Unzumutbare Arbeitszeiten

Hey Leutchen, nachdem ich selbst nicht in Deutschland lebe, habe ich auch dementsprechend keine Ahnung von den Arbeitszeitregelungen in Deutschland. Es geht darum, dass ich glaube, dass […]

D:ragoRphixne   08.10.12  00:02

08.10.12  12:22

soviel ich weiß steht in nem Vertrag auch immer eine Wochenstunden Anzahl und direkt dahinter, dass das natürlich nur ein Richtwert ist und wenn mehr arbeit ist muss man auch länger... aber eben vergütet, das wäre das einzige was ich da jetzt auch bemängeln würde. Wir z.b. machen freiwillig 12 std weil man dann mehr frei hat als bei 8 std und uns so ne ganze Schicht sparen...

b#eetPleIjuice2x1

08.10.12  12:31

Von Montag bis Freitag arbeitet er von 07:00 – 17:00, wobei er eine Stunde Pause hat. Samstags hat er aber dann meistens auch nicht frei, sondern muss auch fünf oder sechs Stunden arbeiten. Egal, wie ich rechne, ich komme auf 50 Stunden die Woche. In seinem Arbeitsvertrag werden als normale Wochenarbeitszeit 42,5 Stunden genannt, wobei ich mir selbst da nicht sicher bin, weil ich mir einbilde, dass die gesetzliche Normalarbeitszeit 38,5 h sein müssten.

Nein!

Ich beziehe mich jetzt mal auf Tarifverträge.

Die Arbeitszeiten sind auf max. 10 Stunden an Werktagen festgelegt, Wochend- und Feiertagsarbeit laufen extra, zumindest in den normalen Tarifverträgen. Im Handel ist es übliche Praxis, dass er für den Samstag normalerweise einen Tag unter der Woche frei hat oder eben nur von Mo – Fr arbeitet.

Mehrarbeit (mehr als 10 Stunden pro Tag) ist durchaus möglich sofern es dafür eine schriftliche Genehmigung gibt.

Ausbezahlt wird das Ganze aber auch nicht wirklich, also die Überstunden.

Das ist in einem Tarifvertrag nicht möglich, d.h. entweder er schreibt die Stunden nicht auf oder er ist außertariflich Angestellter.

In so einem außertariflichen Vertrag steht dann, "mit dem Gehalt sind alle Überstunden abgeglichen", und somit ist nichts mit Aufschreiben der Überstunden. Das sollte dein Freund aber schon genau wissen, ob er AT-Angestellter ist (meist als Führungskraft) oder eben Tarif-Angestellter. Im ersten Fall sind oftmals Überstunden mit dem Gehalt abgegolten, im letzten Fall nicht.

mLalgQuc}kn3x1

08.10.12  12:33

Gibts selbst nicht für Überstunden Grenzen? ^^

Duragobphinxe

08.10.12  12:33

ja wir arbeiten auch alle freiwillig mehr und haben weniger frei ;-D wenn wir das nicht machen müßen wir statt 12 h ohne Pause eben 10 ran dafür öfter und wo kein Kollege ist da ist auch kein Frei. Hab im Jahr so 150 Überstunden und 15 Tage Resturlaub ;-D

7H7ergrxeis

08.10.12  12:34

@ MiRoLi

Die "neue Welt" besteht darin, dass Arbeitgeber offensichtlich geschlossenen Verträge und geschriebene Gesetze verletzen dürfen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

Das war mal anders und das muss auch wieder anders werden. Aber wenn ich die Posts hier so lese, haben es sich viele in ihrem Sklavendasein eingerichtet.

Da kann ich dir nur zustimmen. Ich kenne auch einige, die sich das auch nicht mehr gefallen lassen. Mein Mann z.B. hat 1-2 Jahre auch mal viel Überstunden gemacht, ohne Ausgleich. Das stresste ihn so sehr, dass er schon gesundheitliche Probleme bekam. Dann hat er einen Schlussstrich gezogen und macht set dem so gut wie immer pünktlich schluss. Der Chef kritisierte dies eine Weile, aber konnte es auch nicht ändern, denn soweit war er ja zufrieden mit ihm. Mein Mann macht nur noch Überstunden, wenn es absolut notwendig ist und der Chef diese auch anweist. Sonst nicht mehr. Das führte sogar dazu, dass sein Chef dazu gezwungen war, eine neue Arbeitskraft einzustellen. Außerdem wurde mein Mann sogar befördert und bekam eine nette Gehaltserhöhung ;-D Man sieht, es muss nicht zwingend zu einer Kündigung führen. Aber es gibt leider viel zu wenige die Arsch in der Hose haben und sich lieber rumschubsen lassen. Mag jetzt hart klingen, aber diese sogenannten Existenzängste sind da meiner Meinung nach nur vorgeschoben. Aber es muss halt jeder für sich selbst entscheiden, was er tut.

_\ParCvatix_

08.10.12  12:34

Ja sicher gibt es Grenzen nur der geschickte AG kennt die und dann hast du das Minimaß frei und darfst wieder ran oder machst entsprechend Pause.

Merke: der Dumme ist immer der AN

7@7erg(reixs

08.10.12  12:36

Was mich noch interessiert: Sind befristete Verträge Standard? Ich kenn mich da nicht sonderlich gut aus.

Die Zahl nimmt zu. In bestimmten Branchen werden nur noch befristete Verträge angeboten. Dann ist es einfach. Wer sich auf seine Rechte beruft, bekommt keine Verlängerung.

Gibts selbst nicht für Überstunden Grenzen? ^^

Auf dem Papier. Bin mir grad nicht so sicher, ob Du verstehst, was wir Dir sagen wollen. Ich kenn das sonst nur von Personen, die nicht oder nicht mehr im Berufsleben stehen. Denen fällt es schwer, sich die aktuelle Lage der Arbeitswelt hineinzuversetzen.

Das gilt auch für diejenigen, die hier semiprofessionell Tarifverträge auseinanderpflücken. Darum geht es nicht.

I!t's a mbeUautifuxl day

08.10.12  12:43

Ich habe in meinem letzten Job (8-Monats-Vertrag) pro Woche um die 6 Überstunden gehabt. Plus meine 4 Wochen Urlaub konnte ich nicht nehmen, da erst 6 Moante Probezeit = Urlaubssperre, dann Ferienzeit (= als Single ohne Kinder keine Chance, sondern Mehrarbeit wg. Personalmangel). Und dann war der Vertrag vorbei. Und da es ein Vertrag außerhalb Tarif war (weil es für meine Beschäftigung so etwas nicht gibt), bekomme ich auch kein Geld. Abgefeiert habe ich 30 Überstunden durch freie Tage am Ende...

Man kann es Dämlichkeit nennen, oder Engagement... Das ist alles noch harmlos im Gegensatz zu dem, was ich 4 Jahre als Uni-Mitarbeiterin erlebt habe.

SCunLfl?owerx_73

08.10.12  12:54

Gibts selbst nicht für Überstunden Grenzen? ^^

Das ist vom Vertrag abhängig, wenn die Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind (sprich AT-Vertrag), dann gibt es keine Grenzen, ausser die gesetzliche Grenze von max. 10 Stunden pro Tag. Auch hier wiederhole ich mich gerne, kann es kurzfristige Ausnahmen geben, sofern diese vom Arbeitgeber schriftlich begründet und soweit ich weiss, zeitlich befristet sind, werden (Ausfall eines Mitarbeiter, Großauftrag etc.).

Also jeden Tag 12 Stunden geht somit nicht, ausser im Vertrag steht was von 12-Stunden Schicht, aber dann hat der Mitarbeiter auch mehr Freizeitausgleich.

Deswegen ist es im Handel so, hier wiederhole ich mich ebenfalls, dass in der Weihnachtszeit mehr Stunden anfallen, die dann später abgebaut werden können. Oder es wird samstags gearbeitet und dafür hat die Person unter der Woche einen Ausgleichstag frei.

m"algu+c`knx31

08.10.12  12:55

Mehrarbeit (mehr als 10 Stunden pro Tag) ist durchaus möglich sofern es dafür eine schriftliche Genehmigung gibt.

Das stimmt nicht. 10 Stunden sind die gesetzlich geregelte maximale Arbeitszeit pro Tag. Das hat nichts mit dem Tarifvertrag oder irgendwelchen Genehmigungen zu tun. Dass das in der Praxis nicht immer eingehalten wird ist eine andere Sache.

Hdol)ad?i

08.10.12  13:01

Holadi:

stimmt doch wenn man Bei Verkehrsbetrieben, als Krankenschwester oder im Hotel+Gaststättengewerbe arbeitet ;-)

7:7ergrfeis

08.10.12  13:15

Mir gehts nicht darum, was hier anscheinend so üblich ist, mich interessieren die gesetzlichen Fakten. Nachdem ihr in Deutschland aber anscheinend keine Arbeiterkammer habt, finde ich auch keine sichere Quelle über das Gesetz.

Wie wäre es mit Arbeitszeitgesetz? Googeln klannst du sicherr selbst.

P]aulgin#e11

08.10.12  13:39

Kann einem in Deutschland etwa gekündigt werden, wenn man grad dabei ist, einen Betriebsrat zu gründen? O.o oioioi

da wird man dann natürlich aus anderen gründen gekündigt :|N

sqchni_eki

08.10.12  13:43

Hier wird sich doch tatsächlich gebattled, wer denn die meißetn Stunden die Woche arbeitet. Mich wundert also nicht mehr, warum dei Mitarbeiter von den Unternehmen immer mehr versklarvt werden und kaum noch was verdienen.

Die Unternehmen haben extrem hohe Margen, die dann den sowieso schon Reichen zu gute kommen und der Mitarbeiter wird verheizt.

Es gibt auch noch ein Leben neben den Beruf. Die Menge und der Stress der hinter der Arbeit steht, war früher ganz sicher nicht so extrem wie heutzutage.

Ich kenne so einige, die eine 48 Stunden Woche haben und 800 Euro Netto bekommen. Dabei kostet die Wohnung schon 450 Euro-550Euro. Von Familienleben braucht man gar nicht zu sprechen. Ach ja, die besagte Dame ist in der letzten Zeit 3 Mal operiert worden, weil sie die Arbeit körperlich kaputt macht.

Die Unternehmen werden wirklich immer dreister. Außerdem zerstört es Arbeitsplätze, wenn man freiwillig und unbezahlte Überstunden macht (dauerhaft). Auch zerstört es die Gehaltsstruktur und alles was unsere Großeltern mühsam erkämpft haben ist den BAch runter gegangen.

Die Versklavung durch die Unternehmen, wie hier oft genannt wurde, der Discounter. Die Discounter habe Margen in Millionen Höhe. Die verdienen sich eine goldene Nase und der Mitarbeiter kommt nicht mehr zur Rente ":/

GroldexnWinter

08.10.12  13:46

tja das ist aber die Wahrheit. Was meinst du warum die Deutschland AG so boomt ":/

7<7ebrgrexis

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