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Prof. verweigert weitere Betreuung der Doktorarbeit – was tun?

m;ariFposa


seenymphe

Ich finde die email von deinem Prof einfach nur unverschämt. Das ist doch deine Sache, wann und wie du promovierst, wo du deine Promotion doch sogar noch selber finanzierst.

Natürlich ist es Sunflowers Sache, ob und auf welcher finanzieller Basis sie promoviert – aber das wann und wie ist durchaus auch ein Anliegen des Profs. Er kann doch kein Interesse daran haben, schleppende und wenig versprechende Promotionen zu betreuen und zu fördern!! (Womit ich keinesweg Sunflowers Diss meine! @:) )

Die Promotion ist in den meisten Fächern immerhin mit seinem Namen und akademischen Ruf verbunden, deshalb lässt man ja auch nicht jeden Student promovieren. Denk mal an den Fall Guttenberg: da wurde zu Recht die Rolle des Doktorvaters in Frage gestellt.

Sgunf.low7er_x73


@ RHW:

Mir geht's ja im Prinzip nicht um den Job. Wäre nett gewesen, aber die wenigsten bei uns haben eine entsprechende Stelle.

@ Braunauge:

Ich kann nicht "einfach anfangen". Ich brauche Zugang zu einer best. Lizenz, die er verwaltet – und einen Raum. Die er zuordnet.

@ all:

Danke für Eure zahlreichen und tollen Antworten!

Ich habe dann gestern Abend nochmals eine Mail an meinen Prof geschickt und zumindest um ein Gespräch gebeten. Keine Diss-Inhalte, sondern generell.

Antwort kam dann heute früh. Erneut kein Terminvorschlag, aber etwas, was mich noch mehr umhaut als sein Rückzieher:

Er teilte mir mit, dass ein Forschungskollege (aus der Riege derer, die als alternative Betreuer in Frage kommen könnten), zu dem Thema soeben einen Antrag beim BMBF gestellt hat. In der Form, in der ich es nicht hätte umsetzen können mangels Ressourcen. Also Wegfall eines Schwachpunktes, der bei mir mangels finanzieller Mittel einfach dagewesen wäre.

Ich habe meine Planung vor gut einem Jahr auf einer Veranstaltung vorgestellt – daraus resultierte dann Feedback bzgl. Schwachpunkten, von denen ich in Folge einige korrigieren konnte, einen aber eben nicht. Besagter Antragsteller war damals ebenfalls im Publikum und diskutierte hinterher noch mit mir zu dem Thema, dass er es ja spannend finde,...

Fazit meines Profs war: Der Antrag laufe jetzt nun mal... und wenn die schneller/besser seien, wären Publikationen schwierig und damit die Diss (weil ich eine angenommene Publikation im peer review journal brauche sowie zwei weitere in submission, um die Promotion abschließen zu können).

Jetzt habe ich eine Erklärung; weiß, dass mein Thema offensichtlich wirklich lohnenswert ist – aber bin noch perplexer als vorher. In meiner Wut und meinem Frust fallen mir da nur die mit Füßen getretenen Regeln wissenschaftlichen Miteinanders ein.

Habe auf die Info noch nicht reagiert...

mZari_posxa


Au weia! :°_

Kopf-an-Kopf-Rennen gibt es bei Diss und Habil immer, aber das

Besagter Antragsteller war damals ebenfalls im Publikum und diskutierte hinterher noch mit mir zu dem Thema, dass er es ja spannend finde,...

ist wirklich infam.

s*e#enymphxe


Ach Sunflower, das tut mir wirklich leid für dich :°_

Meiner Erfahrung nach gibt es keine Regeln wissenschaftlichen Miteinanders, aber ich hoffe immer noch, dass ich einfach nur bis jetzt die negativen Seiten mitbekommen habe...

@ mariposa

Du hast schon Recht. Es steht jedem Professor frei, die Betreuung von einem Doktoranden zu überdenken und sich auch dagegen zu entscheiden. Ich fand die mail nur deshalb so unverschämt, weil er sunflower so fadenscheinige Gründe wie ihr Alter vor den Latz knallt und sie überhaupt nicht die Möglichkeit auf ein persönliches Gespräch mit ihm hatte weil er einfach nicht greifbar war. Warum er sie nun so abgewimmelt hat, wissen wir ja jetzt.

BrraunFaugxe


Ich kann nicht "einfach anfangen". Ich brauche Zugang zu einer best. Lizenz, die er verwaltet – und einen Raum. Die er zuordnet.

Um welche Software geht's? Wenn's Standardsoftware ist, kann man die auch privat kaufen oder Alternativen suchen. Und um was für einen Raum geht's?

Ich würde bei einem Diss-Thema sehr stark drauf achten, dass ich genau nicht an solchen Stellen von anderen abhängig bin.

Sonst: Mensch, nimm doch mal die Emotionen raus!

Zu dem BMBF-Antrag: 1. Hättest du auch machen können, da hast du einfach gepennt. Genau das meine ich mit eigenständig arbeiten. Nicht klagen "ich habe keine Ressourcen, ich bin ja so arm", sondern Kohle beantragen. Prof beschwatzen, den überzeugen, Antrag selbst schreiben. Quasi für den eigenen Job und das eigene Geld sorgen.

Und nun: 1. Parallel zur weiteren eigenen Arbeit abwarten, ob er bewilligt wird. Ich kenne da Raten von ca. 50%.

2.a) Wenn er nicht bewilligt wird: Hat offenbar auch der Forschungskollege deines Prof keine überzeugende Variante gefunden, zumindest für diese Gutachter zum jetzigen Zeitpunkt.

2b) wenn er bewilligt wird: dann braucht der Forschungskollege auch Leute, die die Sache machen. Zum Beispiel dich. ;-) Denn mal ehrlich: Welcher Prof macht seine BMBF-Projekte und EU-Projekte und Industriekooperationen etc. denn selbst? Dafür haben die Personal. Da kannst du dich erkundigen, ob der schon jemand passendem in seinem Kader hat.

Ich habe meine Planung vor gut einem Jahr auf einer Veranstaltung vorgestellt

Na, das ist doch prima. Hoffentlich ist es zitierfähig. Und in einem Jahr musst du ja auch schon wieder was neues erreicht haben.

daraus resultierte dann Feedback bzgl. Schwachpunkten, von denen ich in Folge einige korrigieren konnte, einen aber eben nicht. Besagter Antragsteller war damals ebenfalls im Publikum und diskutierte hinterher noch mit mir zu dem Thema, dass er es ja spannend finde,...

Na ist doch gut. Er hält offenbar was von dieser Idee. Nur weil man ein Thema bearbeitet, hat man es nicht "reserviert". Auf jedem Gebiet konkurrieren die Forschergruppen.

Fazit meines Profs war: Der Antrag laufe jetzt nun mal... und wenn die schneller/besser seien,

genau wenn @:)

wären Publikationen schwierig und damit die Diss (weil ich eine angenommene Publikation im peer review journal brauche sowie zwei weitere in submission, um die Promotion abschließen zu können).

Also diese Denke finde ich kleingeistig. Schau mal: allein die Begutachtung des Antrags dauert ca. 6-12 Monate. Dann legt er los, dann wird geforscht, dann wird evt. eingereicht, dann veröffentlicht. Also in frühestens 2 Jahren. Da hast du doch einen Riesenvorsprung, wenn du deine Forschungen mit Engagement durchziehst. Die eine Publikation in einem peer review journal schaffst du allemal schneller. Und 2 submissions sind einfach.

Jetzt habe ich eine Erklärung; weiß, dass mein Thema offensichtlich wirklich lohnenswert ist

Nimm's als Motivation.

– aber bin noch perplexer als vorher. In meiner Wut und meinem Frust fallen mir da nur die mit Füßen getretenen Regeln wissenschaftlichen Miteinanders ein.

Und das finde ich kleingeistig von dir. Sieh es als Ansporn, deine Fahne schon mal in den weißen Schnee zu hauen, bevor die anderen mit schwerem Geschütz und mehr Kohle kommen. Und ganz ehrlich: Wissenschaft ist doch so wunderschön, weil man immer irgendwo an Parametern drehen kann, um sich von Related Work abzugrenzen. Die Parameter deiner Forschung kennst du nur selbst (z.B. Zusammensetzung der Untersuchungsgruppe: Alter, Geschlecht, etc.) oder eine andere Auswertungsmethode. Irgendein weißes Fleckchen bleibt immer.

Ich empfinde es so, dass du lieber jammerst, anstatt mal den Stier bei den Hörnern zu packen. Ach so: suche wirklich das persönliche Gespräch zu deinem Prof, mach selbst drei Terminvorschläge! Das muss gehen. Email ist doch Mist für sowas. Und ganz ehrlich: ein bisschen mehr Optimismus würde ich mir von dir wünschen. :)* :)* :)*

sQandexumel


fachliche "Standardsoftware" (sowas wie SPSS, Stata oder wie sie alle heißen) kann aber mal eben einige 100er kosten.. wenn nicht noch mehr. Glaube nicht, dass es hier um Word und Excel geht ;-)

S/u}nflowFer_x73


@ Braunauge:

Antrag wollte mein Prof nicht, habe ich vor 2 Jahren diskutiert mit ihm. Lange Geschichte, er stellt nur Anträge, wo er absolut sicher ist, dass sie durchkommen, will sich mit anderen Themen = Ablehnung nicht den Ruf versauen. Vielleicht habe ich da gepennt, vermutlich habe ich mein Thema aber eben dann doch nicht für wichtig genug gehalten und mich Anfänger zu klein gemacht. Grundsätzliches Problem.

Was die Abhängigkeiten angeht: Ethikkommission nimmt den Antrag ohne Unterschrift von einem Prof auch nicht an. Ich komme nicht weiter. Lizenz könnte ich privat kaufen, aber wenn dann keine Unterstützung kommt (ich denke ganz am Ende bspw. an Rigorosum/Disputatio) und raumtechnisch notfalls auch irgendwie was "ergaunern". Vielleichtr bin ich gerade auch zu frustriert und emotional, aber ich frage mich, ob die Fakten ignorierendes Weitermachen wirklich sinnvoll ist. Gut, Willen beweise ich damit, aber...

Jammern weniger, aber: Mir fehlt es wohl gerade an Optimismus, da hast Du definitiv recht.

Persönliches Gespräch wird schwierig, aber ich habe mich heute schon 1x mit der Sekretärin und 2x mit seinem AB unterhalten. Und werde dne Telefonterror fortsetzen. Penetranz statt falscher Bescheidenheit!

@ sandeumel:

SPSS, R, Statistica, AMOS, Mplus etc. hab' ich, da komme ich über die Uni günstig ran. Alles easy. Es geht um eine spezielle Online-Lizenz und darüber hinaus Lizenzen für verwendete Materialien mit Copyright bei einem großen Verlag.

Fazit: Kampf und Optimismus statt Resignation. Ich hab' so langsam das Gefühl, die wirkliche Qualifikation bei der Diss. ist nicht die Forschungsfrage selber, sondern nonexistente Frustrationstoleranz und dauergrinsender Optimismus auch beim größten Rückschlag. ]:D

L>ewixan


Sunflower

Leider weiss ich nicht, wie die rechtliche Situation dort ist, wo du bist, aber wo ich bin (in England) haben die Unis schriftlich festgelegte Betreuungsstandards und Zeitvorgaben, die auch rechtlich bindend sind. Man kann z.B. nicht einfach Promotionsstudenten annehmen und sie dann haengen lassen, wenn man keine Lust mehr hat (und auch die geschilderte Betreuungshaeufigkeit waere wohl jenseits der Grenze der Legalitaet). Ausserdem gibt es in den Fachbereichen jemand, der fuer Promotionsstudenten zustaendig ist, wenn es Beschwerden und Probleme dieser Art gibt, die der Student nicht vernuenftig mit den Betreuer klaeren kann.

Mach dich mal schlau, was du fuer Rechte hast, was fuer Standards und Moeglichkeiten im Problemfall deine Uni hat, und wenn sich herausstellt, dass du mehr Rechte hast, als die, von denen du aktuell Gebrauch machst, steige den Leuten da aufs Dach!

dvummschTmarreur7x4


ich denke braunauge hat gute punkte genannt.

Antrag wollte mein Prof nicht, habe ich vor 2 Jahren diskutiert mit ihm. Lange Geschichte, er stellt nur Anträge, wo er absolut sicher ist, dass sie durchkommen, will sich mit anderen Themen = Ablehnung nicht den Ruf versauen. Vielleicht habe ich da gepennt, vermutlich habe ich mein Thema aber eben dann doch nicht für wichtig genug gehalten und mich Anfänger zu klein gemacht. Grundsätzliches Problem.

ok, wäre jedem passiert am anfang.

es ist zwar zu vermuten, dass der bmbf-antrag vom "konkurrenz"-prof von oder für einem/n mitarbeiter am dortigen institut geschrieben worden ist, aber trotzdem wäre doch ein nachforschen lohnend. du hast vorkenntnisse, also wärst du doch interessant für den prof dort. vielleicht möchte er das thema ja aufbohren und hat auch noch ressourcen für deine promotion dort?

d+ummsc`hmarorerb74


Ich hab' so langsam das Gefühl, die wirkliche Qualifikation bei der Diss. ist nicht die Forschungsfrage selber, sondern nonexistente Frustrationstoleranz und dauergrinsender Optimismus auch beim größten Rückschlag.

ganz ohne flachs ist das "durchziehen" des eigenen promotionsprojekts eine nicht ganz unwesentliche qualifikation von promovierten.

oztheEllo


@ Sunflower_73

die letzten 3 Beiträge von Braunauge, Lewian und dummschmarrer74 halte auch ich für deine momentane Situation die Richtigen.

Schluck den verständlichen Frust herunter, kremple die Ärmel hoch und verkauf'dich nicht unter Wert!

SMunflTowEer_x73


@ Lewian:

Bei uns gibt es keine Standards. Die strukturierten Graduiertenkollegs entwickeln sich erst – und in meinem Bereich gibt es da nichts. Rechte habe ich auch eher keine, hier herrscht viel Willkür.

Aber mir ist ein Ansprechpartner eingefallen, der mich sehr gut kennt und schätzt und zum Prof auch einen sehr freundschaftlichen Kontakt jenseits aller Uni-Hierarchien pflegt. Wenn jemand was erreichen kann (und wenn nur subtil hintenrum), dann wohl diese Person.

@ dummschmarrer:

Bzgl. Kontaktaufnahme mit dme Antragsteller überlege ich gerade, wie ich das wiederum intelligent anstelle. Verraten, dass ich von seinem Antrag weiß? Naiv-dumm anfragen und riskieren, dass er eine Referenz einholt und auffällt, dass ich ziemlich gezielt taktiere?

Leider hat der Mensch nicht den besten Ruf – aus meinem weiteren Umfeld haben in den letzten Jahren dort 6 Personen gearbeitet (größtenteils umsonst oder als WHK), mit großen Versprechungen bzgl. Promotion etc. Letztlich haben alle innerhalb eines Jahres gekündigt und mit Daten für Diss. war auch nix mehr.

Aber wie ist das neue Motto? Stumpf ist Trumpd und durchbeißen ohnehin.

Für's Durchziehen bleiben mir nach der Weiterbildung jetzt immerhin mehr Ressourcen. Deutlich mehr.

ANnt1ihaelxd


Rechte habe ich auch eher keine, hier herrscht viel Willkür.

Du bist doch als Promotionsstudentin eingeschrieben, oder? Alleine aus diesem Status würden sich schon Rechte ergeben.

Wenn alle Stricke reißen, solltest Du ggf. auch nicht davor zurückschrecken, dich anwaltlich beraten zu lassen.

KZarqate@la+dxy


Sunflower, ich schreib Dir nachher mal 'ne PN zu dem Thema, schaff' es grad nicht.

S3u{nfl\ower_x73


@ Antiheld:

Ich wüsste wirklich nicht, welche Rechte ich habe... ":/ Suche gerade nach irgendwelchen Quellen diesbzgl., aber ich lese überall nur was von meinen Pflichten, nicht Rechten.

@ Karatelady:

Keinen Stress machen – würde mich aber freuen!

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