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Ich möchte aus dieser Prüfungssituation heraus

WHatexrli


Aber das alles wird übermächtig. Alle wollen irgendetwas von mir, ich bin nicht mehr incognito im Leben unterwegs, ich muss etwas "sein", etwas "können", mein Geld wert sein, meinen Leistungsstandard weiterhin unter Beweis stellen.

Wir haben das im Studium schon gesagt bekommen, dass wir dann immer schön tausend Rollen spielen dürfen. Ich glaub deshalb auch die Burn Out Gefahr. Ich weiß nicht, ich musste noch nicht länger arbeiten, studiere immer noch. Aber ich glaub ich würd mir die Pausen einfach nehmen. Also dass alle was wollen, is klar. Aber ich würde NICHT meine Telefonnummer allen Eltern geben ("Wenn was ist, können Sie auch gerne nachts um 3 anrufen!") oder wenn ich abends mit Freunden/im Kino oder am See unterwegs bin, und nen Schüler treffe, würde ich dem NICHT noch schnell ne Frage zu den Hausaufgaben beantworten, sondern den darauf hinweisen, dass ich grade frei hab und er das bitte dann in der Schule nochmal fragen soll. Da würde ich die "Ich-als-Privatmensch"-Rolle spielen und das auch jeden spüren lassen und das auch verteidigen. Sonst ist es kein Wunder, dass ich mich kaputtmache.

Wenn du immer gutes Feedback kriegst, dann tritt doch kürzer... schlafe etwas mehr und verringere den Vorbereitungsaufwand. Mach mal nur das nötigste oder kicke irgendwas, was dir nötig erscheint aber gar nicht nötig ist. Weiß nicht, wenn du ne Sprechstunde hast und die vielleicht regelmäßig überziehst, dann sag dir halt "bei 1 Stunde Sprechstunde pro Woche und 5 Eltern vor der Tür hab ich eben nur für jeden 15 Minuten. Wer länger will, denn würgst du dann halt ab. Machen die Leute doch überall so, die Gegenwehr muss dir dann auch einfach mal am Poppes vorbeigehn. ;-) Kein vernünftiger Mensch arbeitet mehr als er muss. Sogar einen absoluten Traumjob würde man nicht 24 Stunden am Tag machen, das hält keiner aus...

ELhemali>ger Nutz<er (#32573x1)


Ich glaube das kann jeder mehr oder weniger nachvollziehen. Ich hatte das in meiner Ausbildung. Im zweiten Jahr ging nichts mehr. Ich habe nur noch zu Hause gesessen und geheult und wollte aber nicht mehr hin. Jeder wollte was, dauernd fühlte man sich beobachtet, mach hatte im Hinterkopf das jeder Schritt und jeder Handgriff bewertet wird.

Manchmal wird halt alles zuviel. Da hilft nur eine Auszeit um den Kopf wieder richtig frei zu bekommen und neue Energie zu tanken .

k)lein!er_drackhenstxern


Wie du ja schon selber erkannt hast, hast du ja wohl noch ganz viele andere Probleme, die eigentlich nichts mit deinem Refendariat zu tun haben, z.B. mangelndes Sebstbewusstsein. Such dir bitte dringend und schnell professionelle Hilfe, allein kommst du wohl aus der Spirale "ich-muss-gut-sein-sonst-bin-ich-nichts-wert/ich-habe-Angst-zu-versagen" nicht mehr raus.

Außerdem ist das wohl keine gute psychische Voraussetzung um Hauptschüler unterrichten zu wollen.

S_et{zenx6


habe nicht viel zeit, da ich viel schlafe, um mich auszukurieren.

aber auf eine Sache muss ich eingehen:

@ kleiner_drachenstern:

Hast du schon einmal mit Hauptschülern gearbeitet? Oder glaubst du, so wie 90 Prozent der Menschen, dass alle Hauptschüler verhaltensauffällige Jugendliche sind?

Es ist zumindest bei mir nicht die Arbeit mit den Schülern, die mich entkräftet. Sondern die Situation im Referendariat, die ewige Prüfungssituation. Die Bewährungsprobe. Das ständige Lob, das mich unter Druck setzt. Die Schulleitung, die mich in tausende Klassen als Vertretung schickt, weil sie wissen, dass man es mit Setzen6 machen kann. Ich bin für alles zu haben, was andere Erwachsene von mir verlangen. Ich kann die Grenze nur bei den Schülern ziehen, nicht aber bei mir selbst. Nicht gegenüber der Schulleitung. Nicht gegenüber dem Seminarleiter. Ich mache alles, was sie wollen. Und das schlägt auf meine Gesundheit.

Außerdem ist das wohl keine gute psychische Voraussetzung um Hauptschüler unterrichten zu wollen.

Ich habe in keiner Weise ein Problem mit meinen Schülern. Im Gegenteil. Gerade der Teil mit den Schülern ist das einzig gute an meinem Job. Und auch das nötige Durchsetzungsvermögen habe ich. Sonst würden mir meine Mentoren nicht sagen, dass ich unbedingt weiter machen soll. Mehrere Leute haben schon abgebrochen und diese Entscheidungen hat der Seminarleiter immer unterstützt. Bei mir sieht er es anders, denn meine Ergebnisse und das Schülerfeedback sind sehr positiv. Ich möchte weitermachen.

Es geht nur darum, wie ich wieder so gesund werde, dass ich dem "normalen" Druck des Referendariats begegnen kann. Ich fühle mich körperlich so geschwächt, dass alles zu einer Last wird. Im Unterricht geht es, aber alles, was fern der Schule liegt, überwältigt mich im negativen Sinne. Natürlich könnte ich einfach aufhören – aber das möchte ich gar nicht. Und das möchte niemand, die Mentoren nicht, die Schüler nicht, die Schulleitung nicht.

Es geht nur um das "wie". Und ich hoffe und glaube, dass es mir sehr hilft, wenn ich jetzt eine ganze Woche zuhause bleibe, mich entspanne, auskuriere, etwas für das Immunsystem tue. Dann kann ich vielleicht mit vollem Elan zurück. Und ich habe mit dieser Krankschreibung das erste Mal zu meinen Vorgesetzten gesagt, dass eine Grenze erreicht ist. Und überraschenderweise haben sie verständnisvoll reagiert. Sie waren einhellig der Meinung, dass ich nicht abbrechen soll, sondern einfach wieder auf die Beine kommen soll. Und das mache ich gerade.

Danke an alle, die geschrieben haben @:)

b*ienee00x7


Gerade der Teil mit den Schülern ist das einzig gute an meinem Job. Und auch das nötige Durchsetzungsvermögen habe ich. ... meine Ergebnisse und das Schülerfeedback sind sehr positiv. Ich möchte weitermachen.

Super, dann will ich Dich hiermit auch nochmal unterstützen, den schweren Weg durchs Ref durchzustehen. @:) Aber achte immer darauf, dass Du selbst noch zum Luftholen kommst – überarbeite Dich nicht! Das nützt nämlich niemandem.

Und ich hoffe und glaube, dass es mir sehr hilft, wenn ich jetzt eine ganze Woche zuhause bleibe, mich entspanne, auskuriere, etwas für das Immunsystem tue. Dann kann ich vielleicht mit vollem Elan zurück. Und ich habe mit dieser Krankschreibung das erste Mal zu meinen Vorgesetzten gesagt, dass eine Grenze erreicht ist. Und überraschenderweise haben sie verständnisvoll reagiert.

Genau, nimm Dir jetzt diese Zeit und versuche danach, etwas lockerer zu machen. Du wirst die Prüfungen bestimmt sehr gut machen, sofern Du bis dahin nicht völlig auf dem Zahnfleisch gehst. :)*

@:) Alles Gute,

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