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Total lustlos, faul, unmotiviert

HEell-equxin hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin Anfang 20 und Studentin.

Mein Problem ist, dass ich seit einigen Jahren sehr lustlos und unmotiviert bin. Das ist mittlerweile so schlimm, dass mein Leben in vielen Bereichen sehr aus der Bahn gerät.

Schon in der Oberstufe fing es an, dass ich nie meine Hausaufgaben gemacht habe und auch nur das Nötigste für Klausuren lernte. Den Tag verbrachte ich dann meist vor der Glotze und/oder im Netz. Meine Eltern bekamen das nicht mit, da sie berufstätig sind.

Seit mehr als zwei Jahren studiere ich nun und wohne in einer WG. Auch da ist es nicht besser. Ganz im Gegenteil: Ich tue wirklich äußerst selten was für die Uni, hänge sogar soweit hinterher, dass ich ein Semester dranhängen muss. Ich habe gerade Semesterferien, muss vier Hausarbeiten und sonstigen Kram machen. Habe bisher nicht angefangen, meine Ferien sind kommende Woche zuende...

Meine Faulheit geht weiterhin so weit, dass ich mich nicht um Unterlagen kümmere. Nun habe ich Riesenstress mit dem Bafög-Amt und mir gehen vermutlich knapp 2000 Euro durch die Lappen, nur, weil ich mich um nichts gekümmert habe.

Freunde habe ich in meiner Studienstadt auch nicht. Interesse daran, neue Leute kennenzulernen, fehlt. Ich habe zwar Freunde in meiner Heimatstadt, aber die sehe ich selten.

Ich unternehme auch selten was. Keine Sport, gar nichts. Verbringe meinen Tag nur vorm TV oder im Internet. Teilweise schwänze ich sogar Veranstaltungen und riskiere, keinen Leistungsnachweis zu bekommen.

Ich möchte später Redakteurin werden, habe auch bisher gute Referenzen gesammelt, unter anderem durch Praktika. Dort war ich ganz anders. So gut wie immer motiviert, habe gerne auch länger gearbeitet, etc. Die Firma war sogar so von mir überzeugt, dass sie mich nach Ende des Praktikums übernahmen und ich eine Zeit dort arbeiten konnte. Das hat mir unfassbar Spaß gemacht. Nur wenns dann wieder zur Uni ging, kam die Faulheit wieder durch. Und es ist ja nicht so, dass mir mein Studium keinen Spaß macht.

Früher dachte ich, es läge daran, dass ich keinen Freund habe. Mittlerweile bin ich glücklich vergeben, trotzdem faul ohne Ende.

Andere machen Auslandssemester, fahren in den Urlaub, etc. Und ich krieg meinen Hintern den ganzen Tag nicht aus dem Bett.

Ich komme mir selber auch echt asozial vor. Andere würden alles dafür geben, wenn sie Abi machen und studieren könnten und ich lasse alles so schleifen.

Ich weiß nicht, was die Ursachen sind und wie ich es ändern kann. Jedes Schuljahr/Semester habe ich mir vorgenommen, mich am Riemen zu reißen und was zu tun. Aber ich schaffe es einfach nicht.

Was kann ich tun? Könnte das psychisch bedingt sein, wenn ja, was wären mögliche Ursachen?

Antworten
S4unf:lowexr_73


Könnte was Depressives sein. Oder sog. Lern-/Arbeitsstörungen, wo man mit der eigenständigen Strukturierung nicht zurecht kommt (u.a. auch, weil oft direktes Feedback fehlt). Wobei ich angesichts das allgemeinen Rückzugs auf eine depressive Symptomatik oder sog. Anpassungsstörung tippen würde. WENN es etwas Psychisches ist.

Auffällig finde ich, dass da nicht nur die Lern-/Arbeitsproblematik ist, sondern halt der allgemeine Rückzug. Man kann ja auch super im Studium trödeln und dinge aufschieben, aber ein spannendes Sozialleben haben.

Informiere Dich doch mal bei der ZSB Deiner Uni, was die an Hilfen anbieten. Und gibt es bei Euch eine Psychotherapieambulanz an der Uni? Die bieten häufig auch Gruppenangebote an.

Und allgemein:

Gefällt Dir das Studium? Wenn nicht: Was gefällt nicht? Und was geht Dir durch den Kopf (abgesehen davon, dass andere es irgendwie anders/besser hinkriegen)?

Könnte das hier auf Dich zutreffen:

[[http://www.prokrastination.net/]]

[[http://wwwpsy.uni-muenster.de/Prokrastinationsambulanz/prokrastination.html]]

H@elqleqTuxin


@ Sunflower_73:

Vielen Dank für deine Antwort.

Im Grunde gefällt mir mein Studium. Klar gibt es mal Kurse, die langweilig sind, aber im Großen und Ganzen interessiert es mich. Mir gefällt nur das "Leistungen erbringen" nicht. Also mich nur in die Vorlesungen setzen und Zuhören ist in Ordnung, aber dann was ausarbeiten/für Klausuren lernen/etc, das krieg ich nicht auf die Reihe. Es ist aber nicht so, dass ichs wirklich nicht kann, dumm bin ich nicht, aber ich mache es halt einfach nicht.

Ich glaube, es gibt eine psychologische Beratung an der Uni, müsste ich mich mal informieren.

Problem ist, dass ich Dinge mittlerweile so weit aufschiebe, dass sie nicht mehr aufschiebbar sind.

Wenn ich mir beispielsweise vornehme, eine Woche vorher für eine Klausur zu lernen, schiebe ich das so weit hinaus, dass ich nicht mal einen Tag vorher was machen und mir dann morgens vor der Klausur noch kurz alles durchlese. Was natürlich nichts bringt.

Ich habe dann immer ein mega-schlechtes Gewissen. Und ich hasse das Gefühl, das ich z.B. jetzt habe, dass ich noch so viel machen muss (und es dann nicht mache).

QMuellBwölkcxhen


So gehts mir momentan auch! Fühle mit Dir!

FuorevXer.Youxrs


Bei mir ist es zwar nicht so ausgeprägt, aber ansonsten teile ich all deine Probleme! Ich gehe zwar regelmäßig in Vorlesungen und Praktikas, lerne aber zu wenig vor Klausuren und habe auch sonst wenig Lust mich zu engagieren. An manchen Tagen nicht mal Lust überhaupt etwas zu machen außer vor dem Fernseher zu gammeln.

Nimmst du die Pille? Ich nehme meine seit Jahren und habe deswegen nie daran gedacht, aber als ich sie mal aus diversen Gründen für ein paar Monaten abgesetzt habe, kam plötzlich die Lust am Leben und die Motivation wieder durch. Ich WOLLTE aktiv sein, rausgehen, Sport machen... allerdings wurde die Haut extrem schlecht und die Verhütung brauchte ich auch, also habe ich wieder mit der Pille angefangen und fühle mich nun wieder schlapp. Jetzt werde ich die Pille umstellen und versuchen eine passende zu finden. Wenn das nicht klappt, werde ich wohl auf alternative Verhütungsmethoden zurückgreifen müssen.

T'inbe18;7


Ich kenne dieses Gefühl auch. Momentan muss ich eine Hausarbeit schreiben und ich schaffe es nicht micht hinzusetzen und konzentriert zu schreiben. Ich schreibe einen Satz und dann muss ich was anderes machen, weil ich es einfach nicht schaffe weiter zu schreiben. Bei mir ist diese Lustlosigkeit vor allem dann sehr schlimm wenn der Druck nicht groß genug ist. Unter Druck schaffe ich es auch mal mehrere Stunden was für die Uni zu tun. Nur hasse ich solche Tage auch und würde lieber langfristig arbeiten und dafür am Ende weniger Stress haben. Bei mir ist es allerdings noch nicht so schlimm, dass mein Studium dadurch in Gefahr wäre. Ich habe mir dieses mal ganz fest vor genommen gute Noten in den Klausuren zu schreiben und das habe ich auch geschafft. Nur nachdem die Klausuren vorbei waren, war bei mir die Motivation total weg. Jetzt sind den Semesterferien und ich hab mir ein paar Sachen vorgenommen um die ich mich kümmern möchte, aber ich schaffe es einfach nicht. :( Da hilft kein Zeitplan und auch keine Belohnungen oder ähnliches... Im Prinzip könnte ich längst alles erledigt haben und die Ferien nur noch genießen, nebenher ein bisschen arbeiten und würd mich wesentliche besser fühen, aber so schiebe ich alles vor mir her und habe ein schlechtes Gewissen.

z:uza


also falls es wirklich prokrastination sein sollte, hier mein ultimativer buchtipp (da kannste das zeugs aus münster ziemlich vergessen!):

Procrastinators-Digest-Timothy-Ph-Pychyl

oder schau' hier:

[[http://www.psychologytoday.com/blog/dont-delay]]

pychyl ist führend im bereich procrastination, super nett, bringt das thema sehr gut rüber – vielleicht bestellst du dir einfach das buch ....

Etllkagxant


ohje mir gehts leider genau so. es ist jetzt kurz nach 3 und schon seit 1 stunde wollte ich an meiner diplomarbeit schreiben. stattdessen lese ich alle möglichen fäden hier %-|

bei mir fing es im studium an. ich hab keine zukunft gesehen und fand meine fächer blöd.

also hab ich die vorlesungen ausfallen lassen und nur minimalen lernaufwand betrieben. dazu kam dann noch ne depression und anderes psychisches zeug. nehm antidepr. aber die motivation für dinge wie diplomarbeit schreiben, früh aufstehen, haushalt etc ist einfach nicht da. freunde treffen, weggehen, alles was spaß macht, das mach ich wieder. aber das eigentlich wichtige lass ich weiterhin schleifen. wobei ich ja auch noch weiß dass es wichtig wäre. ich geh zum nem psychologen und der meinte ich brauch eine tages struktur und solle mich belohnen. quasi eine stunde arbeiten und dann ne runde auf facebook drehen oder so. aber es funktioniert einfach nicht ":/

es funktioniert aber auch nicht, weil ich zuhause an der dipl.arbeit schreibe. war im dezember/januar bei nem kumpel der ein büro hat. bin da 2-3mal die woche hin und hab mehrere stunden am stück was dafür getan und bin gut voran gekommen. aber zu hause ist es viel schwerer. bei dem kumpel mach ich das allerdings nicht mehr, weil wir immer so unterschiedlich zeit haben und er genau so chaotisch ist wie ich :=o na ja und seitdem hab ich wieder ein arbeitstechnischnisches tief. aber jetzt raus von med1 und ab an die DA. tschaka...

SQunf=low&er_7x3


Tja – ich sollte eigentlich an meiner Doktorarbeit sitzen und was für meine Weiterbildung dokumentieren... ;-) Letztlich ist das Problem weit verbreitet – und ein echtes Problem wird es, wenn man wirklich komplett den Anschluss verliert.

Weiterer Buchtipp:

Schluss-mit-dem-ewigen-Aufschieben

Tkine[187


Man hört ja so oft, dass man sich nach getaner Arbeit belohnen soll. Das Problemn ist aber, dass ich die Dinge wie z.B. im Facebook surfen, auch sofort tun kann und daduch, dass ich zuerst arbeiten muss, wird die Belohnung zu einer Bestrafung d.h. die Arbeit sorgt nicht für eine Belohnung sondern verhindert sie erst mal. Das bedeutet man brauch eine Belohnung die direkt mit der Arbeit in Verbindung steht z.B. gute Noten. Die bekommt man allerdings erst ganz zum Schluss und nicht sofort nach getaner Arbeit. Außerdem besteht immer die Gefahr ein schlechts Resultat zu erzielen. Ich glaube das ist auch ein ganz großer Faktor für Unlust, einfach die Angst zu versagen und eine schlechte Note zu bekommen.

zjuza


also das buch vom rückert habe ich auch – also der pychyl ist einfach besser ;-) (und billiger, wenn man einfach die sachen auf psychology today liest, was dann aber zeitaufwändiger ist und wiederum eine gute entschuldigung, nix zu machen ;-D )

als "schreibbuch" finde ich sehr gut:

reden-kann-macht-Eindruck-Schreibfitnessprogramm

das sind gute übungen drin, die man immer mal einschieben kann (also kein stress ...)

wenn das verhalten und die innere einstellung nicht übereinstimmen, hat man ein wahrhaftiges problem – und wir sollten nicht vergessen, dass unsere uhr rückwärts läuft ... also von daher gibt's keine zeit zu verschwenden ;-)

da geh' ich doch gleich mal aus dem netz ... ;-D

zquzxa


@ tine:

da gibt's so einen spruch "don't give in to feel good!"

E2llwagant


@ tine

und wenn du dir ne belohnung suchst, die du wirklich erst nach dem lernen etc kriegst?

ich hab jetzt 2std was für meine DA gemacht und wollte mich mit shoppen belohnen |-o

aber ich bin zu faul um mit dem fahrrad ins einkaufszentrum zu fahren ;-D

ich hab aber die 2std gut durchgehalten und mich nicht abgelenkt. wenn ich mir ein zeitlimit gesetzt hab (1std schreiben, dann ne stunde freizeit, dann wieder schreiben), dann quäle ich mich nur durch diese stunde und schau dauernd auf die uhr, wann sie endlich vorbei ist.

wenn ich mir kein limit setze, dann hör ich auf, wenn mein kopf nicht mehr mitmacht. das war leider schon nach 2stunden der fall. da seh ich dann den berg, den ich noch durcharbeiten muss und dann geht die motivation flöten.

H3ellleq$uin


Danke erstmal für eure vielen Antworten. Bin ja schonmal froh, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht. Wobei ich ja schon ein "Extremfall" zu sein scheine, wenn ich lese, DASS ihr euch wenigstens hinsetzt und was macht. Nichtmal das schaffe ich im Moment.

Da die Frage aufkam: Nein, die Pille nehme ich nicht. Habe ich nie und werde ich auch nicht tun. (Aber das ist ein anderes Thema.) Daran kann es also nicht liegen. Auch sonst bin ich meines Wissens gesund und nehme keine Medikamente.

Ich habe mich eben auf der Uni-Seite informiert und festgestellt, dass es in der Tat eine psychologische Anlaufstelle gibt. Ich denke, ich werde dort zur nächsten offenen Sprechstunde mal hingehen.

Im Übrigen bin ich gerade mit voller Motivation (!) dabei, Bewerbungen zu schreiben. Da geht es dann komischerweise...

siun\shi[ne8K3


Nimm dir einfach kleine Schritte vor und erstelle einen Tagesplan. Das hat mir geholfen, als mir der Berg von Klausuren und Hausarbeiten über den Kopf zu wachsen drohte. Hatte auch so eine Phase wo ich dachte, es geht nicht mehr. Aber das haben schon so viele geschafft, auch du wirst es packen.

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