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Ausgelaugt... krank schreiben lassen?

a_nna%nuxr hat die Diskussion gestartet


Hallo...

Ich arbeite seit ca. anderthalb Jahren in einer Einrichtung für mehrfachbehinderte Kinder. Ich mag die Arbeit mit Kindern sehr... etwas schwer fällt es mir in meiner Arbeit immer wieder, weil die Kinder auch geistig behindert / verhaltensauffällig sind und ich mich da noch nicht so kompetent fühle/sehe.

Jedenfalls bin ich nun schon seit Wochen, eigentlich Monaten, total ausgepowert.

Das Aufstehen am Morgen fällt mir schwer, ich gehe total lustlos in die Arbeit... natürlich gibt es da auch immer wieder schöne Stunden, aber im Großen und Ganzen empfinde ich es sehr anstrengend, habe keine Motivation mehr (die ich ja grade bräuchte, um die Kinder zu motivieren / aufzumuntern) und komme wirklich total fertig nach Hause. Zum Feierabend habe ich dann auf GAR nichts mehr Lust, selbst das schöne Wetter draußen ist mir egal, ich ziehe mich zurück... das einzige was mir dann hilft ist – alleine sein und essen, essen, essen :( Leider! Und das ist auch wieder ein Teufelskreis, weil ich dadurch allgemein unzufrieden bin usw usf.

Ich hatte dazu schon mal einen anderen Thread...

Ich weiß, das klingt für manche vielleicht schon etwas nach Burnout?!

Eigentlich hab ich ich in drei Wochen eh Urlaub, aber ich bin ich grad echt an nem Punkt, wo ich nicht mehr kann... Zumal ich weiß, dass es so nicht weitergehen kann, dass ich eigentlich nur noch fürs Wochenende / Urlaub lebe, weil ich unter der Woche ja nichts unternehme, dass ich immer mehr zunehme, obwohl ich eigentlich abnehmen möchte...

Was meint ihr, kann ich mich von einem Hausarzt krankschreiben lassen?

Eine Woche, um einfach mal wieder Kraft zu tanken, Zeit für mich zu haben...

Ich finde, ich in diesem Zustand auch nicht wirklich produktiv in der Arbeit... andererseits habe ich ein total schlechtes Gewissen, "deshalb" Zuhause zu bleiben und würde mich dann gar nicht mehr auf die Straße trauen, aus dem Grund, dass Kollegen denken "Oh die sieht doch gar nicht krank aus". Ich habe schon paar Mal überlegt mit meinen (engeren) Kollegen darüber zu sprechen, aber es fällt so schwer das Thema anzusprechen, wobei ih schon häufig Andeutungen gemacht habe, dass ich müde und "ideenlos" bin. Selbst auch beim Arzt kürzlich, habe ich das Thema nicht angesprochen und doch nur die Überweisungsscheine geholt :-/

Haltet ihr es für sinnvoll dass ich mich ein paar Tage krankschreiben lasse?

Macht der Arzt das überhaupt?

Antworten
JTunKge B_e5rgfexe


Wenn Du körperliche Symptome hast, dann macht das der Arzt sicher, wenn du ihm die Situation schilderst

C*atWiplloxws


Meiner Kollegin ging es genaue wie dir und sie ist nun seit mehr als 4 Wochen schon krankgeschrieben. Das tut ihr richtig gut, aber leider findet sie nun noch schwerer den Rückweg in die Einrichtung (ist auch eine Tageseinrichtung für Kinder). der Arzt hat Burnout bestätigt.

Nun hat sie eine Kur beantragt und ich glaube, dass sie danach nicht wieder kommen wird. Denn sie klopfte mir so komisch auf die Schulter als sie ging und nun habe ich ihre Stelle dazu bekommen, was für mich ein finanzieller Segen ist. Das wusste sie und deshalb ist sie doppelt froh, wenn sie nicht mehr kommen muss.

Du musst dir natürlich im Klaren sein, dass ein paar Tage krank schreiben bei richtigem Bournout nicht helfen. Erzähl doch erstmal deinem Hausarzt davon. Der kann dir sicher mehr dazu sagen. @:)

S_unfvlow<er_7x3


Das klingt schon verdächtig nach BurnOut (auch wenn es die Diagnose offiziell nicht gibt...).

Kurzfristige Krankschreibung kann sicherlich eine Lösung sein – aber eben nur kurzfristig. D.h. eigentlich muss sich, wenn es auf Dauer besser werden soll, eben auch auf Dauer etwas ändern. Ggf. halt mit therapeutischer Hilfe oder wie auch immer.

Sprich' mit Deinem Arzt (wenn der für solche Gespräche taugt...).

aennvanuxr


Danke euch erstmal...

Also wirklich diagnostizierbare, körperliche Symptome hab ich ja nicht. Es ist halt eine subjektive Empfindung. Die kann ich dem Arzt natürlich schildern bzw es versuchen :-/

CatWillows, dir erstmal Glückwunsch zu deiner Stelle... irgendjemand profitiert ja letztlich auch von soetwas ;-) Klingt ja schon ziemlich danach, dass sie nicht wiederkommen wird.

Ich kann es mir gut vorstellen, dass nach so einer langen Krankschreibung noch schwieriger fällt, wieder in die Einrichtung zurückzukommen. Und meist ist ein Wechsel dann auch sicher das beste!

Ja ich werde mal mit meiner Hausärztin sprechen... ich bin mir auch bewusst, dass ein paar Tage Zuhause bleiben, das Problem wahrscheinlich nicht beseitigt bzw nur vorübergehend.

Nur sollte sie mich krankschreiben, was soll ich dann meinen Kollegen sagen, warum ich nicht komme?! Ich habe immer ein schlechtes Gefühl zu flunkern "Magen-Darm", "Sommergrippe" oder sonstwas... andrerseits möcht ich den wirklichen Grund auch nicht am Telefon schildern.

aonAnanxur


Kann ich denn wirklich nach anderthalb Jahren Arbeiten schon "ausgebrannt" sein? :°(

Hhappy[ Banana


Bach anderthalb Jahren ist es deftintiv möglich. Das zeigt aber auch das der Job den du derzeit machst auf keinen Fall etwas für dich ist. Also du solltest über einen Jobwechsel oder eine Umschulung defintiv nachdenken. Aber als aller erstes kümmerst du dich um dich selbst. Und wenn du ein halbes Jahr oder länger brauchst bis du wieder auf der Höhe bist. Du musst noch lange genug arbeiten. Da bringt es dir nichts wenn du halb kaputt eine neue Stelle anfängst und schnell wieder psychisch am Ende bist.

Fjreim_aurxer


Hey,

diese sozialen Berufe sind wirklich heftig, da wird man ín in meherern Bereichen, ob Krankenhaus etc... nur "verheizt". Erkrankungen im seelischen Bereich sind gerade da besonders häufig.

Ich würde mich an deiner Stelle beruflich verändern, du musst auf Dich selbst achten! Wenn du nicht mehr kannst hilfts du weder dir noch den Kindern.

An den Rahmenbedingungen (mehr Personal, weniger Kinder, mehr Hilfsmittel) wird sich in Deutschland auch nichts mehr ändern! Es wird eher schlimmer.

Achte auf dich!

SBellJerie


hallo.

ich hab in etwa das gleiche Problem. ich war bei der Vetretung meiner Hausärztin weil die Urlaub macht und die Vetretung meinte dann, meien Körperlichen Beschwerden kommen vom Kopf her. ich war erstmal wie vor den Kopf gestoßen, musste danach erstmal in einem Cafe zu mir kommen.

ich dachte das kann nicht sein, die SWchmerzen müssen ja von was kommen. er hat mich diese Woche "auf Erholung" geschickt und ich denke, er hat Recht... meine Teamleitung weiß von diesem "Mini-Burn-Out" und ich überlege, ob ich den Arzt nochmal aufsuche und mit ihm rede...

S+un1flowedr_73


@ annanur:

Klar kannst Du nach 18 Monaten schon ausgebrannt sein! Das ist – wenn man es mit zu viel Engagement und dem Gefühl der Überforderung angeht – eine lange Zeit. Die halt reicht, um ausgepowert zu sein.

Ich arbeite aktuell seit 7 Monaten in einer Klinik. Unter schlechten Rahmenbedingungen... mit Praktikantenstatus, viel Verantwortung, praktisch null Unterstützung. Bin jetzt schon ziemlich fertig (und froh, dass das "Praktikum" in wenigen Wochen endet). Komme aus der Klinik, falle aufs Sofa. Stehe morgens gerädert auf. Am Wochenende Wäsche etc. – und dann geht alles vom vorne los.

Dabei merke ich genau, was ich falsch mache: Zu viel Engagement, ich reibe mich sehr auf an Dingen, die nicht zu ändern sind. Will für die Patienten das Beste – aber die Rahmenbedingungen geben es nicht her. Stelle meine Bedürfnisse immer hintenan (pünktlich Feierabend? Seltenst und immer mit schlechtem Gewissen). Dabei müsste ich es mit meinem Beruf besser wissen.

Darum sage ich ja:

Krankschreibung ist Notlösung – aber wenn man auf Dauer arbeitsfähig bleiben will in dem Bereich, muss man auf sich selber aufpassen und sich selber mal ernst nehmen.Was auch bedeutet, Ansprüche runterzuschrauben. Du musst (und kannst) nicht immer hochmotiviert den Laden schmeißen! Das mal als Beispiel... :)*

a#nKnsanuxr


Das stimmt, leider ein weit verbreitetes Problem im sozialen Bereich.

Auch finanziell werden diese Jobs ja nicht wirklich gewürdigt. >:(

Ich weiß nicht, ob gleich ein ganzer Berufswechsel sein muss?! Das wäre auch ganzschön zeit- und kostenintensiv... Zumal ich den Beruf immer noch sehr schön und spannend finde. Vielleicht reicht ja auch erstmal ein Stellenwechsel, wo ich mit anderem "Klientel" arbeite ":/

Sellerie, du bist also eher mit körperlichen Symptomen zum Arzt und er hat das dann so in die Richtung gedeutet? Was hast du denn für Schmerzen?

Sicherlich sinnvoll da nochmal mit dem Arzt zu reden, wie man weiter vorgeht...

Gute Besserung jedenfalls :-)

a+nna%nur


@ Sunflower_73

Puh ja, das klingt aber wirklich auch zum ausbrennen, was du da schreibst.

Was du da so schreibst, kann ich total nachempfinden, so geht es mir auch... das Wochenende geht dann meist für den Haushalt drauf, genau. Nur ganz so viel Engagement & Überstunden leiste ich dann doch nicht, da habe ich dann schon immer Grenzen gesetzt. Bist du noch im Studium?

Ein schlechtes Gewissen darfst du dir wirklich nicht machen, wenn du pünktlich Feierabend machst! Das ist einfach dein Recht und besonders wenn es noch nicht mal bezahlt wird / gutgeschrieben wird!

Ja es tut sicher gut zu wissen, dass du es bald geschafft hast! Und dann kannst du es als Erfahrung abschreiben und weißt wo du nicht arbeiten solltest!

Da hast du Recht... aber man hat immer so das Gefühl, dass man immer gut gelaunt / motiviert sein müsste, wenn man mit Menschen zusammen arbeitet. In nem Büro könnte man unbesorgt mal grimmig dahocken ;-)

So nun aber ins Bett... morgen versuch ich auf jeden Fall nochmal mein Glück!! Gute Nacht! *:)

HVappyb 5BanEana


Entweder du nimmst dir die Zeit dich in eine andere Richtung weiter zu entwickeln oder du arbeitest weiter im sozialen Bereich wenn auch mit evtl. anderem Klientel und riskierst dadurch erst einen richtigen Burn out.

Ich habe bis und für meine Ausbildung zur Sozialassistentin in einigen Kitas, im Seniorenheim und im Wohnheim für geistig und sprach- und stimmgestörte Kinder und Jugendliche. Und ich muss sagen das Wohnheim empfand ich als richtig stressig und überhaupt nicht schön. Lag vor allem an den Bedingungen da. Ich bin froh das ich nur Praktikantin war, da richtig zu arbeiten hätte mich psychisch an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

Das was mir noch am ehesten Zusagen würde und was mir auch super Spaß macht ist die Arbeit mit alten Menschen. Aber da geht körperlich überhaupt nichts. Und bevor ich mich da auf Dauer kaputt machen würde, würde ich mich um orientieren.

Und der Hundelohn hier ist nicht der Rede wert. Die meisten sozialen Einrichtungen wurden privatisiert und damit ist der Lohn quasi kaum vorhanden. das tue ich mir nicht an.

Peau)linde11


ich bin mir auch bewusst, dass ein paar Tage Zuhause bleiben, das Problem wahrscheinlich nicht beseitigt bzw nur vorübergehend

Ihren Traumjob haben nur sehr wenige Menschen. Was du meines Erachtens bräuchtest, wären weder andere Arbeit noch Krankmeldung, sondern ein interessantes, befriedigendes Privatleben neben dem Job!

S@unflowepr_x73


@ anna:

Bin mit dem Studium schon fertig (Psychologie) – aber mache noch die verpflichtende Weiterbildung zum Psychotherapeuten. Daher das "Praktikum". Wobei Praktikum halt nur auf's Gehalt zutrifft und ich z.T. allein auf der Station bin (plus Pflege natürlich).

Wenn ich pünktlich gehe, heißt es: Entweder ein Patient bleibt ohne Gespräch. Was in akuten Krisen schwierig ist. Oder ich kriege meine Arztbriefe nicht fertig, was Druck vom Oberarzt oder Chefarzt bedeutet. Die Zeit reicht nie aus, weil wir chronisch unterbesetzt sind. Und je länger ich da bin, desto größer der Berg liegengebliebener Sachen. Und natürlich ist mir ein Patient wichtiger als ein Brief.

Und genau da muss ich halt ansetzen (wie gesagt, ich müsste es besser wissen, aber Wissen und Realität sind halt zwei Paar Schuhe...).

Ich war zwischendurch krankgeschrieben wg. Rücken. Die paar Tage (obwohl gerne genommen) haben letztlich nicht viekl Erholung gebracht. Weil der innere Stress halt bleibt. Die Erwartung, wie es weitergeht, was einen erwartet, wenn man wiederkommt.

Darum:

Entweder wirklich die eigene Einstellung grundlegend überdenken (= weniger Motivation, mehr Desinteresse). Oder nach Alternativen Ausschau halten.

Eine kurze Krankschreibung ist aber nur vorübergehende Notlösung. Leider.

(Traurig und erschreckend, wie im sozialen/Gesundheitsbereich gute und motivierte Leute durch miese Rahmenbedingungen verschlissen werden...)

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