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Werde im Beruf ausgebootet: Was tun, wegbewerben oder bleiben?

C+resIsidqa86 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich bin gerade stinksauer! Wir sind in der Abteilung zu dritt (Mein Chefin, meine Kollegin und ich) und ich war bisher offiziell die Vertretung für meine Chefin. D.h. wenn sie nicht da ist, muss ich ihre Arbeit mit machen und bin für alles verantwortlich.

Nun war meine Chefin fast 4 Monate erkrankt und ich habe ihre Sachen mit bearbeitet. Es war auch alles in Ordnung – es gab keine Probleme oder sowas und ich habe die Sachen ordnungsgemäß bewältigt. Nun ist die Chefin wieder da (sie meinte auch, dass ich das sehr gut gemacht habe) und nun muss ich mitkriegen, dass sie das Vertretungsverhältnis nun hinter meinem Rücken hat ändern lassen! Nun bin nicht mehr nur ich die Vertretung sondern auch meine Kollegin! (D.h. wenn die Chefin nicht da ist, gibt es keine klare "Führung" mehr sondern meine Kollegin und ich sind weiterhin gleichberechtigt).

Ich bin ja nun wirklich nicht "machtgeil" oder sowas, aber ich fühle mich nun doch ziemlich…auf den Schlips getreten und zurückgesetzt. Versteht ihr? Ich habe monatelang die Arbeit meiner Chefin gemacht und habe sie auch gut gemacht und nun werde ich praktisch als Vertreterin "degradiert". Was mich besonders aufregt ist, dass meine Chefin diese Änderung anscheinend schon seit letztem Herbst "geplant" hat, aber noch ihren längeren Krankenhausaufenthalt abwarten wollte. Mit meiner Kollegin (die diese Änderung gewünscht hat – was ich aber erst jetzt erfahren habe) hatte sie dies bereits letzten Herbst besprochen, mit mir hat sie dies aber nie besprochen! Ich wurde jetzt praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt! Am wütendsten bin ich darüber, dass die beiden hinter meinem Rücken solche Absprachen treffen und ich dann einfach dabei übergangen werde! Das habe ich meiner Chefin auch so gesagt und von ihr kam dann nur ein "oh, das ist dann wohl leider dumm gelaufen". Ich habe auch gefragt ob was nicht in Ordnung war und sie deshalb die Änderung wollte, aber sie meinte ich hätte alles sehr gut gemacht und wenn was nicht gepasst hätte, dann hätte sie es schon gesagt. Und meine Kollegin hat sich sogar richtig gefreut. Sie war bei dem Gespräch dabei als mir das "mitgeteilt" wurde (sie wusste es ja schon) – sie konnte ihr Lächeln fast gar nicht zurückhalten…

Keine Ahnung was meine Kollegin für ein Problem hat. Ich habe mich nie als Chefin aufgespielt oder so und habe mich um den Vertreterposten auch nicht gerissen – meine Chefin hat ihn mir vor 2 Jahren zugewiesen und das wars. Ich vermute dass meine Kollegin damit nicht zurechtkommt mir - bei Abwesenheit der Chefin – offiziell unterstellt zu sein. Aber das ist nur eine Vermutung. Ich habe sie auch mal direkt darauf angesprochen, aber sie meinte, dass sie "keine Probleme damit hat". Hinter meinem Rücken hat sie dann aber dafür gesorgt, dass ich bei Abwesenheit der Chefin nicht mehr ihre Vorgesetzte bin…

Ich bin nun einfach stinksauer auf die beiden und fühle mich besonders von der Chefin hintergangen und bin ernsthaft am überlegen ob ich mich in eine andere Abteilung oder gar eine andere Firmenniederlassung bewerben soll. Ich komme mir nun einfach vor wie ein Idiot – ich habe monatelang die Arbeit meiner Chefin erledigt und nun wird meine Kollegin die dies nicht machen musste, dafür belohnt und ich werde praktisch degradiert! Was würdet ihr denn an meiner Stelle tun? Bleiben und akzeptieren oder gehen und die beiden mit der ganzen Arbeit alleine lassen und ggf. damit auflaufen lassen (von uns dreien wurde das meiste nämlich von mir bearbeitet – ich mochte die beiden bisher wirklich sehr gerne, aber die Fleißigsten und Korrektesten sind sie nicht gerade. Da wird für ein einfaches Schreiben über 2 Seiten schon mal mehrere Tage gebraucht und letztendlich mit rund 15 Rechtschreibfehlern zum Firmenchef gegeben…). Ich weiß, dass dies vielleicht etwas arrogant und überheblich klingt, aber so ist es nun mal. Und gerade weil ich von uns dreien die meiste Arbeit mache fühle ich mich nun doppelt verar*. Ich sehe gar nicht ein, warum ich mir in Zukunft überhaupt noch den Ar* aufreißen soll, wenn sowas dann – ohne richtige Begründung – zurückkommt. Ich weiß dass meine Kollegin das mit der Vertreteränderung angezettelt hat, aber dass meine Chefin da so eingestiegen ist und hitner meinem Rücken solche internen Absprachen trifft, hat mich schwer enttäuscht. Und meine Kollegin hat mich enttäuscht weil ich eigentlich dachte, dass wir ein gutes Team sind und sie sich auch nie in irgendeiner Weise bei mir beschwert hat… Mir gegenüber hat sie nie was gesagt, aber gegenüber der Chefin hat sie dann wohl gemeint, dass sie es assig findet dass ich – bei Abwesenheit der Chefin – ihre Vorgesetzte bin.

Also was würdet ihr nun an meiner Stelle tun? Bleiben oder Gehen? Die beiden wissen, wie es mir momentan geht und weshalb ich enttäusch und wütend bin – nochmal mit ihnen Reden hilft da nichts. Meine Chefin weiß wohl auch nicht was sie tun soll und meine Kollegin freut sich…

Antworten
RNon?ald >60


Wenn Du aus dem Stand heraus sofort eine neue Stelle finden kannst, würde ich sofort gehen.

Auf die Gefahr hin, sofort keine Arbeit zu finden und arbeitslos zu sein, würde ich wohl bleiben und mich auf die Suche nach einem anderen Arbeitsplatz machen.

R?atl^os23


Tief durchatmen, Arbeit standardmäßig (ohne jegliche Extras oder Mehrarbeit) weitermachen und ruhig und ohne Hetze anderweitig bewerben. Fertig. Alles andere würde ich bleiben lassen, macht eh wenig Sinn bei solch einem Vorgehen.

Deinen Unmut kann ich durchaus verstehen!

C>regssixda86


Ja, es ist durchaus möglich sich intern für andere Abteilungen zu bewerben bzw. sich für eine andere Niederlassung zu bewerben. Das kann sich zwar dann ein paar Monate hinziehen bis man "wechseln" kann, aber immerhin besteht die Möglichkeit. Eine Kündigung ist also nicht unbedingt nötig (zum Glück).

Aber geht es nur mir so oder ist so ein Vorgehen wie meine Chefin und meine Kollegin es demonstriert haben schon irgendwie fies? Die beiden scheinen sich gar nicht bewusst zu sein wie gedemütigt ich mich fühle (meine Kollegin vielleicht aber die Chefin wohl eher nicht) und meine Chefin versteht wohl auch gar nicht WARUM ich mich so fühle. Ich habe es ihr zwar gesagt aber ich glaube sie sieht das "nicht so eng" - sie ist wohl überrascht, weil ich verärgert und enttäuscht reagiert habe und es mir nicht einfacl egal war... Aber als Vertreter hat man halt eine andere Funktion wie wenn man "nur" normaler Beschäftigter ist - das ist halt so. Deshalb fühle ich mich ja schon etwas degradiert.

Cur3essKida8x6


@ Ratlos23:

Ja, die Zeit mit Mehrarbeit und Extras ist nun endgültig vorbei. Ich bin hier doch nicht der Depp vom Dienst, der die meiste Arbeit macht und die anderen werden dann "belohnt"...

Ehrlich gesagt bin ich schon gespannt darauf wie die beiden es meistern werden, wenn ich mich mal "vornehm zurückhalte" mit dem Organisatiorischem und wirklich nur noch den Teil mache für den ich verantwortlich bin. Glaube nicht, dass das ohne Probleme gehen wird, aber vielleicht überraschen sie mich ja ;-)

gvato


Hast du denn mal gefragt, warum das gemacht wurde? Mir fallen z.B. spontan zwei plausible Gründe ein.

Ansonsten kann ich deinen Frust zwar verstehen, aber deine Argumente nicht:

Du hast dich nicht garum gerissen, bist aber beleidigt, wenn du entlastet wirst. Und wenn deine Kollegin nur Fehler macht, wird irgendwann auffallen, ob du oder die Kollegin die Vertretung macht.

MOilVky_xe77


Ich wäre eher froh, dass dann nicht die ganze Arbeit an mir allein hängenbleibt. ;-) Du bekommst ja nicht mehr bezahlt, wenn du mehr arbeitest als Vertretung oder? ;-)

C5ress2ida8x6


@ gato:

Welche plaudiblen Gründe sind das?

Ich wurde vor 2 Jahren gefragt ob ich das machen würde und ich war einverstanden (die "Initiative" ging demnach von meiner Chefin aus - deshalb auch das "ich habe mich nie darum gerissen"). Ich habe mich darüber auch nie beschwert oder so - ich habe es gemacht, ich habe es auch gerne gemacht und habe mich dann auch eingesetzt und die Position ausgefüllt. Wenn sie mir Aufgaben von sich übertragen hat weil sie z.B. an dem Tag nicht da sein konnte, dann habe ich diese übernommen ohne mich zu beklagen oder mich davon überfordert zu fühlen. Das war nie ein Thema. Sie meinte ja auch immer, dass ich die Position sehr gut ausfülle und sie sich auf mich verlassen kann... Und jetzt sowas! Das ist es einfach was ich nicht verstehe!

Ich bin ja auch nicht direkt überlastet - klar ist es mehr Arbeit aber ich mache es ja auch gerne und die Arbeit macht mir Spaß.

C{restsida8x6


@ Milky:

Das nicht, aber die Wahrscheinlichkeit einer Beförderung steigt mit so einem Posten natürlich ganz erheblich! Und wenn ich Vertreterin war und dann "degradiert" wurde, dann sieht das für die meisten so aus als ob ich dem Posten nicht gewachsen war - auch wenn es in Wirklichkeit nicht so ist und meine Chefin das auch immer wieder beteuert. Aber es sieht halt für die anderen in der Firma und für den Firmenchef (der über die Beförderung entscheidet) so aus!

MMilky_Ve77


okay, wenn du auf eine Beförderung irgendwann hinarbeitest, dann schaut die Sache natürlich ganz anders aus. Ansonsten hätte ich nämlich eher den praktischen Aspekt (weniger Arbeit) gesehen. Aber so verstehe ich natürlich, dass du sauer bist. :-/

n_anc#hexn


Ich frage mich ernsthaft, warum/was du für ein Problem hast?!

Wenn bei mir der Chef, der mit in der Produktion ist, ausfällt, teilen mein Kollege/direkter Vorgesetzte und ich uns die Aufgaben auf. Wir sind zwar noch mehr Personen/Kollegen, aber Weisungsbefugt sind nur mein Vorgesetzter und ich. Bei meinem Vorgesetzten und mir läuft das inneinander. Da gibt es Absprachen/Besprechungen an denen wir uns halten.

Wenn du bei diesem Spiel nicht mitspielst, könnte man dir vorwerfen nicht loyal und nicht teamfähig zu sein. Klar ist eine Art Degradierung nicht toll, aber wenn du jemanden an deiner Seite hast, von dem du profitieren kannst, nehm es an. Du schreibst, du willst dir zukünftig nicht mehr den A*** aufreißen für die Firma. Eben das will deine Chefin auch nicht. Vielleicht fällt sie in Zukunft öfter aus und sieht die Belastung der Abteilung nur einseitig. Warum soll eine Person jeden Tag 10 Stunden und die andere 8, wenn beide auch 9Stunden arbeiten könnten?

R0atlofs2x3


Ich kann das total nachvollziehen. Du reißt dir den Hintern auf, willst Verantwortung übernehmen, machst alles prima und niemand dankt es dir.

Ist evtl. auch Taktik deiner Chefin, bei einer Beförderung entlastest du eben nicht mehr sondern wärst wahrscheinlich in einem anderen Aufgabenbereich und sie muß sehen wo sie bleibt.

2. Möglichkeit: sie will ihre Abteilung deutlich unter sich halten. Auch so etwas soll es geben. Oder sie ist eben eine extrem schlechte Führungskraft. Darauf deutet auch diese naiv-unschuldige: "ach, dir macht es was aus wenn ich dir die Verantwortung teilweise wegnehme" hin.

So etwas ist meistens viel frustrierender als wenn man tatsächlich Anschiss wegen schlechter Leistung bekommt - dann kann man nämlich was ändern.

Dauerndes gelobt werden und trotzdem gleichzeitige Beschneidung der Verantwortungsbereiche... such dir was anderes.

Evtl. führe nochmal ein Gespräch unter 4 Augen mit deiner Chefin, aber ich würde parallel schonmal Bewerbungen schreiben.

R$atPlos2x3


Eben das will deine Chefin auch nicht. Vielleicht fällt sie in Zukunft öfter aus und sieht die Belastung der Abteilung nur einseitig. Warum soll eine Person jeden Tag 10 Stunden und die andere 8, wenn beide auch 9Stunden arbeiten könnten?

Wofür gibt es dann überhaupt Vorgesetzte? Bisher gab es ja anscheinend immer eine feste Vertretungsregeln eben auch mit Weisungsbefugnissen. Das fällt ja demnächst komplett weg.

Das kann dann zu Kompetenzgerangel und Entscheidungsverzögerungen führen weil einfach niemand mehr entscheiden kann und darf. Ich sehe da echt keinen Vorteil. Hat doch auch nichts mit mangelnder Teamfähigkeit zu tun, die TE "regiert" ja nicht von oben herab sondern in Kommunikation mit den Kollegen... Und sie steht ja auch in der Verantwortung die ohne feste Vertretung wahrscheinlich ein jeder von sich weisen wird -würde ich zumindest so tun!

Außerdem sollten solche Degradierungen mit dem betroffenen Mitarbeiter VORHER besprochen werden... so ein Führungsverhalten ist doch unter aller Sau...

Cprzessidax86


@ Ratlos23:

Okay, das wären wirklich 2 Möglichkeiten:

Zu der 1.: wenn ich befördert werden würde, dann müsste ich nicht in eine andere Abteilung wechseln, sondern könnte in meiner bisherigen bleiben. Meine Aufgaben würden sich nicht mal wesentlich ändern, ich würde halt nur eine offiziell "höhere Position" bekleiden als bisher und natürlich ein bisschen mehr Geld dafür bekommen ;-)

Zu der 2.: es wäre duchaus möglich, dass sie uns "klein" halten möchte, aber sie weiß auch, dass sie das nicht auf Dauer tun kann. Wenn die nächste Beurteilung für mich nicht gut ausfällt, dann würde ich mich sofort in eine andere Abteilung/Niederlassung bewerben - ohne Diskussion. Und meine Kollegin steht genau auf dem gleichen Standpunkt und das weiß die Chefin auch. Es ist auch möglich ,dass meine Kollegin und ich "zeitgleich" befördert werden - eine richtige "Konkurrenz ist also nicht da. Aber derjenige mit der "höheren Position" hat natülich die Chance schneller und früher befördert zu werden, versteht ihr?!

Dazu kommt, dass sie uns (vorallem mich) bei der letzten Beurteilung eher schlecht beurteilit hat (eigentlich bekommen wir vom Firmenchef eine Beurteilung, aber dieser will natürlich eine "Einschätzung" der Chefin) - angeblich weil nicht mehr drin war, wir ja noch nicht so lange in der Firma sin usw. Allerdings habe ich in den letzten Monaten von einigen Leuten in der Firma mitgekriegt, dass diese besser beurteilt wurde - und die waren u.a. genauso lange in der Firma wie ich und haben teilweise weniger Verantwortung zu tragen wie ich. Aber sie wurden halt von deren Chefs besser "eingeschätzt" für den Firmenleiter...

Aber mal eine dumme Frage: warum sollte ein Chef denn seine Leute "klein" halten wollen, wenn er weiß dass sie ohne gute Beurteilungen gehen? Bei uns in der Firma ist dies ja noch relativ leicht möglich zu einer anderen Abteilung/Niederlassung zu wechseln - wohl leichter als bei vielen anderen Firmen.

g_ato


Welche plaudiblen Gründe sind das?

Ich schließe aus deiner Gegenfrage, dass du nicht gefragt hast?

1. möglicher Grund: Deine Chefin möchte eine optimale Vertretung gewährleisten. D.H. wenn sie nicht da ist und du auch nicht, dass es offiziell immer noch eine Vertretung gibt

2. möglicher Grund: Deine Kollegin fühlte sich benachteiligt und wollte mehr Verantwortung und das war das Angebot der Chefin.

Versuch doch erst mal etwas über die (tatsächlichen) Hintergründe zu erfahren, anstatt direkt ein Fass aufzumachen und sauer zu sein.

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