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Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bqlaixr_W hat die Diskussion gestartet


Ich bin 30 Jahre alt, habe ein wirtschaftswissenschaftliches Studium hinter mir und arbeite jetzt zu 100 % in einer Bürotätigkeit. Da ich mir bis jetzt ziemlich unterversichert vorbekommen bin (habe lediglich eine Privathaftpflichtversicherung, Autoversicherung) war ich letzte Woche bei einem Versicherungsmakler. Mein Ziel war eine Altersvorsorge abzuschließen und eine Rechtsschutz die die Bereiche Privat, Arbeit und Auto abdeckt.

Der Makler meinte allerdings, das wichtigste wäre erstmal die Arbeitskraft selber abzusichern. Also eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Genau die wollte ich eigentlich nicht. Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich nötig? Ja ich weiß, ich werde mir kaum mit einem Bleistift ins Auge stechen sondern es werden bei Büroberufen eher psychische Dinge, Rückenleiden usw. auftreten aber wirklich so schlimm, dass ich so lange nicht arbeiten kann? Von einer Kombi BU und gleichzeitig Kapital ansparen in einer Versicherung hat er mir abgeraten. Wenn dann beides getrennt.

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Antworten
SMaladgo


Wie bei jeder Versicherung gibt es keine direkten Auswirkungen, deshalb muss jeder für sich entscheiden, ob man das braucht. Ich würde das aber keinen Makler machen lassen, denn die raten einem logischerweise immer zu den Dingen, für die sie die meiste Vermittlungsgebühr bekommen. Ich würde mich deshalb mehr im Internet tummeln, um mehr Infos einzuholen.

Ich habe auch einen Bürojob und mich dagegen entschieden, weil die Versicherungen im Ernstfall nur sehr restriktiv zahlen und die Wahrscheinlichkeit, dass ich so starke Rücken- oder seelische Probleme bekomme, dass ich meinen Job aufgeben muss, einfach zu klein ist.

Bnlairx_W


Naja, es geht ja nicht nur ums komplette aufgeben der Arbeit bis zu Rente. Aber zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, Burnout usw. Da ist man schnell mein ein Jahr lang weg vom Fenster und nach 6 Wochen gibts kein Krankgeld mehr. Über den Hartz 4 Satz kann ich da nur lachen, das reicht gerade mal für Lebensmittel. ;-)

Kvl"ydeeFrosucxh


Burn Out kannst du vergessen – generell psychische Erkrankungen. Da stellen sich die Versicherungen besonders an.

LBilaLxina


Aber zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, Burnout usw. Da ist man schnell mein ein Jahr lang weg vom Fenster und nach 6 Wochen gibts kein Krankgeld mehr.

Mh, aber die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt doch nicht bei vorübergehender Berufsunfähigkeit oder? ":/

Und du meinst glaub ich, dass es nach 6 Wochen nur noch Krankengeld gibt, aber keine Lohnfortzahlung. Das Krankengeld läuft ja deutlich länger.

Darf ich fragen, warum der Makler dir geraten hat, keine kombinierte Verischerung BU und Rente abzuschließen?

B"laixr_W


Mh, aber die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt doch nicht bei vorübergehender Berufsunfähigkeit oder?

Doch das tut sie. Sie zahlt so lange, bis du wieder arbeiten kannst oder eben bis zum Rentenalter falls es gar nicht mehr geht.

Und klar gibt es noch Krankengeld von der Krankenkasse aber das ist eben nicht viel.

Der Makler hat mir davon abgeraten, weil man eine BU wohl aussetzen kann, wenn man z.B. mal arbeitslos ist aber bei einer Rente würde das wohl nicht gehen. So dass man bei einer kombinierten dann wohl den kompletten Vertrag, mit Verlust natürlich, kündigen müsste. Ich glaube sowas war es, aber ganz sicher bin ich mir nicht mehr.

Wie gesagt, ich bin mir selber absolut unsicher und würde natürlich am liebsten keine abschließen aber selbst im Internet liest man überall, dass das die wichtigste Versicherung wäre.

BglaXir_W


So ähnlich war es tatsächlich:

[[http://www.vorsorge-und-finanzen.de/berufsunfaehigkeitsversicherung-und-altersvorsorge.html]]

Gxarou+7x8


@ Blair_W

Hallo,

wenn Du es Dir irgendwie leisten kannst, dann schließe eine Berufsunfähiugkeitsversicherung ab! Früher habe ich auch immer gedacht, dass ich in meinem Job (bin gelernter Sozialversicherungsfachangestellter) niemals nicht arbeiten gehen kann.

Aber die Realität, hat mich etwas anderes gelehrt! Ich bin seit bald jetzt 6 Jahren inkomplett querschnittsgelähmt und ich kann heute auf Grund der ganzen Probleme nicht mehr arbeiten gehen. Finanziell macht das monatlich gut 800 € netto weniger. Wenn Du es Dir irgendwie leisten kannst, schließe bitte eine Versicherung ab. Denn Du weisst zum Glück nicht, was in der Zukunft auf Dich wartet. Und es gibt nun einmal Erkrankungen wie meine, die jeder bekommen kann und Du wirst dankbar sein, wenn Du dann gut versichert bist. Ich könnte mir in den Hintern beissen, dass ich damals keine abgeschlossen habe, aber wenn ich Glück habe, gewinne ich irgendwann gegen den Arzt, dem ich die Scheisse zu verdanken habe und habe dann auch wieder jeden Monat mehr Geld. Glaube mir, 800 € weniger zu haben, jeden Monat, dass ist eine ganze Menge.

Für den Fall, dass vielleicht manche meinen, dass eine Querschnittlähmung selten sein soll: Fast jede Frau bekommt in Ihrem Leben ein Kind. Bei der Geburt wird gerne eine PDA (Betäubung, Perdualanästhesie) gegeben und genau bei einer solchen Narkose, ist es bei mir passiert. Wie gesagt, es kann jeden treffen und wenn Du es Dir finanziell leisten kannst, tue es!

Liebe Grüße

Heiko

n7ajaznaxgut


Bei Versicherungen ist aus meiner Sicht das Wichtigste eine Haftpflicht, und als zweites kommt die Berufsunfähigkeit. Altersvorsorge ist auch wichtig, Rechtsschutz ist Ansichtssache.

Die Lohnfortzahlugn des Arbeitgebers läuft normalerweise 6 Wochen, danach gibts Krankengeld, das ist aber weniger. BUs zahlen je nach Vertrag auch schon nach 6 Wochen (!) Arbeitsunfähigkeit, je früher sie einspringt, desto höher tendentiell der Beitrag.

Und BlairW hat recht:

Naja, es geht ja nicht nur ums komplette aufgeben der Arbeit bis zu Rente. Aber zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, Burnout usw. Da ist man schnell mein ein Jahr lang weg vom Fenster

Bei psychischen Erkrankungen geht typischerweise die Vorerkrankungsdiskussion los, deswegen macht man eine BU so früh wie möglich (nicht erst wenn man "was hat") und verschiebt den einen oder anderen Arztbesuch auf die Zeit nach dem Vertragsabschluss.

Mein Freund war immer pumperlgesund, hat sich dann einen Zeckenstich eingefangen, hat jetzt chronische Borreliose und ist grade so an der Berufsunfähigkeit vorbeigeschrammt. Damit hätte niemand rechnen können, aber ich bin sehr froh, dass er vorher eine BU abgeschlossen hatte.

S chVlitz$auge6x7


Ich hatte mal so eine Versicherung, habe sie dann gekündigt, und ein Jahr später hätte ich sie gebraucht. Sie nicht mehr zu haben, war ein Kardinalfehler.

Bzlaqir_xW


Na ihr macht mir ja Mut. ;-)

Dann werde ich wohl doch nochmal über diese Versicherung nachdenken müssen.

Lii0laL<ina


Wie teuer soll sie denn sein?

B%lairx_W


Meine würde knapp 60 Euro kosten pro Monat. Damit könnte ich meinen jetzigen Standard halten.

7`7erg#reixs


guck auch mal beim Bund der Versicherten

Bu

- so früh wie möglich wegen dem Beitrag und den Vorerkrankungen

-weil man gerade bei Teilunfähigkeit sonst nen Apfel+Ei bekommt

-immer sepparat von einer Lebensversicherung abschließen

Klauseln sorgsam studieren *:)

WTolfgxang


Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich nötig?

Das wirst du erst am Ende deines Berufslebens wissen.

Mein Freund und ich, wir hatten noch zu Studentenzeiten je eine ähnliche Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen.

Nach etwa 10 Jahren "sinnlosen" Beitragszahlens kündigte mein Freund die Versicherung. 6 Monate später endete seine Berufstätigkeit wegen völlig überraschenden Herzinfarkts...

Ich liess meine Berufsunfähigkeitsversicherung weiterlaufen. Lehrer ist ein zermürbender Job. Nach etwa 20 Jahren quittierete ich den Dienst wegen psychischer Probleme. Die Versicherung zahlte ohne jede Schwierigkeiten den vereinbarten Betrag. Ausserdem war die gleichzeitig abgeschlossene Lebensversicherung ab Berufsunfähigkeit beitragsfrei und auch sie wurde problemlos zum späteren vereinbarten Zeitpunkt ausbezahlt.

Wer allerdings das normale Rentenalter erreicht, der hat seine Beiträge "vergeblich" bezahlt, doch dieses Prinzip gilt für alle Versicherungen.

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