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Mein Chef will uns für Sonntagsarbeit nicht entlohnen: Rechtens?

l5a-nny8x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen :-D

ich möchte meine Situation einmal kurz erklären, damit man sich ein Bild von der Sachlage machen kann.

Ich arbeite seid einigen Jahren als Verkäuferin in einem bekannten Lebensmittelgeschäft in Vollzeit ( 45std in der Woche von Mo-Sa, Sonntags frei ). Ich bin, wie so viele andere auch, dankbar überhaupt einen Job zu haben.

Ich mache meine Arbeit, trotz einiger Schwierigkeiten, gerne und fühle mich im großen und ganzen, überwiegend auch dank des Kollegiums :)_ dort gut aufgehoben.

Mit Alltagsproblemen wie Unterbesetzung, Mehrarbeit, nicht bezahlte ( nicht mal anerkannte ) Überstunden hat man sich mittlerweile gewöhnt und gehören ja inzwischen zum Arbeitsleben dazu, trotzdem ist es ein gutes Gefühl gebraucht zu werden und eine Aufgabe zu haben. Natürlich mache ich das nicht aus Nächstenliebe, sondern um ein regelmäßiges Einkommen zu bekommen.

Unterm Strich kann ih also sagen, das ich in einen, wie bei so vielen anderen Jobs auch, streßigen und Nervenaufreibenes Job habe, wohin ich jedoch gerne hingehe und meine Arbeit Gewissenhaft und mit Freude ausübe. Annerkennung von Mitarbeitern ( nicht vom Chef ) und Kunden bestätigen mir dieses täglich, was mich auch freut und motiviert :)

Mein Chef hat sich dann vor einigen Jahren mit diesem Laden selbstständig gemacht ( Franchising – Methode ).

Das heißt das dieser Laden privatisiert ist und er nicht an den tariflichen Bedinungen gebunden ist. Der Laden läuft gut und das hat sich auch bis heute nicht geändert :)=

Das sich die Öffnungszeiten immer mehr an den in America anpassen ist nichts neues und so war es auch bei uns. Dazu ist anzumerken das durch die Mehrarbeit unweigerlich kommenden Überstunden resultieren. Zusätzliches Personal wurde nicht eingestellt, einfach die Arbeitsschicht hatte sich stillschweigend und schleichend erhöht.

Auch damit wurde man dank Arbeitseinsatz von mir und meinem Kollegium fertig. Das ist nicht dem Chef anzurechnen, der ist der erste der schon Mittags Feierabend macht. Nagut, wie an sovieles auch hat man sich auch daran gewöhnt und stillschweigend hingenommen.

Doch jetzt kommt eine neue Hürde auf die Mitarbeiter zu und genau da liegt meine Frage.

In naher Zukunft darf mein Chef seinen Laden auch Sonntags für einige Stunden öffnen, was er tun wird.

Die leittragenden sind natürlich die Mitarbeiter, denn Chef wird Sonnatgs nicht da sein um die Arbeit zu bewältigen. Wie schon geschrieben, ich arbeite gerne und bin froh diese Stelle zu haben aber jetzt fragen wir uns so langsam, wann reicht es? Auf die Frage hin, wie dieser Tag vergütet wird kam wie so oft ein herunterspielen der Situation.

Er sagte, er müsse uns aufgrund der Tatsache das der Laden privatisiert ist, nichts vergüten und uns die Freizeit wenn überhaupt auf einen freien Tag auf die Woche legen. Also z.B Sonntags arbeiten, Montag dafür frei. :-o

Meine Frage an eucht, darf er das? Wie ist die gesetzliche Lage bei so einem privatisierenden Laden ? ???

Wie sieht es aus mit Vergütung, Freizeitausgleich, Überstunden usw. ? ":/

Gibt es Paragraphen welche solch eine Situation regeln? Oder kann er einfach machen was er möchte und wer damit nicht einverstanden ist muss gehen?

Über Antworten wäre ich bzw das gesamte Kollegium sehr dankbar, denn wir wissen nicht genau wie wir damit umzugehen haben oder können. Wir wollen natürlich kein Ärger oder sonstigen Streß herbeirufen, aber wenn immer nur mehr und mehr von uns gefordert wird ohne eine "menschliche" oder geregelte Vergütung fühlt man sich mehr als ausgenutzt.

Liebe Grüße *:)

Antworten
AEvwant&axge


Das sind Fragen, die Ihr am besten über einen kurzfristigen Termin mit einem Anwalt für Arbeitsrecht klären solltet, dann seid Ihr nicht auf Vermutungen oder Annahmen oder vage Tipps angewiesen. So ein Gespräch kostet nicht die Welt.

axpri(lx45


Da euer Chef sich privatisiert hat und somit nicht an die Tarife gebunden ist muß er auch keine Sonntagszuschläge bezahlen. Aber er ist per Gesetz verpflichtet euch dies als freien Tag zu gewähren dieser muß aber nicht am darauffolgenden Tag sein sondern kann auch mal später gegeben werden. Es gibt aber gesetzlich festgelegt freie Tage. Wieviele das sind solltet ihr euch von einem Anwalt sagen lassen. Soweit ich weiß müßte auch dann der Samstag als ein freier Tag inder Woche oder einer anderen Woche sein.

Also holt euch da Rat bei der Gewerkschaft.

Wieviel Leute arbeiten bei ihm?

GKibNiAchtAuxf


Ihr/Du habt also ein Festgehalt, was sich nach den 45 Stunden die Woche richtet? Ihr macht aber zusätzlich zu den 45 Stunden noch unbezahlte Überstunden? Wie lange bist du denn von Montags bis Samstag bei der Arbeit? Von 8-18 Uhr?

Ich frage, weil ich den Beruf als Verkäufer/in generell schwierig finde. Man wird unterbezahlt und muss viel und hart arbeiten.

Ich hab neben dem Studium als Aushilfe in einer großen Lebensmittelkette genau 2 Tage (!) gearbeitet, bis ich das Kotzen bekommen habe. Ich bekam als ungelernte, Aushilfskraft genau so viel wie die Verkäuferinnen mit Ausbildung (nämlich 6,5€ die Stunde). Kaum vorstellbar, dass man mit 6,5 € die Stunde eine Familie ernähren kann. Eigentlich sollte das mit einer Vollstelle doch halbwegs möglich sein.

Dazu kamen unfreundliche Kunden, dumme Fragen und eine Geräuschkulisse, die mir nach 3 Stunden Kopfschmerzen machte.

Deswegen: Hut ab vor allen Verkaufskräften! Ihr werdet oft unterschätzt und leider, wie es in deinem Fall ja auch scheint, unterbezahlt.

Habt ihr einen Betriebsrat?

Ändert sich was an eurer wöchentlichen Stundenzahl, wenn der Laden Sonntags zusätzlich öffnet?

Überstunden müssen entweder bezahlt werden oder ausgeglichen werden (als zusätzlicher Urlaub), also schreibt immer schön alles auf und holt euch notfalls juristische Hilfe! Man muss sich nicht alles gefallen lassen!

ROaIjanxi


Mein Tipp an euch: Umgehend bei der Gewerkschaft anmelden. Das kostet nicht die Welt und man steht euch für alle Fragen offen.

Grundsätzlich hat mich erstmal der 45 Stunden-Vertrag im Eingang direkt geschockt. Normal wären ja eher 37,5 oder 40 Stunden/Woche. Da weiß ich leider aber nicht wie das ausschaut. Fakt ist aber, dass die von euch geforderten Überstunden entweder entlohnt werden müssen oder es muss dafür einen Freizeitausgleich geben, sodass ihr monatlich nicht zu weit über eure Soll-Stunden hinausschießt. Grundsätzlich muss man sagen, sind so oder so maximal nur 10 Stunden täglich erlaubt und das normalerweise sogar nur in Ausnahmefällen. Sonntagsarbeit muss zusätzlich entlohnt werden, aber da gibt es mehrere Modelle, sodass ich das hier nicht aufführen kann. Das zahlen des normalen Stundenlohns ist indess für Sonntagsarbeit nicht zulässig.

[[http://www.verdi.de/]]Hier findest du schon einiges an Informationen. Wie schon erwähnt, der erste Schritt sollte es sein, dass ihr dort Mitglied werdet. Da fällt mir ein, habt ihr einen Betriebsrat?

l&a~nnTy8x8


Ein Termin bei einem Anwalt für Arbeitsrecht ist eine sehr gute Idee.

Die Öffnungszeiten unter der Woche wird durch den zukünftigen "Arbeitssonntag" nicht beeinflußt. Unser Chef möchte natürlich noch mehr Umsatz machen.

Einen Betriebsrat haben wir nicht. Die eigentliche Arbeitszeit beträgt wöchentlich 40Std.

Die wahre Arbeitszeit liegt je nach Woche bei ca 45Std. Meistens etwas mehr. Hab aufgehört zu rechnen :(

Dabei ist zu sagen das es ein freiwilliges muss ist, immer etwas früher anzufangen.

Die Frühschicht hat folgende Zeiten 6:30 – 14:00 Uhr

Die Spätschicht hat folgende Zeiten 13:30 – 21:00 Uhr

Eine Pause von ca. 30min mus vorgearbeitet werden ist hier mit inbegriffen, jedoch greift diese nicht immer da oft "Not an Mann ist".

( Bisher getätigte Übestunden werden nicht notiert und selbst zu Zeiten wo ich es versucht habe wurde dem keinerlei Beachtung geschenkt und über kurz oder lang immer unter den Tisch gekehrt. )

Vielen Dank für die Anerkennung, das tut sehr gut. Du hast recht, die Punkte die du aufgelistet hast sind auch mein täglicher Bestandteil der Arbeit, aber wie gesagt, ich kann damit umgehen und bin im Grunde sehr zufrieden mit der Arbeit.

Über weitere Ideen und Ansichten der Situation würd ich mich freuen.

ROajbani


Arbeitest du 6 Tage die Woche durch und hast nur Sonntags frei? Bei den Zeiten wirds echt schwer auf 45 Stunden zu kommen. Oder macht ihr auch Doppelschichten von zB. 6:30 bis 18 Uhr? Das kommt mir alles so bekannt vor. Wenn ichs nicht besser wüsste könnt ich dir sofort sagen bei wem du arbeitest. Leider kann ich dir keine PN schicken...

787ergZrexis


Zum Thema Überstunden :

Du hast bestimmt nen netten Kollegen?

Zeichnet euch die Überstunden auf und unterschreibt, man weiß nie wann man es braucht, es sei denn im AV steht Überstunden sind mit Lohn abgegolten.

PPeddxi


uhh..... ich kenn das, habe jahrelang auch als verkäuferin gearbeitet. Täglich eine Überstunde das war normal. Die wurd nicht bezahlt, nicht vergütet, ist immer unter den Tisch gefallen. Und das bei einem guten Konzern, eine bekannte Kette.

ERst mal Hut ab, dass ihr reagieren wollt. Wichtig ist, dass ihr euch wirklich wehrt, zusammenhaltet und dass Euer Chef davon nix mitkrigt. Als wir damals in die Gewerkschaft eintreten wollten, wurde uns hinter der Hand verboten. Mir wäre gekündigt worden. Also, macht das, wenn möglich in die GEwerkschaft, einen Betriebsrat gründen, wehrt euch. Der erste Schritt wäre tatsächlich ein Gespräch bei einem Anwalt.

Viel Glück

e8scQaY4


Erstmal Respekt für das was du und deine vielen Kollegen im Handel täglich leisten. Schreib deine Überstunden in jedem Fall auf, ihr seid nicht ohne Rechte, wie das Bundesarbeitsgericht festgestellt hat: [[http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-02/urteil-arbeitsrecht-ueberstunden]]

WZate<rxli2


Er sagte, er müsse uns aufgrund der Tatsache das der Laden privatisiert ist, nichts vergüten und uns die Freizeit wenn überhaupt auf einen freien Tag auf die Woche legen. Also z.B Sonntags arbeiten, Montag dafür frei.

Prinzipiell schon, denn das wäre ja dann abbummeln der Sonntagsstunden. Er kann euch entweder für zusätzliche Stunden bezahlen oder Freizeitausgleich geben (also einen anderen Tag frei), das ist an sich rechtens. Es kommt aber drauf an, wie euer Arbeitsvertrag ist. Also wenn da z.B. 40 Stunden drinstehen, müsstest du pro Woche 2 Tage frei haben und an 5 Tagen 8 Stunden arbeiten.

Keine Stunde mehr, und wenn, dann musst du natürlich mehr frei oder dafür extra Geld kriegen.

Und es gibt Sonntagszuschläge, also man kriegt Sonntags eigentlich einen höheren Stundenlohn, weil eben Sonntag ist. Ich weiß aber nicht genau wie hoch und ob das auch gesetzlich vorgeschrieben ist... habe sowas auch noch nie bekommen.

Da euer Chef sich privatisiert hat und somit nicht an die Tarife gebunden ist muß er auch keine Sonntagszuschläge bezahlen.

Ah, ok. :)

Unbezahlte und unausgeglichene Überstunden sind jedenfalls nicht so ganz rechtens... :=o

w5ienue r200J8


ich weiß nicht genau, wie die situation bei unseren lieblingsnachbarn ist, aber allzu unterschiedlich wird sie ja doch nicht sein. es wäre mir wirklich neu, dass man als verkäuferin laut arbeitsvertrag 45 stunden arbeiten muss. in österreich darf man nicht einmal mehr als 40 stunden normalarbeitszeit haben, also überstunden etc. ausgenommen. einzige ausnahmen sind krankenhäuser oder wachdienste. auch die vor- und nacharbeiten sind soweit ich weiß vergütungspflichtig. und sonntagszuschläge sind doch überall selbstverständlich, oder nicht??

geht am besten zur entsprechenden gewerkschaft oder gleich zu einem anwalt. den chef in solchen dingen als beratung über arbeitnehmerrechte zu sehen ist unsinn. im günstigsten fall weiß er es nicht, im normalfall lacht er sich in fäustchen, dass ihr euch seit jahren vera.... habt lassen. ich hoffe, du hast alle gehaltsabrechnungen aufgehoben, dann könnte bald ein hübsches sümmchen auf dein konto fließen.

Ebm-ma28


Bitte such dir einen Anwalt, am besten Fachanwalt für Arbeitsrecht in deiner Nähe!!!

Hätte dir gern mehr geschrieben, aber PN geht bei dir leider nicht, heißt es.

7U7ergHreixs


müssen muß man Sonntagszuschläge nicht bekommen. was steht im AV? Tarifvertrag?

bDeetlepjuicxe21


Wenn im Vertrag ne 45 std Woche steht, dann sind die auch zu leisten, ob es dann 6 mal 7,,5 stunden sind oder 4 mal 10 std und einmal 5... das ist egal... wichtig ist, alles über diesen 45 Stunden sind Überstunden. Man kann sie entweder direkt auszahlen oder eine Art Stundenkonto führen, dass man mal mehr mal weniger arbeitet und sich diese Stunden ausgleichen....

Sonntagszuschläge sind tariflich geregelt soviel ich weiß. Ob es auch Anspruch darauf im Arbeitsrecht gibt weiß ich leider nicht. Ich krieg nach Tarif 50% Zuschlag sonntags.

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