mit der Erläuterung der Umstände nicht weit, da wieder wichtige Anrufe klingelten, die er nur zu gerne annahm. Ich hab keine Ahnung, wem er das überhaupt gesagt hat. Dem Chef wahrscheinlich, da er (vermutlich) dann doch nicht wie geplant zwischen Weihnachten und Silvester gearbeitet hat.

Ich weiß also nicht, wer überhaupt Bescheid weiß, bzw ob er möchte, dass jeder informiert ist. (eher nicht)

Was die andere Niederlassung macht ist mir auch relativ wumpe, aber einige bei uns vor Ort kennen ihn eben schon sehr lange (manche schon 15 Jahre). Man kennt sich auch privat, hilft sich gegenseitig, geht hin und wieder mal einen heben und spricht in gewissem Rahmen auch über private Sachen. Das sind keine engen Freundschaften, aber man kennt und schätzt sich eben.

Und ich weiß, dass er mit solchen Situationen völlig überfordert ist. Zu viel Aufmerksamkeit wäre ihm 100% unangenehm.

Siweet &Fanny$ AdaPmxs


Ich werd morgen auf dem Weg jedenfalls eine Karte besorgen und dann guck ich mal, ob ich irgendwen von den anderen zu fassen kriege und frag was die meinen ":/

SMte/ph-Bo1unty


Hm... also, ich gehe mal von mir aus:

ich persönlich bin seit der Schwangerschaft vor 3 Jahren sehr (!!) nah am Wasser gebaut. Als mein Katerchen damals starb (kein Vergleich, ich weiß), ist für mich eine Welt zusammen gebrochen und ich habe mich durch die Woche geschleppt. Und als mein Chef mich ansprach "Was macht eigentlich ihr Kater?" (er war 4 Wochen lang sehr krank) und ich ihm antworten musste, dass er es nicht geschafft hat, rollten die Tränen nur so aus meinen Augen.

Was ich damit sagen will, ist: vielleicht möchte er nicht darauf angesprochen werden oder in Watte gepackt werden, weil es seine Art ist, mit der Situation umzugehen....

Wir kennen ihn nicht - Du kannst es sicher am besten einschätzen... :°_

Slwe2et 5Fanny ADdaxms


Was ich damit sagen will, ist: vielleicht möchte er nicht darauf angesprochen werden oder in Watte gepackt werden, weil es seine Art ist, mit der Situation umzugehen....

er ist in der Hinsicht etwas ...schräg drauf, wie wir seit einem Trauerfall in der Firma vor einigen Jahren wissen... damals hat er auch gesagt, dass er mit solchen Situationen nicht umgehen kann.

Das sieht dann etwa so aus, dass er scheinbar meint, er wäre nach den paar Tagen jetzt drüber weg und nun ist gut und weiter im Text. Ich bin sicher, er glaubt das auch wirklich selber ;-)

Und der Supergau wäre mit Sicherheit, wenn der Cheffe zB vor versammelter Mannschaft das Beileid der Firma ausspricht... und alle ihn gucken bedauernd an. Das geht gar nicht für ihn.

Vielleicht sollte ich den Chef anrufen.. falls er sowas beim anstehenden Meeting plant %:|

Unpraktischerweise teilen wir uns das Büro :-|

nlanch\exn


Hey,

also ich hatte in meinem alten Betrieb einen Trauerfall. Die Mutter vom Chef ist gestorben. Wir waren ein sehr offenes Team, wir haben uns nicht oft privat getroffen, aber dafür haben wir immer im Betrieb über persönliche Dinge gesprochen. Da ich die einzige Vollzeitkraft war, lag es eben bei mir solche Dinge zu regeln. Wir haben dann kurz im Team gesprochen, was da war, und uns drauf geeinigt, das ich eine Karte besorge. Die haben wir einfach dem Chef auf seinem Schreibtisch gelegt. Mein Chef ist zu mir gekommen und hat mir das gesagt, aber ich habe es weiter gesagt, weil mein Chef hätte es auch weitergegeben.

Ich würde einfach den Kollegen bescheid sagen die da sind und eben in Erfahrung bringen, was sie davon halten eine Karte zu schreiben. Man kann natürlich nicht so lange warten bis alle da sind, aber du solltest schon deine Kollegen fragen, die da sind. Und dem Chef würd ich nichts erzählen, denn er ist Chef, du weißt nicht was er weiß. Du hast dich nicht beim Chef in solchen Sachen einzumischen.

UYrmeZloCn40


In manchen Betrieben differenziert man: Arbeit ist Arbeit-Privat ist Privat.

Ich würde mein Beileid ausdrücken und dann gut ":/

J"oTri


Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Bitte akzeptiert und respektiert wie der Betroffen mit dieser Situation und seiner Trauer umgeht. Wenn er nicht möchte, dass das Thema verbreitet wird und irgendwelche Aktionen gestartet werden, dann muss das respektiert werden. Im Zweifelsfall lieber bei ihm nachfragen, als irgendetwas zu starten, was er nicht möchte. Es geht dabei um ihn und nicht um das, was ihr gern in dieser Situation tun würdet.

Als meine Eltern gestorben sind, habe ich meinen Chef informiert und gleich gesagt, dass er es den engsten Kollegen (sind ein 4er-Team) erzählen kann, dass es aber nicht weitergetragen werden soll und dass ich auf keinen Fall darauf angesprochen werden möchte. Das haben er und die Kollegen auch so gemacht und ich bin sehr dankbar dafür.

Und auch wenn er im Job zur Tagesordnung übergeht und es so aussieht, als wäre eigentlich gar nichts, sagt das gar nichts über seine Trauer aus. Wer es nicht wusste, hat mir kaum etwas angemerkt. Zum einen ist Trauer eine sehr persönliche Sache und zum anderen war ich froh, wenigstens im Job einen normalen Ablauf hatte, da ja in mir und meinem Privatleben der Ausnahmezustand herrschte.

Also am besten sprichst Du das kurz mit ihm ab, z.B. wen Du noch informieren DARFST und dann tu ihm den Gefallen und halte Dich daran.

RRotschGopfx2


Interessant, wie unterschiedlich so etwas gehandhabt wird. In meiner Abteilung habe ich von zwei Trauerfällen mitbekommen. Der eine Kollege hat seinen Vater verloren. Er hat das offen gesagt – also haben wir persönlich kondoliert. Ohne Karte.

Der andere Kollege hat vermutlich seine Mutter vorloren. Er will gar nicht darauf angesprochen werden, und ich merke ihm an, dass er tief in Trauer ist und kurz davor, zu weinen. Er mußte mir nur sagen, dass er einen Todesfall hatte, weil er Sonderurlaub in Anspruch nehmen wollte. Da er nicht sagte, worum es ging, und da wir für Todesfälle 2 verschiedene Sonderfallregelungen haben – je nach Verwandtschaftsgrad – habe ich ihm den Link zu den Zeiterfassungscodes geschickt.

Ich kam mir ein bisschen hilflos vor, denn ich mußte ja fragen.

K~legixo


Jori

:)^

r/ ao l xf


:)- Eine Karte dürfte nie falsch sein.

Ansprechen ist so eine Sache - man ist in einem Ausnnahmezustand.

Als meine Mutter starb hattte ich Phasen da habe ich von jrdem erwartet daß er mich bemitleidet- kurz darauf war es eine Katastrophe wenn mich jemand darauf ansprach.

Es sollte auf jeden Fall vermieden werden dass jeder ihm sein persönliches Beileid ausspricht und ihn daraufhin anspricht.

:)- :)- :)-

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