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Ist Reinigungskraft ein peinlicher Job

I]n-Kog Naito


ich kam mir als oberstufenschüler voll blöd vor, weil die anderen alle schon in der lehre waren.

die sprachen von bausparverträgen und ersten autos, ich wohnte bei meinen eltern und bekam taschengeld.

da gab es einfach keine gemeinsamkeiten.

und wenn ich nun mal mutig bin und in der runde meinen beruf nenne,

wissen die meisten leute gar nicht, was sie damit anfangen sollen.

genauso ist es blöd, das geht zumindest mir so, dass unqualifziert alltagspsychologie betrieben wir ohne hintergrund und ich als fachmensch (aus der geistes – sozialwissenschaftlichen ecke) nichts dazu sagen kann, weil das,was ich sage, für die leute so merkwürdig ist, dass es nicht als fachspezifisch bzw. wissenschaftlich relevant erkannt wird.

das können nur leute mit ähnlichem hintergrund,

die vielleicht fachfremd sind, aber die strukturen des akademischen denkens und arbeitens erkennen, da drauf einsteigen und letztendlich ein interessantes gespräch daraus kommt.

a>nnarlidxa


Das ist es. Die Gemeinsamkeiten.

Wie ich ein paar Seiten früher schrieb, fast alle, die nach dem Realabschluss eine Ausbildung gemacht haben und die ich flüchtig aus der Schule kannte, haben mit Mitte 20 schon Kinder. Soll ich mit denen auf den Spielplatz? Die gemeinsame Ebene fehlt einfach, der Austausch. Wenn ich mit denen mal über mein Studium reden will, blocken sie ab. Ist denen "zu hoch" (Ich zitiere eine alte Bekannte). Ich interessiere mich aber auch für ihr Leben

axnnaliida


@ tsunami

Es ist ja nicht so, dass ich mich nur mit Leuten aus dem gleichen Studiengang unterhalte, um Gottes Willen. Ich rede mit Geisteswissenschaftlern, Naturwissenschaftlerb, Juristen etc. Man hat einfach eine ganz andere Ebene als mit Menschen aus einer anderen Bildungsschicht

RYotsJchoapf2


Ich gebe zu, dass ich jetzt nur die ersten zwei Seiten gelesen habe ;-D , aber ich finde nicht, dass Reinigungskraft ein peinlicher Job ist. Jede ehrliche Arbeit ist okay. Dass eine Reinigungskraft nicht anerkannt wird, stimmt auch nicht grundsätzlich als Pauschalurteil. Die anderen Abteilungen werden immer blass vor Neid, wenn sie sehen, was wir für unsere Putzfrau im Büro an Geldbeträgen sammeln für Weihnachten.

R|ot\schoDpfx2


Investmentbanker hingegen ist ein sehr peinlicher Job.

a`nna)lidxa


Und wieso?

Iqn-KOog N{ito


als oberstufenschüler in der fahrschule, damals,

das fehlte noch...

p}hil0mexna


der charakter wird maßgeblich durch die bildung geprägt.

Das finde ich völlig unnötig versnobt und auch definitiv unwahr.

genauso ist es blöd, das geht zumindest mir so, dass unqualifziert alltagspsychologie betrieben wir ohne hintergrund und ich als fachmensch (aus der geistes – sozialwissenschaftlichen ecke) nichts dazu sagen kann, weil das,was ich sage, für die leute so merkwürdig ist, dass es nicht als fachspezifisch bzw. wissenschaftlich relevant erkannt wird.

Das find ich auch albern.

Mein Fachwissen kann ich ganz gut verpacken und auch Laien zugänglich machen, abgesehen mal von der Tatsache, dass ich auch nicht jeden damit zutexten muss, der es nicht hören will. Dann lächelt man nett und lenkt das Gespräch in eine andere Richtung. Es gibt wenig Menschen, die zu gar nichts etwas sagen können.

das können nur leute mit ähnlichem hintergrund,

die vielleicht fachfremd sind, aber die strukturen des akademischen denkens und arbeitens erkennen, da drauf einsteigen und letztendlich ein interessantes gespräch daraus kommt.

Wenn ich mal von meinem Fachgebiet ausgehe, dann finde ich es ganz oft sehr erfrischend, was Menschen dazu zu sagen haben, die völlig fachfremd sind.

Das akademische Arbeiten oder Denken eines Naturwissenschaftlers unterscheidet sich doch von der geisteswissenschaftlichen Herangehensweise.

Mein Mann (Naturwissenschaftler) sagt immer, er beneidet mich um meine vielen Interpretationsmöglichkeiten, er hätte nicht so viel Spielraum. ;-D

a?nnalixda


@ phil0mena

Das meinte ich mit den verschiedenen Studiengängen. Ich unterhalte mich gerne mit den verschiedensten Leuten. Aber mit einem KFZ Mechaniker oder einer Verkäuferin kann ich persönlich nicht über solche Themen reden.

s^oIfia*34-39 <jah2rex alt


Investmentbanker hingegen ist ein sehr peinlicher Job.

Rotschopf2

:)^

vorallem die, die mit lebensmittel spekulieren.

philOmena

dein beitrag von: 20.26 uhr ist perfekt, perfekter kann man es nicht ausdrücken.

_ETsuFna&m4ix_


In-Kog

der charakter wird maßgeblich durch die bildung geprägt.

da werden gemeinsamkeiten angelegt, an denen man sich erkennt.

Beide Sätze halte ich für spannend und gleichfalls fragwürdig.

Erstmal würde ich sagen, dass der Charakter partiell schon vor jeglicher Bildung vorhanden ist. Eine Bildung wiederum bildet den Charakter nicht, sondern kleidet ihn, auf bessere oder schlechtere Weise. Grundsätzlich kann Bildung nicht schaden, doch manchen Menschen steht ein Diplom nicht besonders gut. ;-)

Jede massentaugliche Institution produziert am Menschen gewissse (oberflächliche) Merkmale. Wer darauf steht, soll's tun.


In naher Zukunft und teilweise jetzt schon stellen Universitäten ihr komplettes Lehrmaterial im Internet kostenfrei zur Verfügung. Jetzt könnte man denken, dass das niemanden interessiert. Ganz im Gegenteil. Der Trend geht viel mehr dahin, dass mehr und mehr Menschen "im stillen Kämmerchen" gebildeter werden, ohne jemals den Status eines "richtigen Akademikers" zu erreichen.

paospxae


"Die Bildung eines Menschen zeigt sich am deutlichsten in seinem Verhalten gegenüber Ungebildeten." (weiß nicht von wem das stammt, finde ich aber recht treffend und ich finde auch, dass phil0mena das gut ausgedrückt hat.

LUies.chen4x9


"Die Bildung eines Menschen zeigt sich am deutlichsten in seinem Verhalten gegenüber Ungebildeten."

Dazu fällt mir gerade der Spruch ein:

"Messe einen Menschen nicht daran, wie er Gleichgestellte behandelt, sondern Untergebene."

Ich finde es völligen Quatsch, dass das Gesprächs-Niveau mit der Bildungsschicht zusammen hängen soll.

Wie In-Kognito es sinngemäß ausdrückte:

"Ich unterschätze meinen Gesprächspartner dann auch."

Das sollte einem einfach nicht passieren und dann wird man auch viele wunderbare Gespräche haben @:) .

Auch würde mich interessieren, was du denn nun arbeitest, In-Kognito ;-D ?

p'hilO0mexna


Das meinte ich mit den verschiedenen Studiengängen. Ich unterhalte mich gerne mit den verschiedensten Leuten. Aber mit einem KFZ Mechaniker oder einer Verkäuferin kann ich persönlich nicht über solche Themen reden.

Wetten, dass du es noch nie versucht hast? ;-)

Im letzten Semester hatte ich sehr viele Gasthörer in meinem Seminar. Manche davon mit einem Hochschulabschluss, andere haben das letzte mal vor zehn, fünfzehn Jahren irgendeine Bildungseinrichtung von innen gesehen. Aber alle waren hochmotiviert, sehr interessiert (interessierter als manche meiner Studenten) und durchaus "gebildet". Wohl haben wir manchmal Fachtermini benannt, aber im Grunde wussten sie worum es geht, auch ohne das Fachwort zu nennen. Von einigen war ich schwer beeindruckt.

Bildung kann man nicht immer am Berufsabschluss festmachen.

s:o9fia3-4-39i jahrUe alt


Dazu fällt mir gerade der Spruch ein:

"Messe einen Menschen nicht daran, wie er Gleichgestellte behandelt, sondern Untergebene."

eben

:)z

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