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Literaturstudium = arbeitslos?

Swimpli@fy


Hallo!

Mir geht im Moment ähnliches durch den Kopf. Ich mache dieses Jahr ein voraussichtlich gutes Abitur. Mein absolutes Interesse gilt seit Jahren Geschichte, Politik, etc. Ich würde nichts lieber machen, in diese Richtung studieren. Nach Freiburg habe ich es nicht weit und dort ist in diesem Bereich eine sehr angesehene Universität.

ABER: Was fange ich hinterher denn damit an? Das hindert mich aktuell daran, mich einfach auf ein solches Studium zu freuen. Natürlich habe ich in keinem Studium die Garantie, dass ich was damit erreiche. Aber es gibt solche, bei denen das wahrscheinlicher ist und solche, bei denen es sehr unwahrscheinlich ist. Und ich wünsche mir schon, dass ich mal gut Geld verdiene – wer nicht.

Seit vier Jahren habe ich außerdem BWL als Hauptfach, VWL als Nebenfach, Mathematik hat mit wirtschaftlichen Anwendungen ein Teilgebiet, das auf BWL ausgerichtet ist, in Englisch haben wir ein Kapitel "Business English", etc. Da liegt es nun nahe, auch in diese Richtung zu studieren. Und ich finde es auch nicht uninteressant, BWL und die ganzen Abläufe – das hat schon auch was.

Aber wenn ich in Gedanken versinke, dann denke ich darüber nach, was so im letzten GEO Heftchen stand und nicht über das, was ich am morgen im Wirtschaftsteil der Zeitung gelesen habe.

Ist einfach blöd ... keine Ahnung was ich nun machen soll. Ich sehe es gerade im Bekanntenkreis bei einigen, die dieses ( ! ) Wintersemester angefangen haben zu studieren. Da gucken sich jetzt schon die ersten um, wohin sie denn wechseln könnten, weil das gewählte Fach nicht wirklich ihren Interessen entspricht, nicht das ist, was sie wirklich beschäftigt.

Kmadh3idya


@ Katl87

Das Nebenfach hab ich so ausgewählt, dass ich damit auch beruflich was anfangen könnte, falls es mit der Germanistik nicht so hin hauen sollte.

Das hat sich eine Freundin auch so gedacht. Aber keinen Job gefunden, obwohl sie die besten (!) Noten hat.

Warum sollte man einen Nebenfächler nehmen, wenn man auch einen Hauptfächler zur Verfügung hat?

Sofern die Germanistik nicht unterstützend bei Deinem nebenfach mitwirkt, sehe ich schwarz für diesen Plan. (Und auch da ist es wahrscheinlicher, dass man jemanden mit Hauptfach X und Nebenfach Germanistik Dir vorzieht)

KLatl8`7


Sprechwissenschaften kannst du aber nur an zwei Unis als HF studieren, somit sieht das nicht all zu schlecht aus. Dazu kommt noch, dass meine Uni die einzige ist, die noch Phonetik dabei hat ;-)

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Sprechwissenschaft]]

Hnagablaxz:77


@ gagga

1500 euro netto? wovon träumst du denn. das verdienst du im osten auf keinen fall ... ;-)

HEagalaXz7x7


@ simplify

wenn du in die politik willste, solltest du sehr früh versuchen irgendwo in dem bereich anzuknüpfen. sprich praktika und dergleichen machen, auch mehr als pflicht ist, dann kann das was werden, aber es ist ein hartes brot. eine freundin hat geschichte studiert und bei einem verein für politische bildung gearbeitet als dozentin, allerdings auch für wenig geld (sprich 500 euro im monat) und hofft es wird mal mehr. es kommt eben nicht nur aufs studium an, sondern auch ganz viel auf referenzen aus praktika und sachen, die noch nebenher laufen können. dann kann das durchaus ne fruchtbare sache sein ....

PNe(eKlexe


Ich wohne in der Nähe von Brüssel und hier werden ständig Händeringend (Simultan-)übersetzer gesucht. Gibt's hier natürlich als Studienfach in allen möglichen Kombinationen.

Kleiner Tip am Rande für die die gerne Zukunftssicherheit und einen gut bezahlten Job suchen :-D

eDst'relxle


Es ist mit Sicherheit nicht einfach, den richtigen Beruf zu wählen. Interesse ist ja eine gute Grundlage, reicht aber nicht. Ich interessiere mich zum Beispiel sehr für Mode und Musik und bin da auch nicht ganz unbegabt (wie mir andere sagen), ich weiß aber, dass dies nicht reicht. Ich müsste mich perfekt vermarkten (nenn es auch Selbstinszenierung) können, um davon auch leben bzw. eine Familie ernähren zu können. Ich weiß, dass ich das nicht kann und habe mich dafür entschieden, Mode und Musik zu meinem Hobby zu machen. Studiert habe ich einen ingenieurtechnischen Beruf. Dafür habe ich aber vorher einen technischen Beruf erlernt, um sicher zu sein, dass sich der Marathon des Studiums (ist ja auch nicht ganz zum Nulltarif zu haben) auch lohnt. Ich habe gemerkt, dass Mathe und Physik keine Angstfächer sind. Dabei hat mir aber ein Lehrer sehr geholfen, der einen Großteil der Klasse mit seinem Unterricht für die Naturwissenschaften begeistern konnte. Es gibt ja im technischen Bereich vielfältige Einsatzgebiete. Man muss nicht nur Maschinen entwerfen oder Computerprogramme erstellen. Es gibt da auch viele spezielle Anforderungen, die musische Fähigkeiten (im weitesten Sinn) erfordern. Ein technischer Redakteur kann z. B. auch nur der werden, der neben einer technischen Ausbildung auch über ein sehr gutes sprachliches Ausdrucksvermögen verfügt. Technische Gegenstände müssen über ein ansprechendes Äußeres verfügen, um sie gut vermarkten zu können. Die Gebrauchseigenschaften von neuen Geräten für Freizeit und Haushalt sind ständig neu zu definieren. Das sind alles Dinge, zu deren Bewältigung technische Kenntnisse allein auch nicht ausreichend sind. Dazu werden oft auch branchenfremde Berufe benötigt. Was ich damit sagen will, auch im technischen Bereich gibt es sehr viele interessante Möglichkeiten.

Wichtig ist, nicht allein nur nach seinen Interessen, sondern auch nach persönlichen Talenten und Grundbefähigungen zu wählen, aber auch den Arbeitsmarkt nicht zu vergessen. Arbeitsloser Akademiker ist kein guter Beruf. Manchmal verrennt man sich in eine Idee. Hast Du wirklich schon einmal richtig über Alternativen zur Literatur nachgedacht? Woran liegt es, wenn Du keine siehst? Hast Du vielleicht Angst vor etwas, was Du gar nicht richtig kennst? Warst Du schon einmal in einem größeren Betrieb (Einrichtung) und hast Dir dort Arbeitsplätze von akademischen Berufen angesehen und die Aufgaben erklären lassen? Es ist schon richtig, dass man seinen Träumen ein Stück weit folgen sollte, aber es sollte doch eine reale Chance der Realisierung dafür geben. Der derzeitige Arbeitsmarkt scheint da den Ball in manchen Bereichen doch recht flach zu halten. Da hat Hagalaz77 schon recht. Das hat mit Geld schaufeln wollen nichts zu tun, sondern ist realistisch. Hast Du niemand im Freundeskreis oder in der Verwandtschaft, mit dem Du darüber mal vernünftig reden kannst?

Und noch etwas für alle die, die glauben, ein Studium oder eine Ausbildung besteht nur aus Wunschfächern und dem Bohren von dünnen Brettern. So etwas gibt es nicht, genau wie das tägliche Leben nicht nur aus Feierabend und Urlaub besteht. Die Leistungsbereitschaft, auch mal Dinge zu tun, die nicht nur Spaß bereiten, ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben, selbst dann, wenn man nicht nur aufs große Geldverdienen aus ist. Etwas geschafft zu haben ist ein Erfolgserlebnis, das man zur inneren Zufriedenheit braucht. Das gilt für Ingenieure wie für Literaturwissenschftler oder Künstler und ist ohne den Willen zur Leistung nicht zu bekommen

SzunflowYer_73


Von 1500€ netto träume ich auch noch... Ich hänge im Bereich TVL 13 Stufe 1-3 fest, i.d.R. Teilzeit. Also jahrelang gerade mal einen Tausender...

gnag gagEugxgu


Im Süden Deutschland ist das schon möglich. Dafür sind die Lebenshaltungskosten schon extrem.

Im Osten kann man wirklich nur von Träumen. Aber die Mieten sind dafür billiger.

@ Sunflower

Da kriechst du ja echt auf dem Zahnfleisch. Aber ich hoffe, dass die Zeit bald vorbei ist. Ist nicht so einfach. Ist im Studium auch nicht anders. Aber man will ja auch mal Geld verdienen. Da muss man den inneren Schweinehund echt überwinden.

w4isemaxn86


Wenn schon BWL, dann sowas wie Wirschaftsing.wesen mit einer gefragten Spezialisierung (z.B. Maschinenbau oder Elektrotechnik.

also die WINGler sind die einzigen, über die sogar die BWLer lachen xD

also wenn dann richtig ingenieur und des bischen BWL, was man noch so braucht, kann man sich nebenbei beibringen

pdetRit_so{rciexre


Eine Bekannte von mir hat mit Germanistik angefangen und ist dann auf Buchwissenschaften umgeschwenkt. Jetzt arbeitet sie in einer Bibliothek als Bibliothekarin. Reich wird sie dabei nicht, aber sie hat ihr Ziel, mit Büchern zu arbeiten, erreicht.

Sie wusste aber auch davor schon, dass sie mal Bibliothekarin oder Lektorin werden will, hatte das also schon recht eng eingegrenzt.

Die Ausweichmöglichkeit mit Lehramt ist nicht gut. Die meisten arbeitslosen Lehrer unterrichten Englisch, Geschichte, Wirtschaft und Deutsch. Zumindest hier (Bayern). Da muss man richtig gut sein, um einen Job zu bekommen.

Aber prinzipiell bin ich der Meinung, du solltest das studieren, was die Spaß macht. Wenn du Germanistik willst, studier Germanistik. Du kannst natürlich in den grünen Studienführern nachschlagen, ob es ein ähnliches Studienfach gibt, bei dem du aber "wirtschaftlicher" lernst. Eben zum Beispiel Buchwissenschaften.

gdaggIagu%ggu


Es kommt natürlich drauf an wo man lebt und welchen Schulzweig man wählt. In Haupt und Realschulen ist das gesucht, meißtens.

SnunflWow,er_7x3


@ gagga:

Hab' davon noch 400€ Weiterbildung im Monat gezahlt über 30 Jahre. Und meinen Studienkredit auch noch abgezahlt. Da kommt einem Hartz IV fast wie Luxus vor. Im Studium hatte ich mehr Geld – hab' da schon gespart für die Weiterbildung...

Kurzum:

Man muss schon eine Liebe zum Fach haben, dann erträgt man viel Verzicht und viele Widrigkeiten. Aber nur von Liebe zum Fach allein kann man halt auch nicht leben.

Bzgl. Bibliothekswesen/Literatur:

Es gibt auch Studiengänge, wo es konkret um Bibliothek und v.a. Dokumentationswesen geht...

K@ad7hidxya


Du bisz Jetzt mit drm Studium fertig und hast auch schon 30 Jahre lang Weiterbildung gezahlt?

Da komme ich im Kopf auf 50something ":/

Knad-hixdya


Ähems, nee, geht ja gar nichts ;-D NOCH mehr :-o

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