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Wie kündigt man richtig beim Chef/ Geschäftsführer?

ABci]n]onyxx


@ RHW

Die Gründe würde ich in dem Kündigungsschreiben nicht angeben. Die Kündigung erhält die Person, die den Arbeitsvertrag unterschrieben hat.

Im Kündigungsschreiben wird nur ein Satz stehen: "Hiermit kündige ich fristgerecht zum 30.06.2011 meinen Artbeitsvertrag." Der Geschäftsführer hat den Arbeitsvertrag unterschrieben – also soll ich doch zu ihm statt zum Chef? Auf jeden Fall wird die Person sehr überrascht sein und nachfragen und das ist eben der zweite Punkt. Sagt man die Halbwahrheit (zu viel Dienstreisen, familiäre Gründe) oder die ganze Wahrheit (+Bereichsleiter-Ausraster)?

@ Caoimhe

Hast du irgendwelchen Dreck am Stecken, oder warum dürfen die keinesfalls was erfahren?

Ich hab nichts zu verbergen und der neue Arbeitgeber weiß natürlich über den alten Bescheid und somit über meine ganzen Qualifikationen. Andersrum will ich aber gerne vermeiden, da ich wie oben schon beschrieben dem Bereichsleiter kein Stück weit mehr vertrauen kann und auch wenn es illegal wäre, könnte ich ihm zutrauen, dass er dort anrufen und irgendeinen Mist erzählen würde. Deswegen will ich bis 01.07. vermeiden, dass der alte Arbeitgeber den Namen erfährt. Und da ist eben die Frage: Ruft der neue Arbeitgeber da irgendwann mal an? Z.B. wegen den Resturlaubstagen? Spätestens dann wüsste der alte Arbeitgeber ja Bescheid.

@ olle tante

Mit Äußerungen zum Abteilungsleiter wäre ich vorsichtig, DER schreibt normalerweise dein Zeugnis, und du musst ohnehin damit rechnen, dass er "nur mäßige Belastbarkeit" darin andeutet.

Es würde ja hauptsächlich den Bereichsleiter betreffen und nicht meinen Chef. Ich befürchte aber trotzdem beim Sagen der ganzen Wahrheit, dass es sich negativ aufs Zeugnis auswirkt. "Mäßige Belastbarkeit" wäre echt die Höhe. Ich mach den Scheiß seit zwei Jahren und alle nicht betroffenen Kollegen sagen nur: "Das nimmt ja gar kein Ende, Du Arme. Ich würde das echt nicht machen wollen..."

Betone lieber, dass du natürlich gern bis dahin einen Nachfolger gründlich einarbeiten wirst.

Das werde ich auf jeden Fall und es wäre sogar die Wahrheit. Wie gesagt habe ich einen guten Draht zur Geschäftsführung und würde der Firma nie absichtlich schaden wollen. Ich könnte eine große Lücke hinterlassen, will es aber gar nicht. Die sollen mir die Kollegen nennen, denen ich die zugewiesenen Teilgebiete zeigen und erklären soll und das werde ich sorgfältig bis zum letzten Arbeitstag erledigen. Außer, die kommen mir doch blöd und legen mir Steine in den Weg. Aber mit ein bisschen Nachdenken über die möglichen Folgen für die Firma werden die sich so etwas wohl verkneifen.

N0amjxa


Den Teil mit dem Bereichsleiter würde ich möglichst erst erwähnen, wenn ich das Arbeitszeugnis in der Hand habe ;-)

Adcinwonyxx


Stimmt, das ist auch eine gute Idee :)z

AXcPinofnyx


So, hier nun das Ergebnis, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Am Freitag habe ich gekündigt. Ich wollte es kurz vor Feierabend machen, habe alles mitgenommen und es dann im Büro nicht mehr ausgehalten. Kurz nach 8 Uhr bin ich zur Personalreferentin und hab mit der Begründung "Zu viele Dienstreisen. Kann nicht mehr." ihr das Kündigungsschreiben rübergeschoben. Sie hat nur nachgefragt, ob da noch was verhandelbar wäre, aber der neue Arbeitsvertrag wurde bereits von mir unterschrieben zurückgeschickt. Den Ausraster des Bereichsleiters habe ich erwähnt, aber neutral, wie Personalreferenten sind, meinte sie nur, dass das vielleicht nicht so clever von ihm war, aber ich das auch nicht so sehr an mich ranlassen darf. Sie hat ja auch Recht, aber es ist eben jeder anders darin und ich bin sehr emotional. Ich hoffe einfach, dass das dicke Fell noch mit den Jahren wächst.

Eine Stunde später bat mich schon der Geschäftsführer in sein Büro. Er war "erschüttert" und fragte zuerst: "Kann man da noch was machen?", was ich verneinen musste. Und dann fragte er immer wieder "Warum haben Sie denn nix gesagt?" Er wollte auch die Kündigungsgründe wissen. Ich nannte zuerst Dienstreisen und er: "Hätten Sie das doch gleich gesagt, ich hätte das sofort eingestellt." Dann nannte ich das Geld als Grund und dann kam für mich der Hammer. Die Firma hat da nämlich auch eine Geschäftsstelle und zahlt dort genausoviel wie mein neuer Arbeitgeber! Mit diesem großen Gehaltsunterschied hätte ich bei der Firma echt nicht gerechnet. Dann nannte ich noch die familiären Gründe und nannte als Auslöser für die Bewerbungen die ganzen Aussagen des Bereichsleiters. Da meinte er nur, dass er mit dem mal ein Wörtchen reden wird und er nicht versteht, dass er vom Bereichsleiter nicht über dieses Gespräch informiert wurde... Naja, er meinte zum Schluss noch, dass die mich gern in der anderen Geschäftstelle aufnehmen würden, wenn es mir beim neuen Arbeitgeber nicht gefallen sollte. Das tut gut zu wissen und ist definitiv eine sehr nette Geste. Finanziell habe ich dann unerwarteterweise keine Einbußen und der Dienstreiseanteil ließe sich dann bestimmt vertraglich regeln. Aber wenn hätte würde könnte... Erstmal reinschauen, was der neue Arbeitgeber zu bieten hat.

Mein Fazit: Da es meine erste Kündigung war, fehlte es mir doch an Erfahrung und trotz des guten Drahts zum Geschäftsführer hatte ich nicht klipp und klar gesagt, was ich vorhabe. Ich hätte den anderen unterschriebenen Vertrag einfach dem Geschäftsführer zeigen sollen und dann hätten wir gucken können, ob man sich doch noch irgendwie einig wird. Aber ich empfand die Idee als Erpressung, aber der Geschäftsführer hätte es sorum wohl besser gefunden und wäre sehr entgegengekommen. Nun ist es eben zu spät. Aber ich gebe zu, ich ärgere mich.

Die ganzen Kollegen sind auch alle ziemlich traurig und auch der Bereichsleiter war heut bei mir und zeigte sich erschrocken (da frage ich mich aber ernsthaft: Was hat er denn gedacht, als ich ihn und den Chef um ein 6-Augen-Gespräch bat? Grrr). Mittwoch setzen wir uns zusammen und planen, welches Wissen an welche Kollegen verteilt werden muss.

Die letzten Tage waren also sehr emotional und es ist im Büro grad echt schwer. Immer mal wieder kommt ein Kollege rein, guckt mich ungläubig an und fragt: "Ich hab das Gerücht gehört, Du verlässt uns?" Ich könnte dann immer fast losheulen.

Nun ja, war das für Euch auch so emotional? Der Abschied wird wohl echt schwer fallen, auch wenn die Türen für eine Rückkehr offen stehen. Ich bin noch jung und will wissen, wie es bei einem anderen Arbeitgeber aussieht. Aber es ist grad echt irgendwie .. hach, zu viele Gefühle, puh! Kennt ihr das?

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