» »

Waldorfschule-pro/contra?

Neele)2x34 hat die Diskussion gestartet


Meine ältere Schwester hat einen kleinen Sohn und ist am überlegen diesen in eine Waldorfschule zu geben.

Nun hat man ja so einiges darüber gehört, und meine gesamte Familie ist stark am überlegen, ob eine solche Schulform für den Kleinen angemessen wäre. Einige sagen: "Auf keinen Fall. Da wird er nichts lernen." Andere sind hellauf begeistert.

Hat jemand Erfahrung mit dieser Schuleinrichtung?

Ich bzw. wir wären um Erfahrungen oder Informationen sehr dankbar.

Antworten
nbajan1aguxt


Was sind denn die Gründe deiner Schwester, dass sie ihn dorthin geben will?


Aus meiner Sicht ist eine Waldorfschule prima für besondere Kinder. Bei Kindern, die voraussichtlich in der Regelschule gut klarkommen, seh ich keine Notwendigkeit dafür.

N^elex234


Mein Neffe ist praktisch orientiert, gleichzeitig aber hochbegabt.

Musiziert gern, baut gern.

Hat aber leichte ADHS Tendenzen.

Kwami^kazi,0x815


Hinter einer Waldorfschule steckt ja ein ideologisches und gleichzeitig ein pädagogisches Konzept. Mit beidem sollte man sich m.E. identifizieren können (bzw. das Kind dahingehend beurteilen, ob es dazu passt oder nicht).

Ob eine Waldorfschule für den Kleinen etwas ist, werden wohl nur die Eltern beurteilen können. Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Bis zur Oberstufe gibt es keine Noten, ab der Oberstufe schon. Mit dem plötzlichen Leistungsdruck muss ein Kind umgehen können und mit dem fehlenden Leistungsdruck in Unter- und Mittelstufe ebenfalls. Darüber hinaus werden Kinder in der Waldorfschule besonders im musischen Bereich gefördert. Silberschmieden, Ausdruckstanz etc. gehören dort (je nach Standort) mit zu den Unterrichtsinhalten. Wem es Spaß macht und wer darin aufgeht, der ist sicherlich gut dort aufgehoben.

Hat die Mutter sich denn schon einmal etwas intensiver mit dem Waldorfkonzept auseinander gesetzt? Und hat sie schon einmal darüber nachgedacht, das Kind auf eine Schule mit Hochbegabten-Zug zu schicken?

lEi)ttle.Lx.


[[http://www.med1.de/Forum/Erziehung/522829/]]

evtl hilft dir das was weiter. @:)

S<chlit[zraugxe67


Die Kinder meiner Schwester waren bis zur 6. bzw. 8. Klasse in einer Waldorfschule. Sie waren dort völlig unterfordert, kamen dann auf ein normales Gymnsium und blieben erst einmal sitzen, weil sie weitab des behandelten Schulstoffs waren. Dann ging es aber bergauf und beide machten das Abitur.

Die Kinder sind heute selbst Mütter und deren Kinder sind ganz bewußt auf normalen Schulen.

N/ullacahtfu^enfWz`exhn


weil sie weitab des behandelten Schulstoffs waren

Ich weiß nicht, wie lange das her ist, aber spätestens seit dem Zentralabitür gibt es einheitliche Lehrpläne, an die sich auch Waldorfschulen halten müssen. Einiges wird vielleicht zu anderen Zeitpunkten unterrichtet, aber auf dem gleichen Level sind letztendlich alle ;-)


Ich war selber auf einer Waldorfschule, habe dort Abitur gemacht, studiere jetzt BWL und würde meine eigenen Kinder jederzeit auch auf eine Waldorfschule schicken! Gerade die Abwechslung zwischen dem "normalen" (im Vergleich zu Regelschulen) Unterrichtsstoff und den handwerklichen/musischen Fächern gefällt mir sehr gut, da die Kinder eben nicht nur auf Noten gepolt, sondern auch die kreativen Bereiche gefördert werden. Ein Nachteil ist allerdings, dass (wie generell auf Gesamtschulen) Knder allen Lernniveaus in der gleichen Klasse sind, gerade als Hochbegabter hat man da eventuell Schwierigkeiten... Das ist allerdings jetzt nur gemutmaßt, jedoch sollte die Mutter sowas vorher auf jeden Fall abklären!

Nveleg23x4


Ja, die Mama (also meine Schwester) hat sich schon in Grobzügen damit befasst.

Das der Kleine dann irgendwann nicht mit dem Leistungsdruck zurecht kommt waren auch ihre, bzw. die Bedenken unserer Familie.

Er ist zwar sehr intelligent, aber mit so einer Umstellung muss er ja auch erst einmal zurecht kommen.

Und was wäre, wenn er kein Abitur machen würde? Hätte er da Nachteile gegenüber anderen?

Im Vergleich zu normalen Schulen scheinen die Waldorfschulen ja schlechter abzuschneiden meine ich einst gehört zu haben.

Kann vielleicht mal jemand schildern wie so ein typischer Tag an der Waldorfschule aussieht?

Und danke für den Link. Werde ihn mir mal durchlesen und meiner Schwester zeigen.

N-ullacFhtf`uenfz*exhn


Also falls das immer noch so ist (habe 2007 Abi gemacht), hat man nach der 9. Klasse den Hauptschulabschluss und nach der 11. den (erweiterten) Realschulabschluss, da würde man natürlich ein Jahr zurückliegen – weiß aber nicht, ob das überall so ist!

Ein typischer Tag, puh... Also die ersten beiden Stunden morgens sind Epochenunterricht, der Klassenlehrer (den man übrigens für die ersten 8 Jahre durchgehend behält) unterrichtet jeweils 6 Wochen lang das gleiche Fach, z.B. Mathe, Geschichte, Erdkunde, Physik, was es eben alles so gibt. Dann vielleicht 1-2 Stunden Englisch oder Französisch (bei uns wurde in der ersten Klasse schon mit Englisch und Französisch angefangen, aber kindgerecht mit Liedern, Gedichten etc., so dass man sich an die Sprache herantasten konnte). Dann gibts eben noch Sport, Musik, Werken, Handarbeiten, Gartenbau – natürlich nicht alles jeden Tag, also vielleicht 2 Sachen davon 1-2 Stunden pro Tag... Ab der 9. Klasse gibts dann keinen Epochenunterricht mehr sondern den "normalen" Unterricht, den man auch von Regelschulen kennt (Mathe, Deutsch, Geschichte, Politik, Erdkunde, Physik, Chemie etc. pp.). Ebenfalls ab der 9. Klasse gibts dann auch Noten, wobei in den unteren Klassen auch die Noten gut abzulesen sind, da es Textzeugnisse gibt.

Ich muss sagen, ich persönlich hatte keinerlei Probleme mit dem plötzlich ansteigenden Lerndruck und ich bin der Ansicht, wir hatten bis zum Abi selbst weniger Lernstress als z.B. meine Freundin, die parallel auf dem Gymnasium war, aber das empfindet natürlich jeder anders...

MAedigalatxina


Nele, schau doch mal bei [[www.waldorfschule.de]] vorbei, da findest Du noch viele nützliche Informationen zum Thema :-)

Was Nullachtfuenfzehn schreibt über die Oberstufe stimmt nicht ganz (ich bin auch ehemalige Waldorfschülerin): der Epochenunterricht geht weiter bis zum Ende der Schulzeit, nur werden jetzt sämtliche Fächer über 3-4 Wochen (nicht 6 Wochen) von den entsprechend ausgebildeten Fachlehrer unterrichtet und nicht mehr nur vom Klassenlehrer, wie die ersten acht Jahre.

Wenn Deine Schwester sich wirklich für die Waldorfschule interessiert, sollte sie am besten mal mit ihrem Sohn eine in ihrer Nähe besuchen gehen. Da jede Schule etwas anders ist, kann man bei vielem auch keine Pauschalaussagen treffen. Das beste ist: eigene Erfahrung und Begegnungen mit den Menschen vor Ort machen, viel Glück!

p~hil0m|ena


Meine Kinder gehen beide seit einigen Monaten auf eine Waldorfschule und ich bin sehr zufrieden. Neben der geduldigen Vermittlung des Lehrstoffes, wird auch sehr viel Wert auf den Erwerb von Sozialkompetenzen gelegt. Beides gefällt mir gut.

Allerdings haben wir uns vorher mehrere Waldorfschulen angeschaut. Keine war die andere, so dass pauschale Empfehlungen wohl ausbleiben müssen.

KXadh=i,dMya


Gerade die Abwechslung zwischen dem "normalen" (im Vergleich zu Regelschulen) Unterrichtsstoff und den handwerklichen/musischen Fächern gefällt mir sehr gut, da die Kinder eben nicht nur auf Noten gepolt, sondern auch die kreativen Bereiche gefördert werden.

Ich war auf einer privaten Regelschule, da hatten wir das natürlich auch. Man konnte auch in der Oberstufe einen Literaturkurs wählen und es gab (bis zum Direktorenwechsel) die klassenübergreifende Vorbereitung eines Musicals für das Schulfest. Dem neuen Rektor war dann das Geld für die Theaterpädagogin zu teuer – was aber erfahrungsgemäß vom Musical locker reingespielt wird, denn die Pädagogin machte einen Sonderpreis. Der Erlös der ganzen Veranstaltung wurde nämlich gespendet

Bdroth=erhooxd


Also die ersten beiden Stunden morgens sind Epochenunterricht, der Klassenlehrer (den man übrigens für die ersten 8 Jahre durchgehend behält) unterrichtet jeweils 6 Wochen lang das gleiche Fach, z.B. Mathe, Geschichte, Erdkunde, Physik, was es eben alles so gibt.

Verstehe ich das richtig, dass der selbe Lehrer so viele unterschiedliche Fächer unterrichtet? Und das dann auch in den späteren Klassenstufen?

R+uxt


Der Besuch eines Waldorfkindergarten ist die Voraussetzung für den Besuch einer solchen Schule.

Mit dem Urteil "hochbegabt" würde ich sehr vorsichtig umgehen.

1"tgoi3


Verstehe ich das richtig, dass der selbe Lehrer so viele unterschiedliche Fächer unterrichtet?

Die Qualifikation von Lehrern an Waldorfschulen ergibt sich ja nicht aus irgendwelchen Fachkenntnissen oder einem Hochschulstudium. Anders gesagt: Sie ist skandalös, aber niemand stört sich daran, weil es eben nicht um Inhalte geht, sondern um das Glaubensbekenntnis zur Waldorfpädagogik, Steiner-Heiligenverehrung und die waldorfinterne Lehrerausbildung:

Nicole Glocke, eine ehemalige Studentin der Waldorfpädagogik, äußerte sich in der Sendung mit den harten Worten: "Von einer Lehrerausbildung kann ich nicht sprechen, weil wir haben die meiste Zeit plastiziert, wir haben die meiste Zeit gesungen, gemalt oder Eurythmie gemacht. Ich muss sagen, das alles erinnert mich sehr an eine Therapiegruppe in der geschlossenen Psychiatrie.”

da besonders Waldorf-Klassenlehrer von der ersten bis zur achten Klasse fast alles unterrichten: von Deutsch bis Mathematik, von Geschichte bis Physik. Insgesamt bis zu acht Fächer.

Obwohl Hennig Kullak-Ublich vom Bund der Freien Waldorfschulen behauptet, dass 85 Prozent der Waldorflehrer ein Hochschulstudium absolviert hätten, bevor sie die waldorfinterne Lehrerausbildung durchlaufen und somit doppelt gebildet wären, stellte sich jedoch auf Nachfrage heraus, dass dies gerade mal für 50 % der Waldorflehrer zutrifft.

Eine Mutter ging sogar soweit, das Niveau des Unterrichts zwischen Sonder- und Hauptschule anzusiedeln.

Mehr zum Nachlesen:

[[http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2009/03/11/zdf-frontal-21-kritik-an-waldorf-lehrern/]]

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beruf, Alltag und Umwelt oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Allergien · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH