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Brüllende Kollegen, Vorgesetzte, wie richtig reagieren?

mrondq+stexrne


Mein Abteilungsleiter wurde in meiner Anwesenheit von einem anderen Abteilungsleiter angebrüllt, die Arbeit (an der ich ebenfalls beteiligt war) wurde mit vulgären Ausdrücken niedergemacht.

Niemand hat das Recht Deine Arbeit derart nieder zu machen. Ich weiß nicht, ob es richtig ist, das auf sich beruhen zu lassen.

Ich musste mich ehrlichgesagt sehr stark zusammenreißen, um ihn nicht aufzufordern, das Büro zu verlassen und bitten wiederzukommen, wenn er sich wieder beruhigt hat.

:)^

Richtig!

Du bist nicht seine Mutter.

Was denkt ihr, was wäre in so einem Fall die richtige Reaktion?

Ich denke, Du hast richtig reagiert. Die Frage ist nur, was machst Du jetzt? Es beschäftigt Dich noch. Ich würde es nicht einfach so auf sich beruhen lassen.

@ Cornelia59

Aber ich frage mich heute noch, was hätte ich anders machen können?

Vielleicht den Raum verlassen mit den Worten "es tut mir leid, aber ich muss mal kurz raus".

@ LadyM

Oder ist man tatsächlich dazu verdammt, die Klappe zu halten, weil das die allerbeste aller Lösungen ist?

Nein. Schnellschüsse finde ich allerdings eine schlechte Lösung. Mir hilft es eine Nacht darüber zu schlafen. Dann kann ich mir immer noch überlegen, ob ich etwas machen möchte, oder ob ich es doch lieber auf sich beruhen lasse.

e7phialZtes 8v. t&raxchis


Manchmal ist man tatsächlich in der Situation, dass man das Brüllen eines Vorgesetzten / Kollegen entweder sich gegenüber oder anderen gegenüber ertragen muss und nicht rausgehen kann.

Ich versuche jungen Kollegen immer dahingehend einen Rat zu geben, dass sie sich den Brüller / die Brüllerin ganz einfach in dem Moment so vorstellen sollen, dass er / sie nackt vor einem steht und am Brüllen ist.

Natürlich darf man dann nur innerlich grinsen, aber es hilft doch tatsächlich, die Situation zumindest für sich selbst ein bisschen in Richtung Entspannung zu bringen!

LDadyxM


Ich glaube ich hätte beide angeschaut und wäre zu meinem Schreibtisch gelaufen. Danach hätte ich mit meinem Chef darüber gesprochen. Das ist: 1. Schlechter Führungsstil, 2. Ein Fall für den Betriebsrat, falls vorhanden 3. Ein Seminar für Konfliktmanagment. Leider passiert das sehr oft im Geschäftsaltag. Traurig.

Ich hätte höchstens von meinem Schreibtisch weggehen können...

ich würde in so einer situatrion einfach wortlos den raum verlassen bis wieder ruhe ist u sollte ich gefragt werden, würde ich sagen, dass ich diesen umgangston nicht mag und ihn auch nicht gewöhnt bin.

... und das klingt eigentlich gar nicht so schlecht :-)

Ich kenne keins. Denn wenn einer wirklich auf 180 ist und sich so wenig im Griff hat, dass er meint, seine Gefühle herausproleten zu müssen, dann helfen die süssesten Engelszungen nichts.

Dass auf ihn einreden und ihn bitten, einen aussprechen zu lassen, nichts bringt, habe ich beobachten können :-/ Vielleicht wäre da eher eine Frage angemessen gewesen, in der Art "Warum sind Sie denn so wütend?"

Nicht drohen, nicht selbst ausrasten.

Das fällt mir tatsächlich schwer ]:D Deshalb möchte ich mich gern für nächstes Mal wappnen.

Ich sagte ihr, sie möge bitte nicht so schreien, ich würde mich dann immer so erschrecken, weil ich das von Zuhause nicht kennen würde. Sie war so beeindruckt, dass sie es meinen Eltern erzählte....und versuchte fortan, sich etwas mehr zu beherrschen.

Das klingt wirklich gut :)^ Eigentlich ja die Umsetzung dessen, was midnightlady geschrieben hat.

Wenn doch, also auch, wenn es in den eigenen Ohren schmerzt, warum nicht mitbrüllen. Als Erklärung kann man durchaus geben, dass man sich eben anpasse. Jung, dynmisch, flexibel. Schließlich ist man lernbereit und sieht Vorgesetzte als Vorbild.

:-D Stelle ich mir gerade tatsächlich lustig vor. Wenn der Herr da so rumbrüllt und rumflucht und ich dann plötzlich auch brülle "Sch** Computer!! Immer dieser verf** Sch** hier, nie funktioniert was wie ich es will!!" und als Erklärung dann auf Anpassung und Vorbild verweise... Das wäre ja dann kein Eingreifen, somit kein Gesichtsverlust für den Angebrüllten und vielleicht würde das dem Brüllenden tatsächlich den Spiegel vorhalten. So spontan gefällt mir die Idee immer besser ]:D

miguelmariachi, hast du das denn selbst schon mal ausprobiert?

Ignorieren.

Mein ehemaliger Chef hatte seine cholerischen Phasen, in denen er andere ziemlich heftig niedergemacht hat. Meine Kollegen und ich kannten das, haben weiter gearbeitet unds nicht gross beachtet. Neulinge oder besonders engagierte Zeitgenossen, die dann meinten, schlichtend oder aufpeitschend reagieren zu müssen, habens in der Regel nur verschlimmert.

Wenn einer streiten will, dann tut ers. Und lässt sich selten beschwichtigen.

Hmm... :-/

Schnellschüsse finde ich allerdings eine schlechte Lösung. Mir hilft es eine Nacht darüber zu schlafen. Dann kann ich mir immer noch überlegen, ob ich etwas machen möchte, oder ob ich es doch lieber auf sich beruhen lasse.

Ja, ich habe jetzt ein paar Nächte drüber geschlafen und eben gemerkt, dass ich gerne wissen möchte, wie ich in Zukunft mit sowas am besten umgehen kann und soll. Ich würde ihn jetzt nicht im Nachhinein auf sein Verhalten ansprechen, denke ich, dafür sehe ich ihn auch zu selten (alle 2-3 Wochen) und bis zum nächsten Mal kann er sich wahrscheinlich selbst nicht mehr dran erinnern. Nur war es sicherlich nicht das letzte Mal, dass ein Kollege oder Vorgesetzter rumbrüllt und ich möchte mich dann einfach nicht mehr hilflos fühlen :-/

Ich versuche jungen Kollegen immer dahingehend einen Rat zu geben, dass sie sich den Brüller / die Brüllerin ganz einfach in dem Moment so vorstellen sollen, dass er / sie nackt vor einem steht und am Brüllen ist.

Diesen Tipp kenne ich bisher nur für Prüfungssituationen ;-D

S/unflgowexr_73


Ignorieren, so lange man Dich nicht direkt angreift.

In dem Fall bleibe ich ruhig und sachlich, schildere ohne Angriffe meine subjektive Sichtweise. Oder bitte das Gegenüber wirklich um eine Auszeit, wenn es sich gar nicht beruhigt und ein vernünftiges Gespräch nicht möglich ist.

Habe so etwas aber erst 2x erlebt. 1x ließ es sich klären; beim 2. Mal ging nix mehr und es wurde ein Gespräch in Anwesenheit einer von beiden Seiten akzeptierten, neutralen 3. Person geführt.

Aber solange es mich nicht persönlich betrifft, halte ich mich raus. Auch mit anschließenden Kommentaren gegenüber beliebigen anderne Personen.

M#eis@tery_Glxanz


Hmm...

Gibt vielleicht Situationen, wo ein Eingreifen nötig ist. Muss man dann abschätzen. Grundsätzlich find ich aber, man verschlimmert eher was.

K5lexio


LadyM

Ja, wenn das vom eigenen Vorgesetzten kommt, dann stelle ich mir die Hemmschwelle da auch viel höher vor, da etwas zu sagen – was auch immer das sein könnte.

Das ist schon einmal das erste Problem, dass sich viele durch Angst aus der Affäire ziehen. Umgekehrt weißt Du genau, dass Du durch Dein Nichtssagen es erst mit möglich gemacht hast, dass dieser Mensch einen anderen niedergemacht hat. Und nein, natürlich ist es nicht das Beste zuzulassen, dass sich jemand derart cholerisch aufführt. Er hat schlichtweg kein Recht andere persönlich abzuwerten und das hat er ja getan, wenn ich Dich richtig verstanden habe. Etwas anderes wäre es, wenn er sachlich gewesen wäre. Es steht ihm schlichtweg nicht zu andere zu beleidigen und es ist ganz egal wer er ist. Das eine ist die berufliche Hierarchie und das andere die persönliche Ebene und niemand hat das Recht einen anderen abzuwerten.

Es müsste doch da aber sicher Tricks geben, wie man solche Situationen entschärfen kann? Oder ist man tatsächlich dazu verdammt, die Klappe zu halten, weil das die allerbeste aller Lösungen ist?

Ja, das gibt es, es gibt Deeskalationsmöglichkeiten (Unterbrechen und Versuch den Wütenden abzuholen und heruntrholen). Allerdings nur, wenn Du auch tatsächlich etwas sagst. Die Frage ist, ob hier so ein Versuch Sinn macht oder eine subjektive Abgrenzung, denn sogar wenn Du nicht direkt niedergemacht wurdest, so warst Du dieser aggressiven Situation ausgesetzt und es wurde ja auch Deine Arbeit abgewertet.

Ich glaube, ich hätte selbst bei zwei Kollegen auf "meiner Ebene" die Hemmung, dass ich durch mein Eingreifen dem "Opfer" eher schade. Jedenfalls bei den Varianten, die mir zu Eingreifen einfallen. Außer es gibt gar kein "Opfer", sondern es ist Streit, dann würde ich wohl etwas sagen. Aber wenn da einer vom anderen niedergemacht wird, komm ich mir vor wie in einem Dilemma

Und lässt Mobbing zu, bzw. beteiligst Dich am Mobbing.

Dass es dem Opfer schadet, das glaube ich nicht, denn Mobbern geht es nicht um eine bestimmte Person. Es geht nur um sie, weil sie gerade wütend sind und der nächste bekommt es ab.

L\adxyM


Er hat schlichtweg kein Recht andere persönlich abzuwerten und das hat er ja getan, wenn ich Dich richtig verstanden habe.

Er hat ihn (bzw uns) indirekt abgewertet, indem er sehr laut und vulgär auf unsere Arbeit und Abteilung geschimpft hat. Er hat den Mann nicht direkt angegriffen.

Ja, das gibt es, es gibt Deeskalationsmöglichkeiten (Unterbrechen und Versuch den Wütenden abzuholen und heruntrholen). Allerdings nur, wenn Du auch tatsächlich etwas sagst.

Wie könnten diese Möglichkeiten denn in solch einem Fall aussehen? Wie unterbricht man diesen Mann und holt ihn ab?

Und lässt Mobbing zu, bzw. beteiligst Dich am Mobbing.

Dass es dem Opfer schadet, das glaube ich nicht, denn Mobbern geht es nicht um eine bestimmte Person. Es geht nur um sie, weil sie gerade wütend sind und der nächste bekommt es ab.

Okay, an Mobbing habe ich da jetzt gar nicht gedacht. Trotzdem bin ich mir da auch teilweise unsicher, wann ein Eingreifen gut wäre und wann eher nicht. Du sagst, dem Opfer schadet das nicht. Wenn ich mir da sicher wäre, würde ich immer eingreifen. Aber ich habe früher dazu geneigt (und passe inzwischen auf, nicht rückfällig zu werden), andere Menschen schnell bevormunden zu wollen. Ihnen unangenehme Dinge abzunehmen usw. Ich habe immer Angst, dass das "Opfer" vielleicht gar nicht möchte, dass ich eingreife. Dass es sich selbst wehren möchte und ich dem vielleicht zuvorkomme. Dass es am Ende heißt "Herr Kollege lässt sich von einer Studentin verteidigen", "Herr Kollege schickt ein junges Mädchen vor" oder so etwas in der Art. Ob nun bei einem Abteilungsleiter oder einem "Gleichgestellten". Was, wenn das Mobbing dann gerade erst dadurch anfängt?

m2iguXelm|ariacxhi


miguelmariachi, hast du das denn selbst schon mal ausprobiert?

Nein, ich bin da konfrontativer (meist aber auch nicht direkt vom Störenfried abhängig) und unterstelle schlechte Kinderstube oder nenne den andern ein unhöfliches Schwein. Darum der abgespeckte, diplomatischere Vorschlag oben. :-)

Haha, ich hab letztes Jahr vor Gericht einem Anwalt, der mir (ich war nicht Angeklagter, nur Zeuge) mehrmals ins Wort gefallen ist, angedroht, ihm das "Sie" abzuerkennen, wenn er mich nicht aussprechen lässt. Er wies mich dann auf Beleidigungsdelikte oder sowas hin und ließ es bleiben, einem ins Wort zu fallen.

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