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Erfahrungen mit Auszeit? Ideen dafür?

H9oladxi hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

ich spiele momentan mit dem Gedanken, nächste Jahr im Sommer eine dreimonatige Auszeit vom Job zu nehmen. Ich habe das Gefühl, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt wäre, so etwas zu machen: Dieses Jahr war beruflich relativ anstrengend, privat wäre es auch gut, wenn ich mal eine Zeit lang dem Alltag "entfliehen" könnte und ausserdem war so eine Auszeit schon immer ein Traum von mir, den ich mir jetzt endlich verwirklichen möchte.

Ich habe mir mal so ein paar Gedanken gemacht, was ich denn mit der Zeit anstellen möchte. Grundsätzlich bin ich mir mittlerweile relativ sicher, dass ich in den drei Monaten reisen möchte, alle anderen Ideen habe ich schnell wieder verworfen (soziales Engagement, berufliche Weiterbildung usw.). Die Frage ist jetzt nur: Was genau mache ich? Ich sehe zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: Ich mache eine dreimonatige Reise. Was mir da so grob vorschweben würde ist, in Alaska anzufangen, Teile der Route 66 und der Panamericana mitzunehmen und in Kalifornien zu enden. Ist natürlich noch etwas unausgegoren, aber das wäre so grob der Plan.

Möglichkeit 2: Ich "stückele" mir die drei Monate aus mehreren kürzeren Reisen zusammen (jeweils so eine bis vier Wochen) und verbringe auch ein paar Wochen zuhause.

Eigentlich würde ich lieber die erste Variante machen. Das wäre (für mich) ein richtiges Abenteur und ich wäre wirklich mal drei Monate raus aus meinem gewohnten Umfeld. Allerdings müsste ich das wohl alleine machen, und ich weiss momentan wirklich nicht, ob ich das möchte und ich mir das zutraue :-/ Auf der anderen Seite – wer weiss, ob ich irgendwann nochmal die Gelegenheit dazu habe?

Die zweite Variante wäre für mich "einfacher" und ich wäre nicht die ganzen drei Monate alleine unterwegs. Auf der anderen Seite ist es auch kein Abenteuer und ich bin mir nicht sicher, ob ich dabei so richtig das "Auszeitgefühl" hätte.

Was meint ihr dazu? Hat jemand mit der einen oder der anderen Variante Erfahrungen gemacht? Hat jemand noch eine andere Idee?

Bin momentan wirklich total unentschlossen und für alle Antworten dankbar.

Antworten
P(alm-e10x0


Wenn du dir unsicher bist dies alleine zu machen, nehme doch einen guten freund mit der vlt zeit hat. ;-)

pbhisl0mxena


Das wäre (für mich) ein richtiges Abenteur und ich wäre wirklich mal drei Monate raus aus meinem gewohnten Umfeld. Allerdings müsste ich das wohl alleine machen, und ich weiss momentan wirklich nicht, ob ich das möchte und ich mir das zutraue Auf der anderen Seite – wer weiss, ob ich irgendwann nochmal die Gelegenheit dazu habe?

Ich finde Variante 1 klingt toll. Würde ich sofort machen.

Ich bin drei Monate lang von Fairbanks, Alaska durch Canada und dann die Küste Californiens herunter gefahren bis nach Mexico. Das war super. Ein Teil der Strecke war ich allein, in Canada haben mich kurzfristig zwei Freunde begleitet, in San Francisco habe ich eine Freundin besucht und nach Mexico kamen noch andere Freunde zum Surfen dazu.

Das war die tollste und schönste Reise, die ich je gemacht habe. Ein Großteil der Zeit war ich allein und das war auch gut so. Fahren wohin du willst (ich hätte allen Freunden auch absagen können, bzw hat sich das Surf-Treffen erst ziemlich spontan ergeben), anhalten wann und wo du willst.

Und wenn du genug von dir hast, kannst du immer noch unterwegs Leute kennenlernen. Für mich war das eine tolle Erfahrung.

ddo[lorlous


ich war dreimal für längere Zeit unterwegs. Die erste Reise ging mit dem Motorrad 10 Wochen durch Nordafrika. Direkt nach dem Abi war das und mit meinem damaligen Freund zusammen, das war genial. Die nächste Auszeit ging dann drei Monate durch Thailand, wo ich vor allem im Norden unterwegs war. Ebenfalls genial. Und dann nochmal drei Monate in Südamerika. Die letzten beiden Reisen habe ich alleine unternommen, mich aber nie einsam gefühlt. In den Lodges lernst Du Leute kennen, reist ein Stück gemeinsam, bis sich die Wege wieder trennen.

Trau Dich also, alleine zu reisen und nimm die erste Variante. Drei Monate weg von allem Bekannten ist so wunderbar, dass ich direkt anfange, Dich drum zu beneiden ;-)

DYresamM3x6


Ich kann mit Erfahrungen aus Australien aufwarten...

ich war 2,5 Monate an der Südost-Küste bis hoch nach Queensland unterwegs... immer in kleinen Teilen , immer solang bleiben wie man will... es war sooo toll... *träum* DAS war für mich eine richtig tolle Auszeit... Abschnittsweise immer wieder Leute die mich begleitet haben... immer abseits der Touri-Pfade (das wär das was mich an der Route66 etwas stören würde.... wird dort schon ettwas kommerzialisiert...) Nähere Infos gern auf Anfrage.

HaolUadxi


@ Palme100

Das ist ja genau der Punkt, dass ich niemanden habe, der die lange Tour mit mir machen wuerde.

@ phil0mena

Deine Tour klingt auch toll. Warst du da mit dem Auto unterwegs? Wo hast du denn uebernachtet? Hast du vorher viel geplant oder hast du eher spontan unterwegs entschieden, wo es als naechstes hingeht?

@ dolorous

Ich denke ja auch, dass die erste Variante besser waere. Auf der einen Seite stelle ich mir so eine Reise auch total toll vor, auf der anderen Seite jagt mir die Vorstellung aber auch ziemliche Angst ein. Aber ist das vielleicht vor so einer Reise normal?

p@hil0mxena


Warst du da mit dem Auto unterwegs? Wo hast du denn uebernachtet? Hast du vorher viel geplant oder hast du eher spontan unterwegs entschieden, wo es als naechstes hingeht?

Ich war mit dem Auto unterwegs und habe einen long term rent mit einer Autovermietung ausgehandelt. Für den Anfang hatte ich ein Motel in Fairbanks, da bin ich dann auch drei Tage geblieben, bis ich mich von meinem Jet Lag und meinem Schnupfen erholt hatte und dann ging es los.

Ich hatte für unterwegs nichts gebucht, bin da geblieben, wo ich es schön fand oder das Motel günstig war. Nachdem ich in Kanada im Auto übernachten musste, weil ich nichts fand, hab ich mir noch ein Zelt und einen Schlafsack gekauft. Das erwies sich als super Investition, weil ich unterwegs flexibler war und auch in Nationalparks übernachten konnte. Zum Yosemite Nationalpark wollte ich eigentlich gar nicht, bin dann aber spontan gefahren und habe nichts bereut.

Vor der Reise wusste ich eigentlich nicht so richtig, wo es hin gehen sollte. Ich wollte zwar eine Freundin in San Francisco besuchen, aber wenn ich mich spontan umentschieden hätte, wäre es kein Weltuntergang gewesen.

Ich habe unterwegs so viele Leute kennengelernt, dass ich mich nie einsam gefühlt habe, das Alleinsein aber absolut genießen konnte.

Auf der einen Seite stelle ich mir so eine Reise auch total toll vor, auf der anderen Seite jagt mir die Vorstellung aber auch ziemliche Angst ein. Aber ist das vielleicht vor so einer Reise normal?

Ja, das finde ich normal. Beim Planen hatte ich eine große Klappe, aber je näher der Flug rückte, desto mulmiger wurde mir. Zumal ja jeder im Freundes- und Bekanntenkreis seinen Senf dazu gibt: was, ganz allein? Als Frau? Bist du irre?

Ja, vielleicht war ich irre, aber ich war Anfang Zwanzig und recht sorglos. Tatsächlich habe ich aber, nachdem ich die ersten paar Kilometer gefahren war und Fairbanks hinter mir liess, eine unglaubliche Freiheit gespürt, die ich weder davor kannte, noch danach jemals so wiedergefunden habe.

HRoladxi


@ phil0mena

Danke für deine ausführliche Antwort. Das klingt alles echt toll. Genauso in der Art stelle ich mir das auch vor. Ich möchte auch vorher nicht so viel planen und eher unterwegs spontan entscheiden.

Wenn da blos diese blöde Angst nicht wäre... Ich habe keine Angst davor, dass mir etwas passieren könnte und auch nicht vor dem Alleinsein (das macht mir eigentlich überhaupt nichts aus) sondern davor, dass mich so eine Tour irgendwie überfordern könnte. Logisch betrachtet ist das natürlich Blödsinn. Ich meine, ich kann Auto fahren, kann Englisch, kann eine Karte lesen und die USA sind ja auch kein Land, in dem Reisen an sich ein grossen Abenteuer wäre. Was soll also schief gehen? Aber die Angst ist trotzdem da...

p`hi(l0mxena


Aber die Angst ist trotzdem da...

Ist sehr normal, wie ich finde. Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass du ja jederzeit nach Hause fliegen kannst, wenn du nicht mehr magst, alles doof ist und überhaupt.

PCal|mep100


Das ist ja genau der Punkt, dass ich niemanden habe, der die lange Tour mit mir machen wuerde.

Das ist Natürlich sehr schade, und allein sein, ist vlt. auch nicht schlecht, aber denke nach einigen wochen hätte man doch einen gerne dabei denke ich mir mal.

u\nkyompZl;izxiert


Hi holadi

meine 5 Cent

Wenn du beruflich die Möglichkeit für 3 Monate unbezahlten Urlaub hast - MACH ES. Davon habe ich vor 20 Jahren schon meinem Chef vorgeträumt - ist bei uns betrieblich leider nicht möglich. Dann wähle nicht die Variante 2. Zwei drei Woche Urlaub kannst du immer machen, da wirst du das Gefühl einer Auszeit nicht bekommen. Das schöne an einer langen Reise vorallem ohne Planung ist ja - es wird irgendwie zum Alltag - unvergeßlich.

Als Student habe ich immer "Autofahrer-Urlaub" gemacht, vorallem weil ich es mir ohne Auto nicht zutraute. Mietwagen geht kaum (zumal als Student). Trotzallem immer ohne jede Planung Schlafsack, Zahnbürste und weg. Übernachtung mal im Auto. mal im Freien alle paar Tage im Hotel. Als ich dann arbeitete Last Minute Urlaub - montags buchen - mittwochs fliegen. Aber die Resorts sind nach dem vierten fünftemal austauschbar. Damals habe ich mein Chef anbgesprochen nach 3 Monate unezahlten Urlaub - ging nicht.

Aber einmal hatte ich im Nov noch 30 Tage Urlaub und die Aufforderung denn jetzt zu nehmen. 6 Wochen Hotelurlaub - muss nicht sein. Also in die Buchandlung, den nächst besten Reiseführer geschnappt wo es warm ist. Aufgeschlagen und gelesen es gäbe nichts entspannenderes als in Nong Khai (Thailand) zu frühstücken und dem Treiben auf dem Mekong zu zusehen. Das war so ein Bild das ich im Kopf hatte, also Ticket nach Bangkok gebucht, für die ersten drei Tage auch ein Hotel, dann wußte ich noch, dass es an der kambodschanischen Grenze kleine Inseln mit Übernachtungs-möglichkeiten gibt. Das war meine ganze Reisplanung. Internet gab es vor 20 Jahren noch nicht, zudem geht im Isaan mit englisch praktisch nichts. Ich habe mir mein nächstes Reiseziel immer im Gästehaus in thailändisch auf einen Zettel schreiben lassen und bin zum Busbahnhof. Irgendein Gästehaus (Typ basic) findet sich, zudem bekam ich von den anderen Rucksacktouristen Empfehlungen.

Natürlich war die Reise ein Abenteuer und ich wusste auch nicht ob alles klappt. Aber mein Motto war - ich habe keinen Plan, ich habe Zeit. Verhungern werde ich nicht und zur Not kann ich mir auch mal eine Nacht im Schlafsack auf dem Busbahnhof um die Ohren schlagen. Kriminalität ist und war in Thailand kein Thema. Ganz im Gegenteil, in den Isaan reisen selbst heute keine 5% der Touris. Damals habe ich tagelang keine Europäer gesehen. Ich fiel auf und wurde regelrecht umsorgt.

ps. Ich bin querschnittgelähmnt und reise bewusst alleine - Daher TRAU dich, sonst stellt sich die Frage wer von uns beiden ist behindert ;-D

ThinteDnfasxs


Wie, es gibt echt Chefs die einen 3 Monate frei geben und dann wieder nehmen?

Noch nie gehört... welche Branche isn das?

d7olokrous


@ unkompliziert

Chapeau!! :)^ :)=

H.oBlPabiexne


Ich finde das eine tolle Idee..... Ich spiele auch schon lange mit dem Gedanken mal eine Auszeit zu nehmen. :-)

Ich würde die 3 Monate (oder halt die meiste Zeit davon) dann komplett nehmen. Ich denke da hast du mehr davon.

Evtl. kann dich ja von deinen Freunden jemand Wochenweise begleiten? 2-3 Wochen am Stück bekommt man ja auf jeden Fall Urlaub.

Bezüglich Auto: Wenn du eh wenig planen willst, dann musst du ja nicht ständig mit dem Auto unterwegs sein. Wenn es dich nervt oder du merkst es strengt zu sehr an, dann nimm Bahn, Flugzeug, Bus......... auch so ergeben sich sicherlich neue Bekanntschaften.

Und ja, man hat immer Angst wenn man etwas Neues wagt, aber warte mal ab, wie toll du dich danach fühlen wirst. :-) :)*

H5olaxdi


Danke fuer eure ermutigenden Antworten.

@ phil0mena

Ist sehr normal, wie ich finde. Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass du ja jederzeit nach Hause fliegen kannst, wenn du nicht mehr magst, alles doof ist und überhaupt.

Da hast du natuerlich recht. Ich muss ja nicht die drei Monate durchziehen wenn es keinen Spass macht. Das waere natuerlich schade, aber auch kein Weltuntergang.

@ unkompliziert

Wow, das ist wirklich beeindruckend, dass du das mit deiner Behinderung machst :)^ Da stellt sich schon die Frage wovor ich Angst habe...

Dann wähle nicht die Variante 2. Zwei drei Woche Urlaub kannst du immer machen, da wirst du das Gefühl einer Auszeit nicht bekommen. Das schöne an einer langen Reise vorallem ohne Planung ist ja – es wird irgendwie zum Alltag – unvergeßlich.

Ich habe mich mittlerweile schon mehr oder weniger entschieden, dass wenn ueberhaupt nur die Variante 1 in Frage kommt. Das stimmt schon, die Sachen, die ich bei Variante 2 machen wuerde, kann ich in jedem normalen Urlaub machen.

@ tintenfass

Ich bin in der Telekommunikationsbranche, aber in grossen Firmen sind solche Auszeiten oder Sabbaticals generell nicht so ungewoehnlich. In einer kleinen Firma ist sowas wahrscheinlich eher schwierig.

@ Holabiene

Evtl. kann dich ja von deinen Freunden jemand Wochenweise begleiten? 2-3 Wochen am Stück bekommt man ja auf jeden Fall Urlaub.

Kann schon sein, dass sich da noch jemand finden wuerde, aber ich denke, ich muss erstmal damit planen, dass ich alleine bin.

Und ja, man hat immer Angst wenn man etwas Neues wagt, aber warte mal ab, wie toll du dich danach fühlen wirst.

Ja, das stimmt. Das Gefuehl danach ist sicher toll. Ich denke sogar, dass es hoechstens die ersten paar Wochen schwierig werden koennte. Danach haette ich mich wahrscheinlich daran gewoehnt.

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