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Referendariat mit 2 kleinen Kindern – ich fühle mich überfordert

_!demlixlah_


@ Lina:

Und wer bestimmt denn, was "echte Probleme" für die TE sind? Du? %-|

@ made.in.the.80ies:

Ich kann mir vorstellen, dass das Ref mit zwei Kindern eine echte Belastungsprobe sein kann – zeitlich, vom Arbeitsaufwand her, dann noch das eigene schlechte Gewissen den Kindern möglicherweise nicht gerecht werden zu können...

Es liest sich aber, als seien deine Kinder gut versorgt. Ich kann gut nachvollziehen, dass du sie gerne bei dir hättest, aber wenn du die 18 Monate Ref rum hast, dann werden auch wieder bessere Zeiten kommen, und es ist wohl wirklich die Frage, ob du nochmal anfangen würdest, wenn du das Ref jetzt abbrichst.

Vielleicht bestünde wirklich die Möglichkeit, die gemeinsame Zeit mit den Kindern noch mehr zu planen, wie auch schon vorgeschlagen wurde?

Zum Beispiel ein "Mama-Papa-Kinder" Abend unter der Woche, wo du versuchst die Arbeit am Schreibtisch außen vor zu lassen, oder eine bestimmte Zeit am Wochenende, die dann immer nur für die Kinder da ist?

Vielleicht könnte dich das entlasten, wenn du weißt "in diesen Stunden bin ich voll als Mama für die Kinder da", und auch die Kinder wüssen dann verlässlich, wann sie mit der Mama ein paar schöne Stunden verbringen können. Wäre das zeitlich irgendwie drin?

Ich lese aber auch heraus, dass du im Moment echt ziemlich angespannt und am Ende deiner Kräfte bist – wieviel machst du denn noch für dich, oder du und dein Freund zusammen als Paar? Könntet ihr die Kinder auch mal ein Wochenende zu den Eltern geben (wenn ein guter Kontakt zu den Großeltern besteht, sind Oma-Wochenenden für Kinder ja auch immer mal was schönes, weil sie dort meist verwöhnt und betüddelt werden ;-)) und euch einfach mal eine Auszeit gönnen? Ich glaube, das ist auch wichtig, um den eigenen Akku mal wieder aufzuladen und Kraft zu tanken.

Oder bestünde die Möglichkeit, dass dein Freund immer mal nen Tag am Wochenende nen "Papa-Ausflug" mit den Kids machst, und du triffst dich einfach mal mit ner Freundin, tust was für dich...? Vielleicht wirst du sagen, dass das zeitlich nicht drin ist...aber ich glaube, es ist ganz wichtig, sich die Zeit zu nehmen (und wenn's nur mal ne Stunde in der Badewanne ist), sonst geht irgendwann vielleicht gar nichts mehr. Und ich habe das Gefühl, wenn ich deine Zeilen lese, dass du total engagiert bist, allem gerecht werden möchtest – aber der Tag hat nur 24 Stunden und dich als Person gibt es bei alldem ja auch noch... :)*

Ansonsten fand ich auch die Idee, das Ref vielleicht zeitlich zu strecken, gut, kenne mich damit aber auch gar nicht aus. Ginge sowas?

Lieb Grüße!

*:)

WaatUer!l/i2


Ich würd auch sagen, plane dir feste Zeiten für die Kids ein. Ich kenne eine Lehrerin, die hat ihrem Kind immer 1 Stunde am Tag gewidmet und dann eben später noch Unterricht geplant. Eine Stunde ist nicht viel, aber immerhin regelmäßig und wenns grad nicht geht, dann geht halt nicht mehr.

Ich selber habe gute Erfahrungen damit gemacht, da ich in der Woche zeitig aufstehen musste (4:30), am WE auch schon um 7 oder um 8 aufzustehen und dann natürlich Abends auch zeitiger ins Bett zu gehen. Und das hab ich Samstag und Sonntag dann gemacht und dann auch gleich begonnen, den Unterricht zu planen, z.B. bis mittags oder einen Tag auch nachmittags. Damit ich in der Woche schon etwas entlasteter bin. Und damit ich auch noch was vom WE habe (die nachmittage habe ich dann wirklich genutzt, um ein Eis essen zu gehen oder sowas), hab ich am WE dann nur die Stunden bis Mittwoch geplant und noch nicht ganz alles... dann kann man sich Dienstag dann an die Freitagsstunden machen...

Also mir tut es gut, keine Arbeit anzuhäufen. Das funktioniert in er Schule nicht... auch wenn ich sonst wirklich immer der Typ dafür bin.

Dann kannst du z.B. nach der Schule (die endet ja zum Glück doch manchmal zeitiger, als normale Arbeitstage...) deine Kinderstunde nehmen und dann vielleicht noch 2-3 Stunden planen oder das schon geplante nochmal durchgehen und das wars dann...

Und leg den Perfektionismus ab... man kann Unterricht nicht perfekt planen... weil vieles gar nicht planbar ist, das ist ja das dreiste... :(v Ich hab das Gefühl, man "erschafft" für die Schule unglaublich viel, aber auch unglaublich viel für die Tonne.

kTamik/axze


**made.in.the.80ies **

Puh, Du bist wahrlich nicht zu beneiden. Meine Schwester ist kinderlos und sehr belastbar und fleißig und die hat schon schwer gejammert während des Refs. (und auch jetzt mit ihrer Vozzeitlehrerstelle hadert sie manchmal, wenn sie bis 22 Uhr an ihren Aufsätzen korrigiert oder tausend Elterngespräche führen muss neben der eigentlichen Arbeit).

Ich fände es jedenfalls keine Schande, wenn Du das Ref. verlängerst oder abbrichst, solange die Kinder noch so klein sind. Nach zwei Jahren kommt nämlich auch noch das 2. Staatsexamen. Neben dem ganzen lehren, korrigieren und Unterricht vorbereiten, musst Du also auch noch viel pauken. Ich halte das für kaum zu bewältigen in Deiner Situation, zumal eine gute Note wirklich sehr wichtig für Deine spätere Laufbahn ist. ":/ Der Exfreund meiner Schwester hat nur einen mittelmäßigen Abschluss und bis heute immer nur auf ein Jahr befristete Krankheitsvertretungen, natürlich immer an einer anderen Schule in Baden-Württemberg erhalten. Du hast nachher also womöglich noch nicht einmal etwas davon, wenn Du Dich jetzt bis zur Erschöpfung aufreibst.

kaami<kxaze


Vozzeitlehrerstelle = Vollzeitlehrerstelle

Ich sollte vielleicht wieder in die Schule gehen ;-D

lte sangQ rexal


Ich sitze jetzt noch an der Unterrichtsplanung für morgen und hab schon den gesamten Nachmittag am Schreibtisch gesessen *:)

Spunf[lowoer_x73


Ich bin jetzt seit 6 Jahren in einer ähnlichen Situation, d.h. Weiterbildung nach dem Studium. Konstante Prüfungssituation, kein Gehalt/Schulden, hohe Kosten. Und wirklich ALLES wird kontrolliert; du stehst ständig unter Beobachtung (bei mir durch Videoaufnahmen z.B.). Kinder habe ich keine; viele Kolleginnen aber schon.

Was ich daher nur raten kann:

Hinterfrage kritisch, ob DU an DEINEN Ansprüchen was runterschrauben kannst. Oft hat man ja doch so innere Ziele, die einem Druck machen. Entweder im Ref weniger Ansprüche. Oder tatsächlich akzeptieren, dass die Kinder jetzt ein wenig zu kurz kommen.

Oder tatsächlich das Ref auf später verschieben. Oder welche Alternativen Du hast.

Es wäre aber keine Schande zu sagen, dass es aktuell nicht geht. Ist dann auch okay; DEINE Entscheidung, die Dir dann auch gut tun wird.

Aber auch:

Best. Aspekte (Dauer-Prüfungssituation) werden IMMER bleiben und Dich IMMER belasten. Ob Kinder oder nicht.

Versuch' mal zu trennen, was "kinderbedingtes Problem" ist und was im Ref IMMER kommen wird.

Und leider ist es gerade in der Phase oft nochmal der ultimative Härtetest: Zähne zusammenbeißen und durch.

m6arika, sZterxn


was ist denn mit der halbe-stelle-idee? ist das möglich? dann wäre das doch in jedem fall die beste möglichkeit. eigentlich gibt es mit kleinen kindern immer eine offizielle regelung, die die sache realistischer macht.

lhe sa'ng reaxl


Ich weiß, dass es in BW nicht geht.

g|retIa_


ganz ehrlich, ich würde es an deiner stelle abbrechen.

ich stand vor genau dem gleichen problem, habe lehramt studiert und mittlerweile 2 kleine kinder (4,1). ich habe das ref bisher nicht angefangen, weil mich das überfordern würde. teilzeit akzeptieren sie nicht.

ich habe eine 20stundenstelle gefunden, nicht so toll bezahlt, aber dafür relativ flexibel.

meine freundinnen, die es ohne kinder gemacht haben, waren trotzdem alle fix u fertig.

eine hat es mit einem kind durchgezogen, die habe ich in den 2 jahren genau einmal gesehen. sie war abgemagert und blass und hat gesagt, sie habe null privatleben mehr.

wenn es finaziell bei euch geht, dann such dir lieber einen teilzeit- oder 400 eurojob.

alle, die so bescheuerte kommentare abgeben, haben echt nicht die geringste ahnung von dieser belastung.

S`ticKhliDng


Denkt auch mal an die Kinder, die die TE unterrichtet! Denen wird vielleicht die ganze Freude an der Schule verdorben, wenn so eine gestresste Lehrerin vor der Klasse steht.

l=e ^sanNg qreVal


Diese Aussage halte ich für einen Schuss unter die Gürtellinie.

g~retxa_


ich auch.

N_ioqbe3x0


Ref mit zwei Kleinkindern stelle ich mir absolut grauenhaft vor.

Wie ist das in deinem Bundesland aufgeteilt? Eventuell hälst du noch ein paar Monate durch und brichst dann ab so dass du nicht die kompletten 18 Monate wiederholen musst!? Erkundige dich da mal.

Wie sind denn die Anstellungschancen mit deiner Fächerkombi? Hättest du wesentlich schlechtere Chancen wenn du für ein paar Jahre unterbrichst? Oft ist es absehbar ob der Bedarf bald gesättigt ist. Deine Kinder werden noch viele Jahre Kohle von dir brauchen. Den Aspekt würde ich auch mit einbeziehen. Wie lange würdest du unterbrechen? Wie alt wären deine Kinder dann und wo würdest du sie unterbringen.

Spiel doch mal beide Szenarien in allen Details durch und schau was das geringere Übel für dich ist. Übel wird es auf jeden Fall werden.

Und leg den Perfektionismus ab...

Da kommts auch wieder drauf an ob sie sich das mit ihrer Fächerkombi erlauben kann. Die Noten sind extrem wichtig und sie wird nicht so viel weniger leiden wenn sie alles nur so lala macht. Dafür aber hinterher eventuell keine Anstellung bekommen. Dann war das ganze Elend völlig umsonst.

S6unfSlower_x73


Was ich aus meinem Umfeld kenne:

Extremer Perfektionismus und extremer Aufwand sind leider auch nicht wirlich eine Garantie, im Ref gute Noten zu bekommen.

Meine früherer Mitbewohnerin hat für Erdkunde so unglaublich viel gemacht... gebastelt... Materialien erstellt... Spiele selber entwickelt,... Die Kinder waren super dabei und es hat allen Spaß gemacht. Aber ihr Ref-Typ war ein alter verknöcherter Typ, der auch mal behauptete es schade zu finden, dass die Prügelstrafe abgeschafft worden sei. Hochautoritärer Fan von Disziplin und Frontalunterricht.

Darum bringt manchmal übertriebener Perfektionismus und Engagement halt auch nicht das gewünscht Ergebnis. Und letztlich kann es gut sein, dass solide vernünftige Arbeit zum selben Ergebnis führt; der Verzicht auf totalen Perfektionismus aber zumindest innerlich die Druckspitze rausnimmt und man dadurch halt halbwegs heil durchkommt.

Für mich liegt zwischen "Verzicht auf Perfektionismus" und "alles lala machen" halt noch das Erbringen einer soliden Leistung. ;-)

N^io:beE3x0


Für mich liegt zwischen "Verzicht auf Perfektionismus" und "alles lala machen" halt noch das Erbringen einer soliden Leistung. ;-)

Da hast du recht.

Die besten Noten bekommt man wahrscheinlich mit solider Arbeit und wenn man ein gutes Gespür dafür hat wie man in welchen Hintern kriechen muss.

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