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Dürfen Betriebsratsmitglieder wissen, wieviel Lohn wer bekommt?

A1sixga hat die Diskussion gestartet


Hallo !

Bei uns hat sich herauskristallisiert dass die Betriebsratsmitglieder wissen, wer wieviel Lohn bzw Gehalt bekommt.Bei Erhöhungen gibt es auch nicht x% für alle sondern zwischen x% und y%, je nach Leistung (oder Sympathie). Nun frage ich mich, ob das rechtens ist, dass der Beriebsrat diesbezüglich Bescheid weiß.

LG Asiga

Antworten
gSwenldolyfnn


Es wird ja seltsamerweise immer geraten, dass mein sein Gehalt gegenüber Kollegen etc. verschweigen soll.

Nur frage ich mich, wem soll das zugute kommen, wenn so nicht rauskommen kann, dass A für gleiche Arbeit mehr Geld bekommt als B?

Doch eigentlich nur dem Chef?

LzianT-JOill


Bei uns gibt es ja für alle das gleiche Gehalt (Beamte), und mehr Geld gibt es nur bei offiziellen Beförderungen. Jeder Kollege kann durch einen Blick in die Gehaltstabelle auf den Cent genau nachrechnen, was die anderen verdienen.

Das einzige Instrument, das uns zur Verfügung steht, besondere Leistungen zu würdigen, sind einmalige Leistungsprämien in unterschiedlichen Höhen.

Wer nun in welcher Höhe eine Leistungsprämie bekommen soll, wird bei uns entweder aus dem Kreis der Vorgesetzten oder vom Betriebsrat vorgeschlagen. Jedenfalls wird das dann im Betriebs- bzw. Personalrat diskutiert und anschließend abgesegnet, weshalb der Personalrat immer darüber im Bilde ist, wer diese Prämie bekommen hat.

A=ll1xRB


§ 80 Abs. 2 BetrVG

"(2) Zur Durchführung seiner Aufgaben nach diesem Gesetz ist der Betriebsrat rechtzeitig und umfassend vom Arbeitgeber zu unterrichten; die Unterrichtung erstreckt sich auch auf die Beschäftigung von Personen, die nicht in einem Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber stehen. Dem Betriebsrat sind auf Verlangen jederzeit die zur Durchführung seiner Aufgaben erforderlichen Unterlagen zur Verfügung zu stellen; in diesem Rahmen ist der Betriebsausschuss oder ein nach § 28 gebildeter Ausschuss berechtigt, in die Listen über die Bruttolöhne und -gehälter Einblick zu nehmen. Soweit es zur ordnungsgemäßen Erfüllung der Aufgaben des Betriebsrats erforderlich ist, hat der Arbeitgeber ihm sachkundige Arbeitnehmer als Auskunftspersonen zur Verfügung zu stellen; er hat hierbei die Vorschläge des Betriebsrats zu berücksichtigen, soweit betriebliche Notwendigkeiten nicht entgegenstehen."

Zumindest die "Geschäftsführung" des Betriebsrates hat ein Auskunftsrecht.

b\ranKkof


Ich fine das ist eine gute Frage. Diese Frage hat mich bzw. verfolgt mich schon seit längerem.

Bei jeder Gehaltsverhandlung wird schlechtweg gepokert. Ich mein man kommt in ein Unternehmen. Es gefällt einem und man möchte da arbeiten. Der vorgesetzte fragt "Wie viel möchten Sie verdienen?"

Und DANN steht man da. Man möchte rein und möchte aber nicht zu hoch pokern. Man sagt also eine Zahl.... alle schweigen.... dann o.k, you win. Sie kriegen es.

Die Gehälter in der Firma erfährt man nicht. Es steht sogar in den Verträgen, wo schwarz auf weiß drauf hingewiesen wird "sein Einkommen" nicht zu verraten, da dann Auseinandersetzungen entstehen können.

Das finde ich unter aller SAu!

Das geht nicht!

ich finde wenn man schon in einer Abteilung arbeitet und alle eigentlich gleich gestellt sind, sollten diese auch gleich verdienen. Die Chef´s sind nicht blöde und so wird es schön weiterhin versteckt gehalten.

Ich mein es ist nicht ausgeschlossen das jemand viel mehr als ich verdiene, obwohl wir eigentlich das selbe machen .

DESHALB gibt es Seiten, wo die Angestellten wie du und ich, deren Gehalt anonym eingeben können. Es wird nur die Branche preisgegeben und die Postion, das Alter und die Stundenanzahl. Sonst NIX:

Das ist auch mein Anlaufspunkt für den Gehaltsvergleich. Ich kann sehen, wie und was verdient und ob ich denn gleich verdiene. gehalt.de ist die Adresse.

Kann ich nur empfehlen!

z<uzxa


eine derartige verschwiegenheitsklausel ist meines wissens nicht korrekt, da sie die preisbestimmung des einzelnen am markt behindert.

siehe:

[[http://www.arbeit-und-arbeitsrecht.de/kommentare/title-raw%5D-61]]

zu diesem thema gibt es zahlreiche, für den AN positive urteile!

H)uman wSpirxit


eine derartige verschwiegenheitsklausel ist meines wissens nicht korrekt, da sie die preisbestimmung des einzelnen am markt behindert.

Das ist richtig. Verträge die eine solche Klausel enthalten dienen dazu, in Klitschen das Selbstwertgefühl des AN zu steigern und ihn schlecht zu bezahlen.

Career development ist in unserem Hause ein wichtiges Instrument im HRM, um leistungsbereiten MA aussergewöhnliche Chancen zu bieten. Die Karriereentwicklung wird mit den einzelnen MA besprochen und an Zielsetzungen festgemacht. Eine permanente soll/ist Kontrolle ist gegeben und wird in Gesprächen MA/Vorgesetzter behandelt. Die Gehälter in den einzelnen Gruppen sind keine Geheimnisse und dienen als Anreiz. MA die länger als 3,5 Jahre in einer Gehaltsgruppe "ruhen" werden ebenfalls zum Gespräch gebeten. Dort, wo es einen Betriebsrat oder eine gleichgelagerte Interessenvertretung gibt, nimmt diese Vertretung an allen Gesprächen und Klassifizierungssitzungen teil und ist ein wichtiger Faktor in diesen Gremien.

Bei uns gibt es ja für alle das gleiche Gehalt (Beamte), und mehr Geld gibt es nur bei offiziellen Beförderungen. Jeder Kollege kann durch einen Blick in die Gehaltstabelle auf den Cent genau nachrechnen, was die anderen verdienen.

Das einzige Instrument, das uns zur Verfügung steht, besondere Leistungen zu würdigen, sind einmalige Leistungsprämien in unterschiedlichen Höhen.

Von diesem Prämiensystem habe ich in diesem Jahr erstmalig gehört, s. [[http://www.ndr.de/regional/leistungspraemien101.html Beamte]] und untermauert meine These vom Selbstbedienungsladen.

H_annWa/-Marxia


Der Betriebsrat/Personalrat/Mitarbeitervertretung prüft bei der Einstellung von Mitarbeitern die Eingruppierung in die jeweilige Vergütungsgruppe(öffentl. Dienst). Bei gfB erfährt er die Pauschale. Logisch, denn ansonsten könnte der Arbeitgeber ja zahlen was er wollte... und genau solche Benachteiligungen soll der BR ja vermeiden. Genauso hat der BR bei der Verteilung von Leistungszulagen ein Mitspracherecht. Allerdings steht er durch all diese Einblicke in vertrauliche Informationen auch unter Schweigepflicht (§ 79 BetrVG)! ;-)

AQsiga


Danke erstmal für die bisherigen Antworten.

Wir sind eine stinknormale Firma, kein öffentlicher Dienst, kein Tarifvertrag...

Und ja, bisher war das Gehaltssystem recht "undurchsichtig"

Swt9ilgbar


da ich selbst ein br-mitglied bin, kann ich die frage beantworten...

der br an sich (das gesamte gremium) weis im normalfall die gehälter nicht...wie schon geschrieben gibt es dafür einen ausschuss (personal- oder betriebsausschuss). dieser kümmert sich zum einen um die anhörungen bei einstellungen etc....hier sind auch immer die gehälter angegeben....desweiteren gibt es nach betrvg ein einsichtsrecht in die gehaltslisten....denn, der br hat eigentlich auch die aufgabe für gehaltsgerechtigkeit zu sorgen, wobei das kaum machbar ist, wenn es keine tarifverträge gibt. logischerweise darf ein br nach außen solche sachen nicht kommunizieren...letztendlich hast du ja keinen nachteil dadurch, dass die kollegen dies wissen, so lange sie damit nicht hausieren gehen....

ach ja...auch das wurde ja schon erwähnt....du darfst über dein gehalt sprechen, mit wem du willst....solche etwaigen klauseln sind nicht mehr rechtens...der arbeitgeber hätte das natürlich gerne, allerdings haben die gerichte entschieden, das ein mitarbeiter so nie die möglichkeit hätte zu sehen, wo er in etwa steht....

[[http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,711601,00.html]]

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