» »

Soll ich das Referendariat hinschmeißen?

Spunflo8wer_x73


Als Lehrer hat man aber schon angenehme Arbeitszeiten – zumindest wenn das Referendariat vorbei ist und man ein bisschen im Job angekommen ist. Eine gute Freundin von mir ist Lehrerin und ich durfte die Entwicklung z.T. hautnah in 4 Jahren WG-Zeit miterleben.

Letztlich ist aber die Frage:

Geht es um angenehme Arbeitszeiten? Oder liegen die Probleme gerade woanders? Ich würde da schon auf Letzteres tippen.

Und mal ganz auf den Punkt gesagt:

Die TE stolperte wiederholt über Probleme, die man – mit gründlichem Informieren – VORHER gewusst hätte. Dass Krankenpflege heute oft Mangel-Verwaltung ist und man Schicht arbeitet, dürfte bekannt sein. Dass das Referendariat die Hölle sein kann, kann man auch herausfinden.

Jetzt wieder eine (vorschnelle?) Entscheidung für einen neuen Beruf. Mit ausreichend Informationen über negative Seiten? Oder Fokus auf die erste Begeisterung (wobei sich ja auch hier schon wieder "Problemchen" auftun wie das geforderte Einklinken in lfd. Gespräche).

Mir fehlt da einfach das gründliche Informieren im Vorfeld... Wobei es ja gut sein kann, dass die jetzige Option wirklich das Richtige ist – aber es klingt halt erstmal nach anfänglichem Enthusiasmus weil das Jobben im Fitnesscenter Spaß macht.

Nur war da neulich noch die Behinderteneinrichtung im Gespräch. Und was ist, wenn das Ziel der Arbeit mit den Senioren nicht aufgeht? Wie wäre es, dauerhaft im Fitness-Studio zu arbeiten? Passt das Umfeld? M.M.n.müssen da einige eher negtivere Aspekte zumindest gründlich durchdacht werden...

KWamik`azYi081x5


Dass Krankenpflege heute oft Mangel-Verwaltung ist und man Schicht arbeitet, dürfte bekannt sein.

Das ist richtig, das sollte vorher bekannt sein.

Dass Krankenpflege heute oft Mangel-Verwaltung ist und man Schicht arbeitet, dürfte bekannt sein.

Jein! Wie man das Ref erfährt oder generell den Lehrberuf, hängt ganz stark von der eigenen Belastbarkeit ab. Das anstrengendste ist da m.E. vor allem der Psychodruck, den man sich selbst macht. Und ob man jemand ist, der das Ref auf der linken Pobacke abrutscht oder jemand, der sich seinen eigenen Perfektionismus nicht verkneifen kann, schlecht mit dem Druck umgehen kann, das kann man leider nicht vorher wissen.

Da spreche ich aus eigener Erfahrung ;-)

Als Lehrer hat man aber schon angenehme Arbeitszeiten – zumindest wenn das Referendariat vorbei ist und man ein bisschen im Job angekommen ist. Eine gute Freundin von mir ist Lehrerin und ich durfte die Entwicklung z.T. hautnah in 4 Jahren WG-Zeit miterleben

Das ist, wie gesagt, Typfrage. Klar gibts die Lehrer, die sich in den Ferien mal ganz lau irgendwo auf die Couch setzen. Es gibt aber auch die Exemplare, die in den Ferien vorbereiten, Fortbildungen besuchen, Klausuren korrigieren und und und. Manche Punkte variieren dann natürlich noch von Schulart zu Schulart: ein Grundschullehrer wird weit weniger mit Klausurkorrekturen beschäftigt sein, als ein Gymnasiallehrer.

Ich persönlich kann mir mittlerweile auch angenehmere Jobs vorstellen, weil ich auch nicht so gut damit klar komme, zu Hause meine Arbeit machen zu müssen. Das führt dann dazu, dass ich nämlich irgendwie gar keine freie Zeit oder keinen Feierabend mehr habe und mich in meiner Arbeit komplett verliere. Ich weiß, dass ich das nicht so viele Jahre mitmachen kann, weshalb ich nach dem Ref auch gucken werde, in anderen Bereichen unterzukommen. Mir ist es da lieber weniger Ferien zu haben, dafür dann aber richtig freie Zeit, die ich auch genießen kann.

SHunflowqer_7x3


@ Kamikazi:

Ich würde auch nie Lehrer werden wollen! ;-)

Ich hatte aber jahrelang recht flexible Arbeitszeiten (Uni-Job, Forschung/Lehre). War auch viel Arbeit, unterbezahlt, ich bin ein Perfektionist der sich selber Druck macht. Aber aus diversen Gründen fand ich die Flexibilität halt schon fein. Nachmittags mal ins Freibad, Arzttermine ohne Probleme – dafür habe ich dann gerne auch abends und am Wochenende zu Hause gearbeitet.

Hatte dann einen Job, wo ich wirklich pünktlich antanzen musste, komplett (und im extremen Maß) fremdverplant wurde; Überstunden ohne Ende (bei 30-Stunden-Vertrag selten unter 45 Stunden gearbeitet). 10 oder 11-Stunden-Tage, wo die Verplaner mir gerade mal 30 Min. Mittagspause einplanten. Bin nicht umsonst gerade arbeitslos bzw. halte mich mit den dieversesten Honorartätigkeiten über Wasser (und arbeite größtenteils zu Hause). Meine Belastungsgrenze war irgendwann überschritten – und obwohl ich letztlich genauso viele Stunden gearbeitet habe wie zu den Zeiten des flexiblen Jobs, ging es irgendwann nicht mehr.

So unterschiedlich sind Menschen! ;-) Ich wusste schon recht schnell, dass mir diese Flexibilität viel besser liegt – und plane eigentlich mittelfristig auch eine "geregelte" Selbstständigkeit.

Was mich zum eigentlichen Punkt führt (damit die TE mit unserem Geschreibsel auch was anfangen kann):

Man muss sich halt gründlich überlegen, WAS einem liegt, was für ein Typ man ist, wo die eigenen Grenzen sind. Gut, sowas findet man z.T. auch erst im Lauf der Zeit heraus. Aber es setzt halt auch eine gewisse Verpflichtung zur Auseinandersetzung mit einem Job und den eigenen Eigenschaften voraus – und hier fällt mir bei der TE halt auf, dass da eher die Tendenz zum wenig Überlegen ist. Oder zum Ignorieren eigener Stärken und Schwächen in der ersten Euphorie? Das ist nicht böse gemeint, aber wenn da bspw. die Rückmeldung kommt, dass man mehr auf Leute zugehen, sich in Gespräche einklinken solle – und man damit offensichtlich Schwierigkeiten hat: Dann würde ich überlegen, ob das langfristig evtl. zu anstrengend für mich wird. Oder ob wirklich die Belastungen durch die Trauer noch so viel überschatten und beeinflussen. DANN würde aber die Auseinandersetzung, Aufarbeitung, Erholung davon anstehen – und nicht die Entscheidung für eine 3. berufliche Neuorientierung.

KvamiksaziL08x15


Ich hatte aber jahrelang recht flexible Arbeitszeiten (Uni-Job, Forschung/Lehre).

Hatte ich auch :)z

Fand ich wesentlich angenehmer, als diesen Blödsinn jetzt (obwohl ja auch zu Hause gearbeitet wurde). Denn da hatte ich meine Stundenverträge und wenn die Stunden abgearbeitet waren, ging es automatisch in den Überstundenbereich, der sich dann positiv auf die folgenden Monate auswirkte.

So ist es jetzt nicht. Da heißt es, die Arbeitszeit endet, wenn ich ins Bett gehe oder eben mal was zu Essen mache. Und diese Kombination aus open-end-Arbeit und die dann noch zu Hause erledigen, finde ich super ätzend.

DANN würde aber die Auseinandersetzung, Aufarbeitung, Erholung davon anstehen – und nicht die Entscheidung für eine 3. berufliche Neuorientierung.

Das wäre meiner Meinung nach sowieso notwendig.

SOunpflow7er_73


Ich hab' an der Uni i.d.R. voll gearbeitet (bei halber Stelle); Überstunden gab es nicht. Somit war für mich das Arbeiten zu Hause zwar auch Stress (und endete oft auch nur, indem ich ins Bett fiel) – aber ich konnte mich aus gewissen Dingen auch "rausziehen".

Stimmt – die Auseinandersetzung ist auf jeden Fall erforderlich. Irgendwann holt es einen ein, wenn man es nicht macht...

f|ilolu1


Wow, hier ist ja richtig was los!

Danke für eure konstruktive Kritik!

Zum ersten; ich weiß, wie Kamikazi0815 es eben beschreibt, wie der Lehrerjob aussieht und habe mich dagegen entschieden, weil ich nicht zu Hause arbeiten will! Das weiß ich jetzt, spät, aber immerhin.

Und ja, ich habe die Ausbildung abgebrochen. Ich war damals unterfordert, wurde in der Klasse gemobbt und war dann mit Depressionen in einer Klinik...Ich habe also nicht in erster Linie wegen der Arbeitszeiten aufgehört.

Trotz allem habt ihr alle Recht, ich neige dazu, mit Enthusiasmus etwas anzufangen und dann festzustellen, dass doch nicht alles Gold ist, was glänzt :-/

Momentan fühlt sich der Job aber gut an! Ich bin mir der negativen Seiten bewusst: stressige Arbeitszeiten, man verdient nicht gerade viel, auch wenn es einem schlecht geht muss man gut gelaunt sein...

Ich werde die drei Wochen so gut es geht in mich hineinfühlen um mich nicht in etwas zu verrennen.

An der Therapie bin ich gerade dran, ich rufe täglich mehrere Therapeuten an um einen Termin auszumachen.

Ich halte euch auf dem Laufenden

f.iloux1


Achja, ich hatte mir das mit der Physiotherapie schon überlegt, die Ausbildung ist aber sehr teuer und die Chancen auf einen Arbeitsplatz zur Zeit nicht gerade rosig- laut Arbeitsamt, Abiturientenberatung und einer Physiotherapeutin selbst.

S^unfloZwLer_73


Hey, das klingt doch erstmal gut! Bin froh, dass Du mir die offenen Worte nicht krumm genommen hast... ;-) Und ich finde es gut, dass Du dir diesmal die negativen Seiten bewusst vor Augen führst!

Ansonsten:

Wenn Du nichts völlig Exotisches machen willst: Manchmal eher den eigenen Stärken Vorzug geben – und nicht der Beratung beim Arbeitsamt. die haben mir z.T. auch echten Mist erzählt. Und manchmal findet man auch in Jobs mit eher durchschnittlichen Perspektiven problemlos etwas, wenn man selber mit dem Herzen dabei ist.

Bzgl. Physio:

Hmm... im meiner Region wird gerade viel gesucht. Habe da gestern noch mit meinem Physio drüber diskutiert. Aber egal! ;-)

f{iloux1


Aber es wäre doch noch eine mögliche Alternative...

FKILOxU


Liebes Forum!

Tja, hätte ich doch mal auf euch gehört....

Ich stehe an der selben Stelle wie letztes Jahr...ein Jahr älter,kein Stückchen weiser... :-/

Lnucy


habe mir grade den ganzen thread durchgelesen. was ist denn passiert?

ich kann mir ganz gut vorstellen, wie schwer das sein muss... habe auch etwas länger gebraucht, um das richtige zu finden und das gefühl, nicht zu wissen, ob/wie sich seine entscheidung auf das (komplette) leben auswirken wird, hat mich auch total belastet :-/ ich wünsche dir alles gute! @:)

OAmozxe


Hab Dir eine PN geschrieben! *:)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH