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Arbeitsunfall: Wer zahlt?

s3chiWldiM8x5 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

da ich bis jetzt nicht wusste, an wen ich mich wenden soll/kann, schreibe ich eben hier ins Forum. :-) Ich hoffe, das hier ist nicht der falsche Bereich.

Vor etwas mehr als zwei Monaten musste ich (Azubi, zwar "Metaller", aber Bürojob) von unserer Firma aus zu einer anderen, um dort Metallteile zu bohren. Dabei wurde ich angewiesen, diese Teile MIT Handschuhen zu bohren, obwohl ich meinte, dass Handschuhe an drehenden Maschinen nicht erlaubt sind. Es kam, wie es wohl kommen musste (obwohl ich nie damit gerechnet hatte), dass sich mein Handschuh in einem sich drehenden Span um den Bohrer verfangen hat. Dabei wurde mir ein Stück des Mittelfingers abgerissen. Dieses konnte nicht wieder angenäht werden und mir musste daraufhin das Endglied amputiert werden.

Leider war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht unfallversichert und besitze bis dato auch keine Rechtschutzversicherung. Jetzt würde ich gerne wissen, wer denn für den Unfall haftet. Bis jetzt habe ich noch von niemandem auch nur einen Cent bekommen und muss für den Rest meines Lebens nur noch mit 2/3 meines Mittelfingers leben. Die Firma, in der ich arbeite, hat sich nicht wirklich für mich eingesetzt. Eingesehen wurde es auch nicht, dass ich als Auszubildender in die andere Firma geschickt wurde (klar: Azubi = günstig). An die Polizei ging der Arbeitsunfall auch nicht (die hätte meines Wissens mit/vor/nach dem Rettungswagen anrücken müssen), nur an die BG.

Unsere Firma mag wohl sparen und niemanden scheint es mehr zu interessieren. Auskunft habe ich von unserer Firma auch nicht bekommen, wie die andere Firma nun mit unserer verblieben ist. Stehe ich somit mit meinem "Problem" alleine da? Gegen wen kann man eigentlich klagen, wenn man nicht rechtschutzversichert ist? Sieht sicherlich schlecht für mich aus oder was meint ihr?

Besten Dank für eine Antwort.

Antworten
g'ato


Haben deine Eltern eine Rechtsschutzversicherung? Wenn du Glück hast, kannst du diese als Azubi über deine Eltern nutzen. Das gleiche gilt u.U. bei der Unfallversicherung.

MMolli"enxchen


Ich würde mich an Deiner Stelle mal direkt an die BG wenden. Wenn der Unfall dorthin gemeldet wurde, müssten die ja auch was unternehmen. Und sei auf jeden Fall hartnäckig.

B1K0x9


das hört sich doch ganz klar als arbeitsunfall an, also zahlt die Berufsgenossenschaft. wende dich doch mal an die. und gleichzeitig würde ich mal zu ner rechtsberatung gehen. wenn die firma dich als azubi ohne aufsicht gelassen hat, könnte das ggfs. fahrlässigkeit seitens des ausbilders sein. vielleicht kannst du damit zumindest ein schmerzensgeld bekommen.

ansonsten gibts in der regel nur ne unfallrente von der BG und die wird nicht allzu riesig sein.

jKulalxa


Das zahlt m.M. nach natürlich die Berufsgenossenschaft, da es ein Arbeitsunfall war. Auch wenn du bei einer anderen Firma tätig warst bist du über deinen Arbeitgeber versichert.

Wer hat denn die Arztkosten bezahlt ??

BwK~09


achso...und die handelskammer wäre auch noch ein ansprechpartner!

Kka:ti<91


Die Tatsache, dass du Handschuhe anhattest, wird die Sache ganz schön schwierig für dich machen, da du dich nicht an den Arbeitsschutz gehalten hast. Du hast also fahrlässig gehandelt. Auch wenn dir gesagt wurde, dass du sie anziehen sollst, hättest du anders handeln müssen.

j uRlala


Wenn die BG die Arztkosten bezahlt hat, ist der Unfall auch als Arbeitsunfall anerkannt und die Handschuhe spielen keine Rolle mehr.

LTuziknde_7x6


Die Tatsache, dass du Handschuhe anhattest, wird die Sache ganz schön schwierig für dich machen, da du dich nicht an den Arbeitsschutz gehalten hast. Du hast also fahrlässig gehandelt. Auch wenn dir gesagt wurde, dass du sie anziehen sollst, hättest du anders handeln müssen.

Er ist Auszubildender. Für den Arbeitsschutz bzw die Einhaltung desselben ist der Arbeitgeber verantwortlich. Als Azubi hat er lediglich eine Anweisung befolgt.

LJuzinrd$e_7x6


Wurde denn kein Unfallprotokoll gemacht?! Grob fahrlässig hat nur dein AG gehandelt. Mal bei der Gewerkschaft nachgefragt?

BWK09


@ Luzinde_76

seh ich genauso

s,in@gha


Für den Arbeitsschutz bzw die Einhaltung desselben ist der Arbeitgeber verantwortlich

Hängt vom Lehrjahr ab. Wen er das hätte wissen müssen, ist er selbst Schuld.

LQuz indxe_76


Auszubildender ist man, solange man sich in der Ausbildung befindet... Das Lehrjahr ist unerheblich. Gewerkschaft anrufen , Termin machen, Sachlage erklären. Ein Unfallprotokoll ist Pflicht bei Arbeitsunfällen. Vielleicht findet sich jemand, der den Unfallhergang bestätigen kann?

szchBildzi8x5


Hallo!

Wow, so viele Antworten in der kurzen Zeit. Vielen Dank!

Also: ich bin Azubi im zweiten Lehrjahr, hatte aber bis jetzt noch nicht einmal die eigentlich durchzuführende Ausbildung in der Werkstatt (drehen, fräsen usw.). Ich habe ja außerdem gesagt, dass Handschuhe an der Bohrmaschine nicht erlaubt sind. Daraufhin meinte man aber, ich solle welche anziehen, weil das Alublech speziell beschichtet ist. Also hab ich das eben als Azubi getan und mich nicht mehr gewehrt.

Der Unfall wurde per Unfallbericht an die BG weitergeleitet. Aufgesetzt wurde der Bericht mit mir, allerdings habe ich den nicht geschrieben, da ich mit der Hand nicht konnte und eingesehen habe ich den auch nicht. Hätte ich das tun sollen? Ich weiß nur, dass "unsere" Firma das "Problem" auf die andere Firma abwälzen wollte und somit keine Erhöhung des zu zahlenden Beitrages an die BG durch meinen Unfall stattfindet. Ansonsten verhielt man sich recht verschlossen, was mir eigentlich nicht sehr geheuer ist.

Was ist aber, wenn, wie ihr sagtet, mein Arbeitgeber grob fahrlässig gehandelt hat und ich nicht gegen ihn vorgehen sollte, weil das dann mächtige Streitereien geben könnte? Möchte eigentlich schon noch die Ausbildung dort fertig machen.

Bei der BG habe ich allerdings noch nicht angerufen, weil ich dachte, das sei für die schon so geregelt. Das werde ich jetzt aber nachholen. Und ja, die BG hat natürlich die Arztkosten übernommen.

a'prixl45


Eigentlich müßte dafür die BG zuständig sein. Sollte es auch grobfahrlässig sein müßte trotzallem soweit mir bekannt die BG zuständig sein, solange kein Alkohol oder Drogen im Spiel waren.

Wende dich an einen Rechtsanwalt, Beratungsgespräche sind meist gratis und es kann dann auch Prozeßkostenbeihilfe beantragt werden.

Wenn du in der Gewerkschaft bist kannst du auch über die einen Rechtsanwalt nehmen, da das Problem das Arbeits- und Sozialrecht betrifft.

Bleib da auf alle Fälle dran, geh in den Widerspruch und bei Ablehnung von diesem Klage.

Meist wird damit gerechnet das sich Betroffene aufgeben und somit hat man wieder gespart.

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