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Kann man so wirklich an der FH studieren?

GSaroxu78 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

ich stecke aktuell beruflich gesehen ziemlich in der Sackgasse. Aus diesem Grund war ich gestern beim Arbeitsamt. Dort wurde mir geraten, ob ich nicht vielleicht noch studieren wollte? Eigentlich dachte ich immer, dass dies bei mir nicht gehen würde. Aber laut Aussage der Beraters soll es in NIEDERSACHSEN seit Ende letzten Jahres ein paar neue Reglungen geben. Und zwar kann man wie folgt grds. an einer FH studieren. Voraussetzung sei allerdings, dass die entsprechende FH in diesem Fall explizit zustimmen muss. Also die Voraussetzungen sollen sein:

1. Erweiterter Sek. 1

2. Abgeschlossene Ausbildung

3. 3-5 Jahre Berufserfahrung

4. Zustimmung der FH zur Immatrikulation

Ich suche schon den ganzen Tag wie verrückt danach, dies im Internet irgendwo zu finden. Hat einer von Euch schon einmal etwas davon gehört? Oder kann mir einer weiterhelfen und mitteilen, wo ich nähere Einzelheiten dazu bekomme. Ich habe nämlich Mitte letzten Jahres vom Kultusministerium schon einmal so etwas gehört, nur damals hiess es noch, dass so eine Regelung erst noch verabschiedet werden soll.

Ich hoffe Ihr könnt mir helfen.

Liebe Grüße

Garou78

Antworten
S<etzeGnx6


Ich kann dir das so richtig speziell nicht beantworten. Ich weiß nur, dass es an einigen FH´s tatsächlich möglich ist zu studieren, wenn man genügend Berufserfahrung hat. Eine Freundin von mir ist Ergotherapeutin, hat "nur" einen Realschulabschluss und hätte prinzipiell letztes Jahr beginnen können Psychologie zu studieren (und das sogar an einer "echten" Uni). Sie hat dann aber abgelehnt wegen Muffensausen.

Schau mal bei den Unis deiner Wahl, ob sie ein Bewerbungsverfahren anbieten. Da kann man sich dann auch mit "geringerer" Qualifikation aber dafür praktischer Erfahrung (die sowieso wichtiger ist!) bewerben.

Viel Erfolg!

jRuvnipexr


Ein FH-Studium ist auch ohne Abitur moglich, dann aber mit abgeschlossener Ausbilddung, Berufserfahrung und auch nur in einem weiterführenden Studienzweig.

Also ich würde sagen ja, mit den von dir genannten Vorraussetzungen ist ein FH-Studium möglich.

sTunsuhinxe83


Bei uns an der FH studieren viele mit Realschulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung. Ist aber je nach Hochschule untewrschiedlich. Überleg dir doch an welche Hochschulen du gehen wollen würdest. Dann findest du auf der Homepage auch immer die Zulassungsbestimmungen oder an wen man sich da wenden kann.

GEaro:u78


Hallo Leute,

vielen Dank für Eure vielen Antworten.

In den letzten 5 Jahren habe ich sehr viel in der Beratung von Menschen gearbeitet. Zwischenzeitlich war ich auch 2 Jahre stellvertretener Heimleiter. Interesse habe ich eigentlich nur am Studiengang "Soziale Arbeit bzw. Sozialpädagogik."

Ich habe nächste Woche an der FH in meiner Stadt einen Termin bei der Schwerbehindertenvertretung bzw. - beratung der FH. Ich bin gespannt wie das wird, da es eine echte Alternative für mich wäre.

Vielen Dank an Euch :)

Liebe Grüße

Heiko

b5imboxo


ob reine Berufserfahrung reicht weiss ich nicht. Mein Kenntnisstand ist, dass man z.B. mit Realschulabschluss, Meistertitel und 3 (oder 5?) Jahren Berufserfahrung als Meister eine Zulassung auf der FH bekommt.

Allerdings sollte man sich das auch gut überlegen. Im Studium wird auf Grundlagen aufgebaut, die in der Schule gelegt werden. z.B. ein KFZ-Meister will Fahrzeugtechnik studieren. In der Fahrzeugtechnik wird auch einiges an Mathematik und Physik abverlangt. Fehlen einem da die Grundlagen vom Gymnasium (da sind schon Unterschied zwischen allgemeinem und fachgebundenen Abi erkennbar), kann man da u.U. ordentlich baden gehen, vorallem wenn man in der Realschule nicht schon besonders gut in Mathe war. Man darf nicht vergessen, solche Themengebiete werden immer auf einer ganz anderen Ebene angegangen, die man so nicht kennt. Das fällt vielen anfangs eh schon schwer, müssen dann noch Grundlagen aufgeholt werden, wirds doppelt schwer.

Ist natürlich ein Beispiel aus dem technischen Bereich. Wie es in deinem Bereich aussieht, weiss ich nicht, wollte das jedoch nur zu bedenken geben.

F]oreBverM.Yo%uxrs


Ist natürlich ein Beispiel aus dem technischen Bereich. Wie es in deinem Bereich aussieht, weiss ich nicht, wollte das jedoch nur zu bedenken geben

Darüber würde ich mir bei sozialer Arbeit nun wirklich keine Sorgen machen. Es war schon an der Fos so, dass die Anforderungen sich bestenfalls auf Realschulniveau bewegt haben. Im Studium ist es nicht viel anders. Wenn ich in der Mensa höre was da erwartet wird, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Letztens hat eine erzählt wie viel sie für ein Referat über Schwangerschaftsverhütung vorbereiten muss...das ist für mich keine Hochschullehre, sondern Schulniveau.

Sicherlich wird es auch in den Studiengang schwierigere Sachen geben, aber im Prinzip dreht es sich ums Auswendiglernen und man kommt mit Pauken immer weiter, außer man ist wirklich unterdurchschnittlich intelligent, aber davon gehe ich beim TE nun nicht aus.

Die wichtigere Frage wäre : Wie willst du das Studium finanzieren? Bafög gibt es nur bis zu einem gewissen Alter, das Kindergeld ist wohl sowieso keine Hilfe mehr und Studiengebühren wollen einige Bundesländer auch noch haben. Wenn du überlegst das Studium über Kredit zu finanzieren, würde ich es an deiner Stelle lassen. In dem Berufsfeld lohnt es sich einfach nicht. Mit Studium hast du vielleicht 200 Euro mehr, hast dafür aber 4-5 Jahre lang einen Verdienstausfall. Das holst du nie wieder rein und die Jobchancen sind auch nicht unbedingt besser.

G*a!rou7"8


@ ForeverYours und die Anderen natürlich auch

Vielen Dank!

Das finanzielle ist letztendich nebensächlich bei uns. Meine Frau verdient gut und so würden wir zumindest die Zeit des Studiums gut überstehen. Übrigens ermuntert Sie mich auch dazu.

Beruflich gesehen befinde ich mich in einer totalen Sackgasse, aus der es keinen Ausweg gibt. Ich habe ursprünglich einmal Krankenpfleger werden wollen. Musste aber wegen diverser OP´s am Herzen aufhören. Danach habe ich die Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten gemacht. Leider ist das aber ein Beruf mit mittlerweile sehr schlechten Vermittlungschancen (trotz Abschluss mit 1,4). Direkt arbeiten konnte ich nie in dem Job. Stattdessen habe ich in einer Pflegeeinrichtung für Kinder als stellvertretender Heimleiter gearbeitet. Das war mein Traum, trotz 60-80 Stunden in der Woche. Leider ist die Einrichtung aber geschlossen worden. Danach habe ich länger als Projektmanager für eine größere Klinikgruppe gearbeitet. In dem Zeitraum ist es auch gefallen, dass ich durch einen Arztfehler an mittlerweile 2 Stellen eine inkomplette Querschnittlähmung habe und zusätzlich musste mir auch noch ein Bein im Oberschenkelbereich amputiert werden. Somit ist eine Rückkehr als Heimeiter definitiv ausgeschlossen.

Eine Möglicheit zur Rückkehr zur Krankenkasse ist ebenfalls definitiv ausgeschlossen. Der Akteordner mit Ablehnungen ist der Beweis. Seit 5 Jahren versuche ich es. Auch in Gesprächen mit den Personalchefs wurde es mir mehrfach bestätigt. Meine Qualifizierung ist sehr gut. Allerdings gibt es durch ständige Fusionen der Krankenkassen immer weniger Stellen und die Krankenkassen bilden nur das aus, was sie auch später benötigen. Externe Bewerber haben nur über die Schiene "Außendienst" eine Möglichkeit anzufangen. Das ist aber im Rollstuhl, mit Pflegestufe (habe diverse Erkrankungen) und meinem Schwerbehindertenausweis mit 100%; G, aG, B, RF und H absolut illusorisch.

Ich habe in meiner ganzen beruflichen Tätikeit bisher immer beraten. Ich habe den Leuten geholfen, die bestmögliche Leistung be den Leistungsträgern zu bekommen. Dies hat mir regelmäßig viel Arbeit, aber auch genauso viel Ärger bereitet. Dies würde ich aber auch in Zukunft gerne wieder tun. Allerdings ist die Voraussetzung für eine solche Stelle ein Studium als Sozialpädagoge. Ob ich danach einen Job bekomme, kann mir niemand vorhersagen. Das ist aber immer so m Leben. Ich möchte es aber zumindest probieren.

Ich hätte bei einer Krankenkasse wahrscheinlich auch ein paar Probleme Leistungen abzulehnen, wenn die Menschen dies unbedingt benötigen. Meine Sichtweise aus dem Rollstuhl, hat den Blick auf das "normale Leben" ein wenig verändert. Aber ich denke gerade diese andere Sichtweise würde mir in einer Tätigkeit als Sozialpädagoge unter Umständen sehr hilfreich sein. Ich kaufe ja auch meine Autos nur bei einem Verkäufer, der im Rolli sitzt. Der weiss wenigstens, was ich brauche und was nicht. Wenn mir ein "Zweibeiner" sagen würde, dass geht schon so, damit kommen Sie schon klar, dann würde ich ihn wahrscheinlich fragen, wie er das aus seiner Sicht beurteilen will? Der Rollifahrer hat eben bei solch speziellen Sachen einfach einen anderen Blickwinkel für die Welt.

Liebe Grüße

Garou78 :-)

U7lsmer "Sipatz


Frag doch einfach in der entsprechenden Bildungsstätte, die Dich interessiert, direkt beim Prüfungsamt bzw. der Studienberatung nach, die können Dir das am besten beantworten.

Dir viel Erfolg auf Deinem Weg @:)

bSimboxo


Puh, das ist ja ein ganz schönes Päckchen was du da tragen musst. Aber jetzt alles schön zu reden bringt glaube nichts, und schätze dich eher als Realist ein. Daher eine vllt. etwas unbequeme Frage:

In der heutigen Leistungsgesellschaft werden gesundheitlich Eingeschränkte ja leider fix als "Krüppel" abgestempelt. M.E. sinken mit zunehmendem QUalifiktationsgrad die Chancen für gehandicapte Leute. Denkst du, dass du mit Bachelor/Master Studium (vorausgesetzt guter Abschluss) eine Chance bekommst dich im Job zu beweisen?

Sollte auch noch im Vorfeld geklärt werden, ob dir ein FH Bachelor was bringt. Ich kann immer nur vom technischen Bereich sprechen ( aber soll ein Denkanstoß sein). z.B. in der Physik/Chemie/Bio bringt einem ein FH Bachelor nahezu nichts. Unter Master/Diplom oder besser Dr. geht da nicht viel.

Gehen wir von einem Master-Studium aus, also ca. 5 Jahre:

Du bist jetzt 32 (?), nochmal 5 Jahre später, bist du 37. Dann bist du ein "Frischling" von der Uni/FH und dann musst du dich gegen 23 Jährige in der Jobwahl durchsetzen, dazu kommt dein Handicap dazu... Das wird denke extremst schwer. Vllt. ist es im sozialen DLB besser und nicht so knall hart?

F7ore4verp.Yourxs


Das Problem, das bimboo anspricht sehe ich auch. Ich würde allerdings auch vorschlagen dich verstärkt bei sozialen Trägern wie Caritas, rotes Kreuz etc zu bewerben, falls du das noch nicht getan hast.

Außerdem gibt es da ja auch noch die "Behindertenquote". Ich meine, dass Unternehmen einen bestimmten Prozentsatz an Menschen mit Behinderung einstellen MÜSSEN. Dazu muss das Unternehmen allerdings groß genug sein.

b,imbxoo


ja, man kann auf die Behindertenquote spekulieren, aber ob diese gerade im Bereich der Spitzenverdiener/Akademiker umgesetzt wird, wage ich zu bezweifeln.

In welchen Bereichen kann ein großes Unternehmen einen Sozialpädagoge gebrauchen? – Betriebsrat, Personalbüro,...?

Das ist aber im Rollstuhl, mit Pflegestufe (habe diverse Erkrankungen) und meinem Schwerbehindertenausweis mit 100%; G, aG, B, RF und H absolut illusorisch.

Es kommt ja auch immer auf den Grad der Behinderung an, aber bei deiner Liste, scheint das ja leider einiges zu sein. Was das oben alles im Detail bedeutet weiss ich nicht.

In welchen Aufgabenfeldern fällt dein Handicap nicht/am wenigsten ins Gewicht?

beim\b<oo


achso eines noch:

Rufe doch morgen früh erstmal an einer FH in deiner Nähe an und informiere dich über die Zulassungsvoraussetzungen. Weil u.U. hat sich das Thema ja sonst eh schon erledigt. Die Damen im Studienbüro sind meist sehr freundlich, zumindest so lange, bis man dann immatrikuliert ist. :=o :-X

F$ore}ver7.Yourxs


ja, man kann auf die Behindertenquote spekulieren, aber ob diese gerade im Bereich der Spitzenverdiener/Akademiker umgesetzt wird, wage ich zu bezweifeln.

Mit sozialer Arbeit gehört man NIE zu den Spitzenverdienern. Das macht man aus Leidenschaft oder Alternativlosigkeit. Wie auch immer die Beweggründe sind, ich denke gerade in dem Bereich hat er durchaus die besten Chancen. Denn besonders bei Verwaltungsaufgaben dürften die Behinderungen kein Hindernis darstellen. Ob ihn diese Aufgabe allerdings erfüllt, wage ich bezweifeln. Interessant wäre wohl der Berufszweig der Krankenhilfe, in der er, wie bereits selbst vermutet, wohl sehr glaubwürdig wirken würde.

Vorausgesetzt das Studium ist möglich und davon gehe ich aus, wäre es aber ratsam sich direkt bei einem möglichen Arbeitgeber nach den Berufschancen zu erkundigen. Das Arbeitsamt ist keine verlässliche Quelle...sie bieten schließlichen sogar Akademikern Computerkurse für Anfänger an.

WWatferlxi


In den letzten 5 Jahren habe ich sehr viel in der Beratung von Menschen gearbeitet. Zwischenzeitlich war ich auch 2 Jahre stellvertretener Heimleiter. Interesse habe ich eigentlich nur am Studiengang "Soziale Arbeit bzw. Sozialpädagogik."

Das passt ja wie A* auf Eimer! :)^ Informier dich wirklich mal, da müsste das doch echt möglich sein, wenn du wirklich sowas deinem Beruf nahestehendes studieren willst und schon so lange Erfahrung hast.

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