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Kollegen müssen Kinderfreundlichkeit "ausbaden"

pDhil0*menxa


ja. ich bezahle von meinen steuern die rente für die rentner im hier und jetzt, dadurch erwerbe ich den anspruch, dass in der zukunft meine rente von den dann arbeitenden bezahlt wird. wo genau ist jetzt dein punkt?

Wenn es immer weniger Arbeitende gibt und immer mehr Rentner, sieht es ein bisschen eng aus, für deine Rente. Meine Kinder werden später auch deine Rente erwirtschaften und das, obwohl du keinen Anteil an ihrer Erziehung hast und auch sonst offensichtlich nicht bereit bist, dich einzubringen, weil die Eltern ja selbst schuld sind, dass sie sich die Blagen aufgehalst haben. ":/

p^hil0mPena


alles_wird_gut

Ja. Aber meine Statistik zeigt mir, dass die Chancen auf eine Niete nicht gleichmäßig verteilt sind, und ich will das Risiko minimieren.

Wie du schon schreibst, deine Statistik.

Stimmt auch. Da ich mich aber auch meinen kinderlosen Mitarbeitern verpflichtet fühle und diese auch brauche, da gerade sie ja auch die brenzligen Situationen abfangen, bin ich bei der Auswahl von neuen Teammitgliedern sehr vorsichtig und lasse mich nicht auf Sonderregelungen (und auf Leute die sich wahrscheinlich auf sowas berufen werden). Sorry, aber ich bin in der Hinsicht ziemlich geschlagen.

Genau das ist doch der Punkt. Arbeitgeber können selbst entscheiden, welche Freiräume sie Eltern einräumen möchten und können dabei abwiegen, was ihnen wichtig ist.

sBchnuggxi018


Also hier wurde ja schon sehr vieles gesagt...

Ich arbeite im Verkauf in einer Führungsposition... und das mit den Müttern ist immer so ne Sache. Mir ist das schon oft passiert, dass ich mit jemanden zu 2 arbeite und dann auf einmal ein anruf kommt, das kind ist krank. Dann bleibt alles an mir hängen.

Deshalb hab ich jetzt mit meinem chef ausgemacht, dass wir künftig keine solchen teilzeitkräfte einstellen.

wenn ich etwas kritisiert habe an der arbeitsleistung, hats immer geheißen ich bin kinderfeinlich...

SaunflVow5er_x73


Meine Mutter ist nach meiner Geburt mehrere Jahre zu Hause geblieben, weil es in den 70ern keine Kinderbetreuungsmöglichkeiten bei uns gab.

Als ich mit 3 1/2 in den Kindergarten kam, arbeitete sie vormittags stundenweise bei ihrem Schwager in einer Versicherungsagentur. Wo es halt kein Problem war, wenn ich krank war und sie nach Hause musste. Gesetztliche Regelungen gab es damals noch nicht (Elternzeit, "Kinderkrank",...).

Es folgte eine kurze Teilzeit-Rückkehr in ihren alten Job (die beim Auftreten wirtschaftlicher Probleme natürlich sofort alle durch einen Ehemann versorgten Teilzeitkräfte entließ). Hausfrauendasein, einjöhriger Teilzeitjob.

In dem Alter war ich so weit, dass ich bei Krankheit i.d.R. auch allein blieb. Zumal meine Ma im Notfall innerhalb von 10 Minuten zu Hause gewesen wäre. Wenn ich nicht allein bleiben konnte, konnte sie auch mal zu Hause bleiben.

Mein Vater war im Außendienst, d.h. hatte sein Büro im Haus, aber war extrem viel unterwegs. Konnte also kaum einspringen.

Eigentlich hat meine Ma während meiner Grundschulzeit eine Freundin von mir mit aufgezogen, deren Mutter Schulleiterin war. Wenn Konferenzen etc. waren, war die Freundin immer bei mir. Es gab dann noch 1-2 Mütter, die z.T. einspringen konnten. Aber das war alles Grundschule, und wir waren alle ziemlich selbstständig.

Ab meinem 13. Lj. konnte meine Ma nur noch auf 400€-Basis arbeiten, weil sich nix ergab. Sie war zu lange raus, hatte keine PC-Erfahrung. Und in der ländlichen, isolierten Region ging die Wirtschaft den Bach runter.

Kurzum: Sie bekommt jetzt gut 300€ Rente.

Der Preis dafür, dass es keine Kinderbetreuung gab und sie nur bis zum 30. Lj. regulär gearbeitet hat (und dann Jahre später nur kurz Teilzeit).

Sie hätte es sich definitiv anders gewünscht, aber damals gab's keine Betreuungsmöglichkeiten und selbst mit ihrem geringen Arbeitspensum war sie fast schon eine emanzipierte Ausnahme.

Angesichts heutiger Sorgerechts-/Unterhaltsregelungen würde so eine Entscheidung letztlich auf Hartz IV hinauslaufen. Wer will das schon freiwillig, wenn er gut ausgebildet ist und arbeitswillig?

Bei mir kommt da das Fazit hoch:

Mütter sollen heutzutage im jeden Preis funktionieren. Zu Hause bleiben ist problematisch, aber echte Integration und Fairness im Arbeitsmarkt nicht zu erwarten.

Traurig auch, dass offensichtlich nicht mehr ordentliche Arbeit im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit zählt plus Akzeptanz menschlicher "Schwächen", sondern nur die Leute gute Kollegen sind, die arbeiten ohne Ende und unendlich flexibel sind. Ich bin toll, wenn ich Überstunden mache?!

Interessant sind auch Trends in anderen Ländern: Dass in Frankreich immer mehr Mütter zu Hause bleiben wollen, obwohl die Betreuungsmöglichkeiten gut und die Wochenarbeitszeit dort geringer ist.

Dass es in Skandinavien auch grundsätzlich viel mehr Rücksichtnahme/Flexibilität für Mütter gibt; bzw. allgemein. Warum klappt in anderen Ländern ohne zig Sondergesetze manches so viel besser als hier?

BAlack ^Gun


Wenn es immer weniger Arbeitende gibt und immer mehr Rentner, sieht es ein bisschen eng aus, für deine Rente. Meine Kinder werden später auch deine Rente erwirtschaften und das, obwohl du keinen Anteil an ihrer Erziehung hast und auch sonst offensichtlich nicht bereit bist, dich einzubringen, weil die Eltern ja selbst schuld sind, dass sie sich die Blagen aufgehalst haben.

richtig, und genau aus diesem grund wird meine gesetzliche rente, wenn ich denn anno 2050 mal in rente gehe, lächerlich niedrig sein, zum leben nicht ausreichen und nie und nimmer (inflationsbereinigt) das zurückzahlen, was ich im hier und jetzt von meinem brutto abgebe und in die rentenkasse einzahle. anders ausgedrückt: einen großteil meiner zukünftigen rente werde ich selbst erwirtschaften müssen, und nicht etwa deine kinder!

für nahezu jeden aus meiner generation wird die gesetzliche rentenversicherung inflationsbereinigt ein verlustgeschäft. auf diese art verteilen sich die kosten der schrumpfenden bevölkerung gleichmässig auf mich und dich. das ist nicht schön, aber ein großes drama oder eine ungerechtigkeit sehe ich darin auch nicht.

nVanux03


Kinderwunsch sollte - denke ich - immer in das Lebensmodell einer Partnerschaft passen.

An spätere "Rentenzahler" wird primär nicht gedacht.

Oder?

SUunfl-ower+_x73


Wenn es immer weniger Arbeitende gibt und immer mehr Rentner, sieht es ein bisschen eng aus, für deine Rente. Meine Kinder werden später auch deine Rente erwirtschaften und das, obwohl du keinen Anteil an ihrer Erziehung hast und auch sonst offensichtlich nicht bereit bist, dich einzubringen, weil die Eltern ja selbst schuld sind, dass sie sich die Blagen aufgehalst haben.

:)^ :)z

Von dem Punkt mal ganz zu schweigen: In der Gegenwart kein Verständnis für gewisse Sonderregelungen zeigen; aber genau von diesen Kindern erwarten, dass sie eines Tages die Rente für die jetzigen Mütterbedürfnisse-Kritisierer erwirtschaften?!

CEao%imhxe


anders ausgedrückt: einen großteil meiner zukünftigen rente werde ich selbst erwirtschaften müssen, und nicht etwa deine kinder!

Und wer pflegt dich mal? Wer bearbeitet später deinen Rentenantrag? Wer bedient dich an der Kasse, wer forscht an deiner [Alterskrankheit einfügen]-Medikation und wer verschreibt sie dir?

Unsere Kinder.

a<vantxi


Ich bin generell gegen Quoten, aber der Artikel ist trotzdem interessant[[http://mobil.zeit.de/2013/02/Frauenquote-Muetterquote-Foerderung mütterquote]]

pHhil0lmexna


richtig, und genau aus diesem grund wird meine gesetzliche rente, wenn ich denn anno 2050 mal in rente gehe, lächerlich niedrig sein, zum leben nicht ausreichen und nie und nimmer (inflationsbereinigt) das zurückzahlen, was ich im hier und jetzt von meinem brutto abgebe und in die rentenkasse einzahle. anders ausgedrückt: einen großteil meiner zukünftigen rente werde ich selbst erwirtschaften müssen, und nicht etwa deine kinder!

Tatsächlich werden sie etwas erwirtschaften und würden sie es nicht tun, müsstest du noch mehr zahlen.

K;nacYkxs


@ phil0mena

Wenn es immer weniger Arbeitende gibt und immer mehr Rentner, sieht es ein bisschen eng aus, für deine Rente.

Es muss ein anderes Konzept her. Wenn etwa Angestellte Steuern zahlen müssen auf ,,geldwerte Vorteile" wie Essenszuschuss oder privat genutzten Firmenwagen, dann ist es auch gerecht, Rentenbeiträge zu erheben auf ,,menschenähnliche Arbeit".

Sprich: Maschinenabgaben.

p%h9i%l0mexna


nanu03

Kinderwunsch sollte – denke ich – immer in das Lebensmodell einer Partnerschaft passen.

An spätere "Rentenzahler" wird primär nicht gedacht.

Oder?

Kinderwunsch in einer Lebenspartnerschaft wird auch nur dann ausgelebt, wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.

Ich würde nicht das dritte Kind bekommen, würde mein Mann nicht so gut verdienen, dass ich mir diverse Hilfe leisten kann, um später wieder selbst in Teilzeit arbeiten zu können. Wenn ich hier lese, welchen Anfeindungen teilweise andere Mütter ausgesetzt sind, die auf ihren Job angewiesen sind und das Geld brauchen, dann ist das keine attraktive gesellschaftliche Umgebung in die man ein Kind setzt, dass später auch mal deine Rente und deine Zukunft bezahlt.

a1llesi_wir5d_gxut


@ schnuggi018

Ich arbeite im Verkauf in einer Führungsposition... und das mit den Müttern ist immer so ne Sache. Mir ist das schon oft passiert, dass ich mit jemanden zu 2 arbeite und dann auf einmal ein anruf kommt, das kind ist krank. Dann bleibt alles an mir hängen.

Deshalb hab ich jetzt mit meinem chef ausgemacht, dass wir künftig keine solchen teilzeitkräfte einstellen.

wenn ich etwas kritisiert habe an der arbeitsleistung, hats immer geheißen ich bin kinderfeinlich...

Bei mir ist es ein ganz anderer Beruf aber im Prinzip die selbe Situation. Und das Resultat ist das selbe: keine neuen Leute in Teilzeit mehr. Und zeitliche Flexibilität ist Einstellungsvorraussetzung und wird ganz klar im Vorstellungsgespräch (vor Zeugen) angesprochen.

sxin3gh#a


einen großteil meiner zukünftigen rente werde ich selbst erwirtschaften müssen

Du willst auf eine Kapitalgedeckte Rente hinaus? Anlagevermögen etc? Wenn niemand mehr da ist, der Arbeit, braucht sich auch niemand mehr Geld aus deinem angelegten Vermögen leihen und keine Zinsen zahlen. -> Du brauchst jedenfalls nen ganz großes kopfkissen! ;-D

N-ioGbe3x0


es ist aber ein unding, wenn chefs den eltern grundsätzlich bessere arbeitsbedingungen geben oder kind-bedingte minderleistung von eltern auf die anderen mitarbeiter abschieben. und wenn es bei einem job verschiedene schichten gibt, die unterschiedlich beliebt sind, dann ist es nunmal eine minderleistung, wenn jemand von diesen schichten nur die 'guten' übernehmen kann. anders ausgedrückt: wenn jemand sich auf diesen job bewirbt und aus welchen gründen auch immer nicht in der lage ist, alle schichten zu arbeiten, dann ist er für diesen job schlichtweg nicht brauchbar.

Wenn jemand für den Job nicht brauchbar ist sollte er einfach nicht eingestellt werden. Schon wieder sehe ich nicht was das mit den Müttern zu tun hat. Wenn sie eingestellt werden unter ihren Bedingungen wird der Verantwortliche sie für brauchbar halten.

natürlich kann man darauf hoffen, dass die mitmenschen einem entgegenkommen und die konsequenzen der eigenen entscheidung, kinder zu kriegen, mitzutragen. aber ich halte es für ein unding, wenn irgendjemand (eltern oder chefs) diese kooperation erzwingen möchte. das halte ich für eine verletzung der selbstbestimmung.

Die Eltern können gar nix erzwingen wenn sie nicht die Chefs sind.

Ich verstehe echt die Wut gegen die Eltern nicht. Ich war auch mal in der unangenehmen Situation sehr viel Extraarbeit wegen einer Mutter, die aufgrund der Kinderbetreuung nicht zur Verfügung stehen konnte, leisten zu müssen. Ich hab keine Sekunde Aggressionen gegen die Mutter gehabt sondern reichlich gegen diejenigen, die den Plan erstellt haben. Das Ganze war absehbar und mir gegenüber eine Frechheit. Hätte besser organisiert werden können. Aber doch nicht von der Mutter.

allgemein finde ich, dass in einer freiheitlichen gesellschaft jeder mensch die konsequenzen seines eigenen handelns auch selbst tragen sollte, insofern das möglich ist.

Ja genau. Ich hab mich für diesen Job entschieden und bin trotz meines Ärgers geblieben. Also war die Konsequenz dass ich mehr arbeiten musste.

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