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Kollegen müssen Kinderfreundlichkeit "ausbaden"

E3mma?_Pexel


Ich denke mit Grauen an das erste Krippenjahr zurück – mein Sohn war ständig krank und obendrein hat er mich mit allem auch noch angesteckt. %:| Ich bin eigentlich nur mit gesenktem Kopf und schlechtem Gewissen durch die Gegend gelaufen, weil es mir so unangenehm war, ständig eine Sonderbehandlung zu benötigen.

Glücklicherweise hatte ich einen Arbeitgeber, der hinter mir stand und außerdem sehr flexibel auf alles reagierte. Dementsprechend hat sich die Lage dann etwas entspannt, aber auch bei mir gab es Kollegen, die offenbar der Meinung waren, Magen-Darm bei einem Zweijährigen ist so lustig, dass man am liebsten für immer mit ihm zu hause bliebe, anstatt arbeiten zu gehen.

Meine Erfahrung ist außerdem, dass ich beispielsweise sehr viel effektiver gearbeitet habe, als noch zu kinderlosen Zeiten. Es ist eben was anderes, wenn man weiß, dass man um Punkt 14 Uhr gehen muss und nicht im Notfall noch ne Stunde ranhängen kann. Wenn andere bei etwas Leerlauf im Internet surften, habe ich Sachen für die nächste Woche vorbereitet, Statistiken gemacht, Listen geführt etc. – alles, was jeder andere normalerweise erst später macht, ich aber schon erledigen konnte, weil man ja nie weiß... Vielleicht habe ich häufiger mal außer der Reihe gefehlt, aber ganz sicher war die Mehrarbeit für die Kollegen auf ein Minimum reduziert.

Mit Kind zu arbeiten ist furchtbar undankbar und ich fand es furchtbar. Aber andererseits kann es auch nicht mein Problem sein, wenn der Arbeitgeber grundsätzlich seine Personalplanung so ausrichtet, dass für jeden Mitarbeiter in Gedanken eine Überstunde pro Tag eingeplant wird. Letztlich sieht man ja, was daraus wird: anstatt sich über den Arbeitgeber zu beschweren, zerfleischen sich die Kollegen untereinander. Besser kann's ja gar nicht laufen. ]:D

Und Inkognito:

Hier hat man überhaupt nur eine Chance auf einen Krippenplatz, wenn man berufstätig ist, sprich, den anderen Müttern geht es genauso wie mir. Wen soll ich denn da anrufen? Ich kenne jedenfalls keine einzige aus dem Kindergarten, deren Kind dort ist, während sie zu hause ist (abgesehen von mir selbst im Moment ;-D – aber da ich einen Säugling hier habe, würde auch ich für niemanden sein krankes Kind irgendwo abholen).

Freunde, Bekannte, Familie... Alle berufstätig! Oh Wunder! Und die Tagesmutter? Kostet bei uns sechs Euro die Stunde und hat übrigens Tageskinder zu hause, für die sie auch eine Verantwortung hat. Oder hast du eine Tagesmutter, die keine anderen Kinder betreut, sondern für 2,60€/h auf deinen Anruf wartet, damit sie dein Kind aus dem Kindergarten abholen kann?! :-o Na dann herzlichen Glückwunsch, die würde ich mir warmhalten! :=o

Eommat_xPeel


So einfach ist das nicht, die Frauen haben ja ein Recht auf ihren Arbeitsplatz. Sie kommen zurück nach der Elternzeit und der Dienstplan muss um sie herum angelegt werden. Im Sozialwesen? Kann sich da ein Arbeitgeber mütterunfreundliche Vorgehensweisen leisen?

Öhm, soweit ich weiß, hat keine Mutter automatisch Anspruch darauf, nicht mehr im Schichtdienst oder an bestimmten Tagen eingesetzt zu werden. Ich kenne eine Krankenschwester und eine Sozialpädagogin, die sich aus diesem Grund nach der Elternzeit trotz Arbeitsplatzgarantie eine neue Stelle suchen mussten.

Woanders ist es ja genauso: wenn meine Arbeitszeit um sieben beginnt, die Kita aber erst um acht Uhr öffnet, ist das mein persönliches Problem. Natürlich kann man versuche, mit dem Arbeitgeber eine Regelung zu finden, aber eine Anspruch hat man darauf ganz sicher nicht.

MBadame 1Charentoxn


der Faden bestätigt mich nur in meiner Meinung: ich werde niemals Kinder kriegen - da hat man am Ende e nur die A-Karte :=o

EWmmia_Pxeel


der Faden bestätigt mich nur in meiner Meinung: ich werde niemals Kinder kriegen - da hat man am Ende e nur die A-Karte

Na wenn das Kinderkriegen eine so rationale Entscheidung wäre, bei der man einfach mit Strichliste abhaken könnte, dann wäre das Schicksal meines Sohnes als Einzelkind schon bei seiner Geburt besiegelt worden. ]:D

M2o+nikax65


Öhm, soweit ich weiß, hat keine Mutter automatisch Anspruch darauf, nicht mehr im Schichtdienst oder an bestimmten Tagen eingesetzt zu werden.

Automatisch nicht, aber wenn die Dienstpläne gemacht werden, sagt sie eben einfach, wann sie nicht kann.

SLunefloweDr_73


[[http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2013/0110/thema_4.jsp]]

E=mmaa._xPeel


Aber sie entscheidet doch nicht, dass das dann so umgesetzt werden kann?! In den Fällen, die ich kenne, war es eben so, dass die Mutter das eben entweder möglich machen musste oder sich einen anderen Job suchen durfte.

Also stimmt das hier doch:

Wird ein "Mensch" eingestellt, der eindeutige Einschränkungen mitbringt (z.B. nur Vormittags arbeiten können o.Ä.), dann obliegt es dem Arbeitgeber ob er sich darauf einlässt oder nicht.

und ist sehr wohl so einfach, weil nämlich Elternzeit oder besonderer Kündigungsschutz damit gar nichts zu tun haben.

kDnuNspDerta0scThe


Wird ein "Mensch" eingestellt, der eindeutige Einschränkungen mitbringt (z.B. nur Vormittags arbeiten können o.Ä.), dann obliegt es dem Arbeitgeber ob er sich darauf einlässt oder nicht.

Wenn er das tut, dann kannst Du für etwaige derartige Probleme die Du ansprichst, nicht den Arbeitnehmer verantwortlich machen.

@ Isabell:

Natürlich ist es hauptsächlich Sache des Arbeitgebers. Diverse oben genannte Damen wurden mittlerweile auch "entfernt".

Und wenn du jetzt zB jedes Wochenende, jeden Feiertag etc. arbeiten müsstest und dann noch von den Müttern erzählt bekommst, wiiiiee toll doch das Wochenende war und was sie nicht alles gemacht haben und du bist das ganze WE in der Arbeit gewesen, NUR weil DU keine Kinder hast, kannst du mir nicht erzählen, dass du nicht irgendwann genervt bist! :=o Da macht sich früher oder später einfach Frust breit, unter den kinderlosen Kollegen...

Wie gesagt, es sollte mit Sicherheit Rücksicht genommen werden, aber alles mit Maß und Ziel....

kInuspe)rtasxche


Und wenn du jetzt zB jedes Wochenende, jeden Feiertag etc. arbeiten müsstest und dann noch von den Müttern erzählt bekommst, wiiiiee toll doch das Wochenende war und was sie nicht alles gemacht haben und du bist das ganze WE in der Arbeit gewesen, NUR weil DU keine Kinder hast, kannst du mir nicht erzählen, dass du nicht irgendwann genervt bist! :=o

EDIT: .... wie toll doch das WE war und was sie nicht alles gemacht haben.... auch ohne Kinder, aber sie brauchen ja NUR wegen den Kindern frei... Sry, aber da biste irgendwann genervt.

a=va,nWtxi


Beim nachdenken über hier den Thread (will mich ja auf die zeit nach der elternzeit vorbereiten ;-D), ist mir aufgefallen, dass in allen Jobs die ich hatte (fsj, nebenjobs, Praktika und dann auch mal ein richtiger Job) das Problem bei Ausfällen NIE die Mütter und Väter waren. Die machen nämlich wenn sie oder die Kinder krank sind, homeoffice.

Den kundenkontakt musste ich oder sonstwer übernehmen und ja, das war scheiße, aber wenn andere krank waren, wurde es ruckzuck viel ätzender.

Außerdem backen Mütter öfter Kuchen fürs Büro, kümmern sich um Geschenke etc, alles neben ihrer Arbeitszeit ;-D

Also, ich fand unsere Muttis immer super. Und das obwohl ich wegen denen noch nie in Ferien Urlaub hatte und an Arbeitstagen, die alle frei haben wollten, immer das nachsehen hatte. Irgendwann bin ich dann diejenige auf die Rücksicht genommen wird und wenn die Kinder groß sind, nehm ich welche auf jüngere Kolleginnen.

Alles tutti.

IWsabexll


Knuspertasche

Und wenn du jetzt zB jedes Wochenende, jeden Feiertag etc. arbeiten müsstest und dann noch von den Müttern erzählt bekommst, wiiiiee toll doch das Wochenende war und was sie nicht alles gemacht haben und du bist das ganze WE in der Arbeit gewesen, NUR weil DU keine Kinder hast, kannst du mir nicht erzählen, dass du nicht irgendwann genervt bist! :=o Da macht sich früher oder später einfach Frust breit, unter den kinderlosen Kollegen...

Hier kommt wieder der Punkt der Pauschalisierung.

Ich habe so etwas weder in der Zeit als ich selbst noch keine Kinder hatte erlebt, noch als ich selbst als Mutter gearbeitet habe. Im Gegenteil: Als Mutter habe ich oft Wochenden gearbeitet oder Dienst geschoben. Auch Feiertags....(als Kellnerin UND auch im ÖD, als ich bei der Kripo war)...ich ging sogar noch weiter: Am WE oder Feiertags konnten die Omas oder auch der Vater (oder eben der Partner) meistens das Kind übernehmen und eben nicht ein KiGa oder eine Tagesmutter, die man zeitlich befriedigen musste, so dass ich das locker und sehr entspannt angehen konnte (noch dazu gerne, ich arbeite an solchen Tagen wirklich gerne, denn selbst an der Arbeitsstelle sind sie in gewisser Weise 'besonders' ;-)).

Und nichts für ungut, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass in Deinem Arbeitsumfeld ausschließlich solche Mütter rumlaufen, die genau diesen Fakt so ausnutzen. Natürlich gibt es sie, aber es sind sicher nicht 10 von 10.

S!che:hezekrade


Das ist eine emotional aufgeladene Situation, und ich kann beide Seiten verstehen.

Einerseits ist es natürlich ätzend, wenn man immer für Mütter einspringen muss. Ich arbeite als Lehrerin und kenne einige Kolleginnen mit kleinen Kindern, die natürlich gehen, wenn sie angerufen werden und ihr Kind krank ist. Die müssen ja auch vertreten werden. Gerade gegen Ende des letzten Jahres wurden dann plötzlich noch viele Kitas geschlossen, weil die Betreuerinnen krank waren und die Notbesetzung auch ausfiel, da hatten die Mütter auf ihrer Arbeit dann quasi "Bereitschaft" und mussten auf Anruf ihr Kind schnell abholen kommen. Und da bei uns auch schon ein hoher Krankenstand war, hab ich hinterher für drei gearbeitet.

Aber ich habe auch Verständnis dafür, was soll man machen? Ich selbst würde mir in einer ähnlichen Situation auch Verständnis und Hilfe von Kollegen wünschen. Und die Kolleginnen, die es betrifft, wissen auch, wie man die Stimmung hebt – mal zwischendurch ein Blech "Dankeschön"-Kuchen und auch der griesgrämigste Kollege lächelt wieder.

Ich finde, man sollte einfach Rücksicht aufeinander nehmen – aber zu "erwarten", dass es das persönliche "Recht" als Mutter ist, so und so behandelt zu werden, wird das Betriebsklima sicher nicht verbessern.

Kleine Gesten erhalten die Freundschaft.

E?mmha_Pemexl


mal zwischendurch ein Blech "Dankeschön"-Kuchen und auch der griesgrämigste Kollege lächelt wieder.

Das kann ich leider nicht bestätigen. Manche sind einfach froh, ein Feindbild gefunden zu haben und lassen ihren Frust dann allzu gern daran ab.

Dass ich während meiner Anwesenheit beinahe so viel geschafft habe, wie manch ein Vollzeitangestellter, dass ich mir meine Arbeit oft genug über's Wochenende mitgenommen habe, um niemanden übermäßig zu belasten, dass ich - wenn Papa unseren Sohn mal in die Kita bringen konnte - auch schon mal morgens um fünf im Büro saß, das wurde von einigen geflissentlich übersehen oder als Selbstverständlichkeit abgetan. Wenn ich umgekehrt dann mal ne Stunde eher losmusste und jemanden bitten musste, ein Telefonat für mich entgegen zu nehmen oder eine E-Mail zu beantworten, dann gab es immer Kollegen darunter, die mit den Augen rollten. Wenn sie selbst aber wegen "Kopfschmerzen" früher gehen, wegen ihres Arzttermins erst um zehn kommen oder die Mittagspause überziehen, weil sie Schuhe kaufen waren, dann ist das natürlich etwas gaaaaaanz anderes.

Ich habe aber den Eindruck, dass es sich immer um den gleichen Schlag Mensch handelt: die, die immer das Gefühl haben, zu kurz zu kommen und übervorteilt zu werden, wenn nicht sie selbst das vermeintlich größte Stück vom Kuchen bekommen.

Im Übrigen muss man nicht erst durch Kinder in so eine Situation kommen, flexiblere Arbeitszeiten zu benötigen. Ein schwer kranker Partner, eine eigene Erkrankung, die häufige und langwierige Arztbesuche erfordert, pflegebedürftige Eltern...

l3uciPdaGne


Emma

:)^

k7nuspuehrtaxsche


Und nichts für ungut, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass in Deinem Arbeitsumfeld ausschließlich solche Mütter rumlaufen, die genau diesen Fakt so ausnutzen. Natürlich gibt es sie, aber es sind sicher nicht 10 von 10.

Natürlich sind nicht alle Mütter so. Das wollte ich damit auch gar nicht sagen. Wir hatten eben für ca. 8 Monaten eine Kollegin, bei der es wirklich so war. Ich war damals so angepisst, vor allem weil ich mir denke, gerade in unserem Bereich kann man es halt nicht voraussetzen, dass immer so eingeteilt wird, dass es für eine Person passt und der Rest schaut durch die Finger. Die stimmung unter den restlichen KOllegen kannste dir vorstellen! Besagte Person wurde dann auch aus diesem Grund gekündigt, zu Recht wie ich finde.

Bei Kollegin Nr. 2 war die Situation ähnlich. Wurde nach einem Jahr auch gekündigt.

Glaubt mir, das war ein langes Jahr voll Spätschichten, war am Abend nur mehr an meinen freien Tagen zu Hause. Deswegen bin ich wahrscheinlich auch gleich so genervt, wenn es um so ein Thema geht. Ich will auch gar nicht alle in einen Topf werfen, ich weiß das nicht alle so sind!! @:)

Einerseits ist es natürlich ätzend, wenn man immer für Mütter einspringen muss

Was das einspringen betrifft, hab ich kein Problem mit. Es kann immer und jederzeit irgendwer krank werden, das ist nun mal so.Ist ja auch kein Dauerzustand.

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