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Darf das Arbeitsamt verlangen, dass man umzieht?

mie_ubecci hat die Diskussion gestartet


Hey ich wohne mit meinem Verlobten seit 1 Jahr zusammen. Ich gehe geringfügig beschäftigt arbeiten und kriege Bafög wg. Studium. Mein Verlobter ist, nachdem seine Firma zumachte, abeitslos und bezieht ALG I (seit jetzt 5 Monaten). Er hat sich regional beworben, bisher ist aber noch nichts bei rausgekommen. Jetzt meint sein Sachbearbeiter zu ihm, er soll sich in anderen Bundesländern bewerben und hielt ihm eine Stelle vor die Nase, die über 800 km weit weg ist. Der Sachbearbeiter meinte dazu auch noch, dass mein Verlobter selbst schuld sei dass er das bisher noch nicht gemacht hatte. Mein Verlobter hatte bei jedem Termin einen anderen Sachbearbeiter und keiner hat das bisher verlangt. Der Sachbearbeiter war aber auch sehr schlecht informiert und hat auch ständig den Studiengang verwechselt, den mein Verlobter hatte. Am Ende meinte er dann auch noch, dass er gar nicht wüsste, was Mechatronik sei o_O. Wir heiraten übrigens im Mai!

Umziehen möchten wir aber nicht. Darf die Arge das verlangen?

Antworten
_iPar8v5ati_


Sobald ihr verheiratet seid, kann das Arbeitsamt von deinem Partner eh nicht mehr verlangen, dass er weg zieht. Haltet einfach noch bis Mai durch. Bis dahin sollte aber dein Verlobter machen, was das Amt sagt. Er kann ja die Bewerbung weg schicken. Ich würd es dann aber so formulieren, dass er dann eine Absage bekommt.

HbanseliDnxe


Ich kann euch nur raten, eine Beratungsstelle aufzusuchen. "Eigentlich" soll EINE Person für deinen Mann zuständig sein. Und "Eigentlich" kann man ihn zu einem so weiten Umzug nicht zwingen, insbesondere, wenn seine Verlobte dadurch 800km entfernt wohnt (da du studierst und arbeitest, bist du selbst ja ortsgebunden).

Ihr könntet natürlich überlegen, ob ihr dennoch zu einem gemeinsamen Umzug oder einer Fernbeziehung bereit wäret. Euch dazu zu nötigen, ist allerdings eine Frechheit.

Es kann aber sein, daß der Sachbearbeiter wirklich nicht Bescheid weiß. Oder daß er denkt: Toll, jetzt hab ich einen Job für den Mann und er will ihn nicht, das faule Stück.

Ihr könnt es drauf ankommen lassen und abwarten, was passiert. Aber wie gesagt: Lieber gleich beraten lassen (nicht bei der ARGE!).

So weit ich weiß, können bei ALG I überhaupt keine Sanktionen erteilt werden. Aber kann sein, daß ich falsch informiert bin.

S:tilgxar


ich würde das mit einem klaren nein beantworten...bei uns gibt es das selbstbestimmungsrecht und allein deshalb kann man keinen dazu zwingen....

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstbestimmungsrecht]]

HZa;nselxine


Ach ja, Parvatis Tip finde ich auch nicht schlecht. Aber es besteht die Gefahr, daß sich das Spielchen mehrmals wiederholt.

_?Pa>rv7atix_


So weit ich weiß, können bei ALG I überhaupt keine Sanktionen erteilt werden.

Doch, das ist möglich. Das Geld wird zwar nicht gekürzt, wie bei ALG II sondern man bekommt eine Sperre von 3 oder mehr Wochen.

_8Par`vatxi_


@ Stilgar

Man hat gegenüber dem Amt eine Mitwirkungspflicht. Dass heißt, dass von einem Arbeitslosen durchaus verlangt werden kann, dass dieser umzieht. Das kann aber auch nur das Amt verlangen, wenn gewisse Umstände nicht dagegen sprechen. Wenn z.B. jemand einen Familienangehörigen pflegt, kann dies nicht verlangt werden; auch nicht bei Ehepaaren, wo ein Partner ortsgebunden ist zwecks Studium, Arbeit o.ä.

A:ll/1RB


ich würde das mit einem klaren nein beantworten...bei uns gibt es das selbstbestimmungsrecht und allein deshalb kann man keinen dazu zwingen....

Als Antwort auf die Frage taugt das aber doch wohl kaum, oder? Dass nicht jeder machen kann, was er will, gilt trotz verfassungsmäßiger Rechte. Im Übrigen will ja erstmal der Mann der TE was vom Amt und nicht umgekehrt.

Daher:

§ 121 Abs. 4 SGG III

"(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einem Arbeitslosen eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einem Arbeitslosen zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitslose innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einem Arbeitslosen ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben."

AVllt1RxB


*SGB III

kveijnstkein


Ich glaube nicht, dass die einen dazu nötigen können. Der Sachbearbeiter ist vielleicht selbst nicht verheiratet und hat deswegen keine Ahnung, außerdem scheint er ja generell überhaupt nichts über deinen Zukünftigen gewusst zu haben. Dass er den Studiengang nicht mal kennt, finde ich total hart. Ich würde mich hier beschweren und nach Möglichkeit versuchen, von diesem Sachbearbeiter wegzukommen.

Nach der Hochzeit können die euch sowieso nichts mehr, da du ja auch arbeitest, ob geringfügig oder nicht, dürfte egal sein.

Umziehen für ne Stelle würde ich nur, wenn ich die Gegend gut finde und es auch selbst will. Sonst droht Gefahr, dass man am Ende seinen gesamten Freundeskreis verliert, sich nie an den Ort integriert und den Job dann auch schnell wieder los ist.

MFa,thil]da8x2


Leider hat der Sachbearbeiter Recht. Und hier wurde dazu auch schon der richtige Paragraf zitiert. Nach drei Monaten gilt die Deutschlandweite "Bewerbungspflicht".

Aber ihr solltet trotz allem daran denken, dass er das Geld vom Staat erhält und das dafür auch etwas erwartet werden kann ;-) Wenn es nun mal in eurer Gegend keine Arbeitsplätze gibt, dann muss er wegziehen.

kCeinsxtein


Naja, "muss" ja eigentlich nicht, denn das Gesetz räumt ja ein: "Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben."".

sxcWhums~etxier25


*:)

Ab der Heirat nicht mehr. Grund: Du arbeitest. Noch leichter ist es, wenn man Kinder hat. Das Amt darf dich nicht zwingen, eine Tätigkeit zugunsten des anderen Partners aufzugeben.

Und dass ihr Verlobter "was vom STaat will" ist jetzt nicht das Riesen Argument, finde ich ;-). Erstens ist das ohnehin nicht wirklich viel! Zweitens kann er nichts für seine Arbeitslosigkeit und drittens heißt das nicht, dass man deswegen jetzt Leibeigener der Arge ist. Viertens sind Arbeitslose mit ihrer Situation auch so unglücklich genug, dass man sie daran nicht erinnern brauch ;-).

SQtilgAar


hmmm...danke für die info...

ich war selber noch nie in dieser situation, gott sei dank, kann mir aber irgendwie nicht recht vorstellen, dass man mich zwingt, meinen freundeskreis, die familie und einfach mein ganzes gewohntes umfeld aufzugeben...ich finde es etwa sbefremdlich, einen arbeitslosen weniger zu haben, natürlich keine kosten mehr, ihn dafür aber in eine sozial – schwierige situation.

SIti"lzgaxr


zu bringen...

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