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Mein Berufsleben-Jammer-Faden

HHannaahWce


Das muss man sich erstmal leisten können, wenn man weniger Geld bekommt.

Das läuft dann doch auch wieder darauf hinaus, dass nur ein eingeschränkter Personenkreis (geerbte Wohnmöglicheit, keine Mietkosten etc) solche Lösungen in Anspruch nehmen kann oder ein Teil der finanziellen Last auf den Partner abgewälzt wird. Dann macht man sich wieder abhängig von anderen. Alles nicht so ideal, dann doch lieber neuer Beruf statt Teilzeit.

Ich arbeite Teilzeit und wir haben eine sehr teure Mietwohnung (1200 Euro warm, weil Ballungsgebiet in einer der teuersten Regionen Deutschlands).

Mein Partner und ich haben Jahrelang die Mietkosten 50:50 getragen, als ich noch Vollzeit gearbeitet habe, jetzt machen wir 60:40, damit ich nicht ganz so blank bin am Ende des Monats. Ansonsten zahle ich meinen Anteil an allem selbst, also Essen, Kleidung, Auto usw.

Es geht. Natürlich hab ich weniger Geld als früher, aber wenn man ein bisschen aufs Geld achtet ist es fast immer möglich, 30 oder 35 statt 40 Stunden zu arbeiten. Man hat ja auch weniger Abzüge für Steuern und Sozialabgaben.

Und wenn man bereit ist, dann halt am Kinotag statt am Samstagabend ins Kino zu gehen und auf die Kanaren statt in die Karibik zu fliegen muss die Lebensqualität nicht drunter leiden.

MWilk'y_Ue7x7


Stimmt, Twilight, da hat sich jetzt schon was gedanklich in mir verändert.

Weniger Verdienst würde ich mittlerweile in Kauf nehmen für mehr Freizeit.

@ Parvati:

ja das wäre auch mein Wunsch, einen Partner zu haben mit dem man finanziell so abgesichert ist, dass der eigene Beruf quasi Hobby ist und man darauf eigentlich gar nicht angewiesen ist. Dann könnte man verschiedenes probieren und es wäre egal ob es lukrativ ist oder kaum Geld bringt. Aber das ist ja bei mir leider nicht der Fall.

Auch als Kind hatte ich keinen Berufswunsch. Erwachsensein war so weit weg und darüber habe ich nicht nachgedacht. Ballerina wollte ich eine Zeitlang werden, aber da wäre ich in meinem jetzigen Alter auch schon wieder arbeitslos. ;-D Vom nicht ausreichenden Talent mal ganz zu schweigen. ;-)

E hemaliger+ Nutzver (#8x7546)


Und wenn man bereit ist, dann halt am Kinotag statt am Samstagabend ins Kino zu gehen und auf die Kanaren statt in die Karibik zu fliegen muss die Lebensqualität nicht drunter leiden.

Ich beglückwünsche Dich zu Deiner Berufswahl - für die meisten Arbeitnehmer bedeutet "Teilzeitarbeit" ein anderes Gehaltsniveau.

MPilQky_ep77


@ HannahWe und Twilight:

ja, das sehe ich mittlerweile auch so, dass ich mit weniger Geld trotzdem auskommen könnte. Die Freiheit durch mehr Freizeit wäre mir mittlerweile wirklich mehr wert als das Geld.

Ich denke jetzt bin ich schon einen (kleinen) Schritt weitergekommen mit dieser Erkenntnis....

HhannaPhWe


Ich beglückwünsche Dich zu Deiner Berufswahl - für die meisten Arbeitnehmer bedeutet "Teilzeitarbeit" ein anderes Gehaltsniveau.

Danke. Ich habe den Beruf tatsächlich danach gewählt, wie sicher man später eine unbefristete Stelle und ein gutes Gehalt bekommt, und habe jetzt genau das bekommen, wonach ich gefragt habe:

Eine unbefristete Stelle und ein gutes Gehalt, aber keine Leidenschaft für den Job, keine Berufung, es ist einfach nur ein Job.

Würde ich es wieder so machen? Ich weiß es nicht. Würde ich meiner Tochter eines Tages raten, es genauso zu tun? Wahrscheinlich nicht.

E/hemalige0r NutLzer Q(#87x546)


Vor allem wollte ich darauf hinaus, dass - selbst wenn der AG dazu bereit ist, Stellen zu teilen - das für die meisten Arbeitnehmer keine Maßnahme zur Verbesserung der Lebensqualität ist, weil sie dann einfach zu wenig verdienen.

Da entscheidet es sich nicht zwischen Kanaren und Karibik, sondern zwischen nichts und überhaupt Urlaub, oder es findet sich keine anständige Wohnung mit dem Verdienst der Teilzeit-Arbeit.

Milky sagte ja auch, Teilzeitarbeit ginge bei ihr finanziell nicht.

_yParv!ati_


Das ist, entschuldige, Blödsinn.Wenn du in den Fängen des Amtes bist, darfst du dich bewerben, an Sinnlosmaßnahmen teilnehmen, evtl mal einen 1€ Job machen etc. Da ist weder das Geld noch die Zeit (wenn du in einer Maßnahme steckst) sich zu verwirklichen. Du hast nicht gerade viel Ahnung von diesem System oder? Und dazuverdienen darfst du und wird dir dann bis auf 100€ alles verrechnet.

In Zeiten meiner Arbeitslosigkeit war ich beim Amt gemeldet. Ich weiß daher sehr wohl von was ich rede ;-) und ich kenne auch viele in meinem Bekanntenkreis die arbeitslos sind, da ich in einer wirtschaftlich schwachen Region lebe.

Und sicher hätte ich da durchaus auch die Zeit gehabt mich selbst zu verwirklichen. Man muss sich nur die Zeit nehmen. Theoretisch wäre das sogar neben den Vollzeitjobs gegangen, die ich hatte. Sinnlosmaßnahmen und 1€-Jobs gibts hier übrigens kaum. Hatte bisher nur eine Sinnlosmaßnahme und 1€-Job noch nie. Kenne keinen, den es bisher anders ergangen ist.

Ob man zur Selbstverwirklichung Geld braucht kommt auch darauf an, was man machen will. Ich habe bisher nur wenig Geld gebraucht und manches habe ich mir zum Geburtstag oder Weihnachten schenken lassen.

Weil das so ist. Wird natürlich nicht offiziell gesagt, aber unter der Hand wird das so beim Jobcenter gehandhabt.

Aha, weil das so ist... und wenn ich jetzt das Gegenteil behaupte? Hilft uns das jetzt weiter? Anscheinend tickt jedes Amt anders. Ich persönlich habe es noch nicht erlebt, dass einem Mann oder Frau ab 40. keine Umschulung gewährt wurde.

Auch blödsinn,wenn du nicht gerade bei ner Bank anfängst... wer kann denn von 300-400€ seine Mite,essen etc. zahlen? Auch das kann man nur machen, wenn Männe/Partner alles zahlt ;-)

Nicht nur die Bank zahlt gut. Jedoch, wenn man um die 300-400€ bekommt, muss der Partner schon mal nicht alles zahlen ;-)

Und ich sagte ja auch, dass man dann irgendwie mit dem Ausbildungsgehalt klarkommen muss. Da kommt es dann natürlich auch wieder auf die Umstände an. Wenn man Alleinstehend ist, ist das sicher schwieriger. Allerdings wird es wohl Fördermöglichkeiten geben (Wohngeld, Ausbildungsdarlehen usw.) Aber da kenne ich mich ehrlich gesagt nicht so genau damit aus.

Das stimmt, ist nicht dein Bier, aber dann schreib hier auch nicht so allgemeingültig

Du hast mit dem "hätte, wäre, wenn..." angefangen ;-) Sonst habe ich mich nur auf mich oder auf die TE bezogen. Von der TE wissen wir ja auch, dass sie einen Partner hat, welcher verdient. Ist halt die Frage, ob der Mann die TE bei der beruflichen Umorientieren mit unterstützen würde und ob es vielleicht auch über kurze Zeit möglich wäre von einem Gehalt zu leben. Wenn dem so ist, würde ich mir an Milkys Stelle ernsthafte Gedanken um eine Neuorientierung machen.

und scheinbar richtige Dinge, die nicht stimmen.

Wer sagt, das du im Recht bist und ich nicht? Ich glaube eher, dass du mir nicht gönnst, dass ich es geschaft habe meinen Weg zu gehen. Zumindest lese ich das hier so raus. Sonst hättest du nicht so eine "hätte, wäre, wenn" Diskussion losgetreten. Der Satz: "Wärst du jetzt alleinstehend, hättest du dich eben nicht mal ebenso verwirklichen können." sagt doch diesbezüglich schon alles aus...

H`ann2ahWxe


die meisten Arbeitnehmer keine Maßnahme zur Verbesserung der Lebensqualität ist, weil sie dann einfach zu wenig verdienen.

Das behauptest du. Genauso wie ich behaupte, das die meisten Menschen genügend Geld hätten, weniger zu arbeiten. Ich glaube der durchschnittliche Brutto-Verdienst in Deutschland liegt bei 3000 Euro. Nur weil es vielleicht (absolut geschätzt jetzt!) 30% der Menschen NICHT können, heißt das ja nicht, dass es nicht 70% der Menschen es könnten.

Aber die moisten würden das garnicht wollen. Für viele ist der Arbeitsalltag nicht so unerträglich wie für Milky, und viele sind gerne bereit, für mehr Geld auf Freizeit zu verzichten.

Bei Milky ist der Leidensdruck noch nicht groß genug, sie könnte sehr wohl auf Einkommen verzichten. Aber sie hat ja zig teure Hobbies, geht gerne Shoppen, fährt in Urlaub usw.

Natürlich kann man nicht alles haben: Ein Leben auf großem Fuß und viel Freizeit. Aber bitte behauptet nicht, dass es nicht möglich ist, mit weniger Geld auszukommen.

Ich wette wenn mir jemand Milkys Einkommen und eine Übersicht über ihre monatlichen Ausgaben vorlegen könnte, ware ich in der Lage, ihr Änderungen vorzuschlagen, mit denen sie locker mit einer 30 stunden Woche über die Runden kommen würde. Wenn man natürlich standing Frust-Shoppen muss, weil man so genervt ist von seinem Leben, das man sich wenigstens mal was "gönnen muss" zwischendurch, dann ist es natürlich nicht weit her mit dem Sparen. Aber sie hat ja schon geschrieben, dass es bei ihr in der Firma nicht möglich ist, Teilzeit zu arbeiten.

Myilky_te77


HannahWE, du hast es gut zusammengefasst.

Ich denke ich könnte mit dem Gehalt von 30 Stunden durchkommen.

Es stimmt ja, einiges ist Frustshopping bzw. ich belohne mich fürs Durchhalten in der Arbeit. Wenn ich glücklicher und entspannter durch mehr Freizeit und dadurch auch mehr Schlaf wäre, würde ich sicher weniger ausgeben.

Nicht alles in der Freizeit kostet viel Geld und vieles ist überhaupt gratis.

Fernsehen (liebe ich!), am See liegen oder im Park sitzen, spazierengehen, Freundinnen besuchen oder Besuch bekommen, in die Bücherei gehen (sehr günstig....), joggen gehen...

Kino oder Therme ist unter der Woche günstiger....

Also ich könnte die Freizeit gut nutzen ohne mehr Geld zu brauchen.

Wie gesagt, wahrscheinlich würde ich sogar weniger Geld ausgeben als jetzt.

Aber momentan ist es hier leider nicht möglich Stunden zu reduzieren.

Ich hoffe irgendwann werde ich dieses Ziel erreichen!!

EwhemMaligerT Nu4tzer8 (#8x7546)


Das behauptest du. Genauso wie ich behaupte, das die meisten Menschen genügend Geld hätten, weniger zu arbeiten. Ich glaube der durchschnittliche Brutto-Verdienst in Deutschland liegt bei 3000 Euro. Nur weil es vielleicht (absolut geschätzt jetzt!) 30% der Menschen NICHT können, heißt das ja nicht, dass es nicht 70% der Menschen es könnten.

Das behauptest Du. Aber Statistiken berücksichtigen auch die Gehaltsspitzen, deswegen kommt das mit 3000 € nicht hin.

Oder mal andersrum gedacht: mindestens die Hälfte der Berufe in Deutschland sind jetzt nicht so wirklich beliebt bzw. werden von den Ausübenden als sehr auslaugend empfunden: Verkäuferinnen, Bäckerei-Angestellte, Servicepersonal in Restaurants und Cafés, Friseurinnen, Raumpflegerinnen, Krankenschwestern, Altenpflegerinnen, Erzieherinnen usw., die Liste könnte man ewig fortführen.

Diese Leute bekommen garantiert nicht 3000 €, und sie machen (zusammen mit allen anderen nicht so gut bezahlten Berufen, die mir gerade nicht einfallen) auf jeden Fall mehr als 30 % der Bevölkerung aus.

Nur weil Du ausreichend verdienst und Milky eine schlecht Finanzen planende Frustkäuferin ist, kannst Du es nicht verallgemeinern und sagen, abgesehen von 30 % wäre Teilzeitarbeit ja trotz des geringeren Einkommenns die Lösung.

Das ist kurzsichtig und wirklichkeitsfremd gedacht.

M0ilky(_ex77


Eine schlecht finanzenplanende Frustkäuferin bin ich absolut nicht!

Ich habe meine Finanzen voll im Griff, spare nicht gerade wenig und die Frustkäufe sind in meinem finanziellen Rahmen, sodass ich trotz des Shoppings immer noch jedes Monat Geld beiseite legen kann.

Bei Teilzeitarbeit müsste ich meine Käufe natürlich einschränken und/oder weniger Geld sparen. Und Geld zu sparen ist mir wichtig.

Aber mittlerweile würde ich dafür Einschränkungen in Kauf nehmen, wenn ich mehr Freiheit/Freizeit hätte.

E0hemalUiger Nu6tze%r (#32x5731)


Ballerina wollte ich eine Zeitlang

Da wäre dein Arbeitstag aber deutlich länger und freie Wochenende ist da auch nicht ;-)

T2his Twi;light VGardxen


Aber mittlerweile würde ich dafür Einschränkungen in Kauf nehmen, wenn ich mehr Freiheit/Freizeit hätte.

Ich finde, das ist doch schon mal ein Anfang... und was ist mit der Idee in "deinem" Beruf nach einer Teilzeitstelle zu suchen?

@ _Parvati_

dann haben wir wohl grundverschiedene Erfahrungen gemacht, was die Anhängigkeit vom Amt und deren Machenschaften angeht. Sonst könnten wir uns besser nachvollziehen.

Und klar gönne ich es dir und es ist toll, wenn man das machen darf, was man gerne macht ohne darauf zu achten, ob die eigene Existenz bedroht ist. Aber es ist nicht mal eben so einfach zu bewerkstelligen, bzw mit einem: man muss nur wollen...

Ich sehe es an meinem Mann: mit 16 eine Lehre gemacht (gehasst, war der Wunsch der Eltern), danach Abi nachgemacht, angefangen zu studieren, durch sämtliche behördliche Raster gefallen, so dass er neben dem Studiumteilweise 3 Nebenjobs hatte, bis er das Studium abbrechen musste da er es sich nicht mehr finanziell leisten konnte.Seitdem hoppt er von Hilfsjob zu Hilfsjob... Zeitarbeit etc. Es kommt rein gar nichts bei rum... keine unbefristeten Stellen, nur ein verheizen der Arbeitskraft. Und ständig noch das Amt im Nacken... Wenn du hier nicht spurst bekommst du ratzfatz ne Maßnahme etc. aufgedrückt... und zwar sinnlose.

Immer wennb er eine neue Chance sah (Studium fortsetzen, Ausbildung machen) scheiterte es an den Geldern... mal ist er zu alt, dann gibt es keine förderung vom Amt... bestes Beispiel: er wollte eine Ausbildung zum MTRA machen. Kostenfrei. 3 Jahre. Vollzeit. Er musste der Ausbildungsstelle nur belegen, wie er sich die 3 Jahre finanziert... und da sagt das Amt: nö. Und wenn mann VZ arbeitet und nebenher noch pauken muss, wie soll er sich da noch finanzieren. Solche Storys habe ich endlos erleben müssen...

Dpestinfe1ktixon


This Twillight Garden oh das hört sich nicht sehr gut an. Ich hatte solche Storys auch in meiner Umgebung zu genüge gehört. Arbeit und Einkommen hat viel mit Glück gemeinsam. Viele werden auch erst krank von diesem Systhem. Versuchen alles aber ihnen fehlt einfach der Sponsor. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Es ist aber trotz Alledem möglich mit wenig glücklich

zu werden.

THhis_ Twilig]ht Ga3rden


Es ist aber trotz Alledem möglich mit wenig glücklich

zu werden.

Klar, dass sehe ich auch so. Aber wenn du 2 Kinder hast, verantwortung, ist dasnochmalwas anderes. Als Single, bzw. ohne Kinder ist das anders, wenn man von Job zu Job lebt.

So wäre aber mal was sicheres angesagt, ohne Befristung und unter Mindestlohn...

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