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Referendariat überfordert mich!

CxiOntxya


Leider weiß ich nicht wie ich eure Beiträge so kopieren kann, dass sie vorgehoben sind...

Zu deinem JETZT: Nach den Ferien würde sich jetzt so ein Neustart gut anbieten. Aber ob ich morgen schon dazu bereit bin... habe mich ja jetzt nicht groß vorbereitet ;-)

Ich hoffe die Rahmenbedingungen kann ich bald schaffen, denn dann macht mir das Unterrichten auch sehr viel Spaß. Im Moment ist es nur anstrengend.

Strafreferate oder "one-minute-speech": Da musste ich ja gerade schmunzeln. Aber ich glaube, vor allem bei der "one-minute-speech", würden sich meine Kids weigern das zu machen.

Cpint#ya


Li_sa:

Bin eigentlich immer 1x die Woche zum Sport. Wobei ich das die letzte Zeit sehr vernachlässigt habe, weil ich immer so müde bin. Sollte ich aber auch wieder fest in meine Wochenplanung integrieren, um einen Ausgleich zu haben.

Eoxsetcratxus


Ich bin doch sehr verwundert über die Begrifflichkeiten die hier verwendet werden...

Macht... Bestrafung...

Das sind für mich keine vernünftigen Vokabeln im Umgang mit Kindern und erst Recht nicht mit pupertierenden Kindern.

Ich möchte erreichen das mir die Kinder vertrauen und etwas von mir lernen wollen. Das Erreiche ich nicht dadurch, dass ich mich selbst auf eine "höhere" Stufe stellen und den Kindern meine Macht demonstriere.

Es mag ja sein, dass sich unter den Kollegen viele tummeln die der Meinung sind man könne Kinder nur mit Autorität vernünftig in den Griff bekommen, aber ich kann Dir nur raten: Sei vorsichtig welchen Rat Du kaufst. Wenn Dir das Autoritäre einfach nicht liegt, dann versuche es auf die ehrliche Art, aber vorsicht... Du könntest über das Ergebnis überrascht sein. :)*

CCintxya


Was verstehst du denn unter ehrlicher Art?

Wie geht man "ehrlich" mit Unterrichtsstörungen um?

SBet2zen6


@ Exsecratus:

Macht...

Macht ist kein von Natur aus negativer Begriff. Es geht darum, wie man mit der Macht umgeht.

Das sind für mich keine vernünftigen Vokabeln im Umgang mit Kindern und erst Recht nicht mit pupertierenden Kindern.

Macht heißt nicht Gewalt. Macht bedeutet, einen Weg vorzugeben, den Kinder in diesem Alter brauchen, weil sie orientierungslos sind und in die Welt hineinwachsen.

Hier hat niemand davon gesprochen, Kinder unterzubuttern. Ein beidseitig respektvoller Umgang ist das A und O, und da hat der Lehrer die gleichen Pflichten wie der Schüler.

Ich möchte erreichen das mir die Kinder vertrauen und etwas von mir lernen wollen. Das Erreiche ich nicht dadurch, dass ich mich selbst auf eine "höhere" Stufe stellen und den Kindern meine Macht demonstriere.

Findest du das nicht etwas arg undifferenziert? Hier spricht keiner von einem autoritären Führungsstil. Aber selbst bei einem sozialintegrativen Führungsstil ist der Lehrer ein Führer. Der Lehrer ist nicht mehr wert als der Schüler, weiß aber einen Weg, den es zu gehen gilt. Insofern steht er was Wissen betrifft, sehr wohl über dem Schüler. Dadurch sage ich aber nicht, dass er mehr wert ist.

Ein guter Lehrer hinterfragt jeden Tag seine Macht und den eingeschlagenen Weg. Ein guter Lehrer entschuldigt sich auch bei seinen Schülern, wenn er einen Fehler macht.

Ich achte meine Schüler. Und trotzdem gibt es Bereiche, in denen ich besser Bescheid weiß. Ich habe nicht nur einen Unterrichts- sondern auch einen Erziehungsauftrag, den ich jeden Tag erfüllen muss. Zu jeder Erziehung gehört immer auch Macht: Eltern haben Macht.

Würden wir unsere Machtposition ausreizen und die Schüler permanent unterbuttern, würden wir das oberste Bildungsziel der Mündigkeit vernachlässigen. Und trotzdem lasse ich mich nicht absprechen, dass der Lehrer mehr Macht haben muss als der Schüler. Nicht nur durch Wissen und Konsequenz, sondern auch durch Sanktionen, die natürlich nicht willkürlich sondern nachvollziehbar und angemessen sein müssen.

@ Cintya:

Was auch nicht vergessen werden sollte: Auch Lachen ist wichtig. Das verbindet Lehrer und Schüler immens. Vielleicht könntest du es auch einrichten, dass du mit ins Schullandheim fährst oder bei einer Exkursion mitmachst? Das verbindet meist sehr.

MFaeT82


Wie geht man "ehrlich" mit Unterrichtsstörungen um?

Wir hatten damals einen Lehrer, der versuchte es auch auf die freundschaftliche Art. Der sagte dann:"Entschuldigung, xy, aber dein Gerede stört jetzt wirklich. Könntest du das bitte auf die Pause verschieben? Verzeihung!" Ernst genommen haben wir den nicht %-| .

Du kannst aber auch ganz ehrlich anfangen zu brüllen, weil du unendlich genervt bist und das Fass nun übergelaufen ist. Auch nicht besser ":/ .

M6aee82


*Setzen6s Beitrag unterschreib* :)^

Cginatya


Also da würde ich auch nicht ernst genommen werden.

Das geht vielleicht ab und an wenn man (wie setzen6 sagt) die Rahmenbedingungen geschaffen hat.

Aber die sind bei mir ja noch nicht vorhanden.

Ja, das mit dem Lachen stimmt. Tun wir recht selten, ausser in den Pausen mal...

Da ich ja jetzt noch nie in der HS war, denkt ihr da funktionieren noch Belohnungssysteme?

Ein Beispiel aus meiner 3ten Klasse:

Ich hab einen Sternenhimmel gemacht. Jede Stunde sind dann 3 Sterne an der Tafel angebracht. Wenn es zu laut wird, wird ein Stern abgehängt. Sofern am Ende der Stunde noch ein Stern an der Tafel ist, wird am Sternenhimmel ein Stern ausgemalt. Wenn bis 1 Woche vor den Weihnachtsferien 20 Sterne angemalt sind, machen wir vor den Ferien eine Stunde mit Plätzchen, Punsch und Sterne falten.

Zieht sowas noch bei den größeren? Sie tun immer so erwachsen, aber es sind ja noch Kinder (leider in der Pubertät ;-) )

S$etz5eDn6


Belohnungssysteme funktionieren auch in der HS, es muss halt altersgerecht gemacht werden.

Ich hatte in meiner letzten Klasse schlicht und einfach ein Murmelsystem: Eine Vase diente als Behälter. Nach jedem Unterrichtstag sollten die Schüler beurteilen, ob sie eine Murmel verdient hätten. Wichtig ist diese Reflexionsphase. Im Endeffekt entscheidest du ob sie eine Murmel bekommen, beziehe aber natürlich in deine Entscheidung die Argumente der Schüler mit ein, sonst haben sie ja keinerlei Mitspracherecht.

Erstaunlicherweise haben meine Schüler immer sehr realistisch beurteilt und auch häufiger gesagt: "Nein, heute haben wir keine Kugel verdient."

Bei uns war es so, dass die Schüler bei 20 Kugeln (es gab maximal eine Kugel am Tag) einen eintägigen Ausflug planen durften, zB. bowlen, Kino, Klettergarten.

Allerdings muss ich sagen, dass dieses System schon sehr komplex ist (auch wenn es so simpel wirkt), da es eine gewisse Reflexionsfähigkeit der Schüler verlangt. In einer noch absolut chaotischen Klasse, in der du (noch!) einen schwierigen Stand hast, musst du erst einmal eine Basis hineinbekommen, sonst reflektieren sie auch nicht gewissenhaft.

Caintxya


Ja, das mit dem Reflektieren wird schwer werden.

Kennst du noch Belohnungssysteme für die HS? Eventuell etwas, dass ich auch jetzt schon anwenden könnte, um die Klasse zu motivieren?

SUetz+enx6


Belohnungssysteme nicht. Nur Sanktionssysteme. Beispielsweise das Daumensystem:

Jeder Schüler schneidet eine Malvorlage aus (Hand mit Daumen nach oben) und malt sie auch aus, sowie seinen Namen drauf. Diese Daumen werden dann alle nebeneinander an die Wand im Klassenzimmer gehängt. Jeden Morgen stehen die Daumen nach oben, sprich "alles ok", denn jeder Tag ist eine neue Chance. Benimmt der Schüler sich daneben (reinrufen, Arbeitsverweigerung, quatschen), so wird der Daumen auf Halbmast getan. Verstößt er dann noch einmal, zeigt der Daumen nach unten und der Schüler bekommt eine vorher vereinbarte Sanktion. Diese Sanktionen müssen für alle gleich und dem Schüler bekannt sein. Beispielsweise gibt es Reflexionszettel, mit denen ich ganz gerne arbeite. Auf diesen Zetteln stehen 2 Regeln:

1. Jeder Schüler hat ein Recht auf ungestörten Unterricht.

2. Jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.

Diese Regeln müssen sie mehrfach abschreiben (wovon ich persönlich aber nichts halte) und dann darüber schreiben, was sie falsch gemacht haben und welche Wiedergutmachung sie vorschlagen und wie sie in Zukunft verhindern können, das so etwas noch einmal geschieht. Erfahrungsgemäß liefern die Schüler einem da hinterher ziemliche Schmierzettel ab, die zeigen, dass sie sich Null Gedanken gemacht haben. Da muss man dann hartnäckig eine Wiederholung fordern, bis sie begreifen, dass so ein Zettel echte Arbeit ist. Du kannst anstatt dieser Zettel auch andere Maßnahmen ergreifen, die du ergreifst, wenn der Daumen unten ist. Wichtig ist, wie gesagt: Die Schüler müssen wissen, wie das System funktioniert und was passiert, wenn der Daumen runter geht.

Das ist aber kein Belohnungssystem.

S4e?tzexn6


verhindern können, dass so etwas noch einmal geschieht.

C7intyxa


Warum würdest du nicht mit einem Belohnungssystem starten? Weil das haben mir einige geraten...

Wobei die Ratschlaggebenden auch nichts von einer Reflexionsphase am Ende der Stunde gesagt haben... Deine Begründung wird warscheinlich die Reflexion sein, oder?

S<e4tzexn6


Meiner Ansicht nach erfordert ein Belohnungssystem eine differenzierte Reflexionsfähigkeit und die ist in Klassen, in denen es keine Grunddisziplin gibt, meist nicht gegeben.

Ich lege mich da aber nicht fest, vielleicht gibt es auch Belohnungssysteme, die anders funktionieren und somit angebracht werden. Keine Ahnung, da bin ich überfragt.

EGxsecsratus


Wie geht man "ehrlich" mit Unterrichtsstörungen um?

Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre, eine Unterrichtsstörung nicht auf sich als Lehrkraft zu beziehen (DER STÖRT MEINEN UNTERRICHT). Wenn ein Kind den Unterricht nachhaltig stört, dann sind alle Kinder betroffen die etwas lernen wollen.

Du hast jetzt die Möglichkeit diese Tatsache dem störenden Kind unter die Nase zu halten und mit Deiner Macht zu protzen (Wenn Du jetzt nicht still bist, dann.....). Das funktioniert exakt solange wie die Kinder Dich als Person ernst nehmen. Ich bin dafür dem eigentlichen Grund für die Störung auf die Spur zu kommen, denn nur wenn ich den Grund kenne, kann ich etwas dagegen tun. Ich interessiere mich für die Kinder, für ihre Probleme und Sorgen. Dieses Interesse ist ehrlich und das zeige ich auch. Dadurch wird in relativ kurzer Zeit eine Vertrauensbasis geschaffen die es mir ermöglicht ganz anderes mit den Kindern zu kommunizieren und folglich auch in Störungssituationen ganz anders mit den Kindern umgehen zu können.

Du musst Dir über Deine Motivation Lehrerin werden zu wollen wieder bewusst werden. Lehrer sein ist kein Beruf sondern Berufung. Leider geht dieser Punkt immer mehr verloren weshalb immer mehr Kollegen ihre Schüler einfach nur noch als lästig empfinden und stur ihrem Lehrplan folgen. Wer auf der Strecke bleibt hat eben Pech gehabt. :(v

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