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Kollegen müssen Kinderfreundlichkeit "ausbaden"

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@ Knacks:

Ich bin ja auch Teil dieser Gesellschaft! ;-)

Nun soll das Gegenteil – die ,,Mobilität" – menschlich sein?

Solche "Phänomene" meine ich halt mit meiner Gesellschaftskritik. Immer höher schneller weiter, ohne Rücksicht auf Verluste.

Die "Schwächeren" (krank, zu versorgende Kinder,...) bleiben immer mehr auf der Strecke. Ist zumindest mein doppeltes subjektives Erleben.

E5mmaZ_Pexel


Klar, Mütter arbeiten rein für ihre Selbstverwirklichung oder zur Finanzierung eines Sportwagens. %-| Da bin ich wohl die große Ausnahme. Ich arbeite nämlich in meinem Beruf, damit ich nicht irgendwann ohne einen Cent auf der Straße stehe, weil meinen Mann seinen Job verliert, einen Unfall hat oder mich für eine andere verlässt.

Wahrscheinlich wird meinem Mann genau deshalb auf die Schulter geklopft, wenn er früher weg muss, um unseren Sohn abzuholen, während ich im gleichen Fall skeptisch beäugt werde: er, der bedauernswerte Mann, muss so hart arbeiten und sich nun auch noch in der Kinderbetreuung engagieren. Der Arme, wie schafft er nur diese Doppelbelastung? Und wo ist eigentlich seine Frau? Kann die die Blagen etwa nicht abholen, oder wie? ]:D

Ich dagegen habe es mir ja freiwillig ausgesucht. Was fällt mir auch ein, mir überhaupt einen Job zu suchen, wenn nicht sichergestellt ist, dass mein Sohn rund um die Uhr eine Notfallbetreuung hat, die alle Eventualitäten abdeckt?

Und für die Vertreter, die hier zu irgendwelchen Leihomas raten: mein Kind wird ja nicht alle zwei Wochen krank. Ich kann ja schlecht drei Mal im Jahr eine wildfremde Person zum Abholen in den Kindergarten schicken und das erst recht nicht, wenn er krank ist. Da ist er nämlich noch empfindlicher als sonst schon. ;-)

KInderbetreuungskosten lassen sich im übrigen steuerlich absetzen gem. §9c ESTG. Mit 2/3 der Aufwendungen, höchstens jedoch 4000Euro. Dies gilt wenn sie aufgrund von Erwerbstätigkeit anfallen. Entweder über Werbungskosten wenn der Pauschbetrag von 120 Euro überschritten wird oder je nach dem über die Sonderausgaben.

Bei Ehegatten gilt dies natürlich nur, wenn beide Erwerbstätig sind.

Nur mal so zur Info und zur Anregung, falls dies unbekannt ist.

Sie lassen sich neuerdings auch absetzen, wenn man nicht berufstätig ist, aber das nur am Rande. Was ich übrigens auch richtig so finde, denn wenn man zum Beispiel wegen eines zweiten Kindes ein Jahr zu hause bleibt, kann man ja schlecht den Großen für ein Jahr aus der Kita nehmen. Und günstiger wird der Platz ja auch nicht...

KJnackxs


@ Lian-Jill

Ja, der Versorgungsausgleich... damit können dann beide im Alter nicht leben und nicht sterben.

Genau. Und warum nicht?

Weil sie als getrenntes Paar alles doppelt brauchen und bezahlen müssen, angefangen bei zwei – zwar kleineren – Wohnungen mit zwei Küchen, zwei Badezimmern, zweimal heizen usw.

Für den Kapitalismus, sorry ,,freie Marktwirtschaft" ist die Zerschlagung der Familien sinnvoll, dann kann man das Doppelte verkaufen.

Aber man kann die freie Marktwirtschaft auch positiv nutzen. Es gibt ja auch das doppelte Angebot an Gebrauchtmöbeln, wenn man sich einrichten möchte.

Ich denke, ein teil der Armut kommt auch von falsch ausgegebenem Geld. Armut, Alkohol und Zigaretten etwa sind für mich kein Widerspruch, sondern befördern sich manchmal gegenseitig.

Kanaeckxs


@ Emma_Peel

Und für die Vertreter, die hier zu irgendwelchen Leihomas raten: mein Kind wird ja nicht alle zwei Wochen krank. Ich kann ja schlecht drei Mal im Jahr eine wildfremde Person zum Abholen in den Kindergarten schicken

Genau dieses Argument ist meine Motivation, mich um ein Miteinander der Generationen – über Familiengrenzen hinweg – zu bemühen.

Hatte mich vor einigen Jahren per Kleinanzeige als ,,Leih-Opa" angeboten. Meine Kinder und Enkel sind weit weg, aber in der Nähe gibt es Kinder, die eine männliche Bezugsperson gut gebrauchen könnten. Es kam genau ein einziger Anruf. Von der Kripo. Männer, die sich für Kinder interessieren, sind schon mal verdächtig.

Nun – Jahre später – versuche ich es mit staatlicher Begleitung und polizeilichem Führungszeugnis als ,,Familienpate".

Lieber noch wäre mir ein ,,Mehrgenerationen-Haus" zum gemeinsamen Wohnen, aber dafür gab es an meinem alten Wohnort und hier an meinem neuen keine Mitstreiter.

TmestrVale


Puh das ist ja eine ganz hitzige Diskussion geworden. Ich habe natürlich Verständnis für (Alleinerziehende)Mütter, das Leben als Frau und Mutter ist sehr viel anstrengender, immer noch sind sehr viele Väter nur zum bespaßen der Kinder zuständig, die wirklich harte Arbeit wollen viele Väter gar nicht machen. Sich um das Kind kümmern wenns mal krank ist, oder andere solcher Dinge, in Deutschland sagt man dazu Rollencliche, in Italien z.B, wo noch ein sehr katholisches Familienbild herrscht, ist es mit der Kinderbetreuung ganz einfach geregelt: die Mamma kümmert sich einfach um ALLES, es gibt da kaum Betreuungsplätze für Kinder unter 3-4 Jahren. Die Kindergärten nehmen gar keine Kinder, die noch Windeln tragen und die meisten Öffnungszeiten sind von (:30 Uhr bis maximal 13 Uhr. Interessant finde ich aber, das die Gesellschaft in Italien, es ganz normal findet, das Frauen sich die ersten 3 bis 4 Jahre NUR um die Kinder kümmern, was die CDU ja auch so sagt.

Kann es jemals eine optimale Lösung für dieses "Problem" geben. Ich bin zu der Erkentniss gekommen, LEIDER NEIN, es kann nur Kompromisse geben, die mehr oder weniger befriedigend sind.

****

Ljian-iJilxl


Genau. Und warum nicht?

Weil sie als getrenntes Paar alles doppelt brauchen und bezahlen müssen, angefangen bei zwei – zwar kleineren – Wohnungen mit zwei Küchen, zwei Badezimmern, zweimal heizen usw.

Ja, das ist wohl so. Wenn man allein lebt, kann man nicht einfach die Badewanne des Nachbarn benutzen oder verlangen, dass er seine Rente mit einem teilt ;-) . Deshalb sage ich ja, dass es Sinn macht, dass jeder versucht, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten und möglichst wenig Nachteile in Kauf zu nehmen bei der Frage, wer Abstriche machen muss in Hinsicht auf die Haushaltsführung und die Betreuung der gemeinsamen Kinder.

Niemand käme ernsthaft auf die Idee, bei einem Mann seine Berufstätigkeit in Frage zu stellen, nur wel die Frau ja bereits arbeitet. Oder zu bedauern, dass der Mann arbeiten gehen muss, weil das Gehalt der Frau nicht reicht für einen Zweiwagen.

cYla{irext


@ Testrale

Deshalb ist die Geburtenrate in Italien auch noch niedriger als in Deutschland...

SCunfl_owevr_73


Lieber noch wäre mir ein ,,Mehrgenerationen-Haus" zum gemeinsamen Wohnen, aber dafür gab es an meinem alten Wohnort und hier an meinem neuen keine Mitstreiter.

Ich finde sowas klasse. In meinem spießigen ländlichen Heimatort hat man jetzt eine KiTa in einem Altenheim eingerichtet. Munteres Treiben, und nach anfänglichen Schwierigkeiten passt es.

K0nacnks


@ Testrale

Interessant finde ich aber, das die Gesellschaft in Italien, es ganz normal findet, das Frauen sich die ersten 3 bis 4 Jahre NUR um die Kinder kümmern, was die CDU ja auch so sagt.

Wir sind ja dabei, die gesellschaftliche Struktur neu zu gliedern, aber ohne Ziel. Der Weg scheint das Ziel zu sein. Hauptsache, es bewegt sich was, egal in welcher Richtung.

Ich fand es für meine Familie richtig, dass die Frau bei den Kindern war. Und ich habe Respekt für Familien, die das auch heute noch so sehen. Egal, wer das auch so sieht.

mHnvef


Ich bin zu der Erkentniss gekommen, LEIDER NEIN, es kann nur Kompromisse geben, die mehr oder weniger befriedigend sind.

Kommt drauf an, wie man einen befriedigenden Kompromiss definiert. Ich hatte eine Zeit lang auch eine Kollegin in Teilzeit, die pünktlich alles stehen und liegen ließ. Entweder ich habe die Arbeit dann alleine fertig bekommen, dann schien ich ja doch nicht so auf sie angewiesen zu sein. Und dann habe ich den Kram lieber selbst zügig abgearbeitet, als mich zu ärgern und rumzulamentieren, dass sie das lieber machen sollte.

Und wenn ich etwas nicht geschafft hab, zum Beispiel weil von ihr vergessen wurde mir Unterlagen rauszulegen, die ich brauche, dann ist das nicht mein Fehler und ich würde mir auch von keinem Chef der Welt die Schuld zuschieben lassen. Wenn ich meine Arbeit wegen anderer nicht machen kann ist das Problem meines Chefs, der

a) auf die Fertigstellung wartet

b) mich im Härtefall für Arbeit bezahlt, die ich zwecks Unterlagenmangel etc nicht ausführen kann.

LDianM-Jilxl


Ich fand es für meine Familie richtig, dass die Frau bei den Kindern war. Und ich habe Respekt für Familien, die das auch heute noch so sehen.

Wir haben das von Anfang an ziemlich halbe/halbe geteilt und handhaben das noch immer so.

t[uf$fmar@mi


in Italien z.B, wo noch ein sehr katholisches Familienbild herrscht, ist es mit der Kinderbetreuung ganz einfach geregelt: die Mamma kümmert sich einfach um ALLES, es gibt da kaum Betreuungsplätze für Kinder unter 3-4 Jahren. Die Kindergärten nehmen gar keine Kinder, die noch Windeln tragen und die meisten Öffnungszeiten sind von (:30 Uhr bis maximal 13 Uhr. Interessant finde ich aber, das die Gesellschaft in Italien,

gerade in italien sind die mütter heute gezwungen mitzuarbeiten. die verdienste sind wahsinnig niedrig, und die lebenshaltungskosten hoch.

in italien ist nichts mit elternzeit wie in dtschl. – nach 3 spätestens 6 monaten gehen viele wieder arbeiten – die, die glücklich genug sind arbeit zu haben.

ein asilo nido nimmt natürlich auch kinder mit windeln – und auch unter 3-4 jährige, denn da kommen die kinder in italien in die scuola materna. also krippe ist asilo nido und kindergarten ist scuola materna.

ich habe lange in italien gelebt, also dort ist alles wesentlich härter als hier und die breite masse muss definitv arbeiten (mutter und vater) – von 1000euro itali. durchschnittsnettogehalt kann nämlich keine familie überleben. wenn es nicht die familiäre unterstützungen gäbe, auch finanziell, wäre meines erachtens das system eh schon zusammengebrochen.

die Gesellschaft in Italien, es ganz normal findet, das Frauen sich die ersten 3 bis 4 Jahre NUR um die Kinder kümmern, was die CDU ja auch so sagt.

ist in italien absolut nicht der normalfall.

italien hat heute neben spanien die europaweit niedrigste geburtenrate, eben weil die frauen nicht mehr zu hause bleiben können, es sich gar nicht erlauben können meine ich, sondern auch vollzeit arbeiten gehen müssen.

und wenn sie keine arbeit finden, dann können sie sich erst recht keine kinder leisten, denn so viele staatliche leistungen wie in deutschland bekommen in italien die eltern nicht.

DGieKuruexmi


mhhhh, ich bin ehrlich gesagt gerade sehr zwiegespalten. Mir untersteht ein Team von 6 Frauen, vier davon haben Kinder von 2-3 Jahren und arbeiten halbtags. alle 4 Damen haben im letzten Jahr diese 12 Tage Kind-krank-Beurlaubung ausschöpfen müssen, da ihre Kinder natürlich zu Beginn der Kindergartenzeit erstmal häufiger krank wurden.den Jahresurlaub nehmen sie in den Zeiten, in denen die Kita geschlossen ist.

das erste Problem: alle wollen zur gleichen Zeit Urlaub nehmen, geht natürlich nicht. Mein Vorschlag, dass dann eben der Mann beim Kind bleiben muss, wenn die Kita zu ist, fand wenig Anklang. Ok, ich machte dann nur die Ansage: may. 2 zur gleichen Zeit im Urlaub, ageweise Überschneidung von 3 Abwesenheiten geht, löst die Sache im Team. Sonst entscheide ich.

zweites Problem: die eine Dame hat ein chronisch krankes Kind, hatte zum Herbst sowohl Urlaub als auch Kind-krank-Tage ausgeschöpft. Und begann fortan, sich selbst tageweise Krank zu melden, wenn das KInd krank war. (weiß ich von einer indiskreten Kollegin, ca 5-7 Tge im letzten Jahr)). Mein Kopf sagt mir: fristlose Kündigung, zumindest Abmahnung. mein Bauch: sie ist eine gute Mitarbeiterin und hat eben eine echte Not, nämlich keine Betreuung fürs kranke Kind und braucht das Geld. Und die beiden Vollzeitkräfte ohne Kinder kotzen inzwischen ab, weil sie ständig Vertretung machen müssen.

PS: ich war natürlich nicht so blöd, in einem so kleinen Team so viele Frauen mit kleinen Kindern einzustellen, die Kinder sind nach mehrjähriger Beschäftigung erst geboren.

mhhhh, ich finde es schwierig.....

t8uffarxmi


wenn es nicht die familiäre unterstützungen gäbe, auch finanziell, wäre meines erachtens das system eh schon zusammengebrochen.

damit meinte ich, das viele junge familien heute ohne die hilfe ihrer eltern überhaupt gar nicht über die runden kämen.

tvuUff7armi


italien hat heute neben spanien die europaweit niedrigste geburtenrate, eben weil die frauen nicht mehr zu hause bleiben können, es sich gar nicht erlauben können meine ich, sondern auch vollzeit arbeiten gehen müssen.

wobei der hauptgrund nicht allein die berufstätigkeit sein dürfte, sondern die tatsache, dass in italien immer weniger leute einen unbefristeten vertrag bekommen, also immer mit der unsicherheit leben müssen. auch wurden in den letzten jahren, die kündigungsregelungen generell zugunsten der arbeitgeber verändert. die junge generation ist der verlierer.

wer denkt in solch unserichen zeiten bitte an kinder un zu hause bleiben?

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