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Stets zur Karriere gepusht, nun ohne Karriere glücklich

s=uperHuscxhi


Hallo Azrael,

ich freue mich für dich! :)^

Mir ging es ähnlich: Schule schnell und gut abgeschlossen, auf Anhieb Ausbildungsplatz in der IT Branche bekommen, verkürzt abgeschlossen, guter Job mit Aufstiegsschancen. Gepusht habe ich mich selbst, wollte hoch hinaus, das dicke Geld machen, einen Job mit Anerkennung und einem tollen Titel auf der Visitenkarte. Und irgendwann hab ich dann festgestellt: NE, das isses irgendwie nicht! Ich habe dann gekündigt, war einige Zeit selbständig und bin dann Mutter geworden.

Nach einiger Zeit habe ich mich nach einem "easy" Job umgesehen, der das nötige Geld reinbringt, mich aber nicht kaputt macht, wo ich wirklich Feierabend habe, wenn ich nach Hause gehe. In "meine" Branche wollte ich nie zurück, lieber etwas "einfaches" wie Verkäuferin oder so. Nunja, ich bin dann indirekt doch wieder in der Branche gelandet, der Job verlangt mir auch einiges ab, aber meine Sichtweise auf das ganze hat sich total gedreht. Früher habe ich mich immer sehr reingesteigert, habe hier und da noch Aufgaben übernommen, mir gingen Dinge persönlich nah, und wenn ich mit einer Entscheidung der Vorgesetzten unzufrieden war, hat mich das total gewurmt usw. Ich hatte Magenprobleme, war häufig krank, fühlte mich immer gehetzt.

Jetzt habe ich mehr die Einstellung "Hey, ist ist nur ein Job, nicht dein Leben!". Ich freue mich morgens auf meine Arbeit, und ich freue mich Mittags darauf, meine Tochter zu sehen.

Ich lebe sehr gut damit und wünsche dir sehr, dass du deine Entschiedung niemals bereuen wirst :)z

S#u2nfloPwexr_73


Was mir durch den Kopf geht, da Du so abgeklärt klingst:

Ist es wirklich und immer so, oder gibt es Momente, wo Du Dir die Vorteile Deiner Entscheidung doch sehr bewusst vor Augen führen musst?

Mich hat die Aussage bzgl. Deiner Eltern (dass Du nie ins Konzept gepasst hast und passen wirst) nachdenklich gemacht. Bei mir ist es ähnlich, ich versuche den Absprung – aber irgendwie will ich doch immer noch die Anerkennung. Schwierig. Rational ist alles klar, aber emotional bin ich dann doch wieder das Kind, das liebgehabt werden will.

Frage mich daher, ob es für Dich wirklich so ein klarer Schnitt ist. Oder ob Du nicht auch manchmal daran denkst, dass Deine Kinder ihre Großeltern nicht kennen werden,... Ist ja doch nicht so einfach, ein solcher Kontaktabbruch,

@ Ludi:

Manche Leute starten halt mit viel Ehrgeiz in den Job. Reden sich schön, dass es am Anfang halt so seinmuss mit dem Engagement etc. – bis man nicht mehr der Anfänger ist, der Neue, bis man mehr Erfahrung hat,... Bis man realisiert, dass es so bleiben wird. Dass es nicht nur eine Phase ist, sondern man immer und immer mehr strampeln muss, um seine Position zu wahren. Und DANN kommen eben die Zweifel, wenn sich das als permanente Perspektive offenbart.

Ich habe nach dem Studium hochengagiert eine Weiterbildung angefangen, die teuer ist, einen besch... Praktikantenstatus mit sich bringt. Ich war dankbar für halbe Stellen, auf denen ich Vollzeit gearbeitet habe. Nach fast 5 Jahren reicht es mir. Ich bin nicht fertig mit der Weiterbildung, weil ich nebenbei zu viel arbeiten muss. Ich bin es leid, dass andere meinen Job auf einer 3/4-Stelle machen, und ich mich habe ausbeuten lassen. Ich bin nicht mehr bereit, noch mehr Schulden zu machen und immer der Praktikant zu sein, nur weil mir ein blöder Stempel auf einer blöden Bescheinigung fehlt. Ich habe mich 5 Jahre ausbeuten lassen und viel investiert, viel zurückgesteckt. Ich wusste, dass es so laufen wird – aber nicht, dass es so lange dauern wird und so ätzend wird und sich z.T. die Rahmenbedingungen so zum Negativen ändern.

Man denkt, es ist nur eine Phase... es wird anders... Man ist bereit, erstmal Abstriche zu machen (Du vielleicht nicht, wenn ich an Deine Threads denke – sorry, meine Beobachtung). Aber man ist eben nicht ewig dazu bereit und fähig.

gwatEo


Meines Erachtens misst der Mensch sein Glück heutzutage viel zu sehr am Profitstreben. Wer viel verdient = glücklich, der "hat es geschafft".... Aber dann sehe ich im Fernsehen Millionäre, die einsam sind oder ich sehe Chefs, die keine Zeit für ihr Leben und ihre Familien haben. Und mir ist im Laufe meiner beruflichen Laufbahn auch klar geworden, dass Karriere und Freizeit, also die Zeit, die es erlaubt, sein Leben nach eigenen Vorstellungen und mit geliebten Menschen zu gestalten, nicht zusammenpassen.

Auch wenn du angeblich niemanden missionieren willst, finde ich deine Sicht sehr einseitig. Unterschwellig kommt schon durch, dass deine Einstellung die bessere ist und wer das anders sieht macht etwas falsch. Wer Karriere macht oder viel Geld verdient strebt nach Profit und Karriere und Freizeit passen nicht zusammen. Andere setzen da eben andere Maßstäbe an.

Ich war letztens bei einer Diskussionsrunde da ging es um Mütter in Führungspositionen. Die Teilnehmerinnen hatten alle 2-3 Kinder und einen Ehemann, der eine ähnlich gute Position hat. Für diese Frauen wäre es einfach gewesen, sich beruflich mit weniger zufrieden zu geben und mehr für die Kinder das zu sein. Für sie gab und gibt es aber eben mehr als nur "Mama sein". Das finde ich völlig legitim und hat nichts mit Profitstreben zu tun. Ich möchte das gar nicht bewerten, aber soll zeigen, dass es eben nicht nur um Freizeitgestaltung und viel Zeit mit den Kindern geht um glücklich zu sein.

Ich gönne dir dein Glück und freue mich, dass du es gefunden hast. Aber dass Kinder nur ohne Karriere funktioniert um glücklich sein, ist nicht der Weisheit letzer Schluss. ;-)

KFl'eixo


Azrael

wow, mit soviel Zustimmung habe ich überhaupt nicht gerechnet.

Es ist doch schön für Dich, dass Du Deine Werte lebst. Warum aber meinst Du andere bedauern zu müssen, dass andere andere Werte haben und unter anderem Karriere machen wollen oder es tun. Du reagierst doch genauso wie Deine Eltern – mit Unverständnis und Respektlosigkeit.

E/quilirzer


Dass siehst du völlig falsch, Kleio! Inwiefern ist jemand respektlos nur weil er ihn bedauert? Azrael bedauert die anderen nicht weil sie Karriere machen wollen. Viel mehr bedauert er die Menschen die Karriere machen wollen, profitorientiert sind und dabei ihre Familie vollkommen aus den Augen verloren haben. Im übrigen gibt es kaum ein anderes Land auf der Welt, dass so Kinder- und Familienfeindlich ist wie Deutschland. Dass bekomme ich nahezu täglich am eigenen Leib zu spüren.

Da nützt es auch nichts die angebliche Familienfreundlichkeit mit dem Deckmantel des Mutter- oder Vaterschaftsurlaubs zu kaschieren.

Azrael hat vollkommen recht wenn er sagt:

dass Singles oder Menschen ohne Kinder für diese Einstellung selten Verständnis zeigen.

ich wollte stets, dass meine Kinder mich als jemanden wahrnehmen, der seine Frau und Kinder liebt, der für seine Kinder da ist, der Verständnis und Interesse für seine Kinder zeigt und der seinen Kindern all das gibt, das ich mir als Kind von meinem Vater gewünscht hätte. Ich will ein positives Vorbild sein und meinen Kindern vermitteln, dass wir ein starkes Team sind, das immer füreinander da ist und in allen Lebenslagen zusammen hält.

Was ist daran Respektlos?

ich stoße täglich auf Unverständnis, wenn ich sage, dass ich mich darauf freue, Abends meine Kinder zu baden

Wie du siehst, nicht Azrael sondern die anderen reagieren mit Unverständnis.

Knlexio


Equilizer

Was ist daran Respektlos?

Für mich ist es respektlos, wenn jemand meint, seine Lebensanschauung sei besser als eine andere. Damit stellt er sich höher und damit ist die Ansicht respektlos, denn er begegnet ihm nicht auf gleichwertiger Ebene.

EOqOuili9zer


Ich kann aber aus keinen seiner Beiträge erkennen, dass er seine Lebensanschauung besser und sich damit höher darstellt als andere. Vielleicht habe ich aber auch etwas überlesen oder kann einige Stellen nicht richtig intepretieren.

Vielleicht bringst du mich noch drauf. :)_ Ich bin lernfähig.

KRle/eneFFoxxy


Danke Azrael. Ein Beitrag der Augen öffnen sollte. Ich kenne ähnliches und kämpfe seit längerem darum, trotz meiner "abwegigen" Prioritäten von meinen Eltern, vor allem meinem Vater akzeptiert zu werden. Es klappt, ist hart, aber Liebe kann helfen.

m4alagxena


Ich denke, es gibt eine grosse Grauzone zwischen karrieregeil und Familie vernachlässigen und auf Karriere verzichten und dafür gute Eltern sein

Ich habe keine besondere Karriere hinter mir, überhaupt nicht. Doch ich habe einen tollen Beruf und damit auch Erfolg. Meine Kinder sind stolz auf mich. Manchmal wächst mir alles über den Kopf und ich habe das Gefühl, als Mutter zu versagen. Manchmal klappt beides gut. Es ist eine Gratwanderung.

Meine Mutter hat für die Kinder auf Karriere verzichtet, was von unserer Seite eher als Belastungsfaktor empfunden wurde.

i@xcxhxDdxoFxcx4h


@ Azrael

Hallo, ich kann Dich da nur bestärken, da das bei mir im Ablauf genau so wie bei Dir war, die Karriere ganz oben, gegen eine glückliche Familie und schönes efrülltes LEBEN getauscht und nie bereut.

K[l{eio


Equilizer

Vielleicht bringst du mich noch drauf. :)_ Ich bin lernfähig.

Ich sehe keinen Grund, dich "drauf zu bringen". Ich stelle lediglich meine Meinung dar und Du Deine. Es ist naheligend, dass Du es nicht so sehen wirst, weil Du nicht dieselben Kriterien hast, wie ich.

S[unflgower_x73


Ich kann hier nur lesen, dass es FÜR AZRAEL die bessere Lebensweise ist. Ich lese nirgendwo Abwertung derjenigen, die sich für einen anderen Lebensstil entscheiden. Ja, Azrael sagt schon, dass er es nicht verstehen kann. Aber das ist SEINE Bewertung.

g6ato


Ich empfinde das ähnlich wie Kleio. Wenn Azrael "Menschen bedauert, die dieses Glück nicht haben" klingt das für mich auch unsympathisch. Ich würde es nicht respektlos nennen, aber ich verstehe was sie meint.

EVquiIlizxer


Kleio

Ah..ja! :)z

mRalag~enxa


Mein Traummann wäre ein zufriedener Hausmann... Ich würde voll arbeiten gehen, er den Haushalt machen, zu den Kindern schauen, wenn ich weg bin und mir was feines kochen x:)

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