» »

Probearbeiten trotz festem Arbeitsplatz

KRlein-xIssy hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe eine Frage, zu der ich jede Menge halbgare Informationen im Internet finde, aber einfach nichts Präzises. Vielleicht bin ich auch zu dusselig zum Suchen, deshalb bitte ich die Forengemeinde um Mithilfe.

Meine kleine Schwester ist derzeit noch befristet als Medizinische Fachangestellte beschäftigt. Innerhalb der nächsten vier Wochen wird sich entscheiden, ob sie unbefristet übernommen oder ob sie ab Juni in ihrer Praxis nicht mehr arbeiten wird.

Nun steht allerdings für sie selbst fest, dass sie aufgrund verschiedener Dinge nicht länger als nötig dort arbeiten möchte. Sie würde lieber heute als morgen kündigen.

Da sie nun allerdings weiß, wie ihre große Schwester abgesackt ist, als sie arbeitslos war, möchte sie es natürlich nicht mir gleich tun, und stattdessen solange in ihrer Praxis bleiben, bis sie etwas Neues gefunden hat. Dafür bewirbt sie sich, telefoniert etc. Davon wissen aber ihre Chefs und Kollegen noch nichts, sie fürchtet, dass das Arbeitsklima sich verschlechtern würde, wenn sie ankündigt, dass sie eine andere Arbeit sucht. Sie möchte lieber ihre Chefs vor vollendete Tatsachen stellen, wenn sie kündigt, was sie lieber täte, wenn sie den unbefristeten Vertrag noch nicht hat.

So viel zur Geschichte, nun die Frage: Angenommen, ein Vorstellungsgespräch verläuft gut, und der potenzielle Arbeitgeber möchte, dass meine Schwester einen Tag zur Probe arbeitet – wie kann sie es tun, ohne dass ihr derzeitiger Arbeitgeber davon erfährt? Kann sie Urlaub nehmen? Was ist aber, wenn ausgerechnet dann etwas beim Probearbeiten passiert?

Auf keine Fall meine ich, dass sie sich für diesen Tag krank schreiben lassen sollte – wenn man krank geschrieben ist, darf man aus versicherungstechnischen Gründen nicht arbeiten, wenn ich richtig informiert bin.

Was kann sie also tun, ohne ihren Chefs sagen zu müssen, dass sie Urlaub braucht, weil sie Probe arbeiten muss? Rechtlich machbar gesehen?

Ich danke schon einmal im Voraus für eure Meinungen. :-)

Antworten
Scanuk


Für einen Urlaubstag braucht man keinen Grund anzugeben. Wenn es so Brauch dort ist, soll eben den Geburtstag von Mutter/Oma oder sonst ein Familienereignis vorgeben.

Wenn gar nichts geht, einen Tag krank schreiben lassen.

Viel Glück deiner Schwester @:)

g*atxo


Ist Probearbeiten denn üblich? Ansonsten erst mal abwarten, ob das Thema überhaupt aufkommt. Wenn ja, könnte man das auch offen beim potentiellen AG ansprechen, vielleicht weiß er eine Lösung.

SMunfleowerX_7x3


Zum einen würde ich doch mal drüber nachdenken, mit offenen Karten zu spielen. Der Vertrag ist befristet, sie müsste sich jetzt ggf. eh bald arbeitssuchend melden. Wenn sie dort nicht bleiben will, sollte sie überlegen, dies freundlich mitzuteilen, demit man nicht doch fest mit ihr rechnet und dann mit zu wenig Personal dasteht.

Probearbeit müsste man immer auch mit dem neuen AG aushandeln. Ob man es überhaupt macht,...

Krankmeldung:

Sehr ungünstig. Sollten Patienten sie bspw. in der anderen Praxis sehen, wenn sie krankgeschrieben ist... Nicht gut. Also um Urlaub bitten – oder mit dem potenziellen neuen Chef eine Lösung aushandeln. Vielleicht würden ja auch 2 halbe Tage gehen oder so, wenn sie bspw. nicht voll in der Praxis ist. Kenne es zumindest aus meiner Hausarztpraxis, dass da das Personal trotz voller Stelle in Schichten arbeitet. Könnte man ja ausnutzen.

KJleiEn-IMssy


Ob Probearbeiten in der Branche üblich ist, weiß ich, ehrlich gesagt, gar nicht. Eigentlich denke ich auch, dass man abwarten sollte, bis das Thema angesprochen wird, aber es interessiert uns natürlich trotzdem ... Ich als Bürokauffrau musste bisher zwei Mal Probearbeiten, ich kam allerdings auch beide Male aus der Arbeitslosigkeit. Da ist es dann ja kein Problem.

Grundsätzlich tendiere ich dazu, dass sie für diesen Tag eben Urlaub nimmt oder Überstunden abfeiert. Ich frage mich halt nur, wie es aussieht, wenn sie sich beispielsweise beim Probearbeiten verletzt – könnte es ein Grund zur Kündigung sein? Wie gesagt, nichts wäre ihr lieber als die Kündigung, aber möglichst mit einem anderen Job in der Hinterhand.

V%eXrsxa


Für einen Urlaubstag braucht man keinen Grund anzugeben.

Das nicht, aber man darf trotzdem nicht woanders arbeiten gehen. Ob Probearbeiten dazu zählt :-/

S3u<nfloweVr_73


Anders als mit Urlaub geht Probearbeiten aus einem Job heraus nicht... ist auf jeden Fall sicherer als sich krank zu melden.

Und:

Es ist doch keine Kündigung... sondern nur ein auslaufender Vertrag. ;-)

KFle8in.-IsPsy


Über den ersten Punkt werde ich meiner Schwester auf jeden Fall sprechen, Sunflower. Eigentlich möchte sie es ungern, weil – wie gesagt – sie trotz aller Schwierigkeiten solange wie möglich dort bleiben will / muss, bis sie eben einen neuen Job hat, um nicht arbeitslos zu werden. Sie hat einfach die Befürchtung, dass das Betriebsklima und ihr Verhältnis gegenüber Chefs und Kollegen nach ihrer Offenbarung, eh nicht bleiben zu wollen, endgültig den Bach heruntergeht.

Andererseits ist sie bereits mehr oder weniger für den Rest des Jahres eingeplant, ihr wird beispielsweise der Urlaub im August verwehrt (Sie sollte ihren Urlaub bereits für das ganze Jahr einreichen.), weil der Großteil ihrer Kollegen bereits im Urlaub ist oder anderweitig verplant. Das heißt, eigentlich soll sie im August komplett zur Verfügung stehen. Warum man sie trotzdem noch hinhält und ihr nicht gleich sagt, dass sie unbefristet übernommen wird, ist mir ein Rätsel.

Puerfbormexr


Ich habe auch mal gelesen, dass Proberarbeiten, während man noch woanders beschäftigt ist, nicht erlaubt ist.

[[http://www.sueddeutsche.de/karriere/probearbeiten-ohne-lohn-das-machen-wir-doch-gern-1.7923]]

Ganz unten stehts.

KFleind-Issxy


Danke, Performer, so eine Information hatte ich gesucht. Na gut, wir werden sehen, wie es tatsächlich laufen wird. Es bringt vermutlich nichts, jetzt schon darüber nachzudenken, wie man es im Fall der Fälle regeln könnte.

Danke jedenfalls an alle Schreiber für ihre Mithilfe. :-)

Plerforxmer


Gerne. :-)

Also dort steht ja auch, dass man sich überlegen soll, ob man das macht.

Kommt auf die Umstände drauf an, das würde ich abwägen.

Jgalaxni


Ich kenne Probearbeiten aus dem sozialen Bereich als Hospitieren. Als ich mich nach dem Studium beworben habe, habe ich bei mehreren Stellen ein bis drei Tage hospitiert. Da ich ja noch eingeschrieben war und keine feste Arbeit hatte, war das logischerweise absolut kein Problem.

Meine erste Arbeitsstelle war auf Dauer nicht wirklich etwas für mich und so habe ich mich nach einem guten Dreivierteljahr nach etwas Neuem umgesehen. Ich hatte dabei allerdings zum Glück kein Problem mit den Zeiten, da ich bei der ersten Stelle feste Zeiten (8:00 bis 16:30) hatte und es bei meiner aktuellen Stelle Schichtarbeit gibt. Sprich: Ich habe für das Vorstellungsgespräch und das Hospitieren (das von 15:30 bis 21 Uhr ging) ein paar Überstunden abgebummelt und musste so keinen Urlaub einreichen.

Wie es rechtlich aussieht, weiß ich leider auch nicht, aber es leuchtet mir nicht richtig ein, dass es auch mit Urlaub nicht machbar sein soll, mal einen Tag an der neuen Arbeitsstelle zu hospitieren... ":/

K6leinV-Maxi


Hallo!

Ich bin die kleine Schwester, von der hier die Rede ist. Meine Schwester hat netterweise für mich die Anfrage gestellt.

Danke für eure hilfreichen Antworten.

Wie meine Schwester schon sagte: Ich habe Angst um das Betriebsklima, wenn ich vorab etwas über eine Kündigung sage.

Es ist zwar schon länger her, aber ich kann mich noch ungefähr daran erinnern, wie eine andere Arbeitskollegin behandelt wurde, als sie gekündigt hat und die vier Wochen Kündigungsfrist noch bei uns gearbeitet hat. Einige der Kolleginnen waren nicht gerade nett, um es mal freundlich auszudrücken.

Und das möchte ich gerne vermeiden, weil ich so eigentlich kein Problem mit meinen Kollegen habe. Daher würde ich mich über die Kündigungsfrist auch mit Urlaub und Überstundenabbau retten.

Was ist außerdem, wenn ich jetzt groß rumtöne, ich werde kündigen, sobald ich einen anderen Job habe, und Ende Mai stehe ich dann noch immer ohne eine andere Stelle da. Das sieht doch auch blöd aus, oder?

Kann mir vielleicht noch jemand sagen, ob ich während dieser überbrückten Kündigungsfrist schon eine andere Stelle antreten darf? Oder ist das vertraglich gesehen nicht möglich? In meinem Vertrag steht drin, dass andere Arbeiten vorher mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden müssen.

Danke für eure Hilfe.

a ma2x8


Hallo Klein-Mai,

innerhalb deiner Kündigungsfrist kannst du nicht bei einem neuen Arbeitgeber arbeiten, weil du dann ja 2 Arbeitsstellen gleichzeitig hättest (ich gehe hier mal von Vollzeit aus), du bist ja in der Kü-Frist noch bei deinem alten AG beschäftigt. Also kannst du eine neue Arbeitsstelle immer erst nach Ablauf der Kündigungsfrist antreten.

Wenn du derzeit einen auslaufenden Vertag hast kannst du eine neue Stelle direkt am ersten Trag nach Vertragsbeendigung antreten, da musst du auch keine Kü-Frist einhalten, da dein Vertrag ja befristet ist. Wenn dein jetziger AG dir nun einen neuen Vertag anbietet, dann gilt wieder die dort enthaltenden Kü-Frist – zumindest, wenn du den Vertag unterschreibst.

Mein Tip wäre, den jetzigen AG nicht auf eine Vertragsverlängerung ansprechen, dir in der Zeit möglichst eine neue Stelle suchen und wenn der AG mit einem neuen Vertag kommt, einfach die Rückgabe mit der Unterschrift "immer vergessen" ("Ach, Mist, ja liegt daheim, habe ich vergessen mitzubringen. Ist ja nicht so eilig, bin ja hier, bringe ich demnächst mit… "). Dann kannst du kurz bevor dein Vertag ausläuft entscheiden, was du machst.

Prüfe aber jetzt unbedingt deinen Vertag was mit Urlaubstagen passiert, die du nicht nehmen kannst (sprich, dein Vertrag würde nicht verlängert werden, aber du hast deinen gesamten Urlaub im September geplant – was passiert mit den anteiligen Urlaubstagen von Jan-Mai - oder hast du diese in der Zeit schon verbraucht?)

Kolein^-Mai


Hallo am28,

das mit dem Arbeiten während der Kündigungsfrist habe ich mir schon gedacht. Aber ich habe noch genügend Überstunden und Urlaub vom letzten Jahr, um diese vier Wochen auszufüllen, um dann nicht mehr zu meinem jetzigen Arbeitsplatz zu müssen.

Meine Chefs machen sich allerdings schon Gedanken wegen einer Vertragsverlängerung. Ich hatte Ende Dezember nachgefragt. Meinen Entschluss, zu kündigen, habe ich allerdings erst Mitte Januar gefasst. Mitte Februar soll ich dann erfahren, ob ich einen weiteren Vertrag bekomme. Und selbst wenn, dann kommt der Vertrag wahrscheinlich kurz vor knapp. War bis jetzt immer so.

Ich hoffe ja, dass ich vor Vertragsauslauf eine neue Stelle bekomme.

Wie das mit den Urlaubstagen ist, weiß ich leider nicht genau und kann es auch aus dem Vertrag nicht ersehen. Ich habe 26 Urlaubstage von Juni 2011 bis Mai 2012. Meine Kollegin meinte mal, pro Monat hätte ich 2 Tage. Kommt ja ungefähr hin. Und wie gesagt, ich habe noch genug Urlaubstage von 2011 und genug Überstunden.

Und die restlichen Urlaubstage und Überstunden, die ich innerhalb der Kündigungsfrist nicht nutzen kann, weil ich "zu viel" von beidem habe, dann müsste ich mir das doch eigentlich auszahlen lassen können, oder?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH