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Kollege arbeitet mich für Urlaubsvertretung nicht ein

g<o3on hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich – ca. 1,5 Jahre Berufserfahrung – bin in einer ziemlich doofen Situation. Und zwar soll ich meinen Kollegen – seit 20 Jahren in der Firma – während seines Urlaubs vertreten.

Mit meinen Kollegen verstehe ich mich ziemlich gut. Allerdings findet er es nicht gerade toll, Informationen, die seinen "Posten" gefährden könnten, herauszugeben.

Mein Chef hat ihn aufgefordert, mich einzuarbeiten. Er unterließ es jedoch. Nach ein paar Tagen kam die zweite Aufforderung. Nachdem der Chef gemerkt hat, dass ich von diesen Aufgaben keine Ahnung habe wurden wir dann beide in sein Büro bestellt und es wurde nochmal klar gestellt, dass die Einarbeitung höchste Priorität hätte. Jetzt ist schon wieder 1 Woche vorbei und ich habe von den Aufgaben noch gar keinen Plan %-|

Er versucht mit allen Mitteln die Einarbeitung zu vermeiden:

- er nimmt Smartphone mit Mail + Laptop mit UMTS für Fernzugriff mit in Urlaub, damit er bei Problem eingreifen kann (Das hört sich ja wahnsinnig hilfsbereit vor dem Chef an... Aber wenn er mich einarbeiten würde, würde es gar nicht erst zu Problemen kommen...)

- er weicht meine Fragen aus – ich bekomme keine Antwort!

- nach mehrmaligen Nachfragen, gibt er bewusst nicht alle Informationen

- oder er verweist darauf, dass wir dieses Thema morgen mal durchgehen. Am nächsten Tag, weiß er von nichts mehr.

- er führt Aufgaben, in die er mich einweisen soll, selbst aus, ohne mich darüber zu informieren. Falls wieder mal so eine Aufgabe ansteht, wird er mich dann natürlich informieren ;-D

- er schreibt keine Dokumentation

- wenn ich etwas notieren möchte, weißt er darauf hin, dass das nicht nötig ist, weil er das schon mal irgendwo dokumentiert hat

- er versucht sooft wie nur möglich, nicht an seinem Platz zu sein. So hat er ja dann keine Zeit für eine Einarbeitung...

- wenn ich weiter "nerve", bittet er mich bei Aufgaben, bei denen ich mehr Ahnung habe um Unterstützung. So bleibt natürlich wieder keine Zeit für – zumindest für meine – Einarbeitung. Hier hat der Kollege den Spieß umgedreht, denn jetzt erkläre ich, wie die Sachen funktionieren und ich falle regelmäßig auf den Trick drauf rein :-o

- wenn er mal nen guten Tag hat, erklärt er mir in 2-3 Sätzen, was er stundenlang gearbeitet hat und für ihm ist die Sache abgehakt und ich bin somit von ihm offiziell in diesem Thema eingearbeitet worden. Dann klingelt wieder mal das Telefon, führt ein wichtiges Telefonat und muss dann schnell mal in eine andere Abteilung, vergisst sein Handy und ist wieder mal ein ganzes Stück lang verschwunden...

Für mich ist es ziemlich klar. Er ist zwischen 50 und 60 Jahren alt und hat wohl Angst, dass ich seinen Job wegnehme...

Wenn ich jetzt nichts unternehme, und ich dann für 4 Wochen seine Aufgaben nicht ausführen kann, bin ich der dumme, weil

- ich ja von ihm "eingearbeitet" worden bin

- er ja sooft aus dem Urlaub per Fernsteuerung eingreifen musste und er kaum zu Ruhe gekommen ist

- ich für Fehler verantwortlich gemacht werde

Diese Sache zieht sich jetzt schon seit ca. 3 Wochen hin und nächste Woche geht er in Urlaub. Ich weiß nun wirklich nicht was ich machen soll. Würde ich mich an den Chef wenden, bekäme ich bestimmt Ärger von meinem Kollegen oder im schlimmsten Fall spielt der Chef die Tatsachen herunter, da ja so ein langjähriger Mitarbeiter so etwas niemals machen würde...

Antworten
I,s<tdernpickfrexi?


Das dein Chef mit euch beiden unter 6 Augen schon geredet hat und betont hat, dass deine Einarbeitung höchste Priorität hat, würde ich unabhängig von der Meinung, die dein Kollege danach hat, auch wieder zum Chef gehen und wenn es sein muss, sollte noch ein Gespräch unter 6 augen Stattfinden.

Dabei solltest du dem Kollegen natürlich klar machen, dass du ihm seinen Job nicht wegnehmen willst, sondern nur dafür sorgen, dass er in seinem Urlaub zu 100% Erholung findet.

R.ebeloutioxn


Also, wenn dein Chef ihn bereits zweimal auffordern musste, dich einzuarbeiten, dann hat er zumindest mal nen Zugang zur Problematik und wird es bestimmt nicht so einfach mit "langjähriger Mitarbeiter ... blah, blah ..." abtun können.

Es gibt jetzt natürlich zwei Wege: erstens das einfach so hinnehmen, als "Einarbeitung" akzeptieren und nachein paar Tagen den Betroffenen geben und dem Chef eröffnen, dass du das Gefühl hast, dass dich dein Kollege wohl nur sehr oberflächlich eingearbeitet hat und du nun Schwierigkeiten hast, die Aufgaben zu bewältigen. Ist die etwas naive und erstmal konfliktarme Variante, aber es könnte trotz allem ja doch klappen, dass du auch ohne intensive Einarbeitung die Aufgaben mustergültig hinbekommst.

Zweitens könntest du mit offenen Karten spielen, dich deinem Chef anvertrauen und ihm auch von deiner Befürchtung, dass dein Kollege dich mit Absicht nicht richtig einlernt, erzählen. Wenn du gleich begründest, dass du nur einfach die Vertretung gut machen willst, ohne hier einen persönlichen Fall draus zu machen, könnte sich dein Chef deinen Kollegen mal zur Seite nehmen. Kann, wenn es ungeschickt läuft, natürlich auch nach hinten losgehen und im offenen Konflikt enden.

Eine "entweder/oder"-Situation wäre keine, wenn es nicht auch noch ein drittens gäbe. Das wäre eher mein Weg: mit deinem Kollegen ein Gespräch unter vier Augen führen, ihm bestimmt, deutlich, aber freundlich klar machen, dass du dich nicht verarschen lässt und das Gefühl hast, er würde dich unkollegial im Regen stehen lassen wollen. Das ist brenzlig, schafft aber Tatsachen und dummen Machtspielchen, die vom eigentlichen Zweck eures Daseins, nämlich der Arbeit, ein Ende. Erfordert etwas Mut und Gesprächstaktik. Kannst ihm auch klarmachen, dass du keinen Skupel haben wirst, nachts um 3 anzurufen, wenn es Probleme geben sollte, die du nicht beheben kannst, weil er es dir nicht erklärt hat, vielleicht zeigt auch das Wirkung ;-)

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