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Kollegin macht Urlaub trotz Krankenschein, was tun?

N^etteC_Kollxegin hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forengemeinde,

ich habe mich gerade angemeldet, weil mir ein Problem unter den Nägeln brennt und ich für Ratschläge dankbar wäre.

Wir sind derzeit in unserer Abteilung nur noch zu dritt von eigentlich sechs Kollegen wegen Weggangs, Urlaubs und Krankenschein, d.h. jeder von uns muss derzeit eigentlich die Arbeit von zwei erledigen, und es gibt da einige Sachen, die absolut unaufschiebbar sind.

Die Kollegin, die derzeit Krankenschein hat, hat ihn wegen eines Bandscheibenvorfalls. Sie ist seit drei Wochen bis einschließlich den morgigen Montag krankgeschrieben.

Am Freitag habe ich versucht, bei ihr zuhause anzurufen, da wir, die derzeit vertretenden Kollegen uns über die Neuaufteilung der Vertretungsregelung schon unterhalten hatten und einfach mal nachfragen wollten, ob schon absehbar ist, ob sie am Dienstag wieder kommt.

Jetzt kommt ein Problem: Bei dem Anruf habe ich von einem Familienmitglied die Mitteilung bekommen, die Kollegin sei erst Montag wieder da. Als ich dann verblüfft nachgefragt habe, wo sie denn sei – und schon befürchtet hatte, sie sei in irgendeiner Klinik – bekam ich die Auskunft, sie sei zum Segeln gefahren.

Ich war erstmal so perplex, dass ich überhaupt nicht wusste, was ich denken soll. Leider passt die Auskunft allerdings ins Bild, das ich so langsam von der Kollegin habe (Tricksereien bei vorangegangenem Urlaub, drückt sich um Vertretung, übernimmt Aufgaben, für die sie gar nicht zuständig ist, die wir dann in ihrer Vertretung erledigen müssen usw.)

Am Freitag habe ich das ganze lediglich einem der anderen Kollegen aus der Abteilung erzählt und wir haben vereinbart, erst mal Stillschweigen zu bewahren und uns am Montag Gedanken zu machen, was wir tun könnten.

Einerseits mag ich nicht als "Petze" zum Arbeitgeber rennen, andererseits sehe ich keinen Grund, sie zu decken. Wenn ich mir vorstelle, dass sie einen Anschlusskrankenschein nimmt oder dass sie zwar ab Dienstag kommt, dann aber wegen ihrer schlimmen andauernden Beschwerden keine Vertretung machen kann, merke ich einen richtigen Wutkloß im Bauch. Und die Vertretung für sie betrifft ja nicht nur mich, sondern auch die anderen Kollegen.

Was würdet ihr denn raten?

Antworten
KRleitnewaKldfxee


Segeln mit einem Bandscheibenvorfall? Entweder ist die Frau verrückt oder sie hatte nie einen Bandscheibenvorfall. Segelt sie alleine, konntest du was raus bekommen? Ich würde zum Chef gehen, denn wer fit genug sit zum Segeln kann auch arbeiten. Wäre ich Chef, würde ich mir ganz genau überlegen diese Frau noch länger zu beschäftigen. Ich finde nicht das du da petzt, ich finde es im Gegenteil schlimm was euere Koollegin da treibt. Im Endeffekt mach sie nur krank vielleicht.

N'ett2e_Kollexgin


Danke für die schnelle Antwort.

Ja, Segeln mit Bandscheibenvorfall. Ich kann es einfach nicht glauben.

Ich selbst traue mich ja kaum bei einer Krankschreibung aus dem Haus um einkaufen oder mal in der Sonne spazieren zu gehen, weil ich mir immer denke, wer rumlaufen kann, kann auch arbeiten.

Jetzt kenn ich mich halt weder mit Segeln noch mit Bandscheibenvorfällen aus, aber nach allem was ich im Internet so gefunden habe, ist das ziemlich unkompatibel.

Die Antwort des Familienmitglieds war: "Sie ist zum Segeln gefahren mit dem xxx", das ist meines Wissens ihr Ehemann. Ich habe dann nicht weiter nachgefragt, sondern mich verabschiedet und aufgelegt.

Wenn ich jetzt den Arbeitgeber informiere, dann heißt es hinterher vielleicht: Nein, das ist nur falsch verstanden worden, oder sie hätte ihren Ehemann nur hingefahren und sich dann selbst dort nur rückenschonend auf eine Parkbank gelegt oder was weiß ich. ???

aImyle


Naja, ich weiß ja nicht, was sonst die Kollegin sich geleistet hat ! Aber gleich zum Chef rennen, könnte für dich nicht gut aussehen. Sie ist ja auch schon seit drei Wochen krankgeschrieben, kann doch sein, dass sie sich insoweit besser fühlt. Und selbst segeln muss sie ja auch nicht, auf einer großen Yacht ist das ja ev. auch weniger ein Problem. Ich würde wohl am Dienstag eine Bemerkung machen, schön, dass sie beim Segeln ihren Spaß haben konnte !!

Ist eine Gradwanderung, zu der jeder wohl auch seine eigene Meinung hat und die Lösung muss man ganz individuell finden!

aoug|233


Ihr 6 Mitarbeiter habt sicher einen Vorgesetzten. Mit diesem die Vertretungen besprechen. Und diesem Vorgesetzten auch als sogenannte Ich-Botschaft mitteilen: "Ich bin höchst unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen hier, wenn eine Mitarbeiterin sich über Krankschreibungen einen zusätzlichen Urlaub besorgt oder wegen ärztlichem Attest keine Vertretungen übernehmen muss oder bevorzugt zu behandeln ist." Mit einer solchen Mitteilung kann ein Vorgesetzter (darf auch eine Vorgesetzte! sein) etwas anfangen, auch eine Personalabteilung.

SCunfklowerx_73


Krankschreibung bedeutet nicht, dass man zu Hause hocken muss. Man darf nichts machen, was die Gesundung verzögert oder gefährdet.

Inwieweit ein Segeltrip bei Bandscheibenvorfall angemessen ist, kann wohl keiner beurteilen. Segelt sie aktiv, ist sie nur mitgefahren und leigt entspannt in der Koje?

Jetzt vorschnell zum Chef zu rennen etc. ist NICHT Deine Aufgabe. Punkt. Du kannst die Situation medizinisch nicht beurteilen. Ein Bandscheibenvorfall setzt zur Behandlung keine Bettruhe voraus.

Weder zum Chef zu rennen noch es im Kollegium zu erzählen halte ich für angemessen. Ruf' die Kollegin an und stelle Deine Frage. Wenn Du Dir dann einen Kommentar zum Segeln nicht verkneifen kannst: Deine Angelegenheit.

Aber Du hast keinerlei Befugnis oder Recht, das publik zu machen.

Und wenn Deine Kollegin wiederkommt am Dienstag, ist sie am Wochenende schon wieder recht fit gewesen.

Ich bin da so überkritisch, weil ich bei um die 15 OP's in 10 Jahren öfter krankgeschrieben bin. Ich bin sogar mal krankgeschrieben mit Kollegen bowlen gegangen. Ich mache auch krankgeschrieben mal einen Stadtbummel. Ich habe sogar krankgeshrieben stundenweise meinen Honorarjob weiter ausgeübt. Mit Erlaubnis von Krankenkasse, Arzt und eigentlichem Arbeitgeber.

Die Regel, dass Krankgeschriebene zu Hause zu hocken haben, gilt halt nicht so pauschal. Es muss jeweils im Einzelfall geschaut werden, was die Genesung fördert oder hemmt. Und manchmal spielt auch die Psyche eine Rolle. Dass es schneller bergauf geht, wenn man nicht nur zu Hause hängt. Krankheiten und Schmerzen belasten eh oft genug.

Sdunfl#owexr_73


@ aug:

"Zusätzlicher Urlaub über Krankenschein":

DAS würde ja wohl eher zutreffen, wenn jemand passend zum Urlaub mal eben ein paar Tage krank ist. Am besten zu ienem nicht bewilligten Urlaub wg. Personalmangel.

Aber wenn jemand nach 3 Wochen mal ein paar Tage woanders hinfährt?!

sFun-ny_8x4


Interessant ist bestimmt auch, wie die Reaktion deiner Kollegin euch gegenüber sein wird. Es wird ihr ja vermutlich nach ihrem Urlaub zu Hause erzählt, dass eine Kollegin angerufen hat.

Nvette_#Kollnegixn


Danke für eure Antworten.

Da kommen ziemlich viele Erwägungen, die ich selbst schon angestellt habe. Sie selbst darauf anzusprechen, wenn sie wieder da ist, ist die Alternative.

Ich werde mal weiter überlegen, was zu tun ist.

Einen Abteilungsleiter gibt es leider im Moment nicht (Weggang, Vertreter hat Urlaub), so dass ich derzeit die Vertretung der Vertretung bin.

SXmi}lli2


Also ich finde auch, dass man bei Krankheit nicht zu Hause rumsitzen muss. Je nachdem natürlich, was man hat. Aber vielleicht geht es ihr ja schon wieder besser und man weiß ja nicht, was sie da genau macht.

Zum Chef würde ich damit nicht gehen. Ich würde sie erst mal nach dem Urlaub dezent darauf ansprechen.

A&syiga


Hallo nette_Kollegin,

weißte was ? - sprich DU unter 4 Augen deine Kollegin an , frag freundlich wie der Segeltörn war, erzähle ihr, warum du angerufen hattest und dann warte ab wie sie reagiert. War das der einzige "Vorfall" oder macht sie öfters '"Tricksereien'" ?

Oder frag sie gar nicht sondern warte einfach ab. Vielleicht ruft sie dich ja sogar heute noch zurück ? Ein "Relax-Segeltörn" auf einer großen Yacht wäre übrigens sogar erlaubt...

Man muß übrigens gar nicht am Arbeitsplatz erzählen, WESWEGEN man Krankgeschrieben wurde.

K-nuffe$l58


Krank sein, bzw. eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung heißt nicht zu hause bleiben müssen. Dass ist nur bei angeordneter Bettruhe der Fall. Mit gebrochenem Bein kann man wohl einen Trinken gehen, ohne dass der Chef irgend Etwas dagegen sagen könnte.

Ich würde nicht "petzen" gehen. Sie hat dann eben nur passiv gesegelt, und du hast den Schwarzen Peter selbst gezogen.

Wenn die Aktivitäten den Gesundungsprozess nicht gefährden, sind sie grundsätzlich erlaubt.

P#unipca85


Ich würd die Kollegin erst mal drauf ansprechen... Und dann kommts drauf an, wie sie reagiert und was sie sagt – und ob sowas nochmal vorkommt. Wenn sowas nochmal vorkommt dann würde ich das auf jeden Fall weitergeben, aber nicht als Petze. Da würden die meisten was sagen und wenn du sowas machen würd, würd sie das bestimmt auch nicht gut finden und zu anderen was sagen.

So gehts ja nicht! :(v

ASlleAchpt`ung


Wie wär es denn erstmal die Kollegin unter 4 Augen auzusprechen, bevor möglicherweise ungerechtfertigte Konsequenzen in Gang gesetzt werden? Schließe mich Sunflower_73 an :)^

S(unf3ltowe)r_73


Vor allem weiß hier niemand, ob es überhaupt Betrug ist. Wenn es mit dem Arzt abgesprochen war, ist es völlig legitim! DAS sollte man sich mal vor Augen führen.

Ansonsten sehe ich es wie Punica:

Kollegin ansprechen... Reaktion abwarten... vielleicht ist es ihr unangenehm, dass es aufgeflogen ist. Vielleicht hat sie ein reines Gewissen, weil ärztliches Okay vorlag (wenn ich mogeln will, dann verbiete ich meiner Familie zu sagen, wo ich bin... Lasse mich anrufen undm dan zurückzurufen und so nicht aufzufallen).

Wenn alles okay war: Tja, dann ist es so. Wenn sie sich ertappt gibt, würde ich sagen, dass ich es nicht toll finde angesichts der Gesamtsituation. Und ggf. beim nächsten Mal kritischer reagieren bzw. da direkt verlangen, dass sie erreichbar ist.

Aber statt gleich von Betrug und anschwärzen zu reden, sollte man der Kollegin eine Chance geben. Denn je nach Erkrankung gibt's keine Bettruhe-Pflicht und zu Hause sitzen muss man auch nicht.

Was anderes sind sicherlich ständige Kurzausfälle von 2-3 Tagen, wo derjenige dann irgendwo gesehen wird, obwohl er angeblich Grippe oder Magen-Darm hat.

Aber bei längeren Erkrankungen darf der Erkrankte so einiges. Eigene Erfahrung.

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