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Bei der Schülerhilfe ist man unterbezahlt

KWad-hidOya


Dann bin ich jetzt auch innerhalb von 1,5 Jahren 4x umgezogen... ;-)

Was hat das mit der Nachhilfe zu tun? Hast Du schon seit 3 Semestern deine kaputten Beine?

Vielleicht liegt es auch an der "Der Schüler soll halt zu mir kommen"-Anspruchshaltung? Studenten haben doch ein Ticket für die Öffis, und im Bus/Bahn kann man lernen, für die Uni lesen oder die Stunde strukturieren.


ich inseriere ja für Einzelunterricht; aber ich kriege gegenwärtig fast keine Anfragen mehr.

Sicher dass man den Anzeigentext nicht pimpen könnte?


Im Prinzip spielt es keine Rolle, ob ich da 10 oder 15 Euro nehme --- es meldet sich praktisch keiner.

[...]

Na ja auch bei Nachhilfe funktioniert das Prinzip Angebot und Nachfrage .... und ich vermute das ANgebot wir immer größer als die Nachbfrage,

Wenn die Kinder zum Lehrer latschen müssen, kein Wunder.

Sobald deine Beine wieder besser sind, würde ich mal die Strategie ändern und zu den Schülern hinfahren. Kosten entstehen Dir dabei doch keine oder hat Hamburg etwa kein Öffi-Ticket für Studenten?

Khadh|idxya


Und wenn des net üblich ist, hast Du ein tolles Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen Inseraten ;-)

LIuc_iex26


Na ja, ich wohne hier auch in einer Gegend, die nicht so betucht ist. Deswegen bin ich ja auch dazu übergegangen, Förderunterricht in der Schule zu geben. Gerade weil dort so großer Bedarf besteht. :)

Was das mit der Fahrerei angeht: sorry, aber das habe ich ca. 11 Jahre gemacht und zwar fast nonstop. Sogar innerhalb der Ferien. Ich habe ja fast nie richtige Ferien gehabt, auch während der Schulzeit damals nicht, weil ich da immer arbeiten gegangen bin. Meine Eltern haben mir ja nix weiter gegeben. Irgendwo musste ich ja zusehen, wie ich mir alles finanziere.

Bloß das Ding ist, wenn ich 30 Minuten oder noch mehr fahre, rentiert sich das praktisch auch nicht. Da kann ich dann genauso gut als Förderlehrer arbeiten oder das mit der Schülerhilfe machen.

Das ist hier einfach eine verdammt weit läufige Gegend. Die Busse fahren relativ schlecht. (ist ja ein Randgebiet Hamburgs).

Teilweise haben mir die Lehrer meiner Förderschulen schon private Schüler vermittelt; aber das klappte z.T. nach 3-4 Mon. aus organisatorischen Gründen nicht mehr (keine Terminschnittmenge oder ich war ihnen auf die Dauer zu teuer, wobei ich da ja sogar bloß 12 Euro pro 60 Minuten genommen habe!). Die eine Schülerin habe ich noch, aber die sagen mir die Termine mittlerweile zu viel ab. Bei der ist einfach dauernd irgendwas. Das Mädchen geht 4x die Woche zum Sport zuzüglich zur Schule, dann hat sie noch eine andere Nachhilfe, dann Konfiunterricht, dann dieses, dann jenes. Ich glaube, dass ich das nach den Ferien nicht fortführen werde...

Ich frage mich bloß immer, was die Leute erwarten, wenn die Schüler ja nur alle 3-4 Wochen mal irgendwo zur Nachhilfe für ne Stunde gehen. Denken die, dass es damit getan ist? (und nein, das hat nicht bei allen von denen finanzielle Hintergründe). Viele verzetteln sich mit dem Terminplan einfach ungeheuer. Für die müsste der Tag 60h wahrscheinlich haben.

Kyadhi=dya


Aber Du hast ne Fahrkarte? Weil "lohnen" würde sich das, wenn du eben in der Zeit nicht im Bus sitzt und Däumchen drehst, sondern was machst und die Zeit sinnvoll nutzt. Ich hab z.B. Unikram erledigt und mir vorher nen Wecker am Handy gestellt, damit ich konzentriert arbeiten kann, ohne die Aussteigehaltestelle zu verpassen.

K_adhitdyxa


Und wenn Du räumlich nicht so begrenzt bist, hast Du direkt auch mehr Auswahl bei den Schülern.

Meine Freundin, die das hauptberuflich macht (sie überlegte sogar, eine Angestellte dazu zu nehmen), hat auch Leuten abgesagt, die zu kurzfristig absagen oder zu unregelmäßig kommen.

Wenn man als Nachhilfelehrer sagt "So macht das keinen Sinn", verschafft man sich auch Glaubwürdigkeit.

Selbst wenn jemand sagt "Boah, der Nachhilfelehrer ist so scheiße, der hat uns abgelehnt weil Tinchen nicht 2-3 x im Monat kann... die hat ja auch X nd Y und Z und tjaaa, wenn man kein Geld verdienen willl" – ist das ja auch irgendwie Positiv-Werbung ;-)

L"uci#e26


Ich habe ja im Anzeigentext drin: entweder bei Ihnen oder bei mir. (anders formuliert in der Anzeige). Aber ich fahre nicht mehr als 30 Minuten, da sich das einfach nicht lohnt. Nur kannst du dir ja denken, dass das in HH dennoch schwierig ist, da es so weitläufig ist.

Ansonsten habe ich ne 24h-Absageklausel in der Anzeige und auch dass ich den Lohn zu Beginn der Stunde erhalten möchte, wegen der Erfahrungswerte. Da haben mir mehrere Leute zu geraten, das so zu machen, weil die Leute einem da sonst nur noch auf der Nase herum tanzen. Ich habe das ja oft genug erlebt, dass die dann plötzlich behaupteten, es sei kein Geld im Haus usw. Wenn die mir das Geld nicht zahlen zu Beginn, gehe ich entweder oder ich schicke die nach Hause. Das ist aber Dank dieser Klauseln nie wieder passiert bisher. ;-)

Ein Öffi-Ticket ist vorhanden, ja. ;-)

Ich habe ansonsten noch was zum Material, zur individuellen Lebenswelt des Schülers in der Anzeige. :)

Die anderen Anzeigen bei ebay-anzeigen, erste Nachhilfe, Quoka usw. sind auch nicht wesentlich anders formuliert. Ich habe mir die Formulierungen mitunter bei denen abgeguckt, die das ganz offensichtlich professionell betreiben. Auch mit seriösem Foto, ohne dass ich dabei aber wie eine weibliche "Mr. Gradgrind" von Charles Dickens' Roman Hard Times rüberkomme. ;-D ]:D

KpadhIidya


Nachhilfe.net ist wohl nicht ganz so professionell was die Gestaltung angeht (eher ärmlich), aber Bombe was die Erreichbarkeit angeht. Ich hab da meine uralt-Anzeige nie deaktiviert und kriege immer noch weitergeleitete Mails. probiers da mal. (und uralt meint wirklich: vor 3-4 Jahren nie aktualisiert, nie wieder irgendwas dran gemacht).

LHuc}ieo2y6


---- Was hat das mit der Nachhilfe zu tun? Hast Du schon seit 3 Semestern deine kaputten Beine? ----

Darum geht es doch gar nicht, sondern um die schlichte Tatsache, dass ich meine Schüler mehrmals "aufgeben" musste, da die Fahrtstrecken einfach zu weit waren.

1,5h Fahrt ist ja nun wirklich ne Zumutung. ;-) Das würde ich für ne Stelle, wo ich 4-6h arbeite, fahren; aber nicht für 45-90 Minuten. Das lohnt doch wirklich nicht...

Außerdem hätte ich neben den aktiven Uniseminaren, die ich ja noch bis Februar hatte, gar nicht gewusst, wie ich die Fahrtstrecken hätte bewerkstelligen sollen.

Jetzt schreibe ich seit März meine Examensarbeit. Ich kann da auch nicht ständig unterwegs sein, denn die Arbeit muss ja auch noch mal irgendwann geschrieben werden.

Das scheint bei dir wohl auch untergegangen zu sein.

gOauljoisxe


Sicher dass man den Anzeigentext nicht pimpen könnte?

Wir haben hier oben in HH / S-H praktisch morgen Sommerferien. Abi, HSA und MSA sind gelaufen. NIEMAND fängt jetzt noch mit Nachhilfe an. Entweder ist sowieso alles zu spät, dann egal, oder ,man kann sich jetzt erstmal zurücklehnen und die ersten Arbeiten nach den Sommerferien abwarten...um sich dann im Oktober mal umzusehen.

Ich frage mich bloß immer, was die Leute erwarten, wenn die Schüler ja nur alle 3-4 Wochen mal irgendwo zur Nachhilfe für ne Stunde gehen. Denken die, dass es damit getan ist?

Ja, das denken die. Und je eher du dich damit anfreundest und es einfach so hinnimmst, desto besser. Du bist Dienstleisterin und hast mit Kunden zu tun, that's life.

Wenn es bei dir an die Existenz geht, solltest du dir einen anderen Job für die nächsten zwei Monate suchen.

K~adhjidxya


Ich hab des schon verstanden. Aber bei Dir ist wohl untergegangen, dass man unterwegs was machen kann.

Strategisch ist es natürlich auch ungünstig, die aufzugeben, wenn du die nicht so lange behältst, können die coolen Eltern mit den coolen Kindern Dich nicht weiter empfehlen.

Lkucipe2x6


Na ja, dafür musst du aber im Bus oder in der Bahn noch nen Sitzplatz haben, weil andernfalls wird das mit der Vorbereitung und den Uniaktivitäten wirklich schwierig...

Ich bin wirklich z.T. jeden Tag nach der Uni – und ich hatte z.T. 5-6 Tage Uni in der Woche, noch zu den Schülern gefahren. Teilweise hatte ich sogar 2 Schüler dann noch hinterher, auch am Wochenende und alles. Habe das sehr gemischt gehalten... mal zu mir, mal zu denen. :)

Vorher war das einfacher, weil ich in einem Stadtteil gewohnt habe, der relativ zahlungsfähige Familien bot. Die Nachbarstadtteile und Ortschaften waren genauso.

Hier kann man das zwar nicht komplett vergessen; aber es ist schwieriger.

DVie AlleJrs/cdhür8fstxe


also ich hab mir immer vorgenommen, im bus/zug was zu arbeiten.. morgens war ich zu müde, am nachmittag schon zu ausgelaugt.. musik hören und ausm fenster glotzen fand ich dann immer interessanter ;-D

E`hemalizgedr NuCtzer (#32S57U31)


Wenn die Kinder zum Lehrer latschen müssen, kein Wunder.

Ich bin immer zu meinen Nachhilfelehrern gefahren (worden) aber ich hatte auch nur einmal Nachhilfe bei einer Abiturientin ... danach hatte ich über viele Jahre zwei feste Nachhilfelehrer. In Mathe einen Uni Prof, für den ich auch sonstwohin gefahren wäre und für Englisch und Französisch eine pensionierte Lehrerin. Da wusste man auch das es sich lohnt das Geld auszugeben ...

Ich frage mich bloß immer, was die Leute erwarten, wenn die Schüler ja nur alle 3-4 Wochen mal irgendwo zur Nachhilfe für ne Stunde gehen

Na ja kommt auch auf die Qualität des Lehrers an, bei meiner Lehrerin haben wir auch nicht jede Woche immer was gemacht oder nicht jede Woche das gleiche Fach ...

L2uciex26


Vor allem waren das vorher wirklich alles Leute, die mit mir zufrieden waren... was auch meine Motivation sehr stark erhöht hat. :)

Ich glaube, dass ich mir meine eigene Motivation wieder mehr aufbauen muss. :-)

Die letzten Erfahrungen, die ich so gemacht habe, waren nicht unbedingt toll.

Ich habe zudem den Eindruck, dass hier das Niveau der Schüler und auch die Lustlosigkeit sehr sehr viel niedriger sind als vorher, wo ich noch bei meinen Eltern im Stadtteil gelebt habe.

Einmal hatte ich es sogar, dass ein Typ bei mir wortlos wieder abgerauscht ist. Da haben wir noch nicht mal groß etwas besprochen.

Eine andere Familie ist nach dem ersten Kennenlernen bei mir nicht mehr zu erreichen gewesen, dabei war der Termin und alles auch schon abgemacht.

Bei dem Mädel, von dem ich schon erzählte, fällt jeder zweite Termin so ungefähr aus...

Und der Junge, der jede Woche zu mir kommt, ist so dermaßen demotiviert, dass ich ihn da bisher auch nicht herausbekommen habe --- obwohl sich meine eigene psych. Verfassung in letzter Zeit wieder stabilisiert hat (trotz Existenzängsten usw.).

Ich glaube ja, dass die Gegend ein Faktor ist. Hohe Migrantenrate, hohe Arbeitslosigkeit, kaum Perspektiven für viele usw.

Das hat vorher mit der Nachhilfe echt gut geklappt, muss ich sagen. Da habe ich bei den Schülern auch mal einen Erfolg gesehen. Also AUF PRIVATER EBENE.

Jetzt sehe ich den Erfolg zumeist nur noch bei meinen Schülern in der Förderschule, die wirklich fast alle bei ihrem Hauptschulabschluss jetzt super abgeschnitten haben. Viel viel besser, als es die Mentorin und ich erwartet haben. :) Die will mich ja auch mit in ihre neue Schule, wo sie ab August anfangen wird, nehmen. :)

Aber auf privater Ebene läuft das wirklich nicht gut hier. Natürlich ziehe ich mir das auch selbst zu und habe auch schon an mir gezweifelt und alles. Nichtsdestotrotz kann es ja auch nicht nur an mir liegen...

L4uyciTex26


@ Mellimaus:

es gibt aber auch Schüler, die so viele Lücken haben, dass man bei ihnen kaum weiß, wo man anfangen soll. Diese Schüler haben wir in der Schülerhilfe auch sehr viel... also die selbst in der 12. Klasse kaum etwas in Englisch können z.B. ;-) Das ist bei so jemandem, der das auch noch im Abitur als Note mit einbringen muss, natürlich von Nöten, dass es öfter stattfinden muss... aber Nachhilfe sehe ich auch persönlich nicht als Dauerlösung an. Wenn sich innerhalb von sechs Monaten nichts getan hat, dann sage ich den Eltern das auch.

Warum muss das NUR am Lehrer liegen, ob es was bringt? Stecken da die Schüler und ihre Eltern und "normalen Lehrer" nicht auch mit im Boot.

Wenn jemand sich nur auf die Nachhilfe verlässt, ist es damit auch nicht getan. Man sollte auch selbst mal etwas machen --- viele Eltern achten darauf allerdings nicht und lassen die Kinder und Jugendlichen praktisch vor sich hin vegetieren.

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