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Ist man verpflichtet zurückzurufen?

Sjinnes&6te|r


In welcher Welt lebst Du?

In dem Punkt in derselben wie ich. Wenn Marathon-Schichten und ständige Verfügbarkeit zur Normalität werden, sind daran zum guten Teil die mitschuldig, die das mit sich machen lassen. Ein offenes oder verstecktes Nein zu solchem Treiben ist da zu gleichen Teilen egoistisch wie kollegial, man geht quasi mit gutem Beispiel voran.

Von einem "Er war immer und jederzeit verfügbar", eingraviert auf dem Grabstein, kann sich niemand etwas kaufen.

Itt's 1a beaut`iful day


Das sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe.

Bei den Marathonschichten bin ich bei Dir – siehe meine bisherigen Beiträge.

Es wäre aber vermessen, anzunehmen, in der Pflegebranche könne man seine Vorgesetzten durch ein entschiedenes "Nein!" in irgendeiner Form erziehen.

Eher versaut man sich damit durch die zwangsläufige Diskussion den Sonntag. Da geht man lieber erst gar nicht ans Telefon. Weltverbesserer kann man immer noch spielen, wenn einem danach ist.

I*t's a b!evaudtifulx day


Sobald man den Hörer abnimmt, ist man eigentlich schon gefangen.

Hdanna[-Marxia


Ein offenes oder verstecktes Nein zu solchem Treiben ist da zu gleichen Teilen egoistisch wie kollegial, man geht quasi mit gutem Beispiel voran.

Leider wird – gerade in der Pflege – oft seitens der Geschäftsführung mit solchen Einschüchterungsmaßnahmen gearbeitet, dass "das gute Beispiel" zum Präzidenzfall für "firmenschädigendes Verhalten" hingestellt wird. :-o

Habe inzwischen alles erlebt: Kampf mit direkten Vorgesetzten und Geschäftsführung, Mobbing, üble Nachrede, Schlichtungsverfahren, Anwalt, Rechtsstreit... habe jetzt gekündigt. Es gibt Arbeitgeber, die einfach nicht wissen, wo Schluss ist. :|N

S]innesEtätxer


Es wäre aber vermessen, anzunehmen, in der Pflegebranche könne man seine Vorgesetzten durch ein entschiedenes "Nein!" in irgendeiner Form erziehen.

Es ist eigentlich in jeder Branche dasselbe – zuviel Arbeit wird aufgeteilt auf zuwenig Menschen. Das Problem ist, daß Menschen, wenn sie ihr Pensum nicht schaffen, dazu tendieren, sich selbst die Schuld zu geben und mehr zu arbeiten. Das weiß so mancher Vorgesetzter, und nutzt es bis zur Brechgrenze aus – solange die Arbeit irgendwie geschafft wird, ist alles in Butter.

Was dagegen hilft? Einfach, daß die Arbeit eben nicht mehr geschafft wird – denn dann ist der Vorgesetzte verantwortlich, und zum Handeln gezwungen.

In Pflegeberufen bedeutet das eben leider, daß die Gepflegten auf der Strecke bleiben, und die Pflegenden dadurch ein noch größeres Verantwortungsgefühl empfinden und eher zurückstecken, aber das Prinzip ist dasselbe.

Hvan~na-Mairixa


In Pflegeberufen bedeutet das eben leider, daß die Gepflegten auf der Strecke bleiben...

Das tun sie so oder so. Pflege ist nicht selten reine "Abfertigung" geworden. Damit stehen Pflegende nicht nur unter Leistungs- und Zeitdruck sondern leiden auch unter ethischer Unzufriedenheit...und Gewisensnot. :-(

I*t's a b%eautiNfulj dxay


Es ist eigentlich in jeder Branche dasselbe – zuviel Arbeit wird aufgeteilt auf zuwenig Menschen.

Grundsätzlich ja, nur die Ausprägung ist leider stark unterschiedlich.

Es gibt Branchen, in denen werden die Arbeitnehmer nur selten angerufen und selbst dann wird ein Nein akzeptiert.

Das trifft aber auf die Pflegebranche absolut nicht zu, vielmehr ist das komplette Gegenteil der Fall. Das zeigen schon die Erfahrungsberichte einiger Schreiber hier.

Einfach, daß die Arbeit eben nicht mehr geschafft wird – denn dann ist der Vorgesetzte verantwortlich, und zum Handeln gezwungen.

Soweit die Theorie ...

In der Praxis baden das die Mitarbeiter aus, und zwar auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit.

S\innSestätCer


Leider wird – gerade in der Pflege – oft seitens der Geschäftsführung mit solchen Einschüchterungsmaßnahmen gearbeitet, dass "das gute Beispiel" zum Präzidenzfall für "firmenschädigendes Verhalten" hingestellt wird. :-o

Klar, das funktioniert ja auch gut – Köpfchen kraulen für die eifrigsten Selbstaufopferer, Pranger für die, die noch ein Leben neben der Arbeit haben. Aber daß es funktioniert, daran sind wieder zum guten Teil die Arbeitnehmer selbst schuld.

Habe inzwischen alles erlebt: Kampf mit direkten Vorgesetzten und Geschäftsführung, Mobbing, üble Nachrede, Schlichtungsverfahren, Anwalt, Rechtsstreit...

Ja, traurig. Dabei müßte es so weit eigentlich gar nicht kommen, indirekter Widerstand (und sei es per Krankschreibung), dafür aber von mehr als nur ein paar "Abweichlern" sollte eigentlich schon reichen. Dämlicherweise richtet sich der Zorn der anderen Mitarbeiter (die sich im Sinne der Leitung bemüßigt fühlen das mit mehr Eigeneinsatz ausbügeln zu müssen) häufig gegen die Widerständler, und nicht dorthin, wo er hingehört.

Hzanna-M2arixa


Wie wahr, Sinnestäter... :-| Wir sind in unserer Abteilung 55 Mitarbeiter – ambulante Pflege. Im Betriebsrat waren wir 3 dazu 2 Mitarbeiter, die den Mut hatten, mitzustreiten. ]:D

Ein genervter Geschäftsführer, eine duckmäuserische Vorgesetzte und zwei eingeschüchterte Mitarbeiter haben gereicht, um alle anderen negativ zu beeinflussen. Ein Gerücht war nötig um alle in Panik zu versetzen. %:|

50 Mitarbeiter hatten Angst und haben den Betriebsrat "über die Klinge" springen lassen, 4 von den "Widerspenstigen" haben gekündigt, eine ist dauerkrank. So sieht die Realität aus. :(v

ITt's aQ beauti7ful daxy


indirekter Widerstand (und sei es per Krankschreibung), dafür aber von mehr als nur ein paar "Abweichlern" sollte eigentlich schon reichen.

Was meinst Du, warum viele Pflegekräfte auswandern oder gerne auswandern wollen? Wenn nein sagen und etwas Widerstand leisten reichen würde, müsste niemand über einen solchen heftigen Schritt nachdenken.

D[ukeNxukem


Sobald man den Hörer abnimmt, ist man eigentlich schon gefangen.

Das tut mir leid für dich. Sollte es bei mir jemals so weit kommen würde ich augenblicklich kündigen aber auf die elegante Art ;-)

bNeetl[ejubiceT21


Oh hanna-maria du schreibst mir aus der Seele.... *aus dem nachtdienst meld, für den ich natürlich eingesprungen bin* *:)

mFarivon +aus *wien


ich auch

bzw.grad heimkommen bin

zzz

baba

marion

Ipt's a beSauti[ful xday


Das tut mir leid für dich.

Ich habe das Problem nicht, kann mich aber durchaus in die Lage der Betroffenen hineinversetzen, weil ich es immer wieder mal am Rande mitbekomme.

wOhit}e magxic


Zur EIngangsfrage: Nein man muss nich tzurück rufen.

ICH bin im Zweifel an meinen freien Tagen gar nich t zu HAuse und hab mein Handy zu Hause gelassen!

Zur Situation der Pflegeberufe, eine kleine Anekdote:

Silvester 2008 habe ich mit meinen Freundinnen 5 wunderschöne Tage in London verbracht. Am 3. Tag wurde meine Freundin (Angestellte im Pflegedienst) von ihrer Arbeit auf HANDY angerufen.

Ihre Pflegedienstleitung wollte wissen ob sie einspringen kann. Sie meinte nur:

"Ich bin in London, komme erst übermorgen wieder."

Leitung: "naja könnten sie nicht kucken, ob sie früher zurück kommen können?"

:-o :-o :-o

Nicht erfunden. ich stand daneben!!!

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