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Mobbing durch Chef, Bossing oder wie auch immer

J ung6e Be%rgxfee hat die Diskussion gestartet


Hey Leutz,

ich weiß, es gibt schon einen Mobbing-Faden, hab aber nicht gewußt, ob ich da noch reinschreiben kann, da schon länger nicht gelesen…

Vorab, ich wohne und arbeite in Österreich, also kann sein, daß die rechtliche Lage etwas anders ist, als in Deutschland…

Meine Situation: Ich arbeite seit 2,5 Jahren bei einem Versicherungsmakler. Bin geringfügig angestellt, für 16h, als Telefonistin (Terminvereinbarungen). Nach einiger Zeit wurde ich von Cheffe upgegradet, daß ich ca 25h arbeite. Angemeldet bin ich für 16h, das wir mir auch überwiesen, den Rest bekomme ich schwarz. Und, die Aufgabgengebiete wurden immer mehr, Privatzeugs für Chef, diverse Schreibereien für seine anderen Firmen, Prämienmahnungen, Assistenz in der Schadenabteilung usw.

Teilweise wurden mir Aufgaben übergeben, ohne mir zu erklären, was zu tun sei, wie es geht, nur "mach das", was ich dann mit Hilfe eines Kollegen (und mittlerweile meines Partners ;-) ) oder ganz in Eigenregie herausgefunden, mir beigebracht und erledigt habe.

Nun sind mir 2,3 kleinere Fehler unterlaufen, zB war die Beschriftung des Telefons nicht millimetergenau ausgeschnitten usw. Also echt Kleinigkeiten. Seither schiebt er mir die Schuld für alles in die Schuhe, sogar für Sachen, die andere Kollegen verbockt haben, von denen ich nicht mal (aufgrund meiner Ausbildung) weiß, wie man das anstellt, weswegen ich diese Arbeiten auch nicht annehme (zB zu versicherungstechnisches). Und alles was ich mache, ist automatisch falsch, egal wie richtig es auch ist. Über jeden Schritt muß ich Rechenschaft ablegen, zB darf kein Email raus, das er mir diktiert, ohne von ihm gegengelesen zu werden. Dort ist mir einmal passiert, daß ich in der Schnelle (er mußte es, wie generell, am besten vorgestern haben) 2 Großbuchstaben am Wortanfang waren, also "FLug" was ihn in einen 10 minütigen Tobsuchtsanfall getrieben hat. Wenn PC eine Änderung nicht übernimmt, weil er abstürzt (ist bei uns an der Tagesordnung…) ist das meine Schuld, denn ein PC macht keine Fehler. Sachen die er (oder sonst ein Kollege) beantragt und nicht erhalten hat, dann hab ich das verschlampt, nicht urgiert, blabalba obwohl ich teilweise gar nicht weiß, wovon er redet (Zb eine Plakatbetellung, die er getätigt hat, von der ich nie was gehört hab, aber ich bin Schuld.) Und dann sagt er immer, ich soll am Abend bis 8 oder länger bleiben, weil ich eh nix zuwege bring, muß ich meine Freizeit hier verbringen (was ich aber konsequent nicht mache) Das ganze ging im April los, seither hab ich auch kein "Schwarzgeld" mehr bekommen – auf meine Reklamation hieß es nur, das stehe mir nicht zu, wegen meiner vielen Fehler, ich koste ihn zuviel Geld. Ich solle demnächst wohl noch ihm was zahlen, weil er durch mich soviel Schaden habe. Die Nachmittage (also die 10h mehr) muß ich aber dennoch absitzen (aus diesem Grund gehe ich auch immer pünktlich, weil ich eh nix gezahlt bekomme). Mein Aufgabengebiet wurde auch eingeschränkt, nur noch Telefonieren, weil ich fürs andere eh zu dumm bin.

Ich suche jetzt zwar intensiv nach was anderem, hab auch einige Bewerbungen laufen und Vorstellungen in Aussicht… aber die Situation kotzt mich dermaßen an, daß ich am liebsten gar nicht mehr da rein gehen würde. Der einzige Grund, aus dem ich allmorgendlich noch aufstehe, ist mein Freund, den ich über diese Firma kennengelernt habe, damit ich ihn sehe. Ich hab auch schon Aufzeichnungen für die AK gemacht, um die nicht bezahlten Stunden zu belegen. Vertrag hab ich nie einen erhalten, trotz mehrfacher Bitte, da nur geringfügig…

Meine Frage ist nun, kann man sich wegen so was krank schreiben lassen incl. "uneingeschränktem" Ausgehrecht? Mir fehlt ja nichts, ich hab auch keine Erscheinungen wie Kopfweh, Müdigkeit, Depression,… Na gut, hin und wieder, wenns ganz eskaliert, Nackenweh, (mir schlägt nämlich immer alles auf den Nacken, was mich psychisch belastet) aber nicht so, daß ich deswegen nicht arbeiten könnte… Sportsalbe rauf, oder Tigerbalm, oder ne Kurzmassage mit meinem Elektrogerät helfen meist, ansonsten (und das alle 2,3 Monat mal) ne Schmerztablette. Jedenfalls nix Ernstes. Mich kotzt nur die Situation dermaßen an, das ist unglaublich. Aber den ganzen Tag daheimhocken will ich auch nicht… daher wenn Krankenstand mit uneingeschränktem Ausgehrecht…

Was würdet Ihr mir raten, bzw weiß jemand bescheid/hat Rat?

Danke

LG

PS Sorry für den Langen Text, ich hoffe, es ist halbwegs verständlich.....

Antworten
Rsenee`s&sanxce


OH so etwas kenne ich! Ich hatte mal eine solche Chefin ... Und weißt Du, warum die das machen? Die Antwort ist unangenehm:

Weil sie es mit bestimmten Menschen machen können!

Das sind die wie wir – die gutmütigen Schafe, die nie auf den Tisch hauen, weil sie gefallen wollen.

Frau sind gefallsüchtig und harmoniesüchtig, hat mir mal jemand so knallhart auf den Kopf zugesagt. Und Recht hatte er!

Wehre Dich, warum alles gefallen lassen?! Meckere, wenn er Dich zu Unrecht beschuldigt und sag deutlich, dass Du Dir diese Ungerechtigkeiten nicht länger anschaust. Du tust schon mehr als Du kannst und musst, bist vielleicht längst übelastet, und Du wirst noch mehr aufgebrumm bekommen, solange Du mitmachst, glaub mir.

Selbstverständlich: Wenn Du "fertig" bist, geh zum Arzt. Auch krank sein, wenn man krank ist, ist eine Art, Grenzen aufzuzeigen.

Wenn Du schlimmstenfalls den Job verlierst – was hast Du dann wirklich verloren? Es kann doch eigentlich nur Besseres nachkommen, oder?

btesen_Dheiqko42


Mit dem Problem bist du nicht die Einzige. Mein alter Vorgesetzte war ähnlich drauf, ich hab im Internet alle möglichen Foren zu dem Thema durchgelesen. Und die meisten raten dir, was Neues zu suchen. Bei mir war das Glück, dass es nur mein Abteilungsleiter war und meine Kollegen mich beim "Obersten Chef" unterstützt haben. Wir haben jetzt schon seit längerem einen neuen Abt.L und ich keine Probleme mehr.

Aber das wird dir wohl auch nicht weiterhelfen, dein Chef ist ja der Geschäftsführer, wenn ich dich richtig verstanden habe. Wenn du so wie so bald gehst, würde ich die Füße still und die letzten paar Wochen aushalten. Richtig auf den Tisch hauen solltest du nicht, weil du dann einfach gekündigt wirst. Den Spaß würde ich meinem Chef nicht gönnen. Wenn es noch länger mit der neuen Stelle dauert, würde ich selbst kündigen. Evtl. kannst du dann bei deinem potenziellen künftigen Arbeitgeber auch ein (unbezahltes) Praktikum machen. Dann kannst du dir da schon mal alles anschauen.

J;ung?e ^Berpgfee


schön, zu hören, daß es da mehrere gibt, denen es so geht, auch wenn das nicht wirklich schön ist

@ Reneessance

Das mach ich eh, daß ich mich wehre, daß ich ihm Konter gebe, daß ich ihm sage, wenn der Fehler bei wem anderen Liegt. Ja, sogar, daß ich Arbeiten verweigere. ABER es nutzt nichts, er macht gleich weiter. Ich mach auch nur noch das Allernötigste und sage immer, für mehr keine Zeit zu haben - aber das will er mir nicht glauben. aber trotzdem danke.

@ besen_heiko42

Sowieso bald... naja, ich geh sobald ich was Fixes hab und hoffe, das ist bald. Ja bei mir isses der Geschäftsführer...

Rweneess(anyce


Wenn du so wie so bald gehst, würde ich die Füße still und die letzten paar Wochen aushalten. Richtig auf den Tisch hauen solltest du nicht, weil du dann einfach gekündigt wirst. Den Spaß würde ich meinem Chef nicht gönnen.

Und manchmal ist selbst das als Ausweg aus einer unerträglichen Lage okay.

Selbst zu kündigen, ist zwar besser, weil es den Stolz weniger kränkt, aber bis man sich dazu entschließt, hat man oft schon zu viele Federn gelassen.

Irgendwann muss man sich auch von sich aus wehren, um sich nicht wie die letzte Lusche zu fühlen, denn auch dieses ständige Hinnehmen tut der Selbstachtung nicht gut.

Tkung%usk:a


Hatte auch mal so einen Chef.

Gutmütiges Schaf, so würde ich es nicht nennen, harmoniebedürftig spielt sicher eine Rolle. Es gehören immer zwei dazu, einer der keine Grenzen kennt und seine eigenen Unzulänglichkeiten am Personal auslässt und jemand der es mit sich machen lässt.

Meckern bringt hier nichts, denn das führt immer zu Gegenargumenten, Wiederstand und Rechthaberei.

Hilfreich finde ich herauszufinden, was eine solche Behandlung wirklich mit einem macht, außer das man sich ärgert. Ich denke meistens ist es ein Gefühl der Hilflosigkeit und dem anderen ausgeliefert zu sein, weil man ja das Geld braucht und auch die Arbeit braucht.

Das finde ich ist immer eine schlechte Ausgangsbasis und letztendlich kann man die Situation nur verbessern indem man geht, aber auch indem man seine Einstellung demjenigen gegenüber ändert.

Hilfreich finde ich es hinter die Fassade des Nörglers zu schauen, heißt, was ist seine Schwäche die ihn so handeln lässt. Oftmals ist es nämlich auch Hilflosigkeit, ein unvermögen an Führungsqualitäten, Situationen falsch einschätzen, womöglich selbst Geldsorgen, Überforderung. Macht man sich die Schwächen des anderen bewusst, dann kann man bis zu einem gewissen Grade damit umgehen, ohne sie persönlich zu nehmen. Denn es hat nichts mit einem selbst zu tun, sondern damit, dass derjenige mit sich selbst und deshalb auch mit anderen nicht zurecht kommt. Bei manchen lassen sie dann ihren Gefühlen freien Lauf, dass sind diejenigen, die selbst eine Schwäche haben. Sie fühlen auch instinktiv, dass man ihr Verhalten nicht ausstehen kann und suchen umso eifriger nach Fehlern, um sich zu rechtfertigen.

Hat man das erkannt und hat ein inneres Verständnis für die Schwäche des anderen, auch wenn er noch so im Unrecht ist, dann kann es vorkommen, dass der andere sich ändert. Am besten sachlich bleiben, keine Schuldzuweisungen und sich auch nicht verteidigen. Vor Gericht zählen nur die Fakten. ;-D Das heißt, was kann ich, was habe ich gemacht und wie ist die Situation jetzt. Und zum Schluß kann man sagen, dass man versteht wenn jemand eine andere Einschätzung hat und dass das in Ordnung ist, egal wie dumm diese Einschätzung einem selbst auch vorkommen mag. Manchmal findet dann ein Umdenken statt und wenn nicht, dann muss man gehen.

m:ar~ije-janxa


Junge Bergfee

Scheint ja auch gut cholerisch zu sein, Dein Chef. Solche Leute liebe ich, die ihr eigenen unbearbeiteten psychischen Probleme anderen aufnacken :(v . Ich könnte da nicht einen Tag länger hingehen. Da stimmt doch nichts. Deinen Freund kannst Du außerhalb der Arbeit treffen. Die wenigsten Paare arbeiten zusammen. Auch wenn Du sagst, Du hast nichts. Es belastet Dich ungemein, so wie Du hier darüber schreibst. Geh zum Arzt und lass Dich arbeitsunfähig schreiben. Du bist aus Österreich ? Ich kenne die rechtlichen Regelungen dort im Einzelnen natürlich nicht. Aber warum sollten die grundsätzlich anders sein als in Deutschland. Was verstehst Du unter uneingeschränktem Ausgehrecht ? Während einer Krankheit kannst Du Dich natürlich auch draußen aufhalten, solange es keine Sache ist, die Dich ans Bett fesselt. Es ist alles erlaubt, was die Heilung fördert. Nächtliche Partys natürlich nicht ;-) . Geh zum Arzt und schildere ihm Deine Situation eindringlich. Du musst schon glaubhaft rüberbringen, dass es Dich belastet. Zur Not übertreibst Du eben ein wenig.Ich drücke Dir die Daumen, dass Du schnell was Neues findest. Kein Mensch muss sich so behandeln lassen!

Rfenees_sancxe


Meckern bringt hier nichts, denn das führt immer zu Gegenargumenten, Wiederstand und Rechthaberei.

Ich meine auch nicht ständiges Herummeckern, war wohl das falsche Wort, sondern das Aufzeigen von: "Hier ist meine Grenze bereits überschritten".

Mir selbst hat es geschadet, eine Weile alles nur stumm hinzunehmen, vielleicht gehe ich da zu sehr von mir aus, mag sein.

Rcenee:ssancxe


P.S. "Gutmütiges Schaf" sollte übrigens auf keinen Fall beleidigend rüberkommen; ich meinte damit wohl mehr mich selbst, wie ich früher war.

E&xsec[ratus


Zusätzlich zu den bereits genannten Empfehlungen, würde ich Dir empfehlen mit der Schwarzarbeit aufzuhören. Schwarzarbeit ist im wahrsten Sinne des Wortes Asozial :(v

JUun{ge B`erxgfee


@ Tunguska

Interessante Sicht, zumal es beimeinem Cheffe erst von 3-4 MOnaten so angefangen hat.

@ marie-jana

ne Bekannte von mir ist krankgeschreiben mit uneingeschränktem ausgehrecht, deswegen bin ich auf das gekommen.. die darf auch Alk trinken, ausgehen ecc... Klar arbeiten die wenigsten Paare zusammen, und ich kann mich mit ihm außerhalb treffen, aber er ist halt einfach die Motivation, daß ich noch hingehe...

Belasten... körperlich nicht wirklich, mich macht nur die Ungerechtigkeit grantig, wie jede Ungerechtigkeit

@ Exsecratus

Woltle ja nicht mehr kommen an NM aber das geht nicht, ich muß, wenn ich da fern bleib, werd ich sicher gekündigt...

CZorQneli@a59


Das erste, was ich mal machen würde, ist "Dienst nach Vorschrift", das heißt keine Stunde mehr als die, die er dir offiziell bezahlt. Wenn ihm das nicht paßt, dann sag ihm, Sie bezahlen mir die Schwarz-Stunden nicht mehr, auf die ich Anspruch habe, also leiste ich die auch nicht mehr.

Wenn Schwarzarbeit bei euch genauso strafbar ist wie bei uns in Deutschland, dann müßte er bei nachträglichem Bekanntwerden die Sozialabgaben/Steuern dafür nachzahlen. Kann sein, daß dir auch eine teilweise Kostenübernahme blüht, das kann ich aufgrund anderer Rechtslage nicht so genau sagen.

Ansonsten: mal um ein Gespräch bitten und Tacheles reden! So geht das nicht weiter!

TEuzngGusxka


@ Reneessance

ich habe das nicht negativ verstanden, wie du es gesagt hast. :-) Man sagt es umgangssprachlich ja auch so. Ich wollte es nur noch etwas mehr auseinandernehmen, schauen was dahinter steckt. :-)

R_e:neemssanc>e


Tunguska

Alles klar. @:)

J2unge BEergxfee


Ich bin mittlerweile dazu überggegangen, nur das nötigste zu tun und sonst alles "glanggln" (wie wir in Tirol sagen) zu lassen. Wenn ich nicht entsprechend entlohnt werde, dann sehe ich auch nicht mehr ein, daß ich mich reinknien soll.

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