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Wie schaffe ich es bloß meine Dissertation fertig zu schreiben?

MSagn5olienb1lSättner hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen *:)

ich schreibe schon seit zwei Jahren an meiner Dissertation und plane, sie innerhalb des nächsten Jahres fertig zu schreiben. Dies wäre theoretisch machbar, das Konzept steht und Material habe ich genug. Ich habe sogar schon knapp 200 Seiten geschrieben.. aber von einer Dissertation ist mein Geschriebenes dennoch noch weit entfernt.

Bei meiner Bachelor- und Masterarbeit hatte ich, bis auf die üblichen, keine Probleme (unter "üblich" verstehe ich: "Null-Bock"-Tage, kurzfristige Schreibblockaden, "Quäl"-Kapitel, sämtliche erdenklichen PC-Technik oder Software-Probleme, fehlende, aber dringend benötigte Artikel oder Bücher etc.).

Bei diesen Arbeiten war das Ende einfach absehbar dank vorgegebener Frist und genau die fehlt mir nun.. ich schaffe es kaum, mir selbst Ziele und Fristen zu stecken (und bei einer Diss. tut das auch sonst niemand mehr, zumindest in meinem Promotionsstudiengang).

Meine Strategien bisher waren:

-) ein Kapitel im Kolloquium vorzustellen und mit anderen Doktoranden zu besprechen (auseinandernehmen lassen wäre auch eine passende Beschreibung => schmerzhaft aber eben doch sehr wirksam weshalb ich das weiterhin tun werde)

-) Konferenzvorträge zu halten bzw. auf Konferenzen zu fahren (auch bei bloßer Teilnahme trifft man schließlich auf andere Doktoranden, die von ihren Projekten erzählen und egal wie viel davon stimmt, will man ja nicht unbedingt hinten anstehen und das motiviert)

-) Seminare zum Thema zu geben um die Forschungsliteratur durcharbeiten, aufzubereiten und aufs Wesentliche zusammenfassen zu müssen, neue Anreize und Ideen über die Diskussion mit Studierenden bekommen können, hierüber das eigentlich Interessante am Thema erkennen

So, das klingt ja vielleicht erst einmal ganz gut aber mein Problem liegt leider dennoch darin, aus dieser ganzen Zusammenstellung von Material, Ideen und angefangenen Kapitel eine komplette, strukturierte, stringent argumentativ überzeugende Arbeit zu machen.. oftmals denke ich sogar darin, das Ganze komplett hinzuschmeißen %:| Ich sehe nicht, wie ich das jemals schaffen könnte..

Das hat einerseits äußere Einflussfaktoren:

ich wohne in meiner Heimatstadt, nahe meiner Familie aber fern meiner Uni (ca. 1.5 Stunden). Meine Familie glaubt, ich sei "nur" zu Hause und damit abrufbar. Ihr Verständnis wird immer geringer da der Zustand ja nun schon 2 Jahre anhält.

In der Uni-Bib. schreibe und lese ich eigentlich am besten, aber schaffe es höchstens 1x in 2 Wochen dorthin weil die Entfernung ständig meinen inneren Schweinehund herauskehrt ("ach, ich schaffe heute zu Hause sicherlich auch etwas") und die Fahrt dorthin zusetzen (ich hasse Bahnfahrten und bin danach immer völlig kaputt wg. Verspätungen, überfüllten, stickigen Zügen, musikhörenden, telefonierenden, quatschenden Mitfahrenden..).

und andererseits vermutlich "psychische" Gründe:

umso näher ein vermeintliches Ende rückt umso mehr schiebe ich auf.. ich glaube, ich habe Angst davor, meine Dissertation tatsächlich einzureichen weil dann Bewertung und Verteidigung nicht lange auf sich warten lassen.

Momentan versuche ich insbesondere das erste Problem in Angriff zu nehmen und suche nach einer Möglichkeit an meinem Heimatort, aber außerhalb von zu Hause zu arbeiten um endlich wieder mehr zu schaffen! Ich habe teils wochenlang versucht, zur Uni zu pendeln, da habe ich noch weniger geschafft weil ich schon fix und fertig war bevor ich überhaupt ankam..

Hat vielleicht jemand einen Tipp für Arbeitsplätze außerhalb von zu Hause?

Wir haben Büchereien aber die sind ziemlich klein, es gibt keine wirklichen Arbeitsplätze und da herrscht auch nicht gerade Bibliotheksatmosphäre, d.h. es kann auch öfters mal etwas lauter sein (während der Sommerferien vielleicht noch nicht aber danach wieder).

Trotz langem Text ist das nun erst einmal die Kurzform – ich will ja niemanden verschrecken und dies soll auch nicht mein persönlicher Faden werden sondern eher eine Art Austausch- und Plauderfaden um sich gegenseitig zu motivieren. Ein bisschen jammern ist auch erlaubt, finde ich ;-)

Wer hat ähnliche Probleme oder steckt einfach auch mitten in der Diss. und mag sich austauschen??!

Wer hat Tipps und Tricks zum besseren Arbeiten und Durchhalten?

Ich würde mich sehr über rege Beteiligung freuen!

Viele Grüße und hoffentlich bis bald! :-)

Antworten
BWlack9 Gun


zwei dinge: liegt deine angst vor dem fertigstellen der diss vielleicht auch ein stückweit vor der angst vor dem, was danach kommt? ich vermute anhand deiner beschreibungen mal, dass du was geisteswissenschaftliches studierst und da sind die jobaussichten ja häufig nicht so prickelnd – könnte es sein, dass die promotion für dich, unter anderem, auch eine art verlängerung des studentenlebens bzw der jugend ist im kontrast zum "erwachsenenleben"?

der andere punkt ist dein wohnort. zu nahe an der familie (bereitet, wie du ja selbst sagst, probleme), zum anderen zu weit weg von der uni. gut, 1 jahr vor abgabetermin muss man schon kritisch fragen, ob ein umzug noch lohnt, aber da sehe ich einen großteil deines problems.

und noch was: du schreibst du hast viel material und viele ideen und weisst eigentlich was du schreiben willst – hast aber eine blockade wenn's drum geht, mal ernst zu machen und das ganze zu papier zu bringen. kann es sein, dass du an perfektionismus leidest und beispielsweise deshalb am liebsten nie die reinschrift anfagen würdest, weil du selbst aus leidvoller erfahrung weisst, dass du nie mit deiner eigenen arbeit wirklich zufrieden bist?

alles natürlich nur ins blaue geraten von mir, aber vielleicht war ja ein "treffer" dabei? ;-) *:)

M"agnoVliWenblätxter


@ Black Gun

ich bin beeindruckt! Für's "Ins-Blaue-Raten" triffst du aber ziemlich ins Schwarze! :)

Aber wie hast du geschlussfolgert, dass ich einen geisteswiss. Promotionsstudiengang absolviere? Unterscheidet sich das Vorgehen in nicht-geisteswiss. Studiengängen so extrem? " ":/ (ich treffe ja immer nur andere GeiWis).

Wirklich "Angst" vor dem Ende meiner Uni-Zeit habe ich nicht oder ich verdränge so gut, dass sie mir nur wenig bewusst ist.. ":/

Ich habe nebenher immer und viel gearbeitet und weiß, was ich beruflich machen möchte, habe auch immer schon in dem Bereich Erfahrung gesammelt (Berufserfahrung mag dennoch was Anderes sein). Ich habe ein paar Erolgserlebnisse und weiß, dass es immer "irgendwie" weitergehen wird.. aber natürlich habe ich auch Zukunfstsorgen.

Natürlich werden uns GeiWis die Jobs nicht hinterhergeschmissen aber vielen anderen Absolventen auch nicht (ich kenne auch BWLer, Naturwiss., Informatiker etc., die lange gesucht haben).

Eine Verlängerung meines Studentenlebens käme da als Erklärung schon näher – die Uni bedeutet ein großes Stück Freiheit, die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, seinen Alltag zu gestalten, wie man möchte (ja, trotz Seminaren, Prüfungen, Hausarbeiten, Praktika – das gehörte für mich dazu). Und an der Uni ist es ja einfach schön, oder nicht? ;-) Ja, ich bin schon sehr gern dort, das stimmt (wenn eben die Fahrt nicht wäre..). Die Diss. ist mir angeboten worden und das hat mir geschmeichelt, das muss ich zugeben. Die Verlängerung habe ich also zu 50% selbst gewählt und das "Aufschieben des Uni-Endes" mag ein Grund gewesen sein, aber ich habe die Diss. nicht als Verlegenheitslösung angefangen.

Ein Umzug lohnt sich evtl. schon (denn wer weiß, wie lange ich tatsächlich noch brauche und ich gebe ja auch Seminare an der Uni) aber ich habe einige Gründe nicht umzuziehen- ich überlege aber zurzeit stark ob ich meine Prioritäten nicht doch etwas anders setzen sollte und muss.

Perfektionismus wird mir immer "unterstellt" (auch von Ärzten). Es mag stimmen – ich sehe das natürlich aus meiner eigenen Perspektive – aber es wird was dran sein, denn nein, ich bin nie zufrieden mit dem, was ich schreibe.

Danke Black Gun, ich finde deine Ansätze wirklich sehr treffend!

Ich überlege gerade, wie ich das nun umsetze..

MFagnoliEenblätxter


ich korrigiere mich: 50% selbst gewählt stimmt ja nicht – die Entscheidung habe ich allein getroffen, aber ich habe das Angebot schon gern angenommen, auch um nach Uni-Abschluss erst einmal eine Perspektive zu haben. Dennoch war es keine Verlegenheitslösung – ich war Feuer und Flamme für mein Diss.-Thema und habe schon während meines Studiums immer in die Richtung "geforscht".

B{lac2k Guxn


darf man fragen was für gründe es sind, die dich davon abhalten, deinen wohnort näher an den ort zu verlegen, der eigentlich dein lebensmittelpunkt sein sollte?

und darf ich, noch indiskreter als die vorangegangene frage, nachbohren, was für ärzte das sind, die dir die "diagnose" perfektionsmus gestellt haben? aber in jedem fall ist's ein problem, wenn du nie mit deiner eigenen arbeit zufrieden bist. denn das bedeutet, dass du für die zeit und mühe, welche du investiert hast, nie angemessen durch zufriedenheit und auf-sich-stolz-sein belohnt wirst. und wenn der anreiz, den dieses gute gefühl bietet, wegfällt ist's natürlich logisch, dass es dir schwerer fällt, mal anzufangen oder eine einmal angefangene arbeit durchzuziehen. diese problematik kenne ich von mir selbst leider nur zu gut. %-| lösungen hab ich ehrlich gesagt auch keine parat.

und ja, an der uni ist's schon schön, finde ich auch. ich genieße ebenfalls sehr die große zeitliche autonomie, die man im alltag hat. und auch die möglichkeit, kreativ tätig zu sein und in eine richtung zu forschen, die mich interessiert, ist in meinen augen ein riesenvorteil im vergleich zu jobs in der wirtschaft, wo die inhalte der tätigkeit eigentlich immer vorgegeben sind und dann eben häufig nicht mit den eigenen interessen übereinstimmen.

dass du geisteswissenschaftlerin sein musst war mir klar, als du davon geschrieben hast, dass du schon 200 seiten hast und dennoch weit von einem abgabefertigen werk entfernt bist. in meinem bereich haben dissertationen zb einen gesamtumfang von ungefähr 150-250 seiten, aber ist halt eher was mathematisches, mit vielen formeln und so. ich hab auch schon mal eine diss in mathe gesehen, die nur 60 seiten lang war, aber dank fast nur purer formeln inhaltlich so dicht war, dass eine geisteswissenschaftliche arbeit schon locker an die 1000 seiten braucht, um die selbe menge an inhalt zu haben. das ist so eine grobe faustregel: je näher ein fach auf der skala von "pures verbalfach" bis "pure mathematik" an der puren mathematik liegt, desto kürzer sind, gemessen in seitenzahlen, die arbeiten dieses fachs üblicherweise. wobei das aber keinerlei wertung einschließt, versteh mich nicht falsch. ;-)

uCpel=a


Ja, NaWi ist ja immer ein Stück weit praktische Arbeit – ich bin fünf Jahre im Labor gestanden für die Diss, die ich dann innerhalb einiger Monate geschrieben habe – eben Resultate zusammenfassen, in einen Kontext einbetten und auf alle Eventualitäten abargumentieren. Ich bewunder alle Geiwis für die Motivation, die sie aufbringen müssen, um sich da alleine durchzupeitschen.

M;agnoalien`blät9tepr


Klar darfst du fragen :)z

Bevor ich gleich endlich schlafen gehe ;-), hier noch meine Antwort:

warum bleibe ich an meinem Heimatort:

zu allererst – ganz ehrlich – aus Bequemlichkeit. Meine kleine Wohnung ist schön und in der Unistadt könnte ich mir so eine nicht leisten. Für eine WG bin ich mittlerweile echt zu "alt" ;-D Vielleicht nicht, aber ich hatte mehrere und das hat gereicht. Außerdem ziehe ich bald mit meinem Freund zusammen. Meine Unistadt ist zwar nicht hässlich, aber nicht so schön wie meine Kleinstadt. Meine Haustiere könnte ich dort vielleicht auch nicht so halten, wie bisher (kein/wenig Auslauf für Freigänger). Und ich habe meine Freunde und Bekannten hier und eben meine Familie.

Meine Familie braucht auch tatsächlich oft meine Unterstützung, zwar nicht so oft, wie sie sie einfordern, aber würde sie ganz wegfallen, wäre das problematisch.

welche Ärzte "diagnostizierten" mir Perfektionismus:

naja, eine Diagnose war es weniger, aber wann immer ich in den letzten Jahren zu Ärzten (Allgemeinmediziner, Allgemeinmediziner mit Zusatz Chirotherapie, Gynäkologin, Neurologe usw. usf.) gegangen bin, werden früher oder später meine Lebensgewohnheiten hinterfragt (essen, trinken, schlafen, arbeiten usw.) und aufgrund meiner Antworten – auffallend häufig – Perfektionismus erwähnt. Dann wurde mir eine gesündere Lebensweise empfohlen (weniger arbeiten, mehr schlafen, mehr Wasser trinken, "gesünder" essen, mehr bzw. andere Bewegung – ich habe eher Unter- als Übergewicht aber kaum Muskeln und eine schlechte Haltung).

naja, 1000 S. sind bei uns auch nicht Standard. Das kann wiederum am Fach liegen, aber es sind eher 250-300 S. (plus Bibliographie, Index etc.).

keine Sorge, ich verstehe dich nicht falsch. Die Unterschiedlichkeit ergibt sich wirklich aus der unterschiedlichen Thematik und unterschiedlichen Fachgepflogenheiten. Ich bin auch keine von den GeiWis, die sich rechtfertigen ;-) Ich finde wichtig und großartig, was ich studiert habe und was ich nun erforsche, einfach weil ich von allem ein wenig habe (Literatur, "Kultur", (Zeit-)Geschichte, Politik, Geografie, Medien).

@ upela:

Ja, das Allein-Durchpeitschen hat Vor- und Nachteile.. Auf der einen Seite bin ich froh drum und will und brauche auch keinen, der mich anpeitscht. Die Diss. war meine freie Entscheidung und ich denke auch, dass jeder, der sich für eine Diss. entscheidet, so eigenständig arbeiten können muss. Studierende sollten das auch können, aber trotzdem liegt die Sache da noch etwas anders.. Ich weiß aber dennoch, was du meinst und kann mir vorstellen, dass das in den NaWi anders abläuft, einfach weil auch Zwischenergebnisse mehr zählen und vorgestellt werden können und müssen (?) und weil man stärker im Team arbeitet.

Ein guter Mentor ist mein Prof. auch, ganz allein stehe ich nicht da und kann auch immer einen Termin zur Beratung/Besprechung bekommen.. obwohl er fast nur inhaltliche Tipps gibt. Manchmal hoffe ich auf ein wenig mehr menschliches Verständnis...

So, nun aber Gute Nacht! Vielleicht lesen wir uns morgen wieder – würde mich freuen! :-)

LG

L\orMdF xHong


Hallo,

ich sehe, deine Situation ist eine sehr verschiedene als die in der ich war als ich meine Diss geschrieben habe. Meine hatte am Ende komplett auch nur 148 Seiten. Ich musste die in so 6-8 Wochen zusammenschreiben, weil ich schon eine PostDoc Stelle hatte, die natuerlich ohne Diss nicht verlaengert worden waere. Haette ich keine Aussicht auf eine Stelle gehabt, haette ich wohl auch Probleme mit der Motivation gehabt.

Ich habe mir damals eine Gliederung aufgeschrieben und zu jedem Punkt eine geschaetzte Seitenzahl dazugeschrieben. Dann weiss man wieviel man noch muss, und wo man gerade ist. Das Problem mit der Familie kenne ich auch, staendig sollte man irgendwas tun und dann wurde gemeckert, dass man mit der Diss nicht vorankommt. Ich habe daher hinterher auch nur noch in der Uni gearbeitet. Auch hier war das bei mir anders als bei dir, ich hatte seit dem Diplom ein Buero da, ich denke, das steht dir nicht zur Verfuegung.

Gruesse

Lord Hong

lIe ]sanKgp reaxl


Ich würde dir raten, entweder deinen inneren Schweinehund zu überwinden und mind. 3-5x pro Woche in die Uni-Bib zu gehen oder tatsächlich umzuziehen, und sei es nur eine WG als Wochenendheimfahrerin.

Beim momentanen Stand kommst du nicht weiter.

MMagnozli.enbläEttexr


Hallo zusammen und vielen Dank für die neuen Beiträge! *:)

Es freut mich, dass ihr eure Erfahrungen schildert und Tipps gebt! Es beruhigt mich irgendwie, zu wissen, dass andere Leute manche Erfahrungen teilen aber es andererseits auch anders laufen kann!

@ Lord Hong

stimmt genau, dieses klare Ziel fehlt mir einfach. Bei dir war es die Aussicht auf eine Stelle, mir würde schon ein festes Datum reichen.

Bei der B.A. und M.A. Arbeit hatte man einfach nur eine bestimmte Anzahl an Wochen Zeit. Und da habe ich nicht aufgeschoben sondern die Zeit ganz gut genutzt (obwohl ich, wie oben bereits beschrieben, mitunter Probleme hatte und generell nie wirklich zufrieden war und bin).

Eine ultimative Lösung gibt es wohl leider einfach nicht: Ich kann mir einfach nur weiterhin Etappenziele setzen indem ich eben Kapitel im Kolloquium vorstelle oder zu Konferenzen fahre. Die eigene Unzufriedenheit und das mangelnde Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten erschweren dies nur ungünstigerweise.

Black Guns Schilderung trifft es wirklich sehr gut o:) und das gibt mir sehr zu denken..vermutlich sollte ich dort auch mal stark ansetzen..

aber in jedem fall ist's ein problem, wenn du nie mit deiner eigenen arbeit zufrieden bist. denn das bedeutet, dass du für die zeit und mühe, welche du investiert hast, nie angemessen durch zufriedenheit und auf-sich-stolz-sein belohnt wirst. und wenn der anreiz, den dieses gute gefühl bietet, wegfällt ist's natürlich logisch, dass es dir schwerer fällt, mal anzufangen oder eine einmal angefangene arbeit durchzuziehen.

Eine Gliederung habe ich im Prinzip, aber ignoriere die seit geraumer Zeit sehr indem ich an anderen Sachen herumschreibe – was ich nicht mehr tun sollte! Ich werde es mal mit deinem Tipp versuchen und mir eine voraussichtliche Seitenanzahl dahinterschreiben.

Es ist auch beruhigend zu lesen, dass auch andere Familien relatives Unverständnis zu zeigen scheinen. :)_ Dieses "Kannst du nicht mal eben?" ist ein tatsächlich ein Problem, dem ich aber nur aus dem Weg gehe indem ich eben nicht mehr abrufbar bin. Mit "nein" sagen und meine Situation erklären habe ich es lange versucht. Anfangs funktionierte das noch, nach 2 Jahren ist das Verständnis fast komplett dahin. Einerseits kann ich es nachvollziehen, andererseits nützt mir das aber auch nichts denn es ist nur noch ein weiterer Faktor, der mich aufhält.. wenn auch nicht, wie ich mir selbst gern einrede, der Hauptfaktor. Der liegt klar bei mir und den Faktoren, die meine innere Motivation beeinflussen. Natürlich dient es mir auch schnell mal als Rechtfertigung vor mir selbst, wenn ich wenig geschafft habe weil ich für meine Familienmitglieder da sein 'musste'.

@ le sang real

Ich stimme absolut zu!

So werde ich einfach niemals fertig, ich habe viel zu viele Möglichkeiten, das Arbeiten zu umgehen und mir dafür Ausreden zurecht zu legen und muss eine der Lösungen dringend umsetzen.

Umzug geht zwar nicht von heute auf morgen aber da sich meine Wohnsituation sowieso in nicht allzu ferner Zukunft ändern soll, wäre es eine Überlegung wert, dann gleich auch die Stadt zu wechseln. Anfangs funktionierte das zu-Hause-arbeiten ja noch (mit Abstrichen), seit einigen Monaten nimmt das aber tendenziell immer mehr ab, wie oben bereits beschrieben.

Sofort umsetzen kann und muss ich deinen ersten Vorschlag. Es kostet Überwindung aber nach einiger Zeit wird es wohl zur Gewohnheit werden. Und es ist einfach die beste Lösung – ich weiß schließlich, dass ich dort am besten arbeite. Es hat ja auch weitere Vorteile (fast alle Bücher zu Hand, Kollegen in unmittelbarer Nähe).

Einen eigenen Schreibtisch an der Uni habe ich tatsächlich nicht. Ein Büro zwar schon, aber das teile ich mit anderen Lehrbeauftragten. Da absolute Raumknappheit herrscht, wird sich da leider auch wenig ändern.

Ich freue mich auf weitere Beiträge!

viele Grüße *:)

z{uza


hi,

also sich bei gutem wetter momentan in die bib zu setzen, empfinde selbst ich als mittlere qual ;-) ich z.b. gehe, wenn ich denn abwechslung zum balkon möchte (witzigerweise ist der "richtige" schreibtisch quasi eine "no-go-area") in den park der nächsten kurstadt – ca. halbe stunde entfernt. ist schön ruhig! etwas schattig, die leute benehmen sich ordentlich, kein krach ;-D ich schreibe dann meist mit der hand oder lese einfach .... vielleicht hilft dir ja auch eine schreibplatzabwechslung? café oder zug abseits der stoßzeiten (wenn du ohnehin ein günstiges ticket hast)?

übrigens bist du doch mit voraussichtlich drei jahren gut in der zeit! und: es beenden ohnehin nur 30% ihre diss!!!

ich mag diesen blog:

[[http://www.psychologytoday.com/blog/dont-delay?page=7]]

gute ablenkung ;-)

M9agnolzienbläHtter


Guten Morgen *:)

@ zuza:

danke für die Tipps!

ja, der Schreibtisch wird wirklich immer mehr zur No-Go-Area.. und es hilft tatsächlich sich auf's Arbeiten einzustimmen indem man den Arbeitsplatz wechselt. Ich ziehe daher auch ab und an mal in die Küche. Leider habe ich keinen Balkon und einen Park in dem man arbeiten könnte, haben wir auch nicht (nur einen indem ich sich anderes Publikum aufhält). Cafes, in denen man mal mehrere Stunden sitzen bleiben und arbeiten könnte sowie man das in größeren Städten oft sieht, haben wir leider auch nicht . Natürlich haben wir (kleine) Cafes, aber da soll man nur etwas essen und trinken und dann wieder gehen ;-D

Im Zug zu arbeiten versuche ich seit Jahren weil ich ja schon immer pendele und es sich anbietet – nicht einmal mit Ohrenstöpseln und bei wirklich dringenden Aufgaben hat das geklappt. Ich brauche leider absolute Ruhe um mich konzentrieren zu können. Ich habe schon oft gehört, dass sich Leute wie in einer Blase fühlen sobald sie lesen und alles andere ausblenden können – das kann ich leider gar nicht und bewundere das sehr.

Aber deine Tipps haben mir gezeigt, dass es Möglichkeiten gibt und es auf jeden Fall einen Versuch wert ist – denn so wie zuvor geht es, wie gesagt, leider kaum noch weiter..

Ja, bisher bin ich noch gut in der Zeit, auch wenn's mir selten so vorkommt. Die Prozentangabe habe ich auch mal gelesen – bewirkt bei mir nur leider, dass ich befürchte, zu den 70% Prozent Nicht-Beendern zu gehören.. naja, man muss optimistisch bleiben :)z

Danke für den link! Der Blog ist sehr passend ;-D Wie für mich geschrieben ;-)

Viele Grüße *:)

lde s<andg regaxl


Ich bin übrigens auch ziemlich perfektionistisch, aber ich kann meine Leistungsfähigkeit gut einschätzen. Ich mache alles gerne perfekt, aber wenn es nicht perfekt wird, ärgere ich mich nicht drüber, weil ich mein Bestes gegeben habe.

MragnoTlieVnblOättxer


Das kommt bei mir ganz darauf an, um was es sich handelt.. Es gibt Dinge, die sind mir einfach nicht wichtig und es gibt Dinge, die sind mir wichtig, aber über die identifiziere ich mich nicht. Diese Dinge versuche ich auch gut zu machen, aber wenn es nicht klappt, harke ich das relativ schnell ab. Und es gibt Dinge, über die ich mich identifiziere...

Das, worüber ich mich identifiziere, muss so gut wie irgendmöglich sein.. Es könnte dann sogar perfekt sein (aber was ist schon "perfekt"?) – ich würde es nicht bemerken. Ich arbeite eben so gut und lange, wie ich kann, oft auch bis zur letzten Minute und wenn dann nichts mehr geht, muss es eben so bleiben. Danach bin ich erleichtert, dass es vorbei ist, fange aber fast unweigerlich an zu grübeln, was ich hätte besser machen können, ob ich noch mehr hätte daran arbeiten können... Dann muss ich mich selbst bremsen und mir sagen "nein, es ging WIRKLICH nicht mehr!" So kann man natürlich gar nie wirklich stolz sein auf das, was man geschafft hat. Das kann ich bei Dingen nur, wenn sie sehr sehr lange zurückliegen. Dann erkenne ich irgendwann "okay, das war dann wohl eins der sogenannten Erfolgserlebnisse".

Meine eigene Leistungsfähigkeit kann ich leider gar nicht einschätzen und das, obwohl ich bisher nur als leistungsstark wahrgenommen wurde. Wenn ich so überlege, habe ich tatsächlich nie Kritik bekommen sondern nur Anerkennung, aber oftmals denke ich, die Leute sind nur "höflich" oder erkennen meine "Inkompetenz" einfach nur (noch) nicht (dass nicht alle Arbeitgeber und Professoren immer bloß "höflich" waren, erschließt sich mir aber nicht).

Vermutlich ist es eine Frage des Selbstbewusstsein (?). Wenn man sein Bestes gibt und damit zufrieden ist, zeugt das ja davon, dass mich sich selbst schätzt, egal ob man "Erfolg" hatte oder "gescheitert" ist.

Vielleicht liegt meine Blockade viel tiefer als ich dachte. Vermutlich prokrastriniere ich mittlerweile.. :-/

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