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Prof. verweigert weitere Betreuung der Doktorarbeit – was tun?

Gaolde?nxWinter


Liebe Sunflower,

du bist zu Recht wütend. Ich finde es zum Teil wirklich schrecklich wie diverse Profs mit den Studenten/Doktoranden umgehen.

Ich wünsche dir jedenfalls ganz viel kraft, die dir hilft, deine Gedanken und dein Vorhaben noch durchzusetzen. @:)

BErau.nauxge


Ich freu mich ja erstmal, dass du, Sunflower, jetzt mal so ein bisschen mehr Engagement an den Tag legst.

Fazit: Kampf und Optimismus statt Resignation.

:)= :)= Kampf aber dort, wo Kämpfen noch lohnt.

Ich hab' so langsam das Gefühl, die wirkliche Qualifikation bei der Diss. ist nicht die Forschungsfrage selber, sondern nonexistente Frustrationstoleranz und dauergrinsender Optimismus auch beim größten Rückschlag.

Ich finde, du übertreibst in deiner Wortwahl, ja ziehst das ins Lächerliche, aber es trifft einen wahren Kern.

Bezüglich Regeln mal das 1x1:

Grundlektüre für alle Promovenden ist die Promotionsordnung der Fakultät. Weitere Quelle: Es gibt sehr viele Ratgeber für Promovierende. Einfach mal in die Bibo schauen.

Als Ansprechpartner gibt's einen Promotionsausschuss (die treten aber nur selten zusammen, z.B. 2 oder 4 mal im Jahr). An sich treten die aber erst auf die Tagesordnung, wenn man seine Diss einreicht. Dort kann ich mir aber auch Beratung vorstellen.

Gewöhnlich gibt's an (großen) Unis auch Uni-Psychologen. Frag mal beim lokalen Studentenwerk. Die sind dann auch für Promotionsstudenten mit da. Sie helfen bei seelischen Problemen, aber kaum inhaltlich.

Für Frauen insbesondere: es gibt Gleichstellungsbeauftragte (i.d.R. auch wieder Frauen).

Also insgesamt: ein reiches Angebot an Unterstützung!

Eines wollte ich noch sagen: Ich habe es so verstanden, als wolltest du vor allem deshalb promovieren, um dann mit dem Dr. vorm Namen schnell(er) in eine Führungsposition zu kommen und mehr Geld zu verdienen.

Aber überleg mal, was dann deine Inhalte sein werden: Menschenführung und Vorgaben machen (und weniger geführt werden, auch wenn es natürlich eien Hierarchie nach oben gibt), viele rechtliche Sachen wie Ordnungen, Verträge, Arbeitsrecht (und nicht "ich kenn mich gar nicht aus"), Macherqualitäten und Verhandlungsgeschick (und nicht "das geht nicht"), Kommunikationstalent und Initiative (z.B. Termine machen, und nicht "1x Sekretärin anrufen und 2x AB" empfindest du schon als Telefonterror), dazu eine gute Mischung aus Herz und Verstand. Die fachliche Seite tritt dabei zunehmend in den Hintergrund, der Management-Anteil steigt.

Vielleicht hast du nur mal ne Downphase (was ich verstehen könnte, bei deiner jetzigen Wut und Enttäuschung), aber geh mal in dich, und überleg, ob es wirklich das ist, was du heute schon intuitiv machst. Ich empfinde es so, als ob es dich schnell überfordern könnte. Und eine Führungspersönlichkeit wird man kaum von selbst, sondern durch die Anerkennung anderer als solche.

W?atKerlxi2


Die Promotion ist in den meisten Fächern immerhin mit seinem Namen und akademischen Ruf verbunden, deshalb lässt man ja auch nicht jeden Student promovieren. Denk mal an den Fall Guttenberg: da wurde zu Recht die Rolle des Doktorvaters in Frage gestellt.

Das hing doch aber direkt mit der Korrektur zusammen, mit dem: Wie kann der eigentlich nicht merken, dass alles abgeschrieben ist? Weil man als Doktorvater in der Regel die Literatur kennt. Aber schwierig, Guttenberg hat ja auch wirklich die entlegensten Dinge "zitiert" (Erstsemesterhausarbeiten, Zeitungsartikel etc...), die ein Prof nun auch nicht unbedingt kennen muss. So vom Studium her wird er schon "gut genug" zum promovieren gewesen sein... ich dachte ja auch erst, wie kann dieser Prof das nicht merken ??? , aber wenn ich mir mal angucke, WAS der Guttenberg so zitiert hat, dann kann ich es irgendwie nachvollziehen. Das ist schon sehr krass verschleiert teilweise...

KUaraxtelxady


Ich habe mir durch Zufall erst vor wenigen Tagen das Gutachten der Plagiatskommission Guttenberg zu Gemüte geführt. Hochinteressant für die, die sich mit dem Thema beschäftigen. Es äußert sich relativ ausführlich zu der Art der in der Arbeit gefundenen Plagiate, auch zu den Gutachten des Bundestags usw. Schmeichelhaft ist das für KTG nicht. An dieses Gutachten waren auch die beiden Originalgutachten des Doktorvaters sowie des Zweitgutachters angehängt. In diesen Gutachten wurde sowohl die Anzahl der Rechtschreibfehler, als vor allem auch vom Zweitgutachter die nicht korrekte bzw. uneinheitliche Zitierweise in den Fußnoten bemängelt. Außerdem habe der Doktorand häufig veraltete Auflagen, auch von gängigen Werken, verwendet.

Ich kann und darf mir kein Urteil darüber bilden, ob die Gutachter das Plagiat hätten erkennen können und müssen. Aber zumindest in meinem akademischen Umfeld gilt die uneinheitliche und fehlerhafte Zitierweise in Fußnoten gerade als der Hinweis für eine nicht ordnungsgemäße Bearbeitung, um es mal vorsichtig zu formulieren...

Im Übrigen berichten Zeitungen, dass schon ein halbes Jahr, bevor die Causa Guttenberg ins Rollen kam, zwei Professoren der Plagiatsverdacht bekannt war...

Kxar(atVehlady


So vom Studium her wird er schon "gut genug" zum promovieren gewesen sein...

P.S. Gerade das war er nicht. Seine Examensnote entsprach nicht den Vorgaben der Promotionsordnung, ihm wurde erst aufgrund zweier (nach dem Studium glaub ich) geschriebener Seminararbeiten ein Dispens von der Prüfungsordnung erteilt. Wird in dem Gutachten auch erörtert, ob man allein aufgrund der Examensnote bereits an der Qualität der Doktorarbeit hätte zweifeln müssen, am Ende aber aufgrund der außergewöhnlich guten Seminararbeiten abgelehnt....

Ein Schelm, wer jetzt böses denkt....

m)ar8ipoEsa


Waterli2

So vom Studium her wird er schon "gut genug" zum promovieren gewesen sein...

Karatelady hat es bereits geschrieben: KGT war eben nicht geeignet. Das hatte ich auch gemeint, die Plagiatssache ist hier egal.

Darüberhinaus schaut der Prof schon hin, welche Doktoranden er betreuen möchte und welche nicht, denn eine schwache Promotion (rite) schmückt nicht gerade die Reputation des Profs. Auch Studenten, die immer an die Hand genommen werden müssen, werden nicht gerne genommen, auch Langzeitstudenten will man nicht.

K>aerate)la2dxy


denn eine schwache Promotion (rite) schmückt nicht gerade die Reputation des Profs. Auch Studenten, die immer an die Hand genommen werden müssen, werden nicht gerne genommen, auch Langzeitstudenten will man nicht.

Aber all das trifft ja bei Sunflower nicht zu. Sie hat einfach "nur" später angefangen und nebenbei ihren Lebensunterhalt verdient :)^

Im Übrigen gibt es bei den Juristen diese Ausnahme in der Prüfungsordnung, weil die Abschlussnote wirklich nur auf dem Examen beruht, und tatsächlich nicht unbedingt die Fähigkeit zu wissenschaftlichem Arbeiten widerspiegelt.

Die Guttenbergkommission hat übrigens die Empfehlung gegeben, die Prüfungsordnung dahingehend zu ändern, dass für die Frage des Dispens nur noch solche Seminararbeiten ausschlaggebend sein dürfen, die bereits im Studium geschrieben wurden, d.h. nicht im Hinblick auf eine Doktorarbeit.

Hab ich nämlich auch schon an der Uni erlebt. Besprechung in einem Seminar: naja, sie bekommen ja ihr gut, das brauchen sie ja für die Zulassung zur Promotion *kotz*

WBatyewrlix2


@ Karatelady:

Na zumindest verdient eine solche Doktorarbeit garantiert kein summa cum laude mehr... also ich meine Fußnotenmängel, häufige Rechtschreibfehler... da nehmen bei mir manche Profs (insbesondere bei letzterem) die Arbeit gar nicht erst an bzw. ziehen wirklich Notenpunkte ab. Und das bezieht sich auf "poplige" Hausarbeiten... ":/

KCara?telaxdy


So kenn ich es von meiner Uni auch. Ein Prof bei uns hat jeden einzelnen Rechtschreibfehler angestrichen. In Klausuren durften die Korrektoren wegen sprachlicher Mängel Punkte abziehen. Aber ich kann nur wiedergeben, was ich in dem Gutachten gelesen habe. Urteilen müssen, bzw. haben andere. ":/

LBuGcy


Sunflower, gibts was neues? @:)

Kmar4atel!ady


Ich wär auch an News interessiert!

RUeykjaxvik


Hallo Sunflower,

ich mag deine Beiträge auch immer sehr gerne, und wollte kurz etwas zu deinem Thema schreiben.

Ich wünsche dir natürlich, dass du Erfolg hast mit deiner Promotion, und ich finde auch nicht, dass du zu viel jammerst – "Diebstahl geistigen Eigentums" ist etwas, was mich total wütend macht, und wenn ich dich richtig verstanden habe, war es ja so, dass dir dein Thema abgekupfert wurde.

Einen Aspekt möchte ich noch einbringen, ohne dir zu sagen wollen "lass es sein". Nämlich dass eine Stelle als Psychotherapeutin, auch ohne Promotion und Leitungsposition, schon eine Menge ist in meinen Augen! Du hättest dann trotzdem viel erreicht! Den Hunger auf Theorie könntest du ja weiterhin in deiner Freizeit stillen. Es gibt doch bei weitem schlechte Stellungen und Jobs!

Wie gesagt, ich möchte dir nicht sagen "lass es bleiben". Aber falls du den Kampf verlierst, schau dir doch mal an, was du erreicht hast, und wie zufrieden du damit sein kannst!

LG, R.

R"eykjQavik


...schlechtere Jobs....sollte das heissen |-o

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