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Ist man verpflichtet zurückzurufen?

sdnow4witcxh


Also bei uns wurde mit Abmahnung gedroht bzw mit Disziplinarverfahren. Ob das je durchsetzbar gewesen wäre, ist fraglich oder sogar unwahrscheinlich, aber um sich einfach Diskussionen zu ersparen, geht man erst gar nicht ans Telefon. Ich hab einmal 60 Stunden in der Woche gearbeitet, damals war meine Tochter noch kein Jahr. Da rief der Betriebsrat an, als gerade meine 56 Stunde angebrochen war und teilte mir mit, dass ich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr versichert wäre und wenn mir oder dienstlich etwas passieren würde, ich Pech hätte. Darauf habe ich gefragt, was ich jetzt tun solle, heim gehen z.B. da meinte er, dann bekäme ich ein Diszi und da würden sie mir nicht helfen, weil ich ohne Erlaubnis den Dienstort verlassen hätte. Danach habe ich die Gewerkschaft gekündigt und nie wieder an Betriebsratswahlen teilgenommen ;-)

D%i9e A#nonymxe


An die nötige Erholung ist nach so einem Anruf für den Rest des Tages nicht mehr zu denken.

Bei mir ist das eher der Fall, wenn ich einen Anruf in Abwesenheit aus der Firma sehe, aber nicht weiß, worum es ging ":/ Gut, bei mir ist das Risiko allerdings auch sehr gering, dass man mich zur Arbeit kommandieren will, sondern da geht es eher um Nachfragen ":/ . Daher biete ich sogar immer von mir aus an, dass man mich in dringenden Fällen anrufen kann, wenn ich krank bin oder frei habe. Ich kann mich allerdings auch darauf verlassen, dass sich das dann wirklich auf dringende Fälle beschränkt. Müsste ich allerdings damit rechnen, zur Arbeit zitiert zu werden und das wäre der einzig denkbare Grund für einen Anruf, würde ich wohl auch leider nicht erreichbar sein :=o

ceoraz&onm8>1


Ich habe einmal den Fehler gemacht und meinem Arbeitgeber meine Handynummer gegeben. Das war der Anfang vom Terror. Ab da wurde erwartet, dass ich 24/7 erreichbar sein muss. Ob krank, Urlaub, mitten in der Nacht – egal. Mein Handy hat ständig geklingelt. Ich kam nie zur Ruhe. Ich hatte übrigens nie eine vereinbarte Rufbereitschaft oder so. Als ich irgendwann nicht mehr konnte, fing ich an, am Wochenende und nach Feierabend mein Handy abzuschalten. Es blieb einfach aus.

Mein Chef zitierte mich schließlich in sein Büro und legte mir die Kündigung nahe. Gekündigt habe ich auch letztendlich. Heute bekommt keiner mehr meine Nummer, kein Chef, kein Kollege. Das höchste der Gefühle ist meine Mail-Adresse.

RWapanVtxe


Duke Nukem

Mal eine Frage, was ist so schwer daran einfach nein zu sagen?

Wenn mich jemand anruft und ich möchte nicht dann sage ich nein.

Wenn man selber mal hier und da an bestimmten Tagen frei braucht und der Arbeitgeber dann auch nicht möchte.

Imho ist es ein gegenseitiges geben und nehmen, bekomme ich die Tage frei, die ich brauche, dann springe ich auch gern mal ein.

Beides sollte nicht überhand nehmen.

Nach 12 Tagen Arbeit würde ich das Handy entweder aus oder auf lautlos machen oder eben die Bereitschaft bezahlen.

BErauneslueVd@erssofa


Wenn ich frei hätte und mein AG klingelt durch oder ich sehe später, dass er versucht hat anzurufen- dann rufe ich nicht zurück. Irgendwann ist auch mal Schluss mit Arbeit. Und wenn i-wann die Frage kommt, warum ich nicht dran gegeangen bin, dann habe ich halt die Nummer nicht gesehen oder war die ganze Zeit weg oder hatte Termine oder oder oder.

Es hat absolut nichts mit Entspannung zu tun, wenn die Fragestellerin auch noch an diesen zwei Tagen ein schlechtes Gewissen haben muss, den Anruf nicht entgegengenommen zu haben

:)^ :)^ :)^ :)^ :)^

mTollxi2


Das ein Arbeitnehmer ständig und immer erreichbar sein, muß scheint in vielen Berufen überdurchschnittliche Ausmaße anzunehmen.Vor allen Frauen lassen sich das gefallen, aus Angst sie könnten ihren Arbeitsplatz verlieren. Das wird schamlos ausgenutzt.

Gerade in Pflegeberufen werden die freien Tage benötigt um Kraft zu tanken. Kein Arbeitgeber wird dich rauswerfen- denn sie brauchen dich-wer macht denn sonst die Arbeit. Auch bei uns in Deutschland gibt es teilweise Pflegenotstand, also Frauen macht euch nicht klein. :)^

H=anna-Mxaria


Meist gibt es doch nur einen Grund, warum der Arbeitgeber den Arbeitnehmer in seinem Frei anruft: er soll kurzfristig einspringen. :-(

Meist muss der Arbeitnehmer rechtlich gesehen dem aber schon nicht nachkommen, wenn die gesetzliche Ankündigungsfrist nicht eingehalten wurde. Die Arbeitgeber verhalten sich gern wie im Mittelalter. Ist "Not am Mann" – was im Pflegesektor ständig an der Tagesordnung ist, da man gern an den Personalkosten "spart" – , müssen Arbeitnehmer halt zusätzliche Dienste übernehmen.

So geht es aber nicht! Grundsätzlich müssen Überstunden überhaupt nur dann gemacht werden, wenn der Arbeitnehmer sich im Arbeitsvertrag dazu grundsätzlich verpflichtet hat. Ist das nicht der Fall, darf der Arbeitgeber auch keine Überstunden/zusätzliche Dienste anordnen. Etwas anderes gilt nur in einem betrieblichen Notfall! Ein solcher wäre z.B., dass die halbe Belegschaft über Nacht wegen einer Epidemie ausfällt.

In anderen Fällen hat der Arbeitgeber sein Weisungsrecht nach billigem Ermessen auszuüben. Geregelt ist dies in § 315 BGB. Natürlich darf man als Arbeitnehmer erwarten, dass der Arbeitgeber dessen privaten Belange angemessen berücksichtigt, denn Arbeit soll nicht krank machen. Der Arbeitgeber hat deshalb auch eine sog. Fürsorgepflicht gegenüber dem AN. :)z

Als Faustformel kann hier auf § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz zurückgegriffen werden. In diesem Paragraph ist die Arbeit auf Abruf geregelt. Der Arbeitnehmer ist zur Arbeitsleistung nur verpflichtet, wenn der Arbeitgeber ihm die Lage seiner Arbeitszeit mindestens 4 Tage im Voraus mitteilt! Diese gesetzliche Regelung hat der Gesetzgeber für Abrufarbeit aufgestellt und es ist aus meiner Sicht klar, dass diese Frist auch grundsätzlich für Überstunden/zusätzliche Dienste zu gelten hat.

Wichtig: Vor der Anordnung von Überstunden/zusätzlicher Arbeitsleistung hat der Arbeitgeber den Betriebsrat zu informieren. Dieser hat ein Mitbestimmungsrecht! :-D ]:D

bOebetle/juicKex21


Bin ja auch in der Pflege, und da wir ambulante 8-12 std dienste machen, muss jeder dienst besetzt sein, das heißt, dass mein Handy klingelt ist mind 1mal die Woche der fall... wenn ich krank bin, klingelt ja auch das Handy bei jemandem wegen mir... jedoch wenn übertrieben wird, wenn ich weiß ich kann eh auf keinen fall, oder wenn es absolut nicht passt, ja dann höre ich es auch nicht... und schwupps haben sie auch wen anders gefunden. Man darf sich nicht nur von der Arbeit abhängig machen, es gehört ein Geben und Nehmen dazu... und man wird wegen dünner Personaldecke eben schnell einfach so umgeplant oder "muss" einspringen. Bei mir kommts da immer arg auf den Ton an, befehlen lass ich mir sowas nicht, das ist meine freundlichkeit wenn ich einspringe und so soll das bitte auch behandelt werden.

D"ukeNukxem


@ Rapante

Nach 12 Tagen Arbeit würde ich das Handy entweder aus oder auf lautlos machen oder eben die Bereitschaft bezahlen.

Wenn ich nach 12 Tagen der Meinung bin ich sollte nun frei haben dann gehe ich ans Telefon und sage: nein ich komme heute nicht.

mqo.l liW2


Wenn ich nach 12 Tagen der Meinung bin ich sollte nun frei haben dann gehe ich ans Telefon und sage: nein ich komme heute nicht.

Leider wird dir dann vorgeworfen du seiest unkollegial. :-( Das muß auch keiner haben,also nimmt man den Weg des geringsten Widerstandes.

D:ukkeNuekxem


Leider wird dir dann vorgeworfen du seiest unkollegial. Das muß auch keiner haben,also nimmt man den Weg des geringsten Widerstandes.

So ein Kappes, wofür hat man einen Mund? Könnte ja auch was wirklich wichtiges sein, ansonsten sagt man nein. So weiß jeder wo er dran ist. Ich zb habe dieses Problem nicht, denn Cheffe weiß das ich einfach "Nein" sage wenn ich den Monat schon oft genug eingesprungen bin und es nicht soooo wichtig ist. Leute ihr müsst eure Vorgesetzten erziehen.

S8innes,tätexr


Ist man verpflichtet zurückzurufen?

Nö, aber meistens ist es besser. Kommt auf den Arbeitgeber an.

Ist der ein Sklaventreiber, der "freier Tag" nicht buchstabieren kann, würde ich nicht zurückrufen, rein aus erzieherischen Gründen.

Ansonsten, wenn das Verhältnis paßt, und ich nicht wegen jedem Schiß angerufen werde, rufe ich natürlich zurück – da ist der Streß des "nicht wissen was los ist" größer als der des "eventuell Sonderschicht schieben müssens".

Falls man antanzen soll, und wirklich überhaupt keine Lust hat, gibt es zig Ausreden. Gerade Besuch, Restalkohol und man kann kein Auto fahren, Konzertkarten, wasauchimmer. Ist auf jeden Fall besser als nicht zurückrufen.

ASsigxa


Hallo,

ich würde sagen, es kommt drauf an: Wenn man am Samstag angerufen wurde, einen Wochenendausflug gemacht hat, am Sonntagabend zurückkommt und am Montagmorgen eh wieder arbeitet dann "lohnt" es sich ja nicht mehr.

Falls man am Freitagabend angerufen wird und am Samstag jemand da ist, dann kann man ja mal zurückrufen...

Je nach Job könnte man ja auch darüber informiert werden, dass ein Termin platzt, man für ein gewisses Projekt noch was besorgen soll oder dass man am Montagmorgen an einem anderen Ort arbeiten soll...

Ausnahme: man weiß eh, dass man irgendwo einspringen soll und sowas kommt öfter vor.

Ich habe übrigens Schnappatmung bekommen: 12 Tage AM STÜCK ? IN PFLEGEBERUFEN ? (Vollzeit oder wenigstens Teilzeit ??)</p>
<p>Ich arbeite Montag - Freitag (also FÜNF Tage am Stück); manchmal auch Samstags 2h (dafür dann die nächste Woche 2 Std weniger) und ich habe Arbeitskolleginnen, die NIIIIE samstags arbeiten würden ! Außerdem: wenn ständig jemand einspringen muß, was passiert dann mit den Überstunden ? Werden vermutlich ausbezahlt oder verfallen ?</p>
<p>*Und wenn immer Kollegin X einspringen muß und Kollegin Y sich weigert, warum ist Kollegin X dann auf Kollegin Y sauer und nicht auf den Arbeitgeber ?!

HlannPa-Marxia


In der Pflegebranche herrscht Tatsache eine "Sklaventreiber-Mentalität". Die mangelnde Refinanzierung der Pflegeleistungen durch die Kassen, aber vor allem die fehlende Lobby der Pflegeberufe verbunden mit dem übertrieben altruistischen eigenen Berufsverständnis führen zunehmend zu einer physischen und psychischen Ausbeutung dieser Berufsgruppe. {:(

Unter dem Deckmantel von Kollegialität und Berufsethos werden Pflegende zu billigen Arbeitstieren degradiert, während sie sich dabei selbst nicht selten auch noch als "Helden" statt als Opfer sehen... :-/

Betriebsräte haben ihre Not, im Arbeitsrecht des öffentlichen Dienstes all den Aushebelungen und Öffnungsklauseln noch Herr zu werden, damit nicht ständig die Arbeitsplätze der unteren Lohngruppen in Gefahr stehen. Dadurch sind die gesetzlichen Regelungen aber oft nicht einmal mehr das Papier wert, auf dem sie stehen. :(v

Wer ist also für die Misere verantwortlich? Die Gesetzgeber, die sich für eine Aufwertung und gerechte Entlohnung der Pflege nicht interessieren? Die Arbeitgeber, die aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen ständig zu einem betriebswirtschaftlichen Spagat gezwungen werden? Oder die Pflegenden, die sich nicht organisieren und wehren?

Dienstliche Anrufe im Frei zu ignorieren und/oder klar "Nein" zu sagen, wo es den persönlichen Bedürfnissen entspricht, wären doch ein Anfang... ;-) :)_ :)*

I t's a bfeautYiful daxy


Leute ihr müsst eure Vorgesetzten erziehen.

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