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Einkommenssteuererklärung/ Nachzahlung

m7ari6us xxx hat die Diskussion gestartet


Ein Bekannter hat jetzt zum ersten Mal eine Einkommenssteuererklärung abgegeben. Außer seinem Arbeitslohn hat er kein Einkommen. Er wäre also gar nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Jetzt bekam er den Bescheid vom Finanzamt. Er muss für 2011 über 1.000 Euro nachzahlen und alle 3 Monate 350 Euro vorauszahlen. Das verstehe ich nicht. Sein Jahreseinkommen beträgt lediglich 34.000 € und die Steuer wurde von seinem Arbeitgeber abgeführt.

Im Prinzip war es dann dumm von ihm, eine Steuererklärung abzugeben. Hätte er nichts gemacht, müsste er auch nicht zahlen. Oder kann hier ein Fehler vom Finanzamt vorliegen ?

Antworten
EPmma_xPeel


Das sind denkbar wenig Informationen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit diesen Angaben irgendeine Aussage treffen kann.

Auf dem Bescheid steht übrigens, wieviel Steuer wofür bereits gezahlt wurde und was zu wenig bezahlt wurde. Auch die Vorauszahlung wird ja irgendwie begründet/vorgerechnet. Er sollte also mal nachsehen, was da genau von ihm gefordert wird bzw. was der Arbeitgeber abgeführt hat. Normalerweise sind auch die jeweiligen Sachbearbeiter recht nett und niemand wird ihm den Kopf abreißen, wenn er dort anruft und sich erkundigt.

Darüber hinaus sollte er die Widerspruchsfristen beachten. Es sind so weit ich weiß nur drei oder vier Wochen, in denen er den Steuerbescheid anfechten kann.

Im Prinzip war es dann dumm von ihm, eine Steuererklärung abzugeben. Hätte er nichts gemacht, müsste er auch nicht zahlen.

Das würde ich so nicht behaupten. Auch der Arbeitgeber hat ja Steuerprüfungen und wenn er zu wenig abgeführt hat, kann das auch zum Bumerang werden, denn das Finanzamt kann auch nachträglich zurückfordern.

S#ou4ndb ear77


Aber eigentlich kann das nicht sein, denn der Arbeitgeber leistet ja eine Ist-Betsteuerung, die sich nach dem Lohn richtet. Wenn man als Arbeitnehmer eine Steuererklärung macht, dann kann man eigentlich nur was wieder bekommen, weil die Steuern ja (eigentlich) bereits abgeführt sind. Prinzipiell kann da nur was irgendwo falsch gelaufen sein! Da würde ich mal beim FA nachhaken und natürlich auch beim Arbeitgeber.

EVxse8cratus


Dein Freund sollte sich schnell an einen Steuerberater wenden.... Der Antrag gem. § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG (Antragsveranlagung) kann zurückgenommen werden solange der Bescheid noch nicht rechtskräftig geworden ist.

I@t's a 6bJeaLuti?fuFl day


Ich würde mir zusätzlich zum Rat von Exsecratus mal eben das Elster-Programm runterladen und da die Daten eingeben.

Da sieht man dann schon, woran es liegt. Vielleicht ist es ja wirklich ein Fehler des Finanzamts.

Denn wenn der Arbeitgeber die Steuern nicht richtig berechnet und abgeführt hat, gibt es eigentlich keinen Grund für eine Vorauszahlung im nächsten Jahr. Eher wird man dem Betrieb auf die Finger sehen. Das geht eigentlich recht schnell, so dass zukünftig zu erwarten sein sollte, dass die Lohnabrechnungen wieder stimmen.

m:a@rXiusz xxx


Erstmal vielen Dank für die Antworten.

@ Emma_Peel:

Er hat die gesetzlichen Abgaben zur RV, KV,PV und AV. Werbungskosten kann er keine veranschlagen. Außer Arbeitslohn und Vorsorgeaufwendungen hat er nichts.

Sein Arbeitgeber (immerhin mit über 30.000 Beschäftigten in Deutschland) sollte doch die richtige Steuer abgeführt haben.

@ Exsecratus:

Wenn das Fianazamt eine Nachzahlung erhebt, bringt es sicher nichts, den Antrag zurückzunehmen. Dann hat er bestimmt recht schnell wieder Post vom Finanzamt.

E\mma;_Peexl


marius

Er hat die gesetzlichen Abgaben zur RV, KV,PV und AV. Werbungskosten kann er keine veranschlagen. Außer Arbeitslohn und Vorsorgeaufwendungen hat er nichts.

Sein Arbeitgeber (immerhin mit über 30.000 Beschäftigten in Deutschland) sollte doch die richtige Steuer abgeführt haben.

Nochmal: Auf dem Steuerbescheid steht doch, wo die Differenz entstanden ist bzw. wofür/was er nachzuzahlen hat. Werft doch mal bitte einen Blick darauf und ansonsten ruf den zuständigen Sachbearbeiter an.

Wenn das Fianazamt eine Nachzahlung erhebt, bringt es sicher nichts, den Antrag zurückzunehmen. Dann hat er bestimmt recht schnell wieder Post vom Finanzamt.

":/ Was willst du denn nun für einen Rat? Ihr bezweifelt die Richtigkeit des Bescheides, wollt aber weder dagegen vorgehen, noch euch informieren, wo denn nun das Problem liegt.

Soll hier jemand mit der Glaskugel herausfinden, was da vielleicht verkehrt gelaufen ist?

Und wenn das Finanzamt einen Fehler gemacht habt, dann müsst ihr sowieso den Bescheid beanstanden. Wollt ihr das nicht, dann zahlt eben das Geld und gut.

It's a beautiful day

Da sieht man dann schon, woran es liegt. Vielleicht ist es ja wirklich ein Fehler des Finanzamts.

Denn wenn der Arbeitgeber die Steuern nicht richtig berechnet und abgeführt hat, gibt es eigentlich keinen Grund für eine Vorauszahlung im nächsten Jahr. Eher wird man dem Betrieb auf die Finger sehen. Das geht eigentlich recht schnell, so dass zukünftig zu erwarten sein sollte, dass die Lohnabrechnungen wieder stimmen.

Stimmt, es wäre eigenartig, die Steuervorauszahlung dann vom Arbeitnehmer zu verlangen. Darüber habe ich gerade nicht nachgedacht.

Int's ah be%autif5ul xday


Wenn das Fianazamt eine Nachzahlung erhebt, bringt es sicher nichts, den Antrag zurückzunehmen. Dann hat er bestimmt recht schnell wieder Post vom Finanzamt.

Einen besseren Rat als den von Exsecratus wirst Du nicht bekommen können.

Oder erwartest Du ernsthaft in einem medizinischen Forum eine umfassende Beratung zu den Steuersachen Deines Bekannten? Und das bei so vagen Angaben?

EpxsWecra+tus


Wenn das Fianazamt eine Nachzahlung erhebt, bringt es sicher nichts, den Antrag zurückzunehmen. Dann hat er bestimmt recht schnell wieder Post vom Finanzamt.

Das lässt sich pauschal so nicht sagen. Man müsste schon den Steuerbescheid und die eingereichte Steuererklärung kennen um genaueres sagen zu können. Ich würde jetzt aber erstmal davon ausgehen, dass es sich um einen Fehler des Finanzamtes handelt und hiergegen kann innerhalb von 4 Wochen nach Bekanntgabe des Bescheides mit einem Einspruch oder Änderungsantrag reagiert werden. Da sich Dein Freund scheinbar nicht weiter auskennt kann ich dafür nur einen Steuerberater empfehlen.

Sollte es so sein, dass der Fehler beim Arbeitgeber liegt und die Lohnsteuer falsch berechnet wurde... dann muss die Steuer nachgezahlt werden (Der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer haften hier Gesamtschuldnerisch). Die zusätzlich festgesetzten Vorauszahlungen stehen dann allerdings immer noch im Raum und es sollte geprüft werden ob diese nicht auf 0,00€ herabgesetzt werden können sofern der eventuell vorhandene Abrechnungsfehler beseitigt wurde.... auch hierbei kann ein Steuerberater helfen.

ENinQue;rdenxker


Meine Vorschreiber haben's alle schon gesagt: Da ist etwas faul im Staate Dänemark.

... und alle 3 Monate 350 Euro vorauszahlen

Vor allem da! Ein normaler Arbeitnehmer muß keine Steuervorauszahlungen leisten. Entweder hat dein Bekannter dir nicht die volle Wahrheit gesagt oder er hat die Steuererklärung falsch ausgefüllt. Generell lohnt bei dem Einkommen der Gang zum Steuerberater nicht. Der frißt, das was er eventuell mehr (legal) herausholen kann, wieder auf. Aber vielleicht habt ihr ja jemanden im Bekanntekreis, der seine Steuererklärung selber macht. Der könnte euch auch sagen, was daran faul ist. Ohne hier die abgegebenen Formulare gesehen zu haben ist das schwierig.

Generell ist es bei einem normalen Arbeitnehmer so, dass es sich fast 0 auf 0 aufgegehen sollte, wenn man keine besonderen Ausgaben geltend machen kann. Ich tendiere eher dazu, dass er 2,50 € rausbekommen sollte.

Ich würde euch statt Steuerberater eines der beiden Steuererklärungsprogramme ans Herz legen, die in der Zeitschrift c't immer für gut befunden werden. (Will jetzt mal keine Reklame dafür machen, welche das sind.) Ob, die Elster genauso gut dafür geeignet ist, vermag ich nicht zu sagen.

L!ian-8Jilxl


Was hat er denn für eine Steuerklasse? Ist die auf seine tatsächlichen Verhältnisse zutreffend?

L(ican|-Jixll


Hat er vielleicht einen größeren Freibetrag eingetragen, der nicht begründet war?

LNianU-Jivlxl


In jedem Fall sollte bis zur Klärung des Sachverhalts rechtzeitig innerhalb eines Monats Einspruch eingelegt werden. Das tut niemadem weh und kostet nichts. Die Finnzbeamten sind ja auch froh, wenn sie eine Änderungsmöglichkeit haben, falls wirklich etwas schief gelaufen sein sollte.

E3xseciratxus


Ein normaler Arbeitnehmer muß keine Steuervorauszahlungen leisten

Das ist schlicht falsch. Hierzu würde ich einen Blick in § 37 EStG empfehlen.

Generell lohnt bei dem Einkommen der Gang zum Steuerberater nicht.

Mich würde interessieren wo Du diese Weißheit her nimmst? Es geht bei der Inanspruchnahme eines Steuerberaters nicht "nur" darum das er mindestens sein Honorar an Steuerersparnis rausholen muss... es geht primär darum das eine Dienstleistung angeboten wird. Es gibt genug Menschen die einfach keine Lust haben sich mit Steuergesetzen und Formularen rumschlagen zu müssen. Zusätzlich muss der eigene Zeitgewinn beim Honorar des Beraters mit einkalkuliert werden. Viele legen auch Wert auf das Gefühl alles mögliche beim Finanzamt geltend gemacht zu haben.

Ich würde euch statt Steuerberater eines der beiden Steuererklärungsprogramme ans Herz legen, die in der Zeitschrift c't immer für gut befunden werden. (Will jetzt mal keine Reklame dafür machen, welche das sind.) Ob, die Elster genauso gut dafür geeignet ist, vermag ich nicht zu sagen.

Abgesehen davon, das Elster keine Steuer berechnet, wird auch ein anderes Programm solange nicht hilfreich sein, solange der Benutzer nicht weiß was er tut.

In jedem Fall sollte bis zur Klärung des Sachverhalts rechtzeitig innerhalb eines Monats Einspruch eingelegt werden. Das tut niemadem weh und kostet nichts.

Diesen Schritt sollte man nicht pauschal empfehlen. Ein Einspruch hält den gesamten Steuerbescheid offen... auch für das Finanzamt!!! Ein Änderungsantrag hingegen richtet sich auf eine spezielle Sache. Genauso pauschal wie man einen Einspruch empfehlen kann, kann so ein Schuss für den Steuerpflichtigen nach hinten losgehen.

Jworxi


Es gibt durchaus die Möglichkeit, dass ein Arbeitnehmer eine Stuervorauszahlung leisten muss! Googled mal danach, es gibt etliche einschlägige Seiten (Stichwort "einkommensteuervorauszahlung arbeitnehmer" oder "Bürgerentlastungsgesetz") dazu.

Meist wird das verursacht durch die Kombination der Steuerklassen III/V bei Verheirateten. Auch eine im Betrachtungszeitraum geleistete Sonderzahlung kann zu der Feststellung einer Vorauszahlung führen.

Aber erstmal noch kein Grund, in Panik zu verfallen. Das wird beim Finanzamt von entsprechenden Programmen so ausgerechnet und festgelegt. Ist aber nicht immer richtig. Darum: Am besten den ganzen Kram einpacken und das persönliche Gespräch beim Finanzamt suchen. Da klärt sich das auf und im Zweifelsfall wird die Vorauszahlungsaufforderung zurückgenommen (gleich schriftlich bestätigen lassen).

War bei einem Freund von mir auch so. Der hatte in einem Jahr eine unverhoffte Sonderzahlung bekommen, die zwar ordnungsgemäß versteuert war, aber am Ende des Jahres in der Gesamtbetrachtung kam eine Steuerdifferenz zustande. Im Gespräch geklärt, Vorauszahlung wurde zurückgenommen, und gut ist.

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