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Soll ich das Referendariat hinschmeißen?

Aunto_nio Viivaldi


Hallo filou1,

kannst Du die Entscheidung, ob Dir der Lehrerberuf wirlich liegt, nicht erst einmal vertagen, bis Du Dein Referendariat abgeschlossen hast? Ueberall benoetigst Du Ausdauer und Zaehigkeit, um etwas zum Abschluss zu bringen. Wenn Du das Referendariat zumindest noch ueberhaupt zu einem Abschluss bringst, dann hast Du doch auf jeden Fall nach aussen auf dem Papier und vor allem auch fuer Dich selbst etwas vorzuweisen, und wenn es nur der Beweis fuer Deine Zaehigkeit ist.

Danach kannst Du immer noch Ausbildungen, weitere Studiengaenge und sonstwas anschliessen. Wenn Du etwas nicht abgeschlossen hast, wirkt es stets wenig ueberzeugend.

Noch etwas anderes: Hast Du keine Freundinnen oder einen Freund oder sonstwen (ggf. Seminarkollegin, andere junge Lehrerin an Deiner Schule), mit der Du Dich zusammen vorbereiten kannst?

Als ich studiert habe, bin ich auch einfach ab und zu mal zu meinen einstigen Gymnasiallehrern gegangen und habe mich z.B. einmal mit meinem Mathe- und Physiklehrer fachlich einen halben Tag darueber unterhalten, was wir in Mathe damals gemacht haben. Das hat ihm Spass gemacht und mir durchaus auch etwas gebracht. Deine Lehrer kennen Dich ja ganz bestimmt viel genauer als die Seminarleute und wissen wor allem aus eigener Anschauung, was Du vielleicht nicht so gut machst und worauf Du besonders achten solltest. Vielleicht gibt es auch noch Mitabiturienten, die auch Lehrer werden wollen und mit Dir bestimmt auf einer viel persoenlicheren Ebene ueber Dich und Deine moeglichen Schwierigkeiten sprechen koennen.

Ich erinnere mich z.B. noch an einen durch uralte Bekannte meiner Grosseltern vermittelten Besuch einer Referendarin, die wirklich weder fachlich Ahnung hatte (da war ich ja als Schueler in Latein besser :-o ) noch irgendwie fuer den Lehrerberuf geeignet war ":/ . Meine Eltern (als alte Lehrerhasen, weisst Du ja schon!) haben sich mit ihr hingesetzt und einen ganzen Tag lang eine Lehrprobe vorbereitet, den Stoff erarbeitet und die Probestunde geuebt, bis sie es halbwegs konnte. Sie hat es dann auch tatsaehlich mit knapper Not(e) geschafft, hatte schliesslich ihr Examen insgesamt und konnte dann ganz erfolgreich eine andere Stelle (nicht als Lehrerin) antreten, die sie aber ohne das Examen ganz bestimmt nicht bekommen haette.

Die Seminarleute geben jetzt vielleicht den Ton an, aber es sind dies z.T. auch nicht unbedingt diejenigen, die wirklich die eingefleischtesten Lehrer sind, denn sonst waeren sie im Zweifelsfalle noch immer unmittelbar Lehrer und nicht ans Seminar abgewandert. Aehnliches gilt teilweise auch fuer Direktoren etc. Du musst da jetzt halt viel einstecken, aber die Zeit wird ja vorbeigehen. Es stimmt schon, wie es so schoen heisst: Lehrjahre sind keine Herrenjahre.

Ich denke im uebrigen an so manche Referendarin in meiner Schulzeit zurueck; da waren wirklich viele dabei, die fachlich und / oder lehrtechnisch alles andere als einen gluecklichen Eindruck erweckt haben, und das nicht nur bei uns Schuelern. Trotzdem haben es die nach meinem Kenntnisstand doch immer irgendwie noch geschafft; man kann es auch so ausdruecken: wenn es die alle nicht geschafft haetten und wir von einem halbwegs repraesentativen Gesamteindruck meinerseits ausgehen, gaebe es heute keine Lehrer mehr.

Eine etwas zart besaitete Bekannte von mir hat damals leider auch das Handtuch im Referendariat geworfen und hat beruflich nie mehr zu einem guten Weg gefunden, was auch fuer ihren privaten Bereich ingesamt negative Folgen bis zum heutigen Tage hat. Ich wuerde es also an Deiner Stelle mit aller Hartnaeckigkeit durchziehen.

Viel Glueck

Antonio

fbilouY1


@ Antonio Vivaldi

Danke für deine Meinung. Du hast sicherlich Recht, trotzdem ist das Referendariat erstmal unterbochen und (im MOment) möchte ich da auch nicht weitermachen.

Ich bin heute,morgen und am Sonntag im Fitnessstudio probearbeiten. Wenn es mir und dem Chef zusagt kann ich dort ganz schnell anfangen und Fitnessökonomie studieren.

Ich würde mich dann in ferner Zukunft gerne mit Senioren in Rehaeinrichtungen etc. beschäftigen, Kurse anbieten, mit ihnen trainieren...

Aber ich bin mir sooooooooo unsicher, ob ich mich da nicht in etwas verrenne- woran merke ich denn, ob mir der Job gefällt, ob er mich glücklich macht... ":/ Hilfe :°(

Oimoxze


Ich glaube, das kann Dir leider keiner von uns sagen. Es macht sicher kein Job immer nur Spaß, und es hängt auch immer ab von den Kollegen, dem Chef etc....das weiß man weder in der Schule noch woanders im Voraus.

Aber vielleicht musst Du auch erst noch ein bisschen Zeit ins Land gehen lassen, bevor Du die Entscheidung für einen neuen Job übereilt triffst ??? Es klingt natürlich echt gut...

Hör auf Dein Gefühl! Und kümmer Dich erstmal um Dein seelisches und gesundheitliches Wohlergehen...

Weiter alles erdenklich Gute!

f+iloxu1


Wow, also das Arbeiten macht echt wahnsinnig viel Spaß! Es ist so abwechslungsreich: Service (Ein- und Auschecken, Getränke und Shakes machen, viel Smalltalk, (ich war im Büro mit dabei, bei Kundengesprächen, beim Erstellen von Trainingsplänen etc.)Und es ist so angenehm, zu Hause nichts mehr machen zu müssen ;-)

Ich denke, wenn das Studio mir die Chance gibt, dann werde ich dort anfangen. Hab vom Chef auch schon gutes Feedback bekommen.

Morgen hab ich frei, am Sonntag gehe ich mit auf Promotiontour...

Werd euch berichten! *:)

O$mRoze


Hey, das klingt ja echt gut! Das glaube ich auch, dass es eine echte Erleichterung ist, wenn man nach Hause kommt und dort nichts mehr machen muss (wie Unterricht/Elternabende vorbereiten etc.)!

Wünsche Dir alles alles Gute und dass Du Deinen Weg fröhlich gehen kannst!! :)^ :-)

f5ilpou1


So, die ersten drei Tage Probearbeiten sind vorbei. Der Studiochef hat mit mir geredet, gesagt er findet meine offene, nette Art toll, dass ich auf jeden zu gehe, dass ich schnell neues Dinge lerne, dass ich mich wirklich bemühe und einbringe. Er hätte mich sehr gerne in seinem Team, ABER:

- wenn ich nichts zu tun habe versprühe ich nicht genügend gute Laune und Freude

- ich muss den Weitblick noch üben, mich in laufende Gespräche einklinken...

Er hat mir vorgeschlagen, ab Montag bis Ende Mai noch weiter zu arbeiten weil er glaubt, dass ich oben genannte Punkte dann locker auf die Reihe kriege. Zum ersten Juni könte ich dann anfangen...

Ich war im ersten MOment total frustriert, hatte gehofft er wäre begeistert und dann sowas.....Mir wurde immer, mein Leben lang schon gesagt, ich wäre so freundlich und super und gut drauf und alles. Das war meine große Stärke!!!!

Und jetzt sowas... Aber seit J.s Tod fält es mir wohl nicht mehr so leicht...

Ich werd mir Mühe geben und versuche, das ganze positiv zu sehen. Immerhin hab ich ja noch ne Chance.

Hoffentlich schaffe ich das- hat mir so viel Spaß gemacht!!

1Ntox3


Du siehst zuviel Negatives! Das klingt doch eher positiv mit konstruktiver Kritik. Also konkrete Punkte, an denen du arbeiten kannst!

OWmozxe


Ich denke auch, es klingt wirklich gut! Und es ist klar, dass Du nicht immer nur unbekümmert sein kannst... Mach positiv weiter und sieh hoffnungsvoll in die Zukunft!! :)=

kFein`stein


Soll ich das Referendariat hinschmeißen?

Man wirft nicht gleich hin, weil es mal beschissen läuft. Die Arbeit betreffend wird man noch öfters denken, dass man im falschen Film ist. Ist man aber nicht. Steigt man aus wegen einer Stimmung, ist der Zug abgefahren. Oft rennt man ihm dann ein Leben lang hinterher.

ALnonywma1


Aber ich bin mir sooooooooo unsicher, ob ich mich da nicht in etwas verrenne-

Genau da bin ich mir bei Deinen Beiträgen ehrlich gesagt nicht so sicher :-/ Und damit meine ich nicht die konstruktive "Kritik" Deines Vorgesetzten (das sehe ich, so wie auch andere schon geschrieben haben, als eher positiv, im Sinne von Verbesserungsanstößen)

Denn zu Beginn hat Dir ja offensichtlich der Lehrberuf auch gefallen. Du schreibst, dass Du da während der Praktika immer positive Rückmeldungen bekommen hast, gute Ideen hattest, mit den Schülern umgehen konntest....Insofern hört sich das für mich nicht so an, dass Du dafür ungeeignet bist. Wenn Du natürlich merkst, dass es Dir auf Dauer keinen Spaß macht, ist das was anderes....

Jetzt hast Dich dazu entschlossen, das Referendariat zu unterbrechen, weil Du das Gefühl hast, eine Auszeit zu brauchen (u.a. wegen des Todesfalles), keine Einfälle zu haben etc. Nur scheinst Du statt "Auszeit" eher von einer Berufsmöglichkeit zur anderen zu springen. :-/ Erst schreibst Du, dass Du in einer Behinderteneinrichtung anfangen willst, dann jetzt von dem Fitness-Studio... Ich glaube Dir gerne, dass Dir das Spaß macht und abwechslungsreich erscheint. Nur: Jede neue Arbeit, die einen grundsätzlich interessiert, ist wahrscheinlich am Anfang abwechslungsreich, spannend, einfach, weil es was Neues ist.

Bist Du Dir aber sicher, dass Du das auch nach längerer Zeit, wenn der Reiz des Neuen vorbei ist, noch so spannend finden würdest? Insofern ist der weitere Monat dort wahrscheinlich auch für Dich gar nicht so schlecht (auch wenn das natürlich etwas kurz ist).

Für Dein ferneres Berufsziel im Bereich Reha / Seniorensport ist der Fitness-Ökonom sicher eine gute Grundlage, nur bevor Du eine Ausbildung oder ein Studium nach dem anderen anfängst, solltest Du Dir einigermaßen darüber im Klaren sein, was Du willst.

KaamikIa]zi08x15


Man wirft nicht gleich hin, weil es mal beschissen läuft. Die Arbeit betreffend wird man noch öfters denken, dass man im falschen Film ist. Ist man aber nicht. Steigt man aus wegen einer Stimmung, ist der Zug abgefahren. Oft rennt man ihm dann ein Leben lang hinterher.

Sie hat das Referendariat schon längst unterbrochen. Deshalb wird ihr dieser Ratschlag wohl nicht mehr soviel weiterhelfen.

Svu?nflodwer_x73


Ganz ehrlich?

So langsam werde ich skeptisch. Du fängst jetzt quasi den 3. Beruf an. Anfänglich war irgendwie alles okay; dann kamen Zweifel. Ich sehe ein Muster aus schnellem Enthusiasmus – und schnellem "Aufgeben".

Ausbildungsabbruch: Okay.

Schwierigkeiten im Referendariat: Nachvollziehbar – aber zu bewältigen.

Jetzt gleich neue Pläne – und wieder Zweifel. Einerseits direkt sehr klare Ziele (das mit den Senioren) – nur ist der Weg dahin halt noch länger; es gibt halt auch schon erste Schwierigkeiten. Du müsstest auch hier durchhalten; Du müsstest Dich auch jetzt in best. Bereichen überwinden, Dir mehr Mühe geben,... Offensichtlich (?) machen sich auch hier die Belastungen durch den Tod Deines Bruders bemerkbar.

Ich hatte es so verstanden, dass dieser Dir noch nachhängt; v.a. im stressigen Referendariat Deine Belastbarkeit, Originalität etc. beeinflusst. Du das erst verarbeiten musst. Statt das zu tun, steigst Du offensichtlich in die nächste Ausbildung/den nächsten möglichen Beruf ein.

Das geht mir echt zu schnell – und war das denn eigentlich das Ziel des Abbruchs des Referendariats?

Ich würde Dir wirlich empfehlen, Dich mal hinzusetzen und zu überlegen, was Du GRUNDSÄTZLICH willst. Und wie Du Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin überwinden willst. Denn aktuell fällt mir halt schon auf, dass Du tolle Ideen/Vorstellungen hast – aber bei Problemen aiuf dem Weg dorthin sehr schnell ins Zweifelm gerätst bzw. aufgibst.

Bist Du denn bspw. der totale Fitness-Freak? Ich finde die Angestellten in Fitness-Studios oft... bemüht gut drauf. Ist das Deine Welt? Was, wenn es mit den Senioren nicht klappt? Du könntest für das Ziel genausogut Ergotherapie oder Physiotherapie lernen und in Reha-Einrichtungen arbeiten, da ist die Wahrscheinlichkeit, auf Senioren zu treffen, fast höher. Was ich damit sagen will: Du stürzt Dich m.M.n. recht unüberlegt in was Neues.

Läufst Du vielleicht auch vor der Trauer um Deine Bruder davon:; stürzt Dich in Aktionismus, statt Dinge zu verarbeiten?

K%amlikaz_i=08Q1x5


So langsam werde ich skeptisch. Du fängst jetzt quasi den 3. Beruf an. Anfänglich war irgendwie alles okay; dann kamen Zweifel. Ich sehe ein Muster aus schnellem Enthusiasmus – und schnellem "Aufgeben".

Hä? Wieso der dritte Beruf?

Nach dem Ref-Abbruch ist doch der Job im Fitness-Studio das erste, was sie macht, oder hab ich was verpasst? ":/

S!unfZlower{_7x3


Ich bin weiblich, 26 Jahre alt. Ich habe Abitur, danach das erste Jahr der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin (Krankenschwester). Die Ausbildung habe ich nach einem Jahr beendet, da ich in der Klasse gemobbt wurde und sehr unglücklich war. Ich konnte mich auch nicht richtig mit der Institution Krankenhaus anfreunden- nur Stress, keine Zeit für die Patienten, doofe Arbeitszeiten.

Siehe Eingangsposting. ;-)

1. Krankenpflege

2. Studium & Referendariat

3. Jetzt Plan bzgl. Fitnessökonomie

K9aemikFazdi0_815


Ah ok, das hatte ich schon wieder ganz vergessen @:)

1. Krankenpflege

2. Studium & Referendariat

3. Jetzt Plan bzgl. Fitnessökonomie

Ich könnte mir vorstellen, dass die dritte Variante möglicherweise die für filou angenehmste Berufswahl ist. Gerade was Arbeitszeiten und Arbeitspensum angeht, sind Nr.1 und Nr.2 schon ganz schön arg.

Als Fitnessökonom muss man idR keine Schichten schieben und wenn man abends nach Hause geht ist Feierabend.

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