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"Lassen Sie sich krankschreiben"– Seltsame Bitte von Arbeitgeber

VjerirrtqerSteran hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes med1-Forum,

ich wende mich an euch, da ich momentan ziemlich verwirrt aufgrund eines Sachverhaltes bin und nicht wirklich weiß, ob das so legal ist.

Also, ich bin seit kurzem Angestellte in einer großen Outsourcing Firma (Callcenter, Inbound) und befinde mich noch in einer Schulung, habe allerdings schnell festgestellt, dass das nichts für mich ist und gestern somit die Kündigung eingereicht mit einer Frist von 2 Wochen, wie im Vertrag beschrieben.

Die Schulung würde noch 1 Woche dauern (praktischer Teil, bin morgen mit der Theorie fertig) und danach ginge es in eine Art Testphase.

Heute kam meine Managerin auf mich zu und bat mich, mich doch für die nächsten zwei Wochen vom Arzt krankschreiben zu lassen – der Auftraggeber möchte nicht, dass ich beim praktischen Teil mit dabei bin aus Angst, ich könne zu vertrauliche Informationen mit nach außen tragen (es wird auch mit Bankdaten gearbeitet).

Laut Managerin solle ich deshalb "einfach zum Arzt", den Sachverhalt erklären und mich krankschreiben lassen, da sie sonst nicht wissen, was sie mit mir machen sollen – oder aber ich solle fristlos kündigen, das hingegen möchte ich nicht. Es ist doch nicht mein Problem, wenn der Auftraggeber mich die Schulung nicht mehr machen lassen möchte nach meiner Kündigung (innerhalb der Frist)??

Aber das geht doch nicht so ganz mit rechten Dingen zu, krankschreiben lassen ohne kranksein ":/ Ich glaube auch nicht, dass der Arzt mich krankschreiben wird, das wäre ja Versicherungsbetrug... allerdings weiß die Firma auch nicht wohin mit mir – fristlos kündige ich aber DEFINITIV NICHT da ich das Geld gerne noch mitnehmen würde. Ich würde ja noch zwei Wochen arbeiten, aber man lässt mich nicht.

Morgen hab ich meinen Arzttermin und ich bin echt hin- und hergerissen, so geht das doch nicht, oder?

Vielleicht weiß jemand einen Rat für mich!

Antworten
sPinCgh-a


Die saubere Art waere eine Freistellung seitens des AG. – Aber eine Krankschreibung geht halt auch, und vor allem muss sich diese deine Chefin nicht von oben genehmigen lassen. Kurz: Mach es, und such dir in der Zeit 'was Neues.

enxpgect^atxion


In solchen Fällen wird man eigentlich vom Arbeitgeber freigestellt. Ist ja nicht so ungewöhnlich, dass man nach einer Kündigung z. B. den weiteren Kontakt des Mitarbeiters mit Kunden unterbinden möchte. Vielleicht solltest Du Deine Managerin auf diese Option aufmerksam machen.

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Freistellung_(Arbeitsrecht)]]

Ich an Deiner Stelle würde jedenfalls nicht zum Arzt gehen und um ein Attest bitten.

LGilaL1iLna


Ich würde mich nicht krank schreiben lassen. Was soll der Arzt denn auf die AU als Diagnose schreiben? Was passiert, wenn du in diesem Jahr wirklich krank wirst mit "Diagnose", die der Arzt gestellt hast und du wegen der zwei Wochen in's Krankengeld fällst?

Wenn die Firma dich nicht dabei haben will – kein Problem, sollen sie dich freistellen. Aber krank melden würd ich mich sicher nicht.

MNastxerp


Ich würd die Arbeitzeit zu Ende machen und auch die Massnahme. Krankschreiben kostet 10 Euro Praxisgebühr. Darf man auch nicht vergessen.

V7erwirriteJr}Sterxn


Die 10 Euro sind nicht das Ding, ich muss morgen ohnehin zur Blutabnahme dorthin ...

Das mit der Freistellung spreche ich mal an, danke. Ich würde allerdings nicht einsehen, eine unentgeldliche Freistellung anzunehmen – ich bin ja noch arbeitswillig für die nächsten zwei Wochen.

Klingt mir alles so dubios ":/

cPheeBkyangeFl8x1


Freistellung würd vielleicht nicht klappen – du willst verständlich nicht auf Geld verzichten und die wollen nicht voll zahlen. So ist der Arzt der "beste" Weg. Du bist zu Hause, bekommst weiter Geld und die bekommen bis zu 80% erstattet – falls du schon länger als 4 Wochen arbeitest. Falls nicht, beisst du dich mit ner AU in den Hintern und hast die Rennerei....

VZerirrxterSxtern


Ich arbeite jetzt genau 3 Wochen dort – was genau meinst du mit AU?

Tut mir Leid, ich kenn mich mit den Begriffen noch nicht so aus – bin noch recht jung @:) *:)

L'ila`Lixna


Dann lass dich bloß nicht krankschreiben – du hast erst einen Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn du mind. vier Wochen gearbeitet hast bei der Firma.

Biete deine Arbeitskraft an und wenn sie dich nicht "arbeiten" lassen wollen, müssen sie dich bei Lohnfortzahlung freistellen.

ceheekyaxngelx81


Tschuldigund – AU=Arbeitsunfähigkeit=gelber Schein

Wie LilaLina sagt: erst nach 4 Wochen Anstellung bekommst du Lohnfortzahlung. So würdest du kein Geld bekommen, müsstest zur Krankenkasse und dir dann Krankengeld holen.

Also Finger weg vom Attest!

U)lmer ^Spaxtz


Vielleicht ist an dieser Schulung auch eine externe Firma beteiligt (wenn alles "outgesourced" ="rausgequellt" wird) – in dem Fall müßte Dein Arbeitgeber die Schulung bezahlen, auch wenn Du kündigst. Anders ist es wohl, wenn einer der Teilnehmer krank wird.

Ich vermute eher das ist der Grund

VCerJirrtedrSxtern


Wie LilaLina sagt: erst nach 4 Wochen Anstellung bekommst du Lohnfortzahlung. So würdest du kein Geld bekommen, müsstest zur Krankenkasse und dir dann Krankengeld holen.

Also Finger weg vom Attest!

Das find ich ja dann schon irgendwo frech von mir zu fordern, ich solle das Attest gefälligst einholen, da hätte ich ja gleich fristlos kündigen können :(v Ich werde zum Arzt gehen aber nur wegen dem Bluttest, das Attest würde ich ablehnen. Ganz schön unverschämt, so die Kosten zu umgehen meiner Meinung nach %-| :[]

Dann sollen sie mich entweder noch zwei Wochen beschäftigen oder mich freistellen, aber ich werde mich an meine vertragliche Kündigungsfrist halten.

Danke für die lieben Antworten an alle!!

bHud6dleixa


Ähh, und für die meisten Schreiber hier ist es selbstverständlich, dass der Arzt eine Bescheinigung ausstellt, bei der er genau weiß, dass sie nicht korrekt ist?

[[http://www.aerzteblatt.de/archiv/36004]]

Besonders bittte auch:

Die wissentliche Ausstellung falscher Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen erfüllt zudem den Straftatbestand des § 278 StGB.

L6ilaZLiHna


Ähh, und für die meisten Schreiber hier ist es selbstverständlich, dass der Arzt eine Bescheinigung ausstellt, bei der er genau weiß, dass sie nicht korrekt ist?

Ich kenne mittlerweile einige Ärzte, die einfach so krankschreiben und sogar noch fragen, wie lange es denn sein darf, dass ich gar nicht daran gezweifelt habe, dass die TE kein Attest bekommen könnte ":/

Aber klar – mein jetziger Arzt würde wohl so ein Attest eh nicht austellen und schon gar nicht gleich für zwei Wochen.

V6erirrteerStxern


Das wusste ich auch nicht, danke!!

Ich werde mich erstmal morgen beim Arzt entschuldigen für meinen Anruf (ich habe heute mittag nachgefragt), ich find das mittlerweile echt unmöglich :-(

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