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Mangelnde Empathie, wenn jemand im Beruf häufiger krank ist

C2u.rran


3 WOCHEN krank sein im Jahr? Wer kann sich das denn bitte erlauben??

Ja, meistens fragt man da beim Chef nach, ob man denn bitte darf.

3 Wochen im Jahr krank sein ist absoluter Luxus und Luxus kriegt man nicht geschenkt.

Ich habe die ca. 4 Wochen Krankheit letztes Jahr auch als puren Luxus erlebt. War echt wie Urlaub.

Das interessiert doch keinen, wie du darüber denkst oder was du fühlst. Du bist als Arbeitnehmer krank und das ist schlecht. Punkt. Und wenn das häufig vorkommt, dann wirst du eben durch jemanden ersetzt, der genauso gut arbeitet wie du, aber eben nur 4 Tage statt 4 Wochen krank ist. Was hat man denn von einem Mitarbeiter, der nicht arbeitet? Nichts. Und wer möchte sowas in seinem Unternehmen? Niemand.

Bei mir gelingt seit 5 Jahren kein Jahr unter 6-7 Wochen Ausfall.

Dann sei froh, dass du nicht im Handel arbeitest, als Verkäufer o.ä. hättest du keinen Job mehr.

gehe am 1. oder 2. Tag der Erkrankunge zum Arzt, statt wiederholte 1-2tägige Ausfälle ohne Krankschreibung zu haben (die ich bspw. auffällig finde).

Das hast du ja auch zu tun, ein Fehlen ohne Krankschreibung kann zur Abmahnung, bzw. zum Jobverlust führen.

aber ein bisschen Menschlichkeit hat noch nie geschadet. Denn das bleibt gerade viel zu sehr auf der Strecke.

Wer kann sich das denn noch leisten? Finanziell gesehen.

Die kontinuierlich steigende Quote an Menschen mit Depression, die einen immer größeren Anteil an den Krankheitstagen ausmachen, kommt nicht von ungefähr!!!

Es ist bloss schade, dass heutzutage jeder zweite meint an Depressionen zu leiden. Da reicht ja schon ein Kummerblick und die Leute diagnostizieren bei sich Depressionen... Das Wort wird meiner Meinung nach häufig ausgenutzt.

Ich bin NICHT pauschal ein schlechterer Mitarbeiter, nur weil ich häufiger krank bin.

Du bist kein schlechter Mitarbeiter, aber du kostest das Unternehmen Geld für das du in dem Fall nicht areitest. Jeder ist ersetzbar.

Versteht mich nicht falsch, unterm Strich wäre es natürlich schön, wenn man 15 Wochen Urlaub im Jahr hätte und 8 Wochen dazu krank machen darf, aber so funktioniert keine soziale Wirtschaft.

Gaian8tAtzlvantxis


Ähm... es gibt schon viele Leute, die Depressionen haben... und zwar nicht nur leichte.

Sunflower wird dazu sicherlich mehr wissen als viele andere hier. >:(

S'unlflow"er_7x3


@ dummschmarrer:

Ich finde es nicht angemessen, eine dauerhafte Einschränkung (Behinderung, geringer IQ) gleichzusetzen mit wechselnden Phasen aus Einschränkung und normalem Leistungsniveau.

Kranke können auch wieder gesund werden!

Ich hatte schon OP's, nach denen ich – hätte ich nicht studiert und vom Bett aus für meinen Prof weiter gearbeitet – 4-6 Monate ausgefallen wäre. Dagegen sind 2 OP's mit 1-2 Wochen Krankschreibung mittlerweile ein Klacks.

@ GiantAtlantis:

Ist halb so wild. Bzw. ich habe mich dran gewöhnt, und viel gelernt: Was echte Freundschaft und Hilfsbereitschaft ist. Auf welche Leute ich gut verzichten kann. Ebenso habe ich gelernt, wie kostbar Gesundheit ist, renne nicht mehr jedem Modetrend hinterher. Lasse mich von Alltäglichkeiten, über die andere jammern, nicht stören. Habe riesigen Respekt für die Leute, die viel schlimmer dran sind. Habe auch Hartz IV-Schikanen überlebt.

In meinem Leben/Job kann ich diese Erfahrungen gut nutzen. Okay, ich hätte gerne drauf verzichtet, aber es ist, wie es ist.

Mich regt halt nur diese Kurzsichtigkeit auf: Mehr als 3 Tage krank = absolute Niete und als Arbeitnehmer untauglich. Es kann JEDEN erwischen – ich war vor einigen Jahren auch noch eine Studentin, der es hpts. um Spaß ging.

G%ian_tAtlaxntis


Mein Vater z.B. ist in seinem Betrieb unkündbar, weil er da Betriebsrat ist. Der fehlt durchaus mal 3-4 Wochen. (der hat aber auch wirklich Probleme, mit denen er ne immer arbeiten kann – da muss mal die Bohnermaschine bewegt werden (er ist kein Putzmann, sondern Objektleiter, aber da die Frauen die Maschine nicht bedienen können richtig, muss er dann ran)... Wenn er seine Rückenblockade hat, kommt er ja kaum richtig vorwärts etc.

Aber er geht überwiegend sonst auch mit gesundheitlichen Problemen los. Der hat Dauerprobleme im Grunde; aber manchmal werden diese Probleme so schlimm, dass er sich dann krankschreiben lässt.

Ich denke mal, durch diesen Mist mit der Bohnermaschine, dass es davon auch noch schlimmer wird. Gehe davon aus, dass er in drei Jahren, wenn er in Rente ist, einige Probleme ne mehr so haben wird.

S unfSlowe6r_p73


@ Curran:

Tja, ich bin Psychologin und nach mehreren Jahren Tätigkeit in Forschung & Lehre nun in einer Klinik tätig. Wenn widerspenstige Krankenkassen Klinikaufenthalte finanzieren, ist an der Diagnose Depression bestimmt was dran. Und wenn Statistiken veröffentlich werden, die aufgr. der Kostenentwicklung im Gesundheitssystem zeigen, dass psychische Erkrankungen (v.a. Depressionen) zunehmen, kommt es von den Leuten, die gerne die Kosten drücken wollen und gerne Diagnosen NICHT anerkennen.

Und wenn man dann aktuelle Studien liest, nach denen in wenigen Jahren Depression Volkskrankheit Nr. 1 sein wird und in best. Bevölkerungsgruppen jetzt schon direkt hinter Herzinfarkten als Todesursache rangiert...

Im Übrigen muss ich lt. Arbeitsvertrag ab dem 3. Tag der Arbeitsunfähigkeit eine Bescheinigung vorlegen. Nicht am 1. oder 2. Tag.

Meine Mutter ist übrigens Verkäuferin. Sie wurde behalten bei Fußbruch, 2 Bandscheibenvorfällen – und Krebs. Zwei weitere Kolleginnen (von einer 50%-Kraft und 5 400€-Kräften) haben ebenfalls Krebs (gehabt), zwei andere andere relevante Erkrankungen. NIEMAND wurde gefeuert, auch wenn es personalmäßig mal eng wurde. Es war ein Geschäft einer kleinen Kette mit 7 Fillalen. Die seit Jahrzehnten besteht – und wo der Chef froh ist über generell zuverlässige Mitarbeiterinnen, die die Filliale allein schmeißen. Mit Kunden vernünftig umgehen, das Sortiment kennen,... Alle diese Kräfte hätte man problemlos loswerden können.

Irgendwann wird man sich Unmenschlichkeit nicht mehr leisten können.

EBhemailigerm Nutze7r (#32f5731)


Keine Ahnung, ich kenne halt an sich bloß das Studentendasein. Da gibt es zwar auch Anwesenheitspflicht; aber wenn man mal mit Attest fehlt, ist das kein Problem. Und meine Nebenjobs, die habe ich meistens auch nebenher erledigt.

Tja willkommen im Leben würde ich sagen :=o

Gpiant<A'tlyantis


@ Sunflower:

Vor allem bei unserer demographischen Entwicklung. :)^

Manche Leute reden auch nur so lange in dieser Weise, bis sie selbst mal Probleme haben, auf Hilfe angewiesen sind etc. "Hochmut kommt vor dem Fall", sage ich da nur. Bei ner leichten Erkältung hinzugehen, sehe ich auch noch ein; aber Magen und Darm, richtige Grippe, wo man mit 40°c im Bett liegt, irgendwelche Krankheiten, die auch Kh-aufenthalte bedürfen usw... hmmm... das sollte man keinem wünschen, aber vielleicht brauchen es einige Zeitgenossen mal, um aufzuwachen.

Es mag sein, dass es die böse Leistungsgesellschaft gibt; aber das heißt noch lange nicht, dass einem die Unterstützung dafür aus jeder Pore triefen muss.

d>um6mschmar@rer74


Ich finde es nicht angemessen, eine dauerhafte Einschränkung (Behinderung, geringer IQ) gleichzusetzen mit wechselnden Phasen aus Einschränkung und normalem Leistungsniveau.

wo habe ich das? ich habe nur atlantis' hypothetische fragen umformuliert, so dass mmn die analogie zur frage an sie zumindest rudimentär hergestellt ist.

WOater'lxi


Wenn du eh die Krankentage nicht bezahlt kriegst und alles nacharbeiten musst, können dir doch die Sprüche am Allerwertesten vorbeigehen... wer hat denn da noch einen Schaden? Niemand. Außer du selber...

"Missbrauch" ist quasi ausgeschlossen und brauchst du dir dann auch nicht unterstellen lassen. Und wie du das in Zukunft dann machen willst? Da bist du dann wieder in Deutschland und da kriegst du Empathie und darfst auch 1-2x im Jahr krank sein, ohne schief angeguckt zu werden. Ganz einfach. Lass die doch reden...

Ich kenne Leute, die mehrmals im Jahr 4 Wochen am Stück krank sind, über die reg ich mich auch auf. Wenn die "nur" Schnupfen haben... aber für eine Firma, die krank nicht bezahlt oder mich wegen zweimal im Winter krank sein gleich feuert, würde ich in Deutschland auch nicht gerne arbeiten wollen, ich find das ist Ausbeutung...

Ich kenne auch niemanden, der jetzt wegen Krankheit gefeuert wurde. Ne Kollegin von mir hatte mal nen Unfall und konnte lange nicht sitzen, die war echt lange weg aber alle haben sich einfach gefreut, als sie wieder da war. Und ich hatte selber mal direkt nach Feierabend auf Arbeit nen Unfall, da hat mir der Chef sogar das Taxi bezahlt, damit ich noch zum Bereitschaftsarzt kann. Auch meine Mutter war ewig krank und wurde nicht rausgeschmissen, sondern hat jetzt ihren Vertrag ihrer Gesundheit entsprechend geändert bekommen und die suchen für sie eine noch bessere Stelle, sobald im Haus eine frei wird.

Ich denke mal das hängt auch davon ab, wie gut Betriebe laufen... wenn man mit der Buchführung umgehen kann, dann kann man auch Krankheiten einkalkulieren und dann ist das gar kein Problem. Außerdem gibts bei uns noch Gesetze, die sich in den Arbeitsverträgen niederschlagen.

Gai9antAtylan0tixs


@ Waterli:

Wieso, ich kann mich trotzdem über so Sprüche aufregen. :-X

S8unf3loweIr_7x3


@ dummschmarrer:

Oops, da habe ich was nicht so ganz im Zshg. gesehen. Bleibe aber bei meinen Aussagen, auch wenn ich sie jetzt nicht mehr explizit an Dich richte!

@ Waterli:

Weiß nicht, ob Du mich mit dem "Nacharbeiten" meintest. Das sah aber so aus, dass ich regulär erst Lohnfortzahlung und dann Krankengeld bekam, einen Teil der Arbeit von zu Hause trotzdem leisten musste, weil man mich nicht vertreten hat und die Studenten sonst das Seminar nicht hätten absoliveren und keine Prüfungen machen können.

Die "Nacharbeit" bestand dann darin, dass ich – für eine Vertretung in einer anderen Veranstaltung – noch ein halbes Jahr nach Rückkehr in den Job mit der Begründung "Du hast noch was gutzumachen, Du hast noch Deinen Ausfall nachzuarbeiten" JEDEN Scheiß auf's Auge gedrückt bekommen habe: Dopelt so viele Korrekturen wie alle anderen, abgezogene Hilfskräfte,...

Das vor dem Hintergrund, dass ich bei meiner halben Stelle ohnehin mind. 35 Stunden pro Woche gearbeitet habe. Über 3,5 Jahre. Typische Erwartungshaltung an der Hochschule.

SOWAS ist eine Sauerei.

kkamiollcjhe>n


Besonders hier in Frankreich fällt es mir schon auf, dass viele Leute z.B. für gesundheitliche Probleme nicht besonders viel Verständnis haben. Fällt mir hier in Frankreich recht gut auf.

GMiant&Atlanxtis


Ja, ich wollt's n bisschen übertreiben halt. ;-D

NvanuW_8x4


Ich find das mit dem Fehlen jetzt auch nicht so tragisch, denk, du bist halt an komische Leute geraten. Mein Freund kommt sicher auch auf eine Fehlzeit von ungefaehr zwei Wochen im letzten Jahr und im Jahr davor war er auch oft krank, das hatte keine Konsequenzen (hat sogar ne Gehaltserhoehung bekommen ;-D ).

Und was die Lehrer in Frankreich angeht, die duerften teilweise schon eine recht gute Abwesenheitsquote aufgrund von Streiks haben (plus eventuelle Fehltage wegen Krankheit) und die sind alle noch in ihrem Job. Ich glaube also nicht, dass es in Frankreich sooo viel anders ist als in Deutschland.

t3atuxa


Whow, der thread hat sich ja entwickelt... :-o

Den Sozialdarwinisten unter euch möchte ich ans Herz legen, mal darüber nachzudenken, was eurer Ansicht nach mit Menschen geschehen soll, die wirklich krank sind.

Soll man die euthanisieren, weil sie ja ihren Kollegen, ihre Firma und die Gesellschaft allgemein belasten?

/ironie off

Also, welche Lösung würdet ihr vorschlagen?

Ich war vorletztes Jahr sieben Monate am Stück krank... Gleich in die Tonne, entlassen? Weg mit Schaden?

Ich bin froh, dass mein Arbeitgeber, meine Kollegen, meine Vertretung anders dachten und ich danke es ihnen mit Engagement und Einsatz!

Die Haltung hinter einigen Kommentaren hier ist sehr zynisch und menschenverachtend.

So kann eigentlich nur jemand denken und schreiben, der sich für unbesiegbar hält und glaubt, dass Krankheit oder Behinderung "den anderen" passiert. Dieses Blatt kann sich so schnell wenden...

Kleiner Hinweis übrigens: Die Behauptung, dass die Firma bei Langzeitkranken Schaden nimmt, stimmt in dem Ausmaß nicht. Nach 6 Wochen endet die Lohnfortzahlung und der Arbeitgeber kann mit dem freigewordenen Geld eine Vertretung anstellen, damit auch die Kollegen entlastet sind. Da sind die immer wieder mal ein paar Tage-Kranken problematischer.

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