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Den Körper der Wissenschaft vermachen, Patientenverfügung

BxergIa1dlexr hat die Diskussion gestartet


Hallo.

Ich bin zwar jetzt noch nicht so alt, und habe wohl noch einige Zeit vor mir. Aber man weiß ja nie, was passiert, man kann einen Unfall haben oder unheilbar krank werden.

Da ich vermutlich keine Kinder haben werde (Lange geschichte) will ich meinen Körper der Wissenschaft und Medizin vermachen.

Wie macht man sowas? wäre sowas (Falls ich doch mal leibliche Nachfahren bekommen sollte) wieder wiederrufbar? Sehen behandelnde Ärzte, dass mein seinen Körper der Medizin und Wissenschaft vermacht hat, und hat das möglichereise Folgen für die Behandlungstaktik? Z.B. in dem am Ende so behandelt wird, dass die Organe möglichst brauchbar bleiben und dafür ein früheres Ableben in Kauf genommen wird?

Außerdem würde ich gerne eine Patientenverfügung machen, mit folgendem Ziel:

Möglichst kurzer und schmerzloser Tod, keine lebensverlängernden Maßnahmen, wenn dadurch ein langer Todeskampf oder starkes Leiden verursacht wird.

-Einsatz von starken Schmerzmitteln und Sedierung auch wenn dadurch möglicherweise das Leben verkürzt wird oder andere negative Folgen (z.B. Abhängigkeit) entstehen.

-Keine Lebenserhaltung durch Apparate über einen längeren Zeitraum, wenn ein Erfolg nicht absehbar ist. Ich will nicht Monate bis Jahrelang im Wachkoma dahinvegitieren oder als höchstgradig pflegebedürftig und abhängig von Maschinen enden. Dann lieber stark sedieren und Schmerzmittel verabreichen und anschließend die Maschinen abschalten.

Antworten
S=m-iloxdon


Lieber Bergadler!

Mit einer Patientenverfügung bist Du da ganz richtig, im Net gibt es genügend Quellen, um so etwas aufzusetzten. Wichtig ist, dass Ärzte davon Kenntnis erhalten, also nahe Angehörige instruieren, dass im Fall des Falles die Verfügung im Kkhs vorzulegen ist. Wenn keine Angehörigen vorhanden sind, ein Notfall eintritt und man selbst nicht bei Bewußtsein ist: schwierig, schwierig!

Sicher wird kein Arzt in D die Behandlung davon beeinflussen lassen, dass man nach seinen Tod den Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellt. (Etwa so:"Nein bitte keine Herzmassage, wir brauchen ein unkomprimiertes Herz für die Pathologie!" ]:D )

Sei Dir bewußt, dass die meisten Leichen in der Lehre landen und von Medzinstudenten im 1. Semester im Rahmen des Anatomiepraktikums klein geschnippelt werden. Nicht sehr angenehm die Vorstellung, aber im Darm eines Wurms oder durch den Schornstein eines Krematoriums zu wandern ist sicher auch nicht so schön. Bloß gut, dass das "ICH" dann nicht mehr dabei ist...

In diesem Sinne – ein langes Leben!

BTergaAdler


Sicher üben die Studenten an Leichen. Die müssen ja auch mal üben man kann sie ja nicht einfach auf einen lebenden loslassen.

Ich will erst mal Organspende machen, was für Organspende nicht brauchbar ist, soll für die Pathologie oder wissenschaftliche Experimente zur Verfügung gestellt werden.

Solange ich keine leiblichen Nachkommen habe. Wenn ich leibliche Nachkommen bekommen sollte, mache ich nur noch Organspende und lasse eine Feuerbestattung machen, das ist für die Trauerbewältigung für die besser. Aber ohne leibliche Nachkommen ist mir das egal da kann ich ruhig in der Pathologie enden.

Ich habe im Internet ein bisschen herumgesucht. Dabei bin ich auf Stichwörter wie "Finale Sedierung" gestoßen.

Ich spreche mich auf jefen Fall für eine Sedierung aus, wenn dadurch das Leiden verringert wird. Selbst wenn dadurch das Leben verkürzt wird oder die letzten Überlebenschanchen schwinden (oder im Fall dass man doch überlebt, dann Medikamentensüchtig ist)

Ich möchte auch die "Apparatemedizin" zeitlich begrenzen, d.H. wenn mein Körper aus eigener Kraft nicht mehr überleben kann und nach maximal ein paar Behandlungswochen keine Aussicht auf Besserung besteht, sollen die Maschinen abgestellt werden.

Die Chance, dass ich leibliche Nachfahren bekommen werde, ist aus biologischen/gesundheitlichen Gründen ehr gering. Natürlich kann es sein, dass es unverhofft mal klappt, aber wenn man die Tatsachen betrachtet, ist es ehr unwahrscheinlich.

Noch habe ich Angehörige, aber da ich vermutlich keine leiblichen Nachfahren bekommen werde, wird das im Alter schon ein Problem werden. Vielleicht kann man permanent einen Zettel mitführen "Patientenverfügung beim Notar hinterlegt" oder sowas.

G(rau$amsxel


Ich wollte meinen Körper auch der Wissenschaft vermachen, damit die Studenten lernen können. Weil ich schon so oft von den Segnungen der Medizin und der Kunst der Chirurgen profitieren durfte, wollte ich "etwas zurückgeben". Dank der ärztlichen Kunst bin ich noch am Leben - und lebe ein erfülltes, gutes Leben.

ABER: meine Familie war über meinen Entscheid entsetzt und vor allem mein Mann sagte, dass er das Wissen darum nicht ertragen könnte, dass sein Liebstes in irgend einem Anatomiesaal seziert wird und eventuell Präparate in eine Sammlung kommen oder Fotos in Lehrbücher. Natürlich ist ihm bewusst, dass die Grauamsel dann nicht mehr zu erkennen ist.

Aus diesem Grunde habe ich in meiner Patientenverfügung das entsprechende Kästchen mit NEIN angekreuzt.

Ich rate Dir, Bergadler, mit Deinen Liebsten darüber zu reden. Wer eine Patientenverfügung macht, muss das sowieso, denn es sind Adressen von Nahestehenden aufzuführen, welche von der Verfügung wissen.

m`arika sLtSexrn


im spiegel stand vor einiger zeit ein artikel darüber, dass die institute quasi von leichen "überlaufen" sind ;-D, weil eine menge leute auf den trichter gekommen sind, dass man sich auf diese weise ne menge beerdigungskosten sparen kann. die moralische verpflichtung, seinen körper der wissenschaft zu spenden, ist somit hinfällig – die haben schon mehr als genug davon.

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