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Durch Verleumdung am Arbeitsplatz alles verloren

Erhemalig5er Nuutzer (#a4790x13) hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin gerade wie geplättet. Hätte mir nie erträumt, beruflich derart angreifbar zu sein, und das durch so eine lächerliche Minderheit von genau zwei Mitarbeitern. Die überwiegende Mehrheit hat stets zu mir gehalten und es war ein gut funktionierendes Geben und Nehmen, aber diese Leute wurden nie von den Vorgesetzten gefragt, sondern ausschließlich jene beiden, welche sich nur wohl fühlen, solange sie andere schikanieren können. Die Sache ging nicht mit mir los, sondern es gab lange Zeit vor mir ständig diese Konflikte und ich habe meine diesbezügliche Rolle quasi von meiner Vorgängerin geerbt. Für mich gab's immer nur das Arbeitsergebnis und ich habe die ganzen Attacken und Verleumdungen um mich herum sehr lange passiv erduldet und mich von dem ganzen Mist versucht fern zu halten. Ich kann regelrechte kausale Ketten rekonstruieren, wie gezielt diese Personen vorgegangen sind – allerdings habe ich nie Buch über die Situation geführt. Dann heute Personalgespräch: Meine Depressionen und Nervenzusammenbrüche seien zu belastend für meine Kollegen und man müsse mich daher räumlich umsetzen, um diese zu schützen. Man zweifelte an, dass ich meiner ambulanten Therapie, welche ich vor 4 Monaten direkt nach meinem Suizidversuch begonnen habe, weiterhin ernsthaft nachgehe, da sich noch keine merkbaren Erfolge einstellen – liegt vielleicht daran, dass ich mich nach wie vor in einer Art Bestandsaufnahme über die Ursachen befinde. Weiterhin sei meine Integration in den Kollegenkreis überwiegend gescheitert.

Langsam komme ich mir echt vor wie ein Geisterkranker, der beteuert, völlig gesund zu sein, und dem mehr und mehr die Glaubwürdigkeit abhanden kommt. Hinter mir steht eine Armee von Leuten, die eine verlässliche Gegendarstellung bringen könnten, aber niemand ergreift öffentlich die Initiative und letztendlich kann ich das auch von niemandem verlangen. Aber ich selbst kann das bald auch nicht mehr, da sich meine Argumentation in diesem unendlichen Chaos auf nichts mehr Greifbares stützen lässt. Lieber soll ich mich vollstationär behandeln lassen, als dass ein paar wenige Rahmenbedingung in Richtung selbstverständlicher Verhaltensnormen geändert werden.

Hat hier jemand eine vergleichbare Situation erlebt und weiß irgendeinen Rat, wie man aus so einer Sache noch heraus kommt? Vielen Dank im Voraus!

Antworten
C}ornenlia5x9


Als erstes würde ich mal die Leute bitten, die hinter dir stehen, vielleicht mal zu mehreren Personen, nicht alleine, zu deinen Chefs zu gehen und das ganze mit ihnen klarzustellen. Mag sein, daß die sich das einzeln nicht trauen, aber wenn sie als Gruppe auftreten, eventuell sogar mit einer von allen anderen unterschriebenen Erklärung, was da wirklich vorgeht, sieht die Sache schon anders aus. Ich könnte mir denken, daß die anderen Angst haben, in eine ähnliche Situation zu geraten wie du, aber dadurch, daß die ganze Gruppe zusammensteht, läßt sich das effektiv verhindern. Außerdem mach dir nachträgliche Aufzeichnungen über die Mobbing-Vorgänge, die du aus dem Gedächtnis sauber zusammenbekommst. Und bitte deinen Therapeuten um eine Bescheinigung über den Stand deiner Therapie.

UYlpmer *Spatxz


Wenn ich Chef wär und einer meiner Mitarbeiter hätte einen Suizidversuch hinter sich, würden bei mir auch die Alarmglocken schrillen.

Aus Deinem Text geht nicht hervor, was eigentlich vorgefallen ist; jedenfalls scheinst Du ein Problem mit den beiden Kollegen zu haben und sie mit Dir.

Du schreibst, Du bist räumlich umgesetzt worden.

Ich sehe nicht, wo das Problem liegt. Du bist nur in einem anderen Büro, Du wurdest ja nicht entlassen. Außerdem bist Du jetzt die beiden Leute los, die Dir das Leben schwer gemacht haben. Ist doch eigentlich für alle eine gute Lösung, oder?

CZorn<elSi*a5x9


Die Sache ging nicht mit mir los, sondern es gab lange Zeit vor mir ständig diese Konflikte und ich habe meine diesbezügliche Rolle quasi von meiner Vorgängerin geerbt

Was nichts anderes bedeutet, als daß die Nächste, die deinen Platz einnimmt, genau dasselbe Problem haben wird. Die Mobber werden nicht aufhören, das geht immer so weiter, wenn ihr euch nicht endlich verbündet und euch gemeinsam dagegen wehrt. Klar erfordert das erstmal Courage, aber die können euch gar nichts, wenn ihr zusammenhaltet. Du kennst doch die Sache mit den Stöckchen? Ein Stöckchen kann jeder locker zerbrechen. Ein ganzes Bündel niemals. Das ist der Punkt, wo du und deine Kollegen ansetzen müssen.

E}hem/aligevr YNutzer/ (#479x013)


Erstmal vielen Dank für eure Antworten!

Als erstes würde ich mal die Leute bitten, die hinter dir stehen, vielleicht mal zu mehreren Personen, nicht alleine, zu deinen Chefs zu gehen und das ganze mit ihnen klarzustellen. Mag sein, daß die sich das einzeln nicht trauen, aber wenn sie als Gruppe auftreten, eventuell sogar mit einer von allen anderen unterschriebenen Erklärung, was da wirklich vorgeht, sieht die Sache schon anders aus. Ich könnte mir denken, daß die anderen Angst haben, in eine ähnliche Situation zu geraten wie du, aber dadurch, daß die ganze Gruppe zusammensteht, läßt sich das effektiv verhindern.

Das war auch mein erster Gedanke, aber es kommt nichts in Bewegung. Meine unmittelbare Vorgesetzte unternimmt genau nichts, selbst wenn sie von der kompletten Mannschaft mit etwas konfrontiert wird. Das liegt unter anderem daran, dass sie selbst Opfer des gleichen Terrors ist und deswegen zum Jahresende das Feld räumen muss. Nun tut sie beleidigt und behandelt nur noch die, denen sie das Ganze zu verdanken hat, aus Angst angemessen und lässt sich von denen noch so weit manipulieren, dass diese uns jetzt auch per verlängertem Arm schikanieren können. Deswegen müsste man eine Ebene überspringen, aber wer geht schon, selbst in der Gruppe, so ein Risiko ein, wenn er dadurch nichts gewinnt? Hier überwiegt ganz einfach die Bequemlichkeit. Meine Kollegen haben mich dazu gedrängt, mich krank schreiben zu lassen, anstatt diesen Schritt zu gehen. Aber auf diesem Weg bekämpft man nur Symptome, denn ich sehe mich als arbeitstauglich und allenfalls arbeitsschutzrechtlichen Unzulänglichkeiten ausgesetzt.

Außerdem mach dir nachträgliche Aufzeichnungen über die Mobbing-Vorgänge, die du aus dem Gedächtnis sauber zusammenbekommst.

Das wird wohl erforderlich sein, da ich nicht noch einmal aus einem funktionierenden Arbeitstag heraus unvorbereitet in so ein Personalgespräch geschickt werden will.

Und bitte deinen Therapeuten um eine Bescheinigung über den Stand deiner Therapie.

Gute Idee, danke!

Wenn ich Chef wär und einer meiner Mitarbeiter hätte einen Suizidversuch hinter sich, würden bei mir auch die Alarmglocken schrillen.

Meine Vorgesetzte benutzt meine Situation allenfalls als bequemes K.O.-Argument gegen mich. Ansonsten hat sie mangels Einschätzungsvermögen von sich aus immer wieder neue Vorfälle geschaffen, welche die Gesamtsituation noch verschlimmert haben.

Aus Deinem Text geht nicht hervor, was eigentlich vorgefallen ist; jedenfalls scheinst Du ein Problem mit den beiden Kollegen zu haben und sie mit Dir.

Einerseits wurde die Arbeit ungleich verteilt und andererseits war es verpönt, wenn man dieses Übermaß dann mehr oder minder mühelos bewältigte, weil es, zumindest aus deren Sicht, ihre eigene Arbeitsweise in ein schlechtes Licht rückte. Man versuchte uns daraufhin Fehler nachzuweisen und diese hochzuspielen, während deren eigene Arbeit teilweise im Chaos versank. Die anderen Kollegen sollten unterstützt werden, aber gleichzeitig wurde das als Einmischung in deren Arbeit gewertet. Von der Vorgesetzten angeordnete Vertretung in einem anderen Zimmer = schnüffelt während der Abwesenheit der Kollegen in fremden Zimmern herum, Vorgesetzte schafft es nicht 1 und 1 zusammen zu zählen. Dann wiederum wurde man zu Entscheidungen im Interesse der Abteilung und der Kollegen gedrängt und in dem Zusammenhang gleichzeitig unglaubwürdig gemacht. Mein anschließender Rückzieher wurde mir damit quittiert, dass ich nicht mehr an Dienstberatungen teilnehmen durfte, weil sich betreffende Kollegen dagegen verweigerten. Gleichzeitig wurde zwei Ebenen höher angebracht, dass ich mich durch meine Nichtteilnahme ausgrenzen und Alleingänge in Absprache mit der Vorgesetzen machen würde. Nur ein winziger Auszug aus dem Gesamtbild.

Du schreibst, Du bist räumlich umgesetzt worden.

Ich sehe nicht, wo das Problem liegt. Du bist nur in einem anderen Büro, Du wurdest ja nicht entlassen. Außerdem bist Du jetzt die beiden Leute los, die Dir das Leben schwer gemacht haben. Ist doch eigentlich für alle eine gute Lösung, oder?

Nein, nur in ein anderes Zimmer, womöglich weg von denen, die zu mir halten, "zu deren Schutz". Die beiden Personen bin ich deswegen in keiner Weise los. Wahrscheinlich habe ich den Punkt uneindeutig formuliert. Ich selbst wirke zurzeit auf eine richtige Versetzung (mit interner Bewerbung) hin, aber die wird man mir bei der Vorgeschichte wahrscheinlich komplett vermasseln.

Was nichts anderes bedeutet, als daß die Nächste, die deinen Platz einnimmt, genau dasselbe Problem haben wird. Die Mobber werden nicht aufhören, das geht immer so weiter, wenn ihr euch nicht endlich verbündet und euch gemeinsam dagegen wehrt. Klar erfordert das erstmal Courage, aber die können euch gar nichts, wenn ihr zusammenhaltet. Du kennst doch die Sache mit den Stöckchen? Ein Stöckchen kann jeder locker zerbrechen. Ein ganzes Bündel niemals. Das ist der Punkt, wo du und deine Kollegen ansetzen müssen.

Alles richtig, insbesondere der erste Satz. Aber ich kann das in meiner Lage nicht mehr initiieren, da ich sofort als Unruhestifter hingestellt werde, wenn ich mich einmal zur Wehr setze, was seltenst vorkommt. Genau genommen wollten wir diesen Schritt gerade gehen, und dann kommt das alles dazwischen...

Cmornfelixa59


Deswegen müsste man eine Ebene überspringen, aber wer geht schon, selbst in der Gruppe, so ein Risiko ein, wenn er dadurch nichts gewinnt?

Ihr würdet sehr wohl etwas gewinnen. Denn dann sind es die Mobber, die den Ärger bekommen, und eine Beschwerde, die von der gesamten Abteilung kommt, kann von den Vorgesetzten nicht mehr ignoriert werden. Schaut, ob ihr die Abteilungsleiterin mit ins Boot bekommt, ich kann mir nicht vorstellen, daß die sonderlich glücklich damit ist, daß sie die Mobber im Moment gut behandelt.

Vielleicht setzt du selber den Text auf und bittest die anderen zu unterschreiben? Wenn du erstmal zwei oder drei hast, werden die anderen sich auch nicht mehr so zieren, es geht nur darum aufzustehen und den Anfang zu machen. Ich würde ein paar einladen, sich mal abends nach der Arbeit zuhause oder sonstwo zusammenzusetzen und das auszuarbeiten, was ihr unternehmen wollt. Eigentlich wollen sie doch alle die Mobber loswerden, haben aber Angst, wirklich was zu unternehmen. Der erste Schritt ist der schwierigste. Wenn kein anderer den gehen will, geh du ihn selber!

E8hemRaligeir NutzBer (#4h790x13)


@ Cornelia59

Wir haben schon vieles versucht, aber die Mobber-Fraktion hat sogar "Punktrechnung geht vor Strichrechnung" für falsch erklärt und von ihr Recht bekommen. Ich weiß nicht, ob es vielleicht daran liegt, dass beide Seiten kurz vor der Rente stehen, aber deren Aufnahmefähigkeit lässt echt zu wünschen übrig und damit sind diese Personen gefährlich wie nie, während Leute Mitte 20 wie ewige Azubis lächerlich gemacht werden.

Cbosmixx


Habt Ihr ein Betriebsrat? Falls ja, ist dieser der richtige Ansprechpartner, für solche Angelegenheiten.

Bei uns im Konzern, wird sowas sehr erst genommen und da versteht der Betriebsrat kein Spaß.

Ezhemalig|er Nutzer .(#47901x3)


Habt Ihr ein Betriebsrat? Falls ja, ist dieser der richtige Ansprechpartner, für solche Angelegenheiten.

Bei uns im Konzern, wird sowas sehr erst genommen und da versteht der Betriebsrat kein Spaß.

Ein Personalratsmitglied, welches schon längere Zeit durch mich über die Situation informiert war, war bei dem unangekündigten Personalgespräch mit dabei und hat eigentlich nichts gesagt – allenfalls, nachdem ich weg war. Habe heute nochmal nachgehakt und habe fast nur verharmlosende Auskünfte bekommen. Angeblich wären die Unruhestifter bekannt, aber warum sollte ich dann erst zum Sündenbock gemacht werden, wenn dies so wäre? Alles in allem hat dieses Gespräch nur noch weiteren Schaden angerichtet, da meine Aussagen nun verifiziert werden, sprich, bei den betreffenden Personen nachgefragt wird. Die dadurch zum Vorschein kommende Spitze des Eisberges wird kaum dazu ausreichen, um meine Situation adäquat zu begründen, aber auf der anderen Seite werden sich die Betroffenen an mir rächen.

Csornelxia59


aber auf der anderen Seite werden sich die Betroffenen an mir rächen.

Dann würde ich dir mal zur direkten Konfrontation raten. Muß ja nicht sein, daß du agressiv vorgehst, aber das Thema mal ansprechen und versuchen zu klären, warum die diesen Mist machen. Wenn es Arbeitnehmer kurz vor der Rente sind, dann erklärt das allerdings einiges. Da gibt es leider immer mal welche, die meinen, sie wären über jede Kritik erhaben und wüßten sowieso alles besser. Und sie meinen, jüngere Kollegen wären ihnen grundsätzlich "untertan". %-| Außerdem: Racheaktionen kannst du vorbeugen, indem du sie mal in die Pfanne haust, bevor sie das tun könnten! ]:D Wenn sie nämlich merken, daß sie in die Defensive geraten, könnte es sein, daß sie damit aufhören. Kannst du ihnen vielleicht sogar sagen, daß sowas auch von der anderen Seite funktioniert. Und daß du, wenn sie dich in Ruhe lassen, auch nichts weiter unternehmen wirst. Du willst schließlich nur in Ruhe deine Arbeit machen und dich nicht dauernd von diesen Leuten fertigmachen lassen.

Wenn die Unruhestifter so bekannt sind, dann frage ich mich vor allem, warum nicht schon früher mal was passiert ist und warum dir die Schuld für die ganze Sache gegeben wird. Wie gesagt: dokumentiere die Sachen, die du noch "zusammenbekommst" und präsentiere diese Aufzeichnungen bei der nächsten Gelegenheit.

EWhemaliger \NutzVer (#x479013)


Hallo, nochmal vielen Dank für die Antworten. Ich wollte euch im Gegenzug nur kurz über das Ergebnis informieren. Habe nun mehr oder minder durch Zufall erfahren, dass ich dieses Personalgespräch und die Umsetzung in ein anderes Zimmer meiner verlässlichsten Verbündeten, nämlich meiner Zimmer-Kollegin, zu verdanken habe. Bis zum bitteren Ende zu ängstlich gewesen, dass wir wenigstens einmal geschlossen ein Gespräch gegen die Mobber, von denen wir alle betroffen sind, suchen, und dann bekämpft sie mit diesem Schnellschuss nur Symptome und lügt mich über Wochen hinweg an. Selbstverständlich kann ich die emotionale Belastung meiner Depressionen auf sie vollkommen nachvollziehen sowie auch diese Entscheidung, aber ich hatte ihr vorab angeboten, dass wir eben diese Umsetzung aus genau dem Grund gemeinsam anregen. Nun habe ich aber komplett das Gesicht verloren und das Klischee vom angeblichen Störfaktor wurde vollends bedient. Ich kann nicht einmal mehr plausibel dagegen argumentieren, da mir bestimmt unterstellt werden würde, dass ich sie auf eine nicht tragbare Weise vereinnahmen würde. Dieses klassische Bild passt doch immer und da ist es vollkommen egal, wie viel gewöhnlicher die tatsächlichen Umstände sind.

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