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Zungenpiercing als Deutschlehrerin?

l6ackQsockexn


Wie gesagt:

- Piercing in Zunge, Nase, Augenbraue Unterlippe

- Tattoo auf Schulter

- Rot, blond oder schwarz gefärbte Haare

Das alles ist 0815 und kein Mensch macht sich Gedanken darüber, nicht mehr als bei Ohrringen oder Lippenstift.

Will man auffallen, müssen die Haare schon grün und blau, das Piercing im Ausschnitt und das Tattoo auf der Handoberfläche sein, da tuschelt man knapp noch darüber, das andere genannte: Kein Thema.

K&ami7kazif0815


@ Cat Ballou

Das ist richtig, meine Bemerkung bezog sich auf den für mich in diesem Zusammenhang fraglichen Zusammenhang von Zungenpiercing und Authentizität. Wir hatten erst im letzten Durchgang einen Referendar, der sich aufs 'authentisch sein' berief hatte, als thematisiert werden musste, dass er in der Schule und im Seminar in sehr ungepflegtem Outfit erschien und auch so ein Gschmäckle an sich hatte.

Ich gestehe, ich bin da sehr zwiegespalten, was das Thema Anpassung an der Schule angeht. Für mich hab ich versucht einen Mittelweg zu finden. Ich laufe dort definitiv anders herum, als in meiner Freizeit, allerdings versuche ich auch, mich nicht komplett zu verbiegen. Mir wäre es nicht eingefallen, in den Lehrproben plötzlich im Sakko aufzutauchen, wenn meine S. mit allesamt noch nie in so einem Teil gesehen haben.

Diese Anpassung und die Gedanken drum herum haben mir aber schon zu Schaffen gemacht. Ich würde mittlerweile dazu tendieren, dass es in der Ausbildung durchaus Sinn macht, sich etwas mehr anzupassen. Weil man (leider) sehr von seinem Umfeld abhängig ist. Gefällt dem Schulleiter nicht, wie man herumläuft, kann sich das äußerst negativ auf die Note auswirken. Eine sehr gute Freundin von mir hat aus diesem Grund mittlerweile alle ihre Piercings abgelegt.

Wenn man dann aber seine Stelle hat, würde ich persönlich bei einer solchen Anpassung nicht mehr soweit gehen. Ich kann auch mit Piercings, mit seltsamen Klamotten und auch mit (oh Schreck) aufgeribbeltem Hosensaum prima Unterricht machen. Ich kann vielmehr meinen Schülern beibringen, dass Kleidung nur ein äußeres Merkmal ist und man sich von solchen Oberflächlichkeiten nicht verleiten lassen sollte, sich vorschnell ein Bild von der Person zu machen.

Und genau da kommt das Stichwort "Authentizität" in die Runde. Bin wirklich ich das, im Hosenanzug und feinen Stiefeletten? Dann werden mir die Schüler das vermutlich auch abkaufen. Bin ich das nicht, bin ich vermutlich besser bedient, ich laufe, wie sonst auch, in Turnschuhen und Jeans und eventuell auch mit Piercing oder schräger Frisur durch die Gegend.

l]ack%sockexn


in Turnschuhen und Jeans und eventuell auch mit Piercing oder schräger Frisur durch die Gegend.

Turnschuhe sind heutzutage normale Schuhe, Piercings, besonders die genannten, sind normal, aber warum wirst du "schräge Frisur" hier hinein? Piercings an sich und Turnschuhe sind nichts Schräges, sondern normal, wie Ohrringe oder eine Armbanduhr.

Scchihldkoröte007


Natürlich ist das an manchen Schulen was "schräges". Hatte ich doch bereits geschrieben. Es ist nicht überall nur heiter fröhlich Sonnenschein.

d6ummswchma>rr<er7x4


Turnschuhe sind heutzutage normale Schuhe, Piercings, besonders die genannten, sind normal, aber warum wirst du "schräge Frisur" hier hinein? Piercings an sich und Turnschuhe sind nichts Schräges, sondern normal, wie Ohrringe oder eine Armbanduhr.

also ich weiß nicht was heute standard ist oder nicht. ich als spießer finde aber zungenpiercings bei lehrern erheblich kritischer als grüne haare. wenn sich jetzt ein schüler unbedingt auch die haare grün färben will -- ok, soll er/sie halt, das wächst rückstandsfrei wieder heraus. ein mehrere monate lang sabbernder und lispelnder schüler wegen eines z-pierc. ist da schon was anderes in meinen augen (ok, ich finde piercings halt eh gruselig).

übrigens gab es bei uns an der schule, die durchaus konservativ war, einen deutschlehrer mit schräger frisur. der trug allerdings auch mit den höchsten akademischen grad im kollegium, und die eltern nahmen keinen anstoß dran ("so ein künstler muss halt ein wenig verrückt sein"). was ich sagen will: sowohl mein punklehrer als auch der verlinkte punkdirektor haben sich fachlich weit überdurchschnittlich positioniert. leichter macht man es sich mit auffallendem erscheinungsbild sicher nicht.

AblIl1RxB


- Piercing in Zunge, Nase, Augenbraue Unterlippe

- Tattoo auf Schulter

- Rot, blond oder schwarz gefärbte Haare

Das alles ist 0815 und kein Mensch macht sich Gedanken darüber, nicht mehr als bei Ohrringen oder Lippenstift.

Das entspricht meiner Wahrnehmung nicht. Trotz möglicher Akzeptanz sind Tätowierungen und Piercings in jedem Berufsbild mit "Kundenkontakt" oder betonter Seriösität nochmal eine *deutlich* gesonderte Kategorie.

A>eternxum


Gerade Deutschlehrer sind doch immer eher die Linksalternativen – da ist so ein Zungenpiercing nichts Besonderes.

Hatte mal eine Deutschlehrerin, die war Alt68erin und lief auch so rum. Im Unterricht mussten wir dann mit ihr in die Natur gehen, Pflanzen in die Hand nehmen und sagen was wir dabei empfinden. Selbstredend war ich am nächsten Tag beim Schulleiter und habe einen Kurswechsel gefordert, was er nach dieser Geschichte auch sofort gemacht hat.

V]e3rsxa


Ich selbst würds rausmachen. Wenn es dir so wichtig ist würde ich trotzdem sagen: drin lassen. Mal vorausgesetzt du gehörst nicht zu denen, die ständig damit rumspielen {:( Du "besonderen Anlässen", z.B. Lehrprüfungen oder wie auch immer man die nennt ;-D , Elternsprechtagen etc. kannstes ja einmalig rausnehmen.

K]amWikfaziB081x5


@ lacksocken

Turnschuhe sind heutzutage normale Schuhe, Piercings, besonders die genannten, sind normal, aber warum wirst du "schräge Frisur" hier hinein?

Bei uns an der Schule wäre eine schräge Frisur im Sinne von Regenbogenfarben im Haar, ein Iro, Undercut oder sonstige Sachen nicht denkbar. Als Beamtin kann man einem zwar nicht direkt ans Bein pinkeln, im Vorbereitungsdienst würde unser Schulleiter definitiv etwas sagen. Sein Vorgänger hatte übrigens schon seine Probleme mit abgewetzen Hosensäumen und Turnschuhen und hat einen Kollegen für sein "studentisches Aussehen" kritisiert. Das war vor 2 Jahren :=o

C"at BTal5lou


kamikazi0815

Ich gestehe, ich bin da sehr zwiegespalten, was das Thema Anpassung an der Schule angeht. Für mich hab ich versucht einen Mittelweg zu finden. Ich laufe dort definitiv anders herum, als in meiner Freizeit,

Ich finde es gut, dass du diesen Zwiespalt überhaupt empfindest! :)^

Das tun nicht alle. Vor einigen Jahren kam ein neuer Kollege an die Schule, den ich als Ko-Klassenleiter zu meinem Elterninfo-Abend am Schuljahresbeginn eingeladen hatte. Er kam etwas verspätet, und ich erinnere mich, wie alle den Atem anhielten: er trug Shorts aus dünnem Stoff ;-D , ein ärmelloses T-Shirt und Flipflops.

In diesem Moment war er sicher sehr authentisch, lag aber gleichzeitig total daneben, es war einfach respektlos gegenüber den Anwesenden und nicht nur eine Äußerlichkeit, denn es zeugt auch von einer nicht richtig justierten Berufsauffassung.

allerdings versuche ich auch, mich nicht komplett zu verbiegen.

Das ist doch völlig okay so. Solange dir bewusst ist, dass du nicht an der Schule bist, nur weil du kamikazi0815 bist mit allen Vorzügen und Macken, sondern vor allem wohl weil du eine gute Lehrerin bist...

Mir wäre es nicht eingefallen, in den Lehrproben plötzlich im Sakko aufzutauchen, wenn meine S. mit allesamt noch nie in so einem Teil gesehen haben.

Das würde die Schüler sicher verunsichern. ;-D Zu schicke Kleidung schafft eine große Distanz zu Schülern, finde ich.

Nochmal zum Ausgangspunkt des Fadens: wenn die junge Kollegin bei einer Bank antreten würde, käme die Frage nach dem Piercing gar nicht aufs Tapet. Was mich stört, ist dass in der Schule viele Lehrer ihre Persönlichkeit so raushängen lassen. Graue Socken und Sandalen, in der Schule sieht man sie immer noch, weiße Tennissocken, Ballonseide, Drewermann-Pullover usw.

Da schäme ich mich jedenfalls manchmal fremd.

Suetz~enx6


Ich habe meins rausgenommen. Im Alltag fehlt es mir schon, aber rein beruflich gesehen habe ich diese Entscheidung nicht bereut.

Allerdings bin ich auch an der Hauptschule, und wenn man da von den Schülern als "cool" (auf Styling bezogen) angesehen wird, ists vorbei.

Ich bin jetzt piercinglos, trage "Lehrerklamotten" und sehe anders als meine Schüler aus.

Ob es sich anfühlt, als würde ich mich verstellen? Nein. Das ist mein Job und gewisse Jobs haben gewisse Anforderungen.

Meine Schüler finden mich übrigens jetzt auf andere Art und Weise "cool". Natürlich spreche ich dir nicht ab, dass sie dich trotz Piercing als Autorität ansehen (man kann auch trotz Piercing autoritär wirken), aber ich für meinen Geschmack finde es dennoch unpassend.

Vielleicht ecke ich an damit, aber es ist nun einmal meine Meinung.

K>amii*kazi90815


Was mich stört, ist dass in der Schule viele Lehrer ihre Persönlichkeit so raushängen lassen. Graue Socken und Sandalen, in der Schule sieht man sie immer noch, weiße Tennissocken, Ballonseide, Drewermann-Pullover usw.

Ich glaube ja, dass so ein wilder Mix genau dabei herauskommt, wenn einige sich leider vollkommen erfolglos versuchen anzupassen. Zumindest ist das mein Eindruck. Da kommt dann ganz Absonderliches dabei heraus.

Nochmal zum Ausgangspunkt des Fadens: wenn die junge Kollegin bei einer Bank antreten würde, käme die Frage nach dem Piercing gar nicht aufs Tapet.

Ja, da muss man aber auch beachten, dass sie a.) mit vollkommen anderem Klientel zusammen arbeitet und b.) in einer gänzlich anderen Funktion. In der Schule vertrete ich aber kein Unternehmen, das darauf bedacht ist Finanzen zu verwalten, Ding zu verkaufen und Kunden zu werben, die durch die Fülle an Angebot sehr kritisch auswählen, wo sie ihr Geld hintragen.

CGa\t 9Baullou


In der Schule vertrete ich aber kein Unternehmen, das darauf bedacht ist Finanzen zu verwalten, Ding zu verkaufen und Kunden zu werben, die durch die Fülle an Angebot sehr kritisch auswählen, wo sie ihr Geld hintragen.

Aber du vertrittst ein Etablissement, das darauf bedacht ist, für sich zu werben und Menschen für sich einzunehmen, die sehr kritisch auswählen, an welcher Schule sie ihr Kind anmelden.

Und davon hängt dein Arbeitsplatz ab – das sollten auch Beamte bedenken. ;-)

KQle)i{newa!ldfxee


Also jemand der eigentlich Piercings trägt, sie aber aus Angst anzuecken raus macht und typische Lehrer-Klamotten trägt, ist mit Sicherheit auch nicht ansatzweise authentisch. Sondern er ist 2 vollkommen unterschiedliche Personen.

Ich würde mir ja überlegen wo zu arbeiten, wo man die eigene Persönlichkeit nicht ausleben darf, nur weil Schulen Angst um ihren Ruf haben. Ich finde übrigens solche stock konservativen Hütten alles andere als angenehm und in einem solchen Klima kann man auch nicht vernünftig unterrichten oder lernen. Man muss schon mit der Zeit gehen und da scheinen viele Schulen 1990 stehen geblieben zu sein.

Ein Dresscode für Lehrer ist im höchsten Maße albern.

SVchil%dkröxte007


Ich finde es gut, dass es Schulen für jeden Geschmack gibt.

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