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Kollegen müssen Kinderfreundlichkeit "ausbaden"

d^evilwindisgu!ixse


Das unterliegt deiner Verantwortung. Wenn der Job für dich vorgeht: Okay. Aber mit den Konsequenzen musst du schon selber leben - auch ohne Lob dafür, dass Du so ein fleißiges und kollegiales Bienchen bist.

Ich habe keine Wahl, außer der, den Rest meines Lebens an der Supermarktkasse zu sitzen und "aufzustocken". Und mein Verhalten dient nicht dem Zweck, Kollegen zufriedenzustellen, sonden dem Zweck, meine Familie zu ernähren. Gehe ich öfters mal früher, fliege ich raus (und habe somit meine Ausbildung in den Sand gesetzt).

Ich schreibe das alles auch nicht, um gelobt zu werden. Ich wollte etwas darstellen, das gerade dir, Caoimhe, auch am Herzen liegen müßte: Nämlich, daß man zwar sein Arbeitsleben so gestalten kann, daß kinderlose Kollegen zufrieden sind, daß dann aber die Kinder leiden.

Wir LEBEN ja mit den Konsequenzen - wozu also die Aufforderung, mit den Konsequenzen zu leben? Schön für dich und dein Kind, daß dein Mann offenbar gut verdient und du zu Hause bleiben kannst.

Glaubst du, ich finde das alles toll? Im Gegenteil. Deswegen verteidige ich ja hier die Mütter, deren Kinder das Glück haben, daß Mama ihre Arbeitszeit flexibler gestalten kann als ich. Daß Familien ihre Wochenenden gemeinsam verbringen konnten, war in meiner Kindheit der Normalfall und es ist schlimm für Kinder, ständig hin- und hergereicht zu werden. Das Betreuungsproblem ist nicht gelöst, wenn immer irgendjemand da ist und das Kind beaufsichtigt.

In meiner Kindheit war es aber auch der Normalfall, daß EIN Gehalt reichte, um eine Familie mit zwei Kindern zu ernähren. Ich kenne eine ganze Menge Leute, deren Eltern in den 70er oder 80er Jahren ein Haus gebaut haben und sich damit nicht ruiniert haben - die Mütter waren Hausfrauen und die Väter hatten einen ganz durchschnittlichen Beruf, der die mittlere Reife oder den Volksschulabschluß voraussetzte.

Mit anderen Worten: Das eigentliche Problem sind VIEL zu niedrige Löhne.

d?evili<ntdisguxise


Aber kinderlose Kollegen können nichts dafür das IHR euch Kinder gewünscht habt. Muß man Kinderloser deshalb seine Freizeitpläne ändern? Haben solche Menschen kein Privatleben?

Kolleginnen mit Kindern können nichts dafür, daß ihr euch einen Partner angelacht habt und gerne ins Theater geht.

D6er kl-eine Pxrinz


Mit anderen Worten: Das eigentliche Problem sind VIEL zu niedrige Löhne.

Ja, so ist es.

Die Kehrseite der Medaille ist halt, dass Deutschland extrem wettbewerbsfähig ist.

N`annix77


Kolleginnen mit Kindern können nichts dafür, daß ihr euch einen Partner angelacht habt und gerne ins Theater geht.

Aber sonst gehts noch? Aber andere sollen ausbaden das jemand Kinder hat oder was? :|N

Ich bin mir schon darüber im klaren das die "Schuld" beim Arbeitgeber liegt weil es einfach oft zuwenig Personal gibt und solche Probleme entstehen, aber letztendlich sind es dann doch solche Sprüche die einen Sauer werden lassen.

MLoyNi


Der Spruch war eine sarkastische Reaktion auf die Anmache, dass Kinder ja Privatsache sind.

Also bitte...

deev7i%lind3isg_uxise


Aber was heißt das, "Deutschland ist extrem wettbewerbsfähig"?

Die Wettbewerbsfähigkeit wird dadurch hergestellt, daß hierzulande Menschen entweder unter übermäßigem beruflichem Druck stehen oder verarmen (manchmal sogar beides).

Und sie hat zur Folge, daß in anderen Ländern Menschen verarmen, weil die Wirtschaft des eigenen Landes dank deutscher Wirtschaftskraft ausgebootet wird.

Wem nützt also der ganze Spaß?

Einigen mit Sicherheit. Die Zahl der Millionäre und Multimillionäre steigt. Die der Armen, der prekär Beschäftigten und derer, sie seelisch am Ende sind, auch.

dZev:ilinkdisg#uixse


Der Spruch war eine sarkastische Reaktion auf die Anmache, dass Kinder ja Privatsache sind.

:)z

sMc.hnuggJi018


Aber kinderlose Kollegen können nichts dafür das IHR euch Kinder gewünscht habt. Muß man Kinderloser deshalb seine Freizeitpläne ändern? Haben solche Menschen kein Privatleben? :|N

Dito, da liegt der Punkt. Grob ausgedrückt, ist es nicht mein Problem, dass sie sich kinder gewünscht haben. Wieso soll ICH meine Freizeitgestaltung deshalb ändern ??? Ich hab genauso ein recht auf hobbies usw.

oft zuwenig Personal

Das kommt noch hinzu....Wie gesgat, ich hatte schon öfters das Vergnügen mt solchem Teilzeitkräften, die Mütter sind. Eine besagte Dame hat das sogar monatelang bei mir gemacht: Einmal früher gehen, einmal später kommen, einmal gar nicht kommen und solche Geschichten halt..und ich bezweifle, dass es jedes mal das Kind wirklich war...Das Problem war dann, wo ich sie weghaben wollte, dass ich sie nicht mal gescheit los bekam: nicht falsch verstehen, ich wollte sie nicht kündigen, ich wollte sie auf ne andere Filiale versetzen lassen. Ging aber nicht, da meine restlichen Kollegen (Filialleiter) ebensowenig eine Teilzeitmutter haben wollen...klingt jetzt grob, ist aber Realität..

a9sca/rtin


Eine recht interessante Diskussion, die aber imho auf der falschen Grundlage basiert.

Die Meisten argumentieren hier nicht mehr wirklich über das Problem an sich, sondern über Wertschätzung von bestimmten Gruppen untereinander.

Die Arbeitnehmer, die sich durch Mütter, welche andauernd Fehlen, benachteiligt fühlen verlangen mehr Respekt für ihren Mehreinsatz, ohne Gegenleistung.

Und die Mütter verlangen mehr Verständnis und Respekt für ihre Tätigkeit.

Das ist beides grundsätzlich verständlich.

Nur sollten Beide einsehen, dass diese Wertschätzung kaum möglich ist, da die individuelle Perspektive nun einmal dafür sorgt, dass man Tatsachen verdreht. Hier mal einige völlig falsch ausgelegten "Fakten":

-Ich habe hier im Mittelteil des Threads andauernd gelesen, wie wichtig ja die Rolle der Mutter in der Gesellschaft ist und auch das Wort Generationenvertrag fiel mehrmals.

Letzterer hat mit Kindern klassischerweise überhaupt nichts zu tun und der Niedergang des Rentensystems hat viel weniger mit dem demographischen Wandel zu tun, als allgemein propagiert wird. Und keine Mutter hier wird sich bewusst für Kinder entschieden haben, nur um der Gesellschaft einen Dienst zu erweisen. Das ist einzig und allein ein oft bemühtes Todschlagargument, dass toll klingt.

-Ebenso verdreht aber die andere Seite die Tatsachen. Selbstverständlich ist der Fehltag einer Mutter irgendwie abzugelten und ich kenne KEIN Unternehmen, bei dem das nicht auch so gehandhabt wird. Ob das nun nachgebarbeitet wird, auf den Urlaub aufgerechnet, oder sonstwie abgegolten. Das Einzelnen Kinderlosen dadurch Mehrarbeit aufgebrummt wird ist richtig, in Maßen hat es aber etwas mit Solidarität zu tun, dass einfach zu ertragen.

Überhaupt ist Solidarität hier imho das Stichwort.

Die Kinderlosen müssen akzeptieren, dass andere Leute sich für Kinder entschieden haben und dadurch weniger belastbar auf der Arbeit sind.

Und die Eltern müssen akzeptieren, dass ihnen und ihren Kindern keine dauerhafte Sonderrolle zusteht und das ihre Entscheidung für Nachwuchs sie nicht zu besseren Menschen macht.

E=hemal&iger NMutzer (+#115x906)


Aber kinderlose Kollegen können nichts dafür das IHR euch Kinder gewünscht habt. Muß man Kinderloser deshalb seine Freizeitpläne ändern? Haben solche Menschen kein Privatleben?

Kolleginnen mit Kindern können nichts dafür, daß ihr euch einen Partner angelacht habt und gerne ins Theater geht.

Richtig. Aber ich gehe ins Theater am Wochenende, wenn ich Urlaub habe oder nach Feierabend. Mir würde es nicht einfallen mitten drin irgendwo zu gehen oder Arbeit auf Kollegen abzuwälzen, weil ich regelmäßig ins Theater muss.

E8hema/ligerz NutXzer 3(#11590x6)


Die Kinderlosen müssen akzeptieren, dass andere Leute sich für Kinder entschieden haben und dadurch weniger belastbar auf der Arbeit sind.

Das muss ich keineswegs. Und es gibt tatsächlich noch Arbeitsplätze, wo das auch nicht so gehandhabt wird. Bzw. Eltern dann tatsächlich in Teilzeit gehen, diese aber auch durchhalten und nicht aus 6 Stunden ständig 5,5 machen.

awlle!s\_wirdx_gut


Ich glaube der Haupknackpunkt sind einfach die Fehlzeiten (da ja zu den eigenen Krankheiten noch die der Kinder dazukommen und oft auch das Kurzkrank bei Terminproblemen herhalten muss) und das Generve bei der Urlaubsplanung.

Das bei Teilzeit die Stundenzahl reduziert ist geht ja klar, dafür verdient man auch weniger. Und bei der Schichtplanung (falls es sowas gibt) kann der Arbeitgeber sich auch durchsetzen wenns hart auf hart kommt, wenn der Arbeitsvertrag Schicht vorsieht dann ist das vermutlich auch möglich.

Aber wenn Leute ständig ungeplant fehlen, dann ist das für alle Beteiligten ziemlich belastend. Zumal die dadurch entstehende Extralast dann ungleich verteilt wird, die andere Mutter kann ja nicht länger bleiben und es müssen dann immer wieder ein paar wenige Leute ausbaden.

Und da ich nicht ständig die Probleme einiger Kolleginnen immer wieder den selben Leuten aufhalsen kann (die sind dann nämlich irgendwann weg und das will ich nicht), habe ich mich entschieden, keine Leute mehr zu nehmen, die potentiell ständig fehlen könnten.

M%oyi


Das jemand ständig aus 6 Stunden 5,5 macht ist mir noch nie untergekommen. Eher das man immer mehr arbeitet und dann auf den Deckel bekommt, wenn das mal nicht geht.

Sorry, aber ich habe glaube ich mehr unbezahlte Überstunden gemacht( weil ich so sehr auf den Job angewiesen war), als alle meine kinderlosen Kollegen zusammen. Trotzdem kamen die sich dann ganz doll ungerecht behandelt vor, wenn mein Chef mir tatsächlich mal eine Extrawurst gebraten hat.

bZeet%lejkuicex21


@ ascartin:

dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

:)=

dAevilDindis1guise


Klar - weil du nicht ins Theater MUSST. Genau das ist ja der Unterschied zwischen Freizeitgestaltung und Verantwortung.

Und ich habe reihenweise Kolleginnen und Kollegen, die auf Lehrgängen rumheulen, daß ihr Mann/ihre Frau jetzt allein zu Hause sitzt. Die auf pünktliches Ende am Freitagabend drängen, damit Mann/Frau nicht warten muß, ja, die mit dieser Begründung sogar einen Zug früher nach Hause fahren... Und das, obwohl die Partner zweifellos nicht verhungern oder in Hospitalismus verfallen, wenn man etwas später kommt.

Manche machen da einen Riesenaufstand, obwohl sie einfach nur in ihre Wohnung wollen, wo gar niemand auf sie wartet. Manch einer verbringt den ganzen Lehrgang damit, rumzumuffeln, weil er lieber allein wäre und sein eigenes Bett weicher ist und er seine Lieblingsserie verpaßt. Von den Eltern benimmt sich niemand so - die rennen in den Pausen ans Telefon und lassen sich ansonsten nichts anmerken.

Ich sage ja nicht, daß das immer und überall so ist. Aber die Wehleidigkeit scheint bei Eltern geringer ausgeprägt zu sein (um deren FREIzeit es ja hier noch gar nicht ging, wann kümmern die sich eigentlich mal um Freunde und Hobbies?).

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