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Prof. verweigert weitere Betreuung der Doktorarbeit – was tun?

AKqua-lixa


dann innerhalb von zwei Jahren fertig werden.

":/ Aaaaahja....

Evtl.l andere Uni?

Das ist ja das Problem, siehe

Hmm... wie stelle ich es am geschicktesten an, einen alternativen Betreuer zu finden, wenn die alle total eng mit meinem sind?

S4uRnfl3owexr_73


@ seenymphe:

Genau. Ich arbeite nicht mehr an der Uni. Brauche nur die Betreuung und aktuell halt best. minimale Ressourcen.

@ Waterli:

Bzgl. der Weiterbildung:

[[http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/junge-psychotherapeuten-voller-einsatz-kein-gehalt-a-787195.html]]

Ich zitiere:

Ausbildung von Psychotherapeuten: Drei Jahre plus X

Komplizierter ist die Lage bei psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten: Sie schließen zunächst das Psychologiestudium mit dem Diplom oder Master ab. Laut Psychotherapeutengesetz von 1999 müssen sie die Psychotherapie-Ausbildung dranhängen, um ihre Approbation zu erhalten. Dann erst können sie eigenständig psychotherapeutisch arbeiten und als niedergelassene Psychotherapeuten auch direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Die Ausbildung dauert mindestens drei Jahre, die meisten PiAs brauchen aber deutlich länger.

Ohne die auf Dauer keine Jobperspektive. Freiwillig würde ich mir das nicht antun bzw. wenn ich ohne die gleichen Chancen hätte. Hat man aber nicht. Und wenn man dann bspw. leitender Psychologe einer Abteilung werden will, nehmen die Kliniken fast nur noch Promovierte.

Das hat bei mir also alles wenig mit klassischer Karriere, Kohle scheffeln oder gar "sich in der Weiterbildung vor dem echten Leben drücken" zu tun. Ich hänge aktuell auch nicht freiwillig im Praktikantenstatus. Ist alles von unserer Regierung so gewollt – und einmalig. Für Außenstehende halt kaum nachvollziehbar.

s0eenxymphe


Einen Termin wollte ich ja... Auf die Bitte hat er ja mit der blöden Mail reagiert.

Hat er keine Sekretärin, bei der du vielleicht einen ausmachen kannst. Oder kannst du ihn nicht mal anrufen? Oder sogar hinfahren? ( Ich weiß du arbeitest, aber vielleicht gibts ja eine Möglichkeit) Ich kann einfach nicht verstehen, dass er dir nach der positiven Rückmeldung im Frühjahr jetzt so eine email vor den Latz knallt. Ich mein, er hat schon ein Recht auf seine eigene Meinung, aber er braucht sich ja nicht wundern, dass da noch Klärungsbedarf besteht.

Ich würde da irgendwie schauen, dass du persönlich mit ihm sprechen kannst. Und so wie Schildkröte 007 schon gemeint hat, da auf die baldigen Ergebnisse und das Ende pochen. Und dann wäre ich wirklich so dreist, ihn zu fragen, ob er dir eine andere Betreuung empfehlen kann, bzw. dich bei der Suche zu unterstützen kann. Dann weiß er gleich, dass du weitermachen willst und dürfte nicht überrascht sein.

Das sieht irgendwie unloyal aus...

Unloyal ist ja wohl er. Er darf ja seine eigene Meinung haben, aber sowas kann man ja persönlich klären. Er hat ja nicht euer gemeinsames Kaffeekränzchen abgesagt, sondern da geht es doch um weitreichendere Dinge.

Auch wenn ich mich wiederhole ;-) , aber ich denke du solltest wirklich versuchen, mit ihm zu reden!

S=unfl+owerx_73


@ Inkog-Nito:

Ich kenne die Lästerei und best. personelle Veränderungen haben in der Arbeitseinheit in den letzten Jahren die Stimmung doch deutlich verschlechtert. Best. Vorurteile hat man mir angesichts des Alters von Anfang an präsentiert – aber mich bis Februar halt gefördert (soweit man die "Betreuung" so nennen kann).

Ich weiß auch, dass er von einigen "Hoffnungen" aktuell enttäuscht ist, weil Projektmitarbeiterinnen die Diss. hingeworfen haben und lieber schwanger wurden. Das waren z.T. echte "Hoffnungsträger", die auch vor ihm immer fein von "langfristig wissenschaftlich" und "PostDoc" redeten – und hintenrum schon lange sagten: Ich mach' den Job und mehr nicht.

Da er eh auf den guten Stellen nur Männer fördert (die bei uns einen echt geringen Teil ausmachen), hat ER wohl gerade eher ein Problem.

Ich weiß es nicht und es ist absolut nichts vorgefallen. Darum bin ich ja so perplex – und hab' auf seine Mail noch nicht mal reagiert.

a"ug23x3


Ich kenne zwei Mediziner, die erst jenseits der 40 ihren Doktor gemacht haben, weil vorher keine Zeit war, es nicht notwendig war oder andere Gründe. Beide arbeiten im Bereich Psychotherapie in Nordhessen. Der eine hat es nachgeholt, weil Selbständigkeit anstand, der andere weil ein Chefarzt eben den Dr. vor seinem Namen braucht.

Geh mal über die Suchmaschinen zu WAP; Wildunger Arbeitskreis für Psychotherapie; dort sind einige Leute zu finden, die auf die Frage vielleicht eine Antwort wissen oder auch weiterhelfen können.

G$r`ot,tig


Ich würde ihm eine Email schreiben und mitteilen, dass du deine Dissertation schreiben willst. Erklären müsst du dich da nicht. Und ihn dann konkret fragen, ob er weiterhin als Betreuer zur Verfügung steht. Ohne sonstigen Schnick Schnack. Dann ist er am Zug.

B6raunOaxuge


Offiziell bin ich seit 6 Jahren eingeschrieben. Wir haben dann das Thema ganz grob umrissen. Dann bekam ich eine Projektstelle und er meinte, ich solle diese Daten nehmen (und mein Thema beerdigen). Das Projekt wurde nach Zoff mit den Geldgebern abgebrochen, also habe ich mein Thema wieder aufgegriffen. Dann gab's einiges an Hürden zu klären (Lizenzprobleme etc.). Das lief die ganze Zeit, ich hab' auch schon einiges geschrieben. Aus der theoretischen Einarbeitung und Problemlösung resultierte dann die genaue Planung für die Datenerhebung. Womit ich jetzt gerne anfangen würde.

Dann mach doch.

Ich sehe es so: promovieren ist was sehr eigenständiges. Niemand außer dem Promovenden selbst hat ein Interesse daran. Und das unterscheidet es von allen anderen Arbeitsaufgaben.

Der Promovend sucht sich sein Thema (er kriegt nix empfohlen oder vorgegeben, das ist ja gerade das neue gegenüber der Diplomarbeit), bearbeitet es selbständig (samt Daten sammeln und auswerten: er kriegt auch da nix vorgegeben), veröffentlicht in dem Maße, wie es halt gelingt (versucht damit, auch andere von dem neuen Ansatz und ersten Ergebnissen zu überzeugen), vergleicht sich mit anderen Arbeiten, und schreibt seine Diss. Er kümmert sich um die Lizenzen, die er braucht etc. Manche Dissen sind eine Sammlung von Veröffentlichungen mit bisschen was verbindendem drumrum, bei anderen ist die Diss das wesentliche neue.

Wenn er ein Projekt bekommt (wie Sunflower beschrieben hat), dann ist das *zusätzlich* zum Promotionsvorhaben, es ersetzt das Thema nicht, denn sonst hätte man alle 1-2 Jahre ein neues Thema (so wie halt die Projekte wechseln). Also muss der Promovend selber schauen, dass er entweder (über Jahre!) die passenden Projekte zu seinem Thema bekommt, oder aber dass er die Projektthemen in das Promotionsvorhaben integriert bekommt. Oder genug Zeit findet, um beides unabhängig voneinander nebenher zu schaffen. Ja, dies kann extrem anstrengend sein.

Zu dem Prof: Auch wenn's bitter klingt: ich finde die "Abfuhr" auch eine Chance. Sunflower weiß woran sie ist: ihr Prof traut ihr die Promotion nicht oder nicht mehr zu. So klang es für mich. Und wenn er einmal dermaßen eingestellt ist, wird's eben auch schwierig für sie. In gewisser Weise ist es "fair", wenn er sagt, dass er nicht mehr an sie glaubt. Denn so verliert sie keine Zeit. Natürlich sollte er konstruktiv sagen, welche Punkte er kritisiert. Und mit inhaltlicher Kritik sollte er nicht persönlich werden. Aber es mag auch persönliche Punkte geben wie Zeitmanagement, Engagement, Durchsetzungsvermögen.

Wie man einen anderen Doktorvater findet? Z.B. auf einer Konferenz. Dort gibt's so Doktorandenseminare, wo Doktoranden ihr Thema und erste Ergebnisse vorstellen. Wer es dahin schafft, hat nun keine Megahürde übersprungen (der Zugang ist ggü der Hauptkonferenz deutlich einfacher), aber er hat ein unabhängiges Auswahlverfahren (Review-Prozess) hinter sich, was ein Qualitätsbekundung ist. Und dort kann man einen anderen Prof. ansprechen. Idealerweise einen, der auf einen selbst zukommt, nachdem man sein Thema vorgestellt hat. Und genau so kann man sich auch thematisch andere Profs suchen.

Den eigenen Prof fragen nach einem Ersatzprof finde ich eher Mitleid erregend. Ich finde, sie sollte andere durch ihr Promotionsthema (also ihre Fragestellungen und ihren neuen Ansatz) überzeugen. Gute Reviewprozesse sind anonym, also unabhängig von Geschlecht und Alter.

Ergänzend zum hier (oder in einem Doktorandenforum ) um moralische Unterstützung und tröstende Worte suchen, empfehle ich Sunflower eigentlich vor allem eines: diskutiere mit anderen in den entsprechenden Fachforen deine *Inhalte*. Deine Fragestellung, deinen neuen Ansatz, was er anders macht als bisherige Ansätze. Das bringt dich inhaltlich weiter. Und du beschäftigst dich automatisch mit dem Promotionsthema. ;-D Und dann siehst du ja, was andere Fachmenschen von deinen Inhalten halten.

s-an:deumexl


Wäre eine externe Doktoranden-Stelle evtl eine Alternative für dich? Kostet halt ne Menge Holz, das man erstmal vorstrecken müsste, dafür ist man frei von sämtlichen Uni-Nerverein a la Lehrtätigkeiten, Notfalldepp für den Prof zu spielen und sonstige Sachen, die einen von der Diss abhalten. Doktorarbeit in 12 Monaten runterreißen und fertig.

(bevor jetzt wieder jemand kommt: externe Doktorstellen haben nichts mit gekauften Doktortiteln oder Ghostwritern zu tun, es ist lediglich eine andere Form der Betreuung, Organistation und Finanzierung)

ZlRu6b


Ich weiß auch, dass er von einigen "Hoffnungen" aktuell enttäuscht ist, weil Projektmitarbeiterinnen die Diss. hingeworfen haben und lieber schwanger wurden. Das waren z.T. echte "Hoffnungsträger", die auch vor ihm immer fein von "langfristig wissenschaftlich" und "PostDoc" redeten – und hintenrum schon lange sagten: Ich mach' den Job und mehr nicht.

Da er eh auf den guten Stellen nur Männer fördert (die bei uns einen echt geringen Teil ausmachen), hat ER wohl gerade eher ein Problem.

Und dann wird sich beschwert das es ja zu wenig Frauen in der Wissenschaft gäbe.

Hat vielleicht etwas mit dem eigenen Verhalten zu tun...

ZBRu;b


Nachtrag: Also wenn mir das mehrfach passieren würde (so klingt es in deinem Text) würde ich auch nur noch Männer fördern.

Sry aber es ist unfair die knappen Ressourcen dann in eine Gruppe zu stecken die zu x% abbricht und damit das ganze verschwendet. Einfach kosten nutzen Rechnung. (Mal davon abgesehen das ich auch Persönlich keine Lust hätte Leute zu unterstützen wenn da nichts dabei raus kommt und damit so zusagen völlig umsonst Arbeit investiere.)

SlticXhlixng


@ ZRub

:)^

WWat9erlix2


@ Sunflower:

Danke für die genaue Beschreibung. Ja dann hast du ja eigentlich keinen zeitlichen Rahmen, an den du gebunden bist. Mal abgesehen davon, dass du ja auch, wie ich das verstanden hab, gar keine Wiss MA-Stelle hast und das hier:

Falls du durchgängig danach beschäftigt warst, greift nach 6 Jahren das "Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft"

nicht greift.

Und greift das denn immer? Wir haben einige Leute, die schon länger als 6 Jahre machen, zuminest einen Juniorprof, der es irgendwie mittlerweile auf 9 Jahre gestreckt hat oder so... Trotz zwischendurch Ausland und Lehrstuhlvertretung, die anscheinend nicht dazuzählten, dürfte der die 6 Jahre, die er dableiben darf, locker voll haben... der stellt jetzt im Herbst bei uns die Prüfungsaufgaben... als Juniorprof, sonst dürfte er ja gar nicht. ":/ Von Habilitation oder so habe ich noch nix mitbekommen, aber vielleicht ist das ja grade in der Schwebe oder sowas...

Unser einer Doktorand scheint sich aber zu bewerben zur Zeit (der hat jetzt auch die 6 Jahre voll). ":/

Naja, aber ich denke mal sollte sich mit seinem Doktorvater verstehen und wenn der nicht betreut und per Mail und so... das ist irgendwie nix.

Wenn du das durch Artikel machst (also quasi sone Sammelpromotion), brauchst du dann für die ganze Zeit Betreuung oder nur für die "Versuche" und Projekte usw?

W2a-terlxi2


Notfalldepp für den Prof zu spielen und sonstige Sachen, die einen von der Diss abhalten.

Haha ja, bei dem einen steht immer: "Wenn Sie noch Fragen haben, ihr Geld für die Exkursion bezahlen wollen, sich einschreiben wollen etc. wenden Sie sich an Herrn *hier Doktorand einsetzen*" ]:D

g#a}txo


die Terminvereinbarungs-Sprechstunde macht er auch nur an einem festen Termin und da muss ich halt arbeiten.

Dann nimm dir frei. Wenn es dir so wichtig ist, wirst du eine Möglichkeit finden bei ihm im Büro aufzutauchen.

RxHW


Hallo Sunflower,

vielleicht helfen dir diese Punkte weiter:

- Gab es im Bewerbungsschreiben irgendetwas, was ihm negativ aufgefallen sein könnte? Ich fantasiere mal: Zeugin Jehovas, dreimal geschieden, 10 Kinder, aktiv in einer feministischen Selbsthilfegruppe.... ???

- Gab es irgendwelche Äußerungen deinerseits über die genommene Bewerberin/den genommenen Bewerber? Könnte ihm da etwas hintenherum zu Ohren gekommen sein (evtl. auch nur Halbwahres)? Liest der Prof hier mit?

- Kann die Studentenvertretung evtl. helfen/vermitteln?

Sonst Urlaub nehmen und die Sprechstunde aufsuchen (wenn nicht gerade ein großer Andrang ist = Beginn/Ende Semesterferien).

Viel Erfolg!

Gruß

RHW

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