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Muss ich mich nun wegen meines Berufes und Verdienstes schämen?

KLaXtze!nfra-uchexnIvy hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Mir ist nun etwas passiert, das mich fast vom Hocker gehauen hat und das mich sehr beschäftigt.

Vorgeschichte: Ich bin in der Justiz tätig und verbeamtet. In meinem Studium habe ich bereits Anwärterbezüge bezogen, ca. 900 € im Monat. Nach bestandener Prüfung bekam ich dann ca. 1800 € netto. Nun gab es eine Erhöhung der Bezüge, ab dem 01.01.2012 sind es in meiner Gehaltsstufe nun 2150 € netto im Monat.

Ich musste mir vorher schon einiges anhören, im Studium: Wie ihr studiert, möchte ich mal Urlaub machen, und dafür auch noch Geld bekommen, andere Studenten müssen sich ihre Bildung hart erarbeiten. Und mittlerweile werden die Anfeindungen immer schlimmer und teils auch beleidigend:

Das wir Beamte sowieso nichts tun und dafür teuer bezahlt werden, das es eine Unverschämtheit ist, das wir wieder mehr bekommen, während andere untergehen, das ich mich schämen sollte. Ich persönlich!

Ganz ehrlich, ich frage mich auch, warum diese Erhöhung der Bezüge jetzt not tat. Aber sollte ich mich deswegen jetzt beschweren? Was erwarten die Leute von mir? Das ich bei der OFD anrufe und sage: Nein, das finde ich nicht in Ordnung, das ich dieses Geld verdiene. Davon abgesehen, ich arbeite auch meine 10-12 Stunden am Tag, und ich arbeite auch hart. Das sehen die Leute aber leider nicht.

Ist es denn schon soweit, dass ich mich für meinen Verdienst und meine Verbeamtung schämen muss?

Antworten
b/omobxo


Wieso arbeitest du 10-12 Stunden am Tag? Davon abgesehen sind alle Leute, die solche Meinungen haben dämlich. Du solltest dir vielleicht einen neuen Bekanntenkreis suchen. Ich kenn auch solche Leute, aber mit denen habe ich wenig zu tun.

Die Leute die sowas behaupten scheinen auch nicht besonders helle zu sein, wenn sie soooo wenig verdienen, dass 2100 € für sie mit Reichtum gleich zu setzen ist. Ist zwar jetzt ein bisschen überspitzt von mir formuliert aber du weißt sicherlich, was ich meine.

Also Kopf hoch und lass die Leute labern. LG

WQolfxgang


Wie ihr studiert, möchte ich mal Urlaub machen, und dafür auch noch Geld bekommen,

Wer solch neidisches Geschwätz absondert, dem kann man nur sagen: "Na, dann studier' doch!" Dummes Geblubber neidischer Zeitgenossen muss dich nicht ärgern: "Was stört es die Eiche, wenn sich das Wildschwein an ihr scheuert?" ;-)

L^ian-vJill


Welches Bundesland bist du denn?

Und was bedeutet OFD?

BiuddIewlina


ich finde es ehrlich gesagt, trotz Studium ein unverschämt geringer Lohn! ;-)

Das ist mir aber bei vielen mit Studium schon aufgefallen! :)_

BXeabtis


Mir geht es genauso, obwohl ich kein Beamter bin. Nach dem Bachelor bin ich mit etwa 47k Brutto eingestiegen und muss mich ständig gegenüber meinen Nicht-Akademiker-Freunden dafür rechtfertigen.

Wenn ich mal sage, dass beim Netto gar nicht so viel übrig bleibt und ich auch an der einen oder anderen Stelle sparen muss, bin ich gleich der Reiche mit dem Luxusproblem. Das liegt wohl aber auch daran, dass Nicht-Akademiker niemals in die Sphären solcher Gehälter kommen.

AhntoOnK SoBmmxer


Hallo Ivy,

ich kann Dich gut verstehen.

Heute, als pensionierter Beamter komme ich mir auch oft so vor, wie Du es geschrieben hast.

Must mal in der Gehaltstabelle Deine voraussichtlich letzte Beförderungsstufe nehmen und die Pension berechnen...

und das Ergebnis mit den Renten vergleichen.

ABER:

Eine Sache, die die meisten vergessen, wenn sie so Beamten-negativ reden: Die Krankenversicherung geht vom Nettoverdienst extra noch ab. Alle anderen haben diese Versicherung schon abgezogen, wenn sie von Netto reden.

Im Übrigen können Neidhammel halt nicht anders.

Liebe Grüße

:-) :)z :)^

EhhemalDige9r Nutizer" (#4D79x013)


Nö, ist für die Qualifikation, die du mitbringst, ein absolut unspektakuläres Einkommen. Hab die 1.800 € netto schon bei Berufsgruppen gesehen, die noch nicht mal einen Realschulabschluss erfordern. Dass man als Staatsbediensteter einen sehr sicheren Arbeitsplatz hat, mag zwar stimmen, aber es ist nun mal ein allgemeines Vorurteil, dass dieser dann auch entsprechend – geschweige denn übermäßig – vergütet/besoldet wird. Genau genommen ist die Bezahlung im öffentlichen Dienst zumindest bei den nachrückenden Kräften vielerorts eine freche Abzocke, die manchmal sogar in der freien Wirtschaft ihresgleichen sucht.

kCamLikaxze


Lian-Jill,

OFD = Oberfinanzdirektion.

s+chokuohimbexer


das ist neid. neid schürt missgunst und dann kommen die sprüche :(v

klar ich denk mir auch manchmal "warum verdient der fuzzi sooooo viel kohle und ich nicht?!"

"warum verdiene ich als erzieherin so wenig?"

"bin ich und meine arbeit nichts wert?"

"warum mache ich 5 jahre eine schulische ausbildung für 1300 netto?"

und dann fällt mir wieder ein, dass ich meinen beruf liebe x:) ...

...und das ich ihn nicht tauschen will...

...das es mein weg ist ...

und das jeder seinen weg gehen soll !! @:)

S6unflRowelr_x73


Tja – wir haben freie Berufswahl, und wenn man meint, das kommentieren zu müssen, ist das ein Problem DER Leute. Punkt. Man kann sich ja umfassend informieren bei seiner Berufswahl – zumindest ab einem best. Bildungsniveau.

Ich habe 2006 mein Diplom gemacht. Mir war damals bewusst, dass ich für meinen Traumjob eine staatlich geregelte Weiterbildung brauche (deren Rahmenbedingungen sich zwischen Studienbeginn und Studienende leider deutlich verschlechtert haben, Thema für sich). Kurzum: Ich habe seither 17.000€ investiert, nie mehr als 1000€ netto im Monat gehabt. Arbeite im Schnitt die Hälfte meiner Arbeitszeit unbezahlt.

Im kommenden Jahr werde ich noch eine vorgeschriebene praktische Tätigkeit machen, um endlich die Weiterbildung abschließen zu können. Was bedeutet, dass ich trotz 5 Jahren Berufserfahrung in dem Bereich für knapp 1000e BRUTTO 30 Stunden pro Woche arbeiten und dementsprechend Schulden machen werde.

Ich wusste es. Klar kriege ich manchmal Neidattacken, weil andere Leute während der Heranführung an ihren Beruf ansatzweise verdienen UND nach dem Studium diese "Weiterbildung" vom Staat gezahlt wird (Lehrer, Juristen). Meine Verantwortung und Aufgaben decken sich zu einem großen Teil mit der eines Assistenzarztes – nur dass die in dem Bereich vom ersten Tag an reguläres Tarifgehalt bekommen und die Klinik die Facharztausbildung zahlt. Nett ist auch, wenn man selber mit Diplom und 5 Jahren Erfahrung weniger bekommt als eine Krankenschwester im 1. Ausbildungsjahr (!).

Ja, das nervt mich und ich beklage mich auch gerne mal. Aber Fakt ist: Es war meine Entscheidung. Dass sich die Rahmenbedingungen geändert haben: Pech.

Ich mag meinen Job... und nach der Weiterbildung steht mir immerhin TV-L 13 oder gar 14 zu. D.h. bei einer vollen Stelle auch durchaus die 2 vorne beim netto. Finde das Gehalt für jemandem mit Studium daher auch nicht sonderlich spektakulär.

Ist halt Neid bei den anderen...

Wlatexrli2


Wurde alles schon gesagt. Kleingeistige, neidische Leute...

:=o

Die Meinung solcher Leute interessiert mich persönlich nicht so sehr, da sie in einer völlig anderen Welt leben.

LTianO-J(ill


Lian-Jill,

OFD = Oberfinanzdirektion.

Dachte ich mir schon, auch wenn es bei uns in Bayern keine OFD mehr gibt; das heißt jetzt Landesamt für Steuern. In welchem Bundesland ist denn die OFD für die Beamtenbesoldung zuständig? Bei uns sind das die Bezirksfinanzdirektionen.

PVuderp-erle


Nein, du musst dich nicht schämen.

Die Menschen (auch ich ^ ^) werden halt immer unzufriedener, weil man allgemein immer mehr arbeiten muss, für gleichzeitig immer weniger Gehalt. Die Preise steigen ständig an, und die Arbeitsbedingungen werden immer schlechter.

Egal welchen Job man hat, es gibt immmer Vorurteile: Ich als Bürokauffrau bin total langweilig, trinke den ganzen Tag nur Kaffee, zicke natürlich und dumm bin ich auch, weil ich nicht studiert habe. Tippse eben.

Genauso wie Altenpfleger von vielen nur als "Arschauswischer" gesehen werden, und Handwerker ja eh nur saufen. Das darf man einfach alles nicht erst nehmen. @:)

Lsian-JDixll


Was erwarten die Leute von mir? Das ich bei der OFD anrufe und sage: Nein, das finde ich nicht in Ordnung, das ich dieses Geld verdiene.

Yvi, bist du dir sicher, dass du Gehaltserhöhung meinst (diese popeligen 1,9 % ab 1.1.2012)? Oder nicht doch eine Beförderung in die nächste Besoldungsstufe? Da sich das im Laufe deines Lebens, bis du in Pension gehst, ziemlich zäh weiter ziehen wird, würde ich mich über ein erstes Vorrücken nicht wirklich beschweren. Irgendwann stehst du dann 20 Jahre auf der selben Stufe und wirst später mal froh sein, vor Eintritt in den Ruhestand die Endstufe hoffentlich erreicht zu haben.

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