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Komme mit der Belastung bei der Arbeit nicht mehr klar: Ausweg?

sSteaxmy hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Leser,

ich melde mich hier zu Wort, weil ich gerade in einer schwierigen Situation stecke und nicht mehr so recht weiter weiß. Seit ein paar Jahren übe ich eine körperlich sehr belastende Tätigkeit aus und habe seitdem mehr oder weniger durchgehend mit Gelenks- und Rückenbeschwerden zu tun, was sich in den letzten Wochen noch zugespitzt hat. Trotz Schmerzen gehe ich nach Möglichkeit weiter zur Arbeit, bin aber dadurch auch seelisch nicht mehr auf der Höhe. Auf der Arbeit herrscht allgemein ein sehr raues Klima, wer Schwäche zeigt, gerät schnell ins Abseits. Ich bin nun mal eher ein zurückhaltender und sensibler Mensch, was richtig eingesetzt aber auch meine Stärke sein kann. So richtig fit und froh war ich jetzt schon lange nicht mehr. Dass ich trotz Schmerzen meine Arbeit mache, bringt mir leider keine Pluspunkte. Hätte ich ein gebrochenes Bein, dann könnte jeder sehen, was mir fehlt, aber so… Ich spüre, dass ich als arbeitsscheu und als "Drücker" wahrgenommen werde, was mich zusätzlich traurig macht. Mein Selbstvertrauen leidet sehr, was auch privat zum Problem geworden ist.

An meinem vorigen Arbeitsplatz war es nicht so, dort wurde ich oft für meine guten Leistungen und meine Einsatzbereitschaft gelobt, die Kollegen mochten mich gerne und der Chef hat mir Verantwortung übertragen. Ich war mit vollem Herz bei der Arbeit. Das vermisse ich sehr. Leider ging es dem Unternehmen wirtschaftlich nicht gut. Mein Arbeitsplatz wurde eingespart, weil ich die jüngste Mitarbeiterin war. Das Unternehmen wurde verkauft.

Heute habe ich mich wegen stärker werdender Schmerzen nun krankschreiben lassen. Der Hausarzt hat mir Blut abgenommen und den Verdacht auf Borreliose oder Rheuma geäußert. Nächste Woche habe ich noch einen Termin bei meinem Orthopäden. Aber was auch immer nun dabei herauskommt, es muss eine Veränderung her. Ich kann so nicht mehr weitermachen. Diese Arbeit und ich, wir passen auf Dauer nicht zusammen. In diesem Job gibt es für mich keine Entwicklungsmöglichkeiten. Die einzige Aussicht, die ich habe ist, mich kaputtzuarbeiten um dann ersetzt zu werden. Ich bin neunundzwanzig Jahre alt und möchte meine Zeit, Kraft und Gesundheit nicht mehr für diese zermürbenden Situation verschwenden. Ich wünsche mir, beruflich noch einmal einen neuen Anfang wagen zu können.

Mit meinem Vorgesetzten habe ich nun vereinbart, meine Arbeitszeit für einige Monate um fünfzig Prozent herabzusetzen. In erster Linie um mich zu erholen. Ich habe mir aber vorgestellt, die dadurch entstehende Freizeit für Praktika im Hotelbereich oder verwandten Bereichen zu nutzen. Ich möchte gerne wieder um die Belange von Kunden/Gästen kümmern, das liegt mir sehr. Dieses Berufsfeld interessiert mich und ich erhoffe mir, dass es trotz meines "fortgeschrittenen" Alters noch mit einer zweiten Berufsausbildung klappen kann. Oder ist vielleicht irgendwie ein Quereinstieg möglich? Welche Ideen habt ihr dazu, in welche Richtung kann ich weiterdenken und handeln? Gibt es Anlaufstellen, die mir in irgendeiner Weise nützlich sein könnten?

Vielleicht gibt es in diesem Forum ein paar Leute die mir hierbei mit Ratschlägen, Anregungen, persönlichen Erfahrungen und Tipps zur Seite stehen können.

Über eure Hilfe würde ich mich freuen.

Antworten
c.hill&3r


Hey steamy,

aufgrund meines noch jüngeren Alters, kann dir leider nicht mit persönlichen Erfahrungen weiterhelfen.

Damit du aber mal eine Antwort bekommst, hier ein paar Dinge die ich tun würde.

Hast du einen Ausgleich zur Arbeit ? Treibst du Sport ? Triffst du dich regelmäßig mit Freunden, Verwandten, Bekannten um Dinge zu unternehmen?

Diese Sachen würde ich erst einmal für das seelische Wohlbefinden und das Selbstvertrauen in Betracht ziehen.

Wenn du jetzt weißt, dass du auf alle Fälle etwas anderes machen möchtest, dann würde ich (da ich auch keine Ahnung hätte wo ich anfangen soll) mich zum nächsten Berufsberater schwingen und dort mal anklopfen wie meine Chancen aussehen.

Wenn du jetzt schon Praktikas oder generell Kontakte zu deiner nächst gewollten Arbeitsstelle hast, dann frag doch einfach mal dort nach, ob und welche Leute vielleicht noch gesucht werden.

Problematisch ist meistens auch immer die "Finanzierung". Kannst du dir eine neue Ausbildung leisten?

Interessant wären vielleicht auch diverse Jobportale. Hier kannst du ganz konkret einen Arbeitgeber anschreiben und ihm deine "Geschichte" erzählen und hättest sofort eine Antwort aus 1. Hand.

Und ich denke nicht, dass du schon zu "alt" für eine weitere Ausbildung bist. Du musst nur bedenken, dass in einer Ausbildung mit Schulbank drücken, die meisten wohl jünger sein werden :)z

Aber das kann ja auch Vorteile haben ;-)

sNtDeamxy


Hallo chill3r,

vielen Dank, für deinen freundlichen Beitrag. Es tut gut zu lesen, dass du mich noch nicht für zu alt hältst ;-)

Hast du einen Ausgleich zur Arbeit ? Treibst du Sport ? Triffst du dich regelmäßig mit Freunden, Verwandten, Bekannten um Dinge zu unternehmen?

Da muss ich sagen: nein. Aber du hast recht. Ich bin in den letzten Wochen daran, privat mehr Ausgleich zu schaffen. Ich merke selbst, dass es an dieser Ecke dringend Verbesserungsbedarf gibt. Der Orthopäde hat mir heute außerdem Reha-Sport für das nächste halbe Jahr verschrieben. Der soll dann zwei mal die Woche stattfinden.

mich zum nächsten Berufsberater schwingen und dort mal anklopfen wie meine Chancen aussehen.

So etwas ähnliches wie einen Berufsberater habe ich auch schon herangezogen. Er motiviert mich, in diese Richtung weiterzugehen. Trotzdem bin ich froh über jeden weiteren Mit-Denker, der Ideen besteuert, so wie du.

Hier kannst du ganz konkret einen Arbeitgeber anschreiben und ihm deine "Geschichte" erzählen und hättest sofort eine Antwort aus 1. Hand.

Das klingt nach einer interessanten Idee, an die ich so noch gar nicht gedacht habe. Wie würdest du dir das konkret vorstellen, wie könnte so ein Anschreiben aussehen? Fallen dir da noch andere gute Jobportale als die Jobbörse vom AA ein?

Problematisch ist meistens auch immer die "Finanzierung". Kannst du dir eine neue Ausbildung leisten?

Eine gute Basis habe ich mir in den letzten Jahren angespart. Zur Not hab ich da noch jemanden in der Familie, den ich um Unterstützung bitten kann.

Aber das kann ja auch Vorteile haben

Das denke ich auch. :-)

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