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Operation ohne elterliche Einwilligung

D^emmLDii hat die Diskussion gestartet


Hallo,

zunächst: ich bin neu hier im Forum und weiß nicht, ob ich hier in der richtigen Kategorie bin. Ich bitte dies zu entschuldigen.

Ich habe folgendes Problem: ich bin 16 und leide an einer Phimose. Ich habe mich monatelang im Internet darüber informiert; was man machen kann, gibt es Alternativen zur Zirkumzision, welche Folgen bringt es mit sich...

Schließlich habe ich mich dazu entschieden demnächst zum Arzt zu gehen, da es ja ein ernsthaftes Thema sein soll, was auch gefährlich sein kann?! Da meine Eltern aber, naja, sagen wir's so, sehr direkt sind, kann ich mit ihnen nicht wirklich darüber reden. Also ich will es nicht wirklich, es ist ja schon etwas privates und intimes, was nicht unbedingt jeder erfahren muss. Wer jetzt denkt "Es sind deine Eltern!!" kann jetzt gerne diesen Beitrag verlassen. Konservativ denkende Menschen kann ich nicht ausstehen. Soweit ich weiß, sind Ärzte auch gegenüber Minderjährigen der Schweigepflicht gebunden, auch gegenüber den Eltern; stimmt das oder habe ich was falsch verstanden? Angenommen der Arzt würde mir zu einer Operation raten, bin ich quasi gezwungen, meinen Eltern davon zu berichten? Ich kann nachvollziehen, dass man als Minderjähriger seinen Eltern von ärztlichen Eingriffen berichten muss und auch nur mit deren Einverständnis so etwas durchführen kann, da man ja bis zum 18. Lebensjahr angeblich die geistige Reife nicht hat, um so etwas selbst zu entscheiden. Ich könnte jetzt ein ganzes Buch darüber schreiben, wie unüberlegt das ist, aber egal, es geht jetzt nicht darum. Ich finde, dass ich das doch sehr ernst nehme und dass ich mich gründlichst darüber informiert habe; es ist mir ja nicht egal, es ist mein Körper, wo ein Stückchen Haut abgetrennt wird! Und natürlich geht es mich was an, was die Alternativen sind oder vll mit was für Folgen ich rechnen muss. Deshalb denke ich, dass ich auch ohne meine Eltern eine Entscheidung in der Tragweite treffen kann. Das einzige, was meine Eltern tun würde, ist genau das, was ich bereits getan habe: sich darüber informieren.

Nun aber: wie sieht es rechtlich aus? Geht das? Kann ich mich von meinem Arzt operieren lassen, wenn er es als nötig empfindet, ohne es meinen Eltern zu sagen?

Lieben Gruß

P.S.: Denkt dran: dumme Antworten brauche ich nicht! Und wenn ihr es nicht wisst, bitte (!!), lasst es und geht in ein anderes Forum. Hinweise, wie "Stell dich nicht so an, es sind deine Eltern" kann ich nicht gebrauchen! Ich habe sehr lange darüber nachgedacht!

Antworten
s#uns;hine8x3


Ich kann dich gut, verstehen, wenn du Probleme hast, mit deinen Eltern darüber zu reden. Leider brauchst du als Minderjähriger aber die Einwilligung deiner Erziehungsberechtigten zur OP. Führt also leider kein Weg daran vorbei, es anzusprechen, sorry.

DpemmDxii


Wieso dürfen dann Mädchen schon ab dem 14. Lebensjahr ohne Einwilligung der Eltern abtreiben?

S1unflobwer1_7x3


Bzgl. medizinischer Behandlungen KANN bei Personen ab 16, die ganz offensichtlich eine ausreichende geistige Reife besitzen, auf das Einverständnis der Eltern verzichtet werden.

Es ist aber anzunehmen, dass sich bei einem operativen Eingriff kein Arzt auf diese "Kann-Klausel" verlassen wird. Eine OP ist etwas anderes als eine Akne-Behandlung o.ä.

Wie stellst Du Dir außerdem eine OP vor, von der Deine Eltern nicht erfahren? Wie Krankenhausaufenthalt verschweigen oder bei ambulantem Eingriff die 24 Stunden-Rundumbetreuung sicherstellen?

Wenn Du Dich so reif fühlst, wie Du Dich hier darstellst, müsstest Du schlichtweg auch die Reife besitzen, zumindest NACH ärztlicher Entscheidung Deine Eltern zu informieren und deutlich zu machen, dass es DEINE Entscheidung ist und die feststeht. Du musst sie ja nicht in den Entscheidungsprozess einbinden.

Ja, das alles willst Du nicht hören. Aber jeder seriöse Arzt mit einem gewissen Sicherheitsbedürfnis wird die OP nicht ohne elterliche Unterschrift wagen. Sollte dann etwas schiefgehen, ist das Argument, dass Du eben DOCH nicht die Tragweite der Konsequenzen erfassen konntest, verdammt naheliegen als Argument für einen Anwalt.

S9unf&lowerx_73


Wo hast Du das mit der Abtreibung her? Geht nämlich auch nicht sooo einfach. [[http://www.uni-kiel.de/isk/cgi-bin/files/SSA%20_bei%20MJen.pdf]]

Außerdem ist in dem Fall eh die verpflichtende Beratung vorgeschaltet, wo das Mädel ggf. die geistige Reife demonstrieren kann.

D%emmD7ii


Alles klar, mich direkt angreifen, sobald einem etwas nicht passt, schon klar. Mir ist bewusst, dass eine OP nichts leicht hingesagtes ist. "Wenn du dich so reif fühlst,": genau, die alte Masche, die die meisten anwenden. Direkt "Kinder" als nichtswissende darstellen, die meinen alles besser zu wissen. Das habe ich nicht behauptet, ich denke aber schon, dass es gewisse Punkte gibt, die der Gesetzgeber Minderjährigen verbietet, die man auch wirklich ohne seine Erziehungsberechtigten entscheiden kann. Das habe ich behauptet!

Und wenn es doch kein Arzt "wagen" würde, wieso gibt es dann diese "Klausel"? Und wenn etwas "schief läuft": es war damit zu rechnen, bei jeder Operation besteht das Risiko von Komplikationen, oder? Und man ist mit der Operation einverstanden! Wenn die Eltern unterschreiben, sind sie damit einverstanden. Und wenn es diese "Klausel" gibt, sollte es keinen Unterschied zwischen Eltern und Kind geben, oder? Sehr widersprüchlich, merken Sie selbst, oder? Und ein Arzt wird auch keine OP durchführen, wenn er Bedenken hat.

Sie hätten auch ganz normal antworten können und nicht direkt so einen angreifenden Ton an den Tag legen müssen. Trotzdem danke für die ach so konstruktive Antwort! ":/

Spunflowexr_73


Angreifender Ton? Dito!

Ich habe logische Fragen gestellt (komplette Verheimlichung einer OP, fehlende Aufsicht nach einem ambulanten Eingriff) – und die rechtliche Lage dargestellt. Es ist nicht MEINE Entscheidung, dass man in D mit 18 volljährig ist und vorher halt als begrenzt geschäftsfähig etc. gilt. Dass es heißt, dass best. geistige Fähigkeiten erst mit 18 ausgereift sind. Ja, das sind pauschale Werte und die gibt es nun mal.

Und da Du die deutsche Gesetzgebung nicht ändern wirst, bleibt das Grundproblem bleibt:

Es gibt die Möglichkeit, dass jemand ab 16 als ausreichend einsichtsfähig gilt. In der Praxis gilt dies aber eben bei KLEINEN Dingen, harmlosen Behandlungen. Denn wenn ein Arzt operiert, es Komplikationen gibt (Dein "gutes Stück" ist nun mal kein Ohrläppchen, was gepierct werden soll – und selbst DAS geht nur mit Einwilligung der Eltern bei Minderjährigen!), dann muss der Arzt letztlich beweisen, dass er Deine geistige Reife richtig beurteilt hat. Da ein Urologe aber kein erfahrener psychiatrischer Gutachter ist, könnte im Falle eines Falles genau DER Aspekt kritisch werden – und daher verzichten Ärzte sicherheitshalber halt drauf, Eingriffe ohne elterliche Einwilligung durchzuführen.

Tut mir leid, wenn Dir die Wahrheit nicht gefällt oder in den Kram passt. Aber so sind die Fakten. Völlig unabhängig von Deiner persönlichen geistigen Reife, die Du zu besitzen meinst oder besitzt.

EShe>malairger Nut6zer (#v3257x31)


Da bei einer OP immer von Risiken auszugehen ist und das Komlikationen wie Blutungen, Infektionen etc auftreten können, muss ein Elternteil ein Einverständnis geben.

Sonst begibt der Arzt sich nämlich auf dünnes Eis.

Normalerweise wird es auch so laufen: du kannst zum Arzt gehen, wenn der eine OP Indikation stellen sollte, wirst du geben mit einem Elternteil zum nächsten Termin zu erscheinen, dort erfolgt dann eine Aufklärung und ein Elternteil muss das unterschreiben.

Ganz einfach. Willst du das nicht musst du zwei Jahre warten, dann bist du Volljährig und kannst das selber unterschreiben ...

k|nubb`elWi9nchxen


frag doch einfach den arzt, ob das möglich ist, ohne dass deine eltern das erfahren. der versteht das bestimmt :)z

S$unflaowAer_x73


Verstehen: Sicherlich.

Aber die für ihn rechtlichen Konsequenzen werden sämtliches Verständnis zunichte machen. Weil der Arzt im schlimmsten Falle damit seine Existenz und Zulassung gefährdet.

byoandl$kramxa


Hast du denn schon Alternativen zur Beschneidung versucht? Keinen Erfolg gehabt damit?

Du kannst ja erst mal zum Arzt gehn und dich erstmal beraten lassen und dann weitersehen. Der wird dir dann schon auch gleich sagen, ob du die Zustimmung deiner Eltern brauchst. Ich würde aber ohnehin mit ihnen reden, nach dem Termin. Denn mitkriegen werden sie es zwangsläufig sowieso. Das ganze lässt sich nicht heimlich machen.

E;hedmaligetr Nutizer (#3x25731)


Heimlich sollte man sowas ohnehin nie machen, alleine schon weil man ja meist etwas angeschlagen ist und auch Schmerzen hat nach Eingriffen und Eltern sind ja auch nicht blöd, die bekommen ja auch mit wenn dem Kind was weh tut.

Und das wird ja auch Konsequenzen nach sich ziehen wenn du noch zur Schule gehst, ggf. fällst du ein paar Tage aus, kannst ggf. nicht am Sportunterricht teilnehmen .... wer schreibt dir die Entschuldigung?

Das sind ja alles Sachen die bedacht werden müssen und was ist wenn sich wirklich eine Komplikation einstellt? Infektion etc?

Rsi=ghtNxow


@ DemmDii:

Wenn du dich erwachsen genug fühlst um eine Beschneidung durchführen zu lassen, dann kannst du dich auch erwachsen benehmen und mit deinen Eltern reden. Oder du wartest noch zwei Jahre "leidest" weiterhin bezüglich deiner Phimose und machst dann die OP. Denn kein Arzt wird ohne Zustimmung deiner Eltern diese OP durchführen, da kannst du dran rütteln wie du willst.

Wie Sunflower_73 und Mellimaus21 schon geschrieben haben: Wie willst du denn bitteschön das ganze Verheimlichen? Meinst du deine Eltern wird es nicht auffallen wenn du Schmerzen hast? Wenn du total müde und erschöpft von einer OP nach Hause kommst? Abgesehen davon, dass du Krankenhaus sowieso nicht alleine ohne Begleitperson verlassen darfst?

Du hast das Ganze jedenfalls nicht allzu gut durchdacht, du hast dich zwar ausreichend informiert, aber eben nicht darüber nachgedacht das eine OP nicht Mal eben so locker nebenbei erledigt wird. Der Heilungsprozess dauert nämlich auch ein bisschen an. Deshalb: Sammel dein Infomaterial, rede dann mit deinen Eltern warum du das machen willst und dann werden sie sicherlich Verständnis haben.

tZuffarxmi


Alles klar, mich direkt angreifen, sobald einem etwas nicht passt, schon klar. Mir ist bewusst, dass eine OP nichts leicht hingesagtes ist. "Wenn du dich so reif fühlst,": genau, die alte Masche, die die meisten anwenden. Direkt "Kinder" als nichtswissende darstellen, die meinen alles besser zu wissen.

du fühlst dich aber schnell angegriffen.

hier geht es einfach um rechtliche rahmenbedingungen, an die sich ein arzt halten wird. daran kannst du (oder wir hier) nichts ändern.

übrigens ich habe auch mal einen operativen eingriff ambulant machen lassen, war volljährig, und wollte ihne vor meinem bruder mit dem ich damals zusammenwohnte verheimlichen – hat nicht geklappt!

D3emmD.ixi


Erst mal: danke für die vielen Antworten! ;-)

Den Punkt mit dem "verheimlichen" habe ich tatsächlich nicht ganz bedacht, ich wollte mich zunächst informieren, ob das denn eigentlich möglich ist; dann mir weitere Gedanken machen. Ihr kennt nicht meine Eltern und könnt es deshalb nicht verstehen, das ist ok.

Ich denke, ich habe hier viel zu sehr meine eigene Meinung in die aktuelle rechtliche Situation mit eingebracht. Natürlich weiß ich, dass ich das Gesetz nicht ändern kann, klar. :-D Nur haben hier sicher einige bemerkt (naja, die, die ihr Hirn ein bisschen eingeschaltet haben und nicht nur darüber nachgedacht haben, wie sie mir jeden einzelnen Punkt abstreiten), dass diese Bedingung mit der Volljährigkeit nicht in allen Fällen sinnvoll ist. Aber, egal, darauf möchte ich jetzt nicht weiter eingehen, sonst wird das Thema wieder zu schnell gewechselt und ich als kleiner "Besserwisser" dargestellt, der sich doch dann auch wie ein Erwachsener benehmen soll. Hier ganz kurz: Sie sind erwachsen? Sie sind rechtlich gesehen erwachsen, ob auch geistig...?!

Was ich abschließend noch erwähnen will: ich habe in meinem Beitrag geschrieben, dass ich meine, dass ich eine Entscheidung in dieser Tragweite selbst entscheiden kann und es meiner Meinung nach absolut keinen Unterschied macht, ob es meine Eltern wissen oder nicht. Dass jetzt einige hier gleich antanzen und meinen das ins Lächerliche zu ziehen, ist schlichtweg dumm. Entschuldigt bitte, dass ich mir darüber Gedanken gemacht habe und zu dem Entschluss gekommen bin. Hätte eigentlich Antworten erwartet, die mir irgendwie weiterhelfen, anstatt jeden Satz von mir zu kritisieren.

Trotzdem danke für den Hinweis mit der Nachbehandlung und der Zeit nach der OP, darüber habe ich mir jetzt erst mal keine Gedanken gemacht; war jetzt noch bei der rechtlichen Situation. Dann muss ich wohl noch zwei Jahre warten.

Schönen Abend euch noch.

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